HARVARD UNIVERSITY LIBRARY OF THE Museum of Comparative Zoology C^A,^ /, MITTIIEILUNGEN AUS DER ZOOLOGISCHEN STATION Zu NEAPEL ZUGLEICH EIN REPERTORIÜM FÜR MITTELMEERKUNDE. ZWEITER BAND. MIT 20 TAFELN, 13 HOLZSCHNITTEN, 14 ZINKOGRAPHIEN UND BEILAGE: DRITTER NACHTRAG ZUM BIBLIOTHEKSKATALOG. LEIPZIG, VERLAG VON WILHELM ENGELMANN. 1-^ 5-£5-/v^ Inhalt des zweiten Bandes. Erstes Heft. Seite Über die in der Zoologischen Station zu Neapel gebräuchlichen Methoden zur mikroskopischen Untersuchung. Von Paul Mayer 1 Untersuchungen zur vergleichenden Anatomie und Histologie des Nerven- systems der Plathelminthen. II. Über das Nervensystem der Trematoden. Von Arnold Lang. (Mit Taf. I— III und 14 Zinkographien.) .... 28 Über einige seltenere Echinodermen des Mittelmeeres. Von Hubert Ludwig. (Mit Taf. IV.) 53 Zur Kenntnis der Siphoneen und Bangiaceen. Von G. Berthold 72 Sui Coriceidi parassiti, esuli' anatomia del gen. Lichomolgus. Di A. Della Valle. (Con le tavole V e VI.) 83 Notiz über einen neuen Parasiten der Tethys aus der Abtheilung der rhab- docoelen Turbellarien. Von Arnold Lang. (Mit Taf. VH.) 107 Zur Abwehr. Von Anton Dohrn 113 Zweites Heft. Intorno all' Edwardsia Claparedii (Halcampa Claparedii Pane.) Von A. Andres. (Mit Taf. Vm.) 123 Catalogue provisoire des Hydroides Médusipares (Hydromeduses vraies) ob- servés durant l'hiver 1879/80 à la Station zoologique de Naples. Von G. Du Plessis 143 Untersuchungen an Thysanoteuthis rhombus Trosch. Ein Beitrag zur Ana- tomie der Cephalopoden. Von W. J. Vigelius. (Mit 3 Holzschn.). . 150 Vergleichende Übersicht über das Erscheinen größerer pelagischer Thiere und Bemerkungen über Fortpflanzungsverhältnisse einiger Seethiere im Aquarium. Von R. Schmidtlein 162 Observations sur la Cladocoryne flocconeuse (Cladocoryne fioccosa Rotch.). Von G. Du Plessis. (Mit Taf. IX.) 176 Carcinologische Mittheilungen. IX. Von P. Mayer. (Mit Taf. X.). . . . 196 Über die Gattung Peltodoris. Von R. Bergh. (Mit Taf. XI.) 222 De l'influence des lumières colorées sur le développement des animaux. Von E. Yung 233 Preis -Verzeichniss der mikroskopischen Präparate, welche durch die Zoologische Station zu Neapel zu beziehen sind 244 IV Ifti Drittes Heft. Seite Über das Vorkommen eines schwimmblasenälinlichen Organs bei Anneliden. Von Hugo Eisig. (Mit Taf. XII— XIV und 2 Holzschnitten.). . . . 255 Prodromus neapolitanae actiniarum faunae addito generalis actiniarum biblio- graphiae catalogo. Von AngeloAndres 305 Untersuchungen zur vergleichenden Anatomie und Histologie des Nerven- systems der Plathelminthen. III. Das Nervensystem der Cestoden im Allgemeinen und dasjenige der Tetrarhynchen im Besondern. Von Arnold Lang. (Mit Taf. XV— XVI und 8 Holzschnitten.) 372 Die geschlechtliche Fortpflanzung der eigentlichen Phaeosporeen. Von G. Berthold. (Mit Taf. XVII.) 4Ul l'ili- Viertes Heft. Untersuchungen über die Geschlechtsorgane einiger Muraenoiden. Von J. Brock. (Mit Taf. XVIII— XX.) 415 Bericht über die Zoologische Station während der Jahre 1879 und 1880. Von A. Dohrn 495 Zweites Preisverzeichniss der durch die Zoologische Station zu Neapel zu beziehenden conservirten Seethiere ■ 515 Beilage: Dritter Nachtrag zum Bibliothekskatalog. über die in der Zoologischen Station zu Neapel gebräuchlichen Methoden zur mikroskopischen Untersuchung. Von Dr. Paul Mayer. Die folgenden Blätter sollen einen kurzen Bericht über die Metho- dik histologischer Untersuchungen liefern , so weit sich dieselbe in der Zoologischen Station während des kurzen Zeitraumes ihres Bestehens bereits hat entwickeln können. Die große Mannigfaltigkeit der marinen Formen , denen gegenüber die Hilfsmittel der Histologen von Fach, weil fast immer nur für die wenigen Versuchsobjecte aus dem Bereiche der höheren Thiere erdacht , oft genug im Stiche lassen , macht ohne Zweifel eine solche Methodik nothwendig. Nach Lage der Dinge er- scheint dabei die Station nur als die Verbreiterin der Anschauungen, welche theils auf Anregungen der auswärtigen Forscher während eines vorübergehenden Aufenthaltes in ihren Räumen, theils auf den Arbeiten ihrer ständigen Beamten beruhen, jedenfalls aber von den Letzteren gepflegt, weiter fortgebildet und in der beständigen Praxis auf ihre Richtigkeit geprüft worden sind. Wie sich darum die Frage nach dem geistigen Eigenthume hier noch weniger denn anderwärts in allen Fäl- len zu einer befriedigenden Lösung bringen lässt, so erklärt sich zugleich daraus die Lückenhaftigkeit der Mittheilungen und die ungleiche Be- rücksichtigung , welche die einzelnen Thierstämme erfahren haben. Immerhin aber wird dieser erste Versuch zu einer geordneten Zusam- menstellung der vielfach in derLitteratur zerstreuten oder lediglich von mündlicher Überlieferung getragenen Angaben , wenn er auch nur die Veranlassung zu eingehenderen Veröffentlichungen bietet, nicht gänz- lich des Nutzens entbehren. Mittheilungen a. d. Zoolog. Station zu Neapel. Bd. II. 1 2 Paul Mayer Consemrungsmethoden. 1) Von Methoden zur Conservirung behufs histologischer Unter- suchung gelangen in der Zool. Station eine ganze Reihe, darunter einige bisher noch nicht veröifentlichte, zur Anwendung. In erster Linie be- dient man sich der Kleinenberg'schen Pikrinschwefelsäure \ die für die meisten niederen Seethiere unersetzlich ist. Sie bietet den Vortheil, dass sowohl die den Thieren äußerlich anhaftenden Mengen Seewassers als auch die in den Geweben enthalteneu Salze zum größten Theile ver- drängt und durch eine Flüssigkeit ersetzt werden , welche sich durch Alkohol völlig entfernen lässt. Mit Osmium- und Chromlösungen ist dies bekanntlich nicht der Fall , vielmehr kommt hier noch der in den Geweben erzeugte anorganische Niederschlag hinzu und wirkt unter Umständen bei der Tinction störend. Nothwendig ist es selbstredend, viel Flüssigkeit in Anwendung zu bringen ; dies gilt namentlich dann, wenn Thiere mit großer Leibeshöhle in toto zu conserviren sind. Im Allgemeinen tödtet die Pikrinschwefelsäure ungemein rasch ^ und bringt zugleich bei kleineren Organismen die Zellen zu fast augenblick- licher Erstarrung, so dass sie nach dieser Richtung hin entschieden der Chromsäure und ihren Salzen vorzuziehen ist. Doch dringt auch sie, obwohl sie verhältnismäßig leicht diffundirt, nur schwierig durch dickere Chitinmembranen durch. Es ist daher, um wirklich brauch- bare Präparate von z. B. größeren Isopoden, Insecten u. s. w. zu er- halten , unerlässlich , den Körper mit der Schere ganz zu öffnen und die Leibeshöhle sofort mit einer Pipette voll Pikrinschwefelsäure aus- 1 Sie wird dargestellt, indem man zu 100 Raumtheilen einer kalt gesättigten Lösung von Pikrinsäure in Wasser 2 Eaumtheile concentrirter Sehwefelsäure hin- zufügt und die vom Niederschlage abfiltrirte Flüssigkeit mit dem Stachen an Wasser verdünnt. Für Arthropoden wende ich das Säuregemisch unverdünnt an. ~ Obwohl für gewöhnlich auch die höheren Crustaceen sehr schnell darin sterben, so macht doch Artemia salina L. eine bemerkenswerthe Ausnahme. Von denjenigen Exemplaren, welche mir Prof. Carlo Emery aus Cagliari zu schicken die Güte hatte , lebten einige in der eoncentrirten Pikrinschwefelsäure fast eine Stunde lang und ergaben natürlich auch histologisch wenig brauchbare Präparate. Mäßig erwärmte Säure hingegen tödtete sie sofort und drang auch so schnell in das Innere ein, dass ein allmähliches Absterben der Gewebe nicht statthaben konnte. Es wäre interessant zu erfahren, ob diese Artemien nach längerem Leben in weniger salzhaltigem Wasser eine durchlässigere Haut erhalten würden , oder ob nicht auch Apus und Branchipus sich gegen Pikrinschwefelsäure unverhältnis- mäßig resistent beweisen. Mir ist die erwähnte Erscheinung um so auffälliger ge- wesen, als die Zellen der Kiemenwandungen bei anderen gleich großen Crustaceen ungemein geschwind erstarren, die Thiere also gewissermaßen ersticken. über àie in der Zool. Station z. N. gcbriiuchl. Methoden zur mikrosk. Unters. 3 zuspritzeu , damit die gerinnbaren Theile des Blutes nicht Zeit gewin- nen, sich auf die unter ihnen befindlichen Organe niederzuschlagen und sie mit einander zu verkleben. Überhaupt ist aus gleichem Grunde die Flüssigkeit so lange zu wechseln, als noch Trübungen in ihr entstehen, und erst in völlig klarer Säure dürfen die Objecte längere Zeit ver- weilen. Gerade auf letzteren Punkt kann nicht genug hingewiesen werden , denn eben in der Vernachlässigung dieser scheinbar selbst- verständlichen Maßregel liegt hier sowohl wie bei anderen Conser- virungsflüssigkeiten der Schlüssel zu den häufig so wenig befriedigen- den Resultaten, welche nur zu gern der Methode in die Schuhe ge- schoben werden. Wie lange übrigens der Aufenthalt in der Säure dauern darf, hängt von der Beschaffenheit der Gewebe resp. der ganzen Thiere ab. Meist genügen einige Stunden; bei sehr wasserreichen und großen Stücken ist längere Zeit und dann und wann auch ein Bewegen der Flüssigkeit erforderlich. Manchmal scheint auch eine tagelange Einwirkung nicht schädlich zu sein i. Während in Chrommischungen die Gewebe vielfach direct schnitt- fähig werden, findet durch die Pikrinschwefelsäure wohl eine Abtödtung der Zellen, aber nicht eine wirkliche Härtung statt. Zum Theil wird diese Erscheinung sicherlich darin begründet sein, dass es nur zu einer Gerinnung des protoplasmatischen Inhaltes, nicht zu einer bleibenden Einlagerung anorganischer Bestandtheile kommt 2; zum Theil auch wird die Schwefelsäure, indem sie das Bindegewebe zum Quellen bringt , daran Schuld sein. Hier hat also der Alkohol durch Wasser- entziehun zu wirken. Die Folge davon ist, dass durch ihn bei recht weichen und zarten Objecten, welche bis dahin ihre Form bewahrten, eine unliebsame Schrumpfung eintreten kann. Am besten thut man daher, Larven und andere kleine pelagische Thiere mit dünnen Wan- dungen entweder mit der Pipette oder mit einer Schaufel in den Alko- hol (von 70 o/o)' zu übertragen, so dass sie einstweilen, da sie wegen ihrer Schwere rasch zu Boden sinken , noch in ihrem früheren Medium bleiben. Wenn dieses nach einigen Minuten in den Alkohol diflfundirt ist, so befördert man sie auf die angegebene W^eise in frischen Alkohol tind muss hierbei darauf achten , dass die einzelnen Thiere nicht mit einander in Berührung gerathen, da sie mitunter leicht zusammen- 1 Ganz junge Larven von Toxopneustes z. B., die durch ein Versehen über 8 Tage in der Säure gelegen hatten, ergaben noch leidliche Präparate. - Abgesehen von den Fällen, in denen der kohlensaure Kalk der Gewebe sich in Gips umsetzt. Indessen gerade dann wird eher eine Erweichung, als eine Här- tung erfolgen. 1* 4 Paul Mayer backen. Bei größeren Objeeten sind diese Vorsichtsmaßregeln natür- lich nicht erforderlich , indessen kann hier leicht eine Abplattung des noch weichen Körpers stattfinden, der man durch öfteres Umlegen oder Wälzen begegnet. So lange noch die Abgabe von wässeriger Flüssig- keit fortdauert, wird man den Alkohol häufig zu wechseln oder wenig- stens zu bewegen haben , damit sich nicht am Boden des Gefäßes eine zur Maceration Veranlassung gebende Schicht bilden könne. Kleinen- berg empfiehlt zwar, schon bald 90 "/eigen Alkohol anzuwenden, doch habe ich keinerlei Vortheil davon gefunden und bewahre auch die Prä- parate endgültig in dem TO^/oigen Alkohol auf. Unbedingt nothweudig ist es aber, die anfangs noch lebhaft gelb gefärbten Objecte völlig weiß werden zu lassen, die Flüssigkeit also so oft zu erneuern, als sie noch Spuren von Pikrinsäure zeigt. Erst wenn die letztere ganz und gar ausgezogen ' ist , darf man den Conservirungsprozess als beendet an- sehen. Aus dem Gesagten ist leicht ersichtlich , dass die Vorzüge der Pi- krinschwefelsäure darin bestehen, dass sie die Gewebe rasch abtödtet, dass sie verhältnismäßig schnell auch in das Innere dicker Schichten eindringt und dass sie hinterher sich gänzlich wieder aus den Objeeten entfernen lässt. Bei den Seethieren spült sie außerdem noch die Salze des Meerwassers fort. Ihre Anwendung verbietet sich natürlich dort, wo es darauf ankommt , etwa vorhandene Kalktheile in den Organis- men ungelöst zu bewahren ; indessen auch dann , wenn die Erhaltung derselben in ihrer ursprünglichen Form nicht gefordert wird, empfiehlt sie sich bei der Anwesenheit von vielem Calciumcarbonat (also z. B. bei Echinodermen) nur wenig, weil sich durch ihren Einfluss viel Gips bil- det und in großen Krystallen mitten in den Geweben niederschlägt. Bei Wirbelthieren darf sie , weil die in ihr enthaltene Schwefelsäure Bindegewebe zur Quellung bringt , nur unter Berücksichtigung dieser ihrer Eigenschaft in Gebrauch gezogen werden. Wie mir Prof. Emery 1 Sie verharrt in einzelnen Geweben oft merkwürdig lange. Aus dickeren Chitinschichten ist sie mitunter selbst nach Wochen noch nicht entfernt, so dass nichts übrig bleibt, als solche Stücke von den bereits weiß gewordenen zu trennen. Da übrigens die reine Pikrinsäure stets sehr viel hartnäckiger ist, als ihre Verbin- dung mit Schwefelsäure, so liegt es nahe, in den angegebenen Fällen an eine Dis- sociation zu glauben. Versuche zur Orientirung darüber, wie sich beim Entsäuern mittels Alkohol die beiden Bestandtheile der Kleinenberg'schen Säure zu einander stellen, sind noch zu machen und ergeben vielleicht interessante Aufschlüsse über die verschiedenen Gewebe. Sicher ist nur, dass heißer oder auch nur warmer Al- kohol dieExtraction viel rascher bewerkstelligt, als es derjenige von gewöhnlicher Temperatur thut. über die in der Zool. Station z. N. gebräuclil. Methoden zur mikrosk. Unters. 5 niittheilt . eignet sie sich indessen für Wirbelthierembryonen und für Fische gnt, nur darf man die Objecte nicht länger als 3 — 4 Stunden in ihr liegen lassen. Kleinenberg hat übrigens neuerdings, um den Qiiellungen entgegenzuarbeiten, Kreosot aus Buchen holztheer dem Säuregemisch zugesetzt und versichert , damit gute Resul- tate erzielt zu haben. — In eigenthümlicher Weise scheint die Pikrin- schwefelsäure endlich auf die parasitischen Crustaceen einzuwirken. Während sie nämlich im Allgemeinen für die Krebse wohl das beste Conservirungsmittel darstellt, bewirkt sie in jenen meist Quellungen, Loslösungen ganzer Gewebspartien u. s. w., so dass sie, wie auch Fraisse 1 schreibt, am besten vermieden wird. Der Grund für diese Er- scheinung liegt natürlich in dem histologischen Verhalten der genann- ten Parasiten , welche darin mitunter ganz enorm von den normalen Vertretern ihrer Gruppen abweichen und auch mit anderen Reagentien meist nur ungenügende Präparate liefern. Näheres vermag ich jedoch leider nicht anzugeben und habe auch in der Litteratur außer gelegent- lichen Bemerkungen darüber nichts verzeichnet gefunden 2. 2) Um einem der eben erwähnten Übelstände, nämlich der lästigen Bildung von Gipskrystallen abzuhelfen, habe ich an Stelle der Pikrin- schwefelsäure die Pikrinsalzsäure oder Pikrinsalpetersäure zuweilen mit Erfolg verwendet. Beide Gemische ^ wirken ähnlich dem erstgenannten, leiden aber, wie mir Kleinenberg mittheilt und wie ich auch selbst gefunden habe , an dem Übelstande , dass sich die gelbe Färbung bei dickeren Gewebsstücken schwieriger ausziehen lässt , als es bei der Pikrinschwefelsäure der Fall ist. Im Allgemeinen verdient also diese entschieden den Vorzug. 3) In einem gewissen Gegensatze zu der Conservirung mit Pikrin- schwefelsäure steht diejenige mit Alkohol. Letztere nämlich bewirkt, 1 Fraisse, P., Entoniscus Cavolinii n. sp. Arbeiten zoolog. zootom. Institut. Wiirzburg 1877—78, IV, p. 383. - Zweifellos ist bei sehr vielen dieser Parasiten ein oder das andere Organ noch in langsamem phylogenetischen Schwunde begriflen, Avürde also histologisch besonders interessant sein. Nur gestattet das vergleichsweise doch immer spär- liche Material die Untersuchung gerade dieses Punktes wohl kaum, zumal das Chi- tin die Anwendung mancher Eeagentien erschwert. 3 Ich bereite sie analog der Pikrinschwefelsäure , nehme aber statt der 2 Eaumtheile Schwefelsäure S Raumtheile reiner Salzsäure von 25% HCl oder 5 Rauratheile reiner Salpetersäure von 25 o/^ N2O5. Die Wirkung der Säuregemische ist auch bei Gegenwart von vielem Kalk eine rapide , aber gerade darum bewirkt die sich entwickelnde Kohlensäure oft mechanische Verletzungen der Gewebe , so dass in manchen Fällen doch die Chromsäure den Vorzug verdient, welche ohne- hin eine Collabirung leichter verhindert. 6 Paul Mayer obwohl gewöhnlich bei starkem Alkohol die Tödtung eine rasche ist, bei irgend dickwandigen, namentlich mit Chitinmembranen versehenen Thieren eine mehr oder weniger starke Maceration der Innenpartien, die zuweilen sogar zu faulen beginnen. So gut diese Thatsache den Meisten bekannt ist , so wird ihr doch nicht immer Rechnung getragen, namentlich von Seiten derjenigen Forscher, welche bei Reisen an die Seeküsten sich neben ihren Hauptarbeiten auch das Sammeln für ihre Museen angelegen sein lassen. In gleicher Weise laufen noch oft bei der Verwaltung der Zool. Station Bestellungen auf Thiere ein, die zur Zergliederung in den Cursen für Studirende zu dienen haben und doch einfach in Alkohol conservirt werden sollen. In vielen Fällen ist diese Methode gewiss die schlechteste von allen. Um wieder die Crustaceen als Beispiel anzuführen, so möchte ich erwähnen, dass sie selbst für die Amphipoden und Isopoden nicht passt , weil die Organe durch die in der Leibesflüssigkeit beim allmählichen Eindringen des Alkohols ent- stehenden Niederschläge mit einander verlöthet werden und bei nach- herigem Aufweichen in Wasser oft nicht einmal mehr eine Trennung durch geschicktere Hände, als es die eines Studirenden sind, gestatten. Weniger beachtet dürfte der Umstand sein . dass bei Seethieren die di- recte Couservirung in starkem Alkohol (von 70 oder 90 7o) für histo- logische Zwecke auch darum nachtheilig ist, weil sie die meisten Salze des anhaftenden Meerwassers auf der Außenfläche der Objecte fixirt und so manchmal das Eindringen des Alkohols unnöthig erschwert. Handelt es sich dann später noch darum , das Thier in toto zu färben, so werden zwar bei Anwendung wässeriger Tinctionsmittel, wie Carmin oder Pikrocarmin , die Präcipitate wieder gelöst und haben sich daher bis jetzt wie es scheint der Beobachtung gänzlich entzogen ; nimmt man aber alkoholische Lösungen, so färben sie sich vielfach mit und verhin- dern auch eine brauchbare Tinction der inneren Körpertheile. Mir ist dieser Umstand zwar früher schon hier und da bei der Anwendung der Kleinenberg scheu Hämatoxylinlösung aufgefallen , indessen erst dann recht deutlich geworden, als ich mit Cochenilletinctur siehe unten Nr. 13) zu operiren begann. Bei dieser nämlich kann es vorkommen, dass sich in Folge des Vorhandenseins von Krystallen aus dem Meer- wasser auf der Außenfläche der mit ihnen besetzten Organismen aus der Cochenille eine graugrüne Masse ' niederschlägt , welche die Präparate 1 Auch ein mit destillirtem Wasser gewonnener Auszug aus Cochenille setzt nach dem Vermischen mit Seewasser solche Massen ab. Sie bestehen aus einer Verbindung des Farbstoffes mit den Kalk- und Magnesiasalzeu. über die in der Zool. Station z. N. gebräuchl. Methoden zur mikrosk. Unters. 7 oft ganz überzieht und unbrauclibar macht. Ich lasse daher, um diesem Ubelstande zu begegnen , die nur in Alkohol conservirten Thiere , na- mentlich wenn sie aus fremden Museen stammen , einige Stunden in saurem Alkohol (1 — 10 Tlieile Salzsäure auf 1000 Theile 70o/(,igen Al- kohols) liegen und erhalte dann nach sorgfältiger Entsäuerung meist auch befriedigende Färbungen. 4) Der eben erwähnte Umstand hat mich dazu geführt, Conser- virungsversuche mit saurem Alkohol anzustellen. Ich habe sowohl Salzsäure als auch Salpetersäure in 70- oder 90%igem Alkohol erprobt und gefunden, dass im Allgemeinen der stärkere Alkohol und die erst- genannte Säure vorzuziehen sind. Am liebsten verwende ich ein Ge- misch von 3 Raumtheilen Säure und 97 Raumtheilen Alkohol und lasse die Objecte nur so lange Zeit darin, bis ich bei öfterem Umschütteln eine völlige Durchdringung derselben erreicht zu haben glaube. Da ich vorher in dem Alkohol eine kleine Menge Pikrinsäure aufgelöst habe, so kann ich ähnlich wie bei der Pikrinschwefelsäure beim nachherigen Entsäuern mit reinem 90"/oigen Alkohol an dessen Farbe beurtheilen, wie weit der Prozess gediehen ist. Ein aufmerksames Studium nun der solchergestalt gewonnenen und in verschiedener Weise tingirten Prä- parate hat mir gezeigt , dass bei subtilen Objecten (Auricularien, Tor- narien u. s. w.) der angesäuerte Alkohol zwar dem reinen unbedingt vorzuziehen ist , indessen hinter der Pikrinschwefelsäure eben so sehr zurücksteht, also wohl nur für gröbere Objecte Verwendung finden darf. Da er übrigens noch schneller tödtet , als reiner Alkohol und außerdem die Bildung der Niederschläge, welche mitunter das ganze Präparat entstellen , verhindert , so ist für die Schaustücke in Museen die Conservirung in der angedeuteten Weise sehr zu empfehlen. Zu er- wähnen ist jedoch, dass das Gemisch nach einiger Zeit merklich an Wirkung verliert, da sich auf Kosten der Säure ätherische Verbin- dungen bilden. 5) In einzelnen Fällen habe ich namentlich bei Arthropoden mit allen gewöhnlich in Gebrauch kommenden Mitteln eine rasche Tödtung nicht erzielen können . Ich habe mich dann mit Vortheil des kochen- den absoluten Alkohols bedient, der in der richtigen Weise ange- wandt blitzschnell wirkt. Für Tracheaten, deren vergleichsweise trockenes Chitin bekanntlich viel weniger durchlässig ist als das stets durchtränkte der Crustaceen, bietet ohnehin der kochende Alkohol häufig das einzige Mittel, an einem nicht geöffneten Thiere wenigstens die Hautgewebe gut conservirt zu erhalten , da schon kalter Alkohol meist viel zu langsam eindringt. 8 Paul Mayer 6) Was die Über osmiumsäure betrifft, so bin ich von ihrer An- wendung bei Arthropoden fast ganz zurückgekommen. Wenn man im Stande ist, die Thiere zu öffnen, so leistet, wie schon oben erwähnt, die Pikrinschwefelsäure Alles , was man nur verlangen kann ; und da sie auch durch Chitin eben so rasch durchdringt wie die Überosmiumsäure, so ist letztere sowohl in wässeriger Lösung als in Dampfform meines Erachtens fast immer zu entbehren. In der That brauche ich sie nur dann , wenn es mir darauf ankommt , die Anhänge des Hautskelettes, wie Haare, Borsten u. s. w. zu färben, und verwende sie nur selten, um histologische Details zu ermitteln i. Das Gesagte gilt indessen kei- neswegs für diejenigen Thierstämme, deren Körper für wässerige Flüssigkeiten leicht durchdringlich ist ; vielmehr ist hier, wie bekannt, das Osmium nur selten zu entbehren. Ich habe indessen auf diesem Ge- biete dem schon durch so viele Forscher Ermittelten nichts hinzuzu- fügen 2. 7) Einen Übelstand hat allerdings die Anwendung der Über- osmiumsäure im Gefolge. Es passirt nur allzu oft, dass trotz der größten Sorgfalt eine nachträgliche Überfärbung der mit ihr behandel- ten Objecte eintritt, so dass manche Präparate geradezu unbrauchbar werden. Nun ist zwar schon von anderer Seite darauf hingewiesen worden , dass die Einwirkung des genannten Reagens durch Einlegen der Objecte in Carmin oder Pikrocarmin unterbrochen wird, indessen ist meines Wissens bisher noch keine Methode angegeben worden . die es ermöglichte , den unerwünschten Niederschlag von Osmium wieder zu beseitigen , ohne doch die Structur der Gewebe erheblich zu schä- digen. Dies macht aber durchaus keine Schwierigkeiten, so fern man nur die zu dunkel gewordenen Stücke bereits in Alkohol (von 70 oder 90 7o) gebracht hat. Man schüttet einfach Krystalle von chlorsaurem Kalium hinzu, bis der Boden des Glases damit bedeckt ist, lässt mittels 1 Eins der besten Objecte für Prüfung von Methoden bietet sicli ohne Zweifel in der Phronima sedentaria dar. Hier ist jede Zelle, jeder Kern so überaus scharf detinirt, dass man schon am lebenden Thiere fast Alles sehen und so die Güte der Conservirung beurtheilen kann. Die Überosmiumsäure hat mir aber auch bei In- jection in die Leibeshöhle , wo sie also direct mit allen Organen in Berührung kam, nicht so viel gezeigt wie die Pikrinschwefelsäure. Aus diesem und anderen Gründen kann ich namentlich für größere Insecten das stundenlange Einlegen in Osmiumlösungen nicht für angezeigt halten und sehe die Eesultate einer solchen Methode wohl nicht mit Unrecht stets misstrauisch an. 2 Nach Emery erhält sich bei Anwendung von Osmium die Farbe der gelben und rothen öligen Pigmente im Bindegewebe der Fische vortrefflich, während sie bei den übrigen Methoden bald verschwindet. über die in der Zool. Station z. N. gebrauch!. Methoden zur mikrosk. Unters. 9 einer Pipette einige Tropfen coucentrirter Salzsäure darauf gelangen und mischt, wenn das an seiner grünlicben Farbe kenntliche Chlor sich zu entwickeln begonnen hat. durch sanftes Schütteln die Flüssigkeiten mit einander. Die Anwendung von Wärme durch Einsetzen des Ge- fäßes in ein Wasserbad beschleunigt den Bleichprozess ungemein , in- dessen auch bei gewöhnlicher Temperatur hal}e ich große Pelagien, Carinarieu , Rhizostomen u. s. w. in einem halben Tage wieder retten können und an ihnen keinerlei makroskopische Veränderungen bemerkt, so dass sie nach Versetzung in säurefreien Alkohol die mit ihnen vor- genommene Operation nicht verriethen. Kleine Objecte werden meist rascher entfärbt und leiden , da sie stets in Alkohol ' bleiben , unter dieser Procedur auch nicht viel. Dr. Eisig hat die Güte gehabt, mit einigen Exemplaren der Serpulide Salmacina eine Probe anzustellen und erklärt sich von derselben befriedigt. Ich habe namentlich Sapphi- rinen als Testobjecte verwandt und dabei gefunden, dass zwar im All- gemeinen der Zustand der Gewebe ein guter geblieben war. aber doch der Glanz, welcher die Thiere im Leben auszeichnet und sich nur durch Conservirung mit Osmium erhalten lässt, sich gänzlich verloren hatte. Da nun dieser, wie bekannt, auf Interferenz beruht und nicht im Chitin, sondern in der Epidermis seinen Sitz hat, so müssen die Zellen der letzteren doch in etwas verändert worden sein. Indessen thut dies der sonstigen Brauchbarkeit der Objecte keinen Eintrag, besonders weil die von Osmium befreiten Thiere sich gut färben lassen. An den Sapphi- rinen habe ich übrigens in Bezug auf die Wirkung des Osmiums noch Folgendes constatirt. Der von dem genannten Reagens fixirte Glanz schwindet bereits durch Zusatz von 1 % Salpetersäure oder Salzsäure zum Alkohol , dagegen bleibt natürlich die in den Geweben niederge- schlagene Osmiumverbindung und mit ihr auch die Härte des ganzen Thieres bestehen. Da sich aber die letztere verliert, sobald durch Bleichen das Osmium entfernt worden , so beruht die Härtung , welche Gewebe durch Überosmiumsäure erfahren . in der Tliat auf einer Ein- lagerung von anorganischer Materie. Statt der Salzsäure kann man in der angegebenen Weise auch Salpetersäure benutzen und hat es dann mit dem frei werdenden Sauer- stoffe zu thun. Die zuerst erwähnte Bleich methode, welche nur 1 Die geringe Menge Säure wirkt, wie es scheint, auf die in Alkohol befind- lichen, also einer Quelluug nicht so leicht fähigen Gewebe direct nur wenig ein. Die Atherarten, welche sich durch das Chlor im status nascendi bilden, sind natür- lich eben so unschädlich wie das chlorsaure Kalium selbst. 10 Paul Mayer eine leichte Modification der schon früher von mir für Insecten ^ an- gegebenen darstellt, habe ich auch zur Entfernung natürlichen Pig- mentes zu benutzen versucht , als es mir darauf ankam , einige der von Grenacher in seinem großen Werke über die Augen der Arthropoden beschriebenen Verhältnisse an eigenen Präparaten zu sehen. Bei Mysis z. B. gelang es mir, die in Spiritus befindlichen Augen in toto hin- reichend zu entfärben ; besser noch ließ sich selbstredend mit den ein- zelnen Schnitten operiren ; auf jeden Fall aber vermied ich , da auch die Tinctionsmittel alkoholischer Natur waren . die Quellungen, welche beim Gebrauche wässeriger Flüssigkeiten oft so störend wirken (vergi, hierüber unten Nr. 11). 8) Was ich mit Bezug auf die Arthropoden von der Überosmium- säure sagte, hat auch für die Chrom säure und erst recht für die chromsauren Salze Gültigkeit. Namentlich in letzteren ist , wenn man die Thiere nicht öffnet , eine leichte Maceration schon dort unver- meidlich, wo die Pikrinschwefelsäure noch rasch eindringt und gut couservirt. Im Allgemeinen gelangt in der Zool. Station wenigstens für die Wirbellosen die reine Chromsäure auch nicht viel zur Verwen- dung , wird aber im Verein mit dem Kleinenberg'scheu Säuregemisch häufig benutzt, um den Geweben durch die sich in ihnen ablagernde Chromverbindung mehr Festigkeit zu geben (mit anderen Worten : sie mehr zu härten), als es das letztere allein vermag. 9 1 Einer besonderen Conservirungsflüssigkeit bedient sichDr. Lang ^ seit Jahresfrist mit günstigem Erfolge. Veranlasst durch eine ältere Notiz von Blanch ARD operirt er mit Quecksilberchlorid, dem er auch Essigsäure oder Pikrinschwefelsäure zusetzt. Die ursprüngliche Vorschrift lautet: 100 Gewichtstheile destillirtes Wasser, 6 — 10 Chlor- natriura, 5 — 8 Essigsäure, 3 — 12 Quecksilberchlorid, eventuell noch 1/2 Alaun. Die Planarien, für welche diese Mischung ausgedacht ist, werden auf den Eücken gelegt und möglichst vom Seewasser befreit , dann mit der Sublimatlösung übergössen. Sie sterben dann in ausgestrecktem Zustande. Nach einer halben Stunde kommen sie in Alkohol erst von 70, dann von 90 7o) endlich von 100% und sind in 2 Tagen gehärtet. — In einer späteren Notiz ^ giebt Lang als ähnliche Flüssigkeiten noch an eine concentrirte Lösung von Sublimat in Pikrinschwefelsäure mit 5 7o Essigsäure oder einfach eine concentrirte wässerige Lösung des 1 Vergi. Archiv für Anatomie und Physiologie von Du Bois-Reymond und Reichert. 1ST4. p. 321. - Zoologischer Anzeiger von Vict. Carus. 1878. I. p. 14 u. 15. 3 Ebenda. 1879. II. p. 46. über die in der Zool. Station z. N. gebrauch!. Methoden zur mikrosk. Unters. H Sublimates. Neuerdings verwendet er in schwierigen Fällen die ge- nannten Flüssigkeiten siedend heiß und erzielt dadurch eine noch raschere Tödtung. Nach den Versuchen Lang's und anderer Forscher »erweisen sich alle Conservationsmethoden mit Sublimat z. Th. sehr gut, z. Th. brauchbar für Hydroiden, Korallen, kleine Ctenophoren, einige GephyreenundBalanoglossus, Echinodermen . . . fürSagitta, viele Anne- liden ferner für Rhabdocoelen. Dendrocoelen lassen sich nur nach Conservation mit Sublimatlösung auf ihre Histologie genau untersuchen«. Dem Gesagten lässt sich noch hinzufügen, dass sich auch Cestoden und Trematoden , so wie die Larven der Turbellarien nach Lang's neuesten Ermittelungen vorzüglich damit behandeln lassen. Indessen dürfen im Allgemeinen die mit Sublimat getödteten Planarien nicht lange in Alkohol bleiben , da sie brüchig werden ; es empfiehlt sich daher , sie spätestens nach einigen Tagen zu färben und in Paraffin einzuschließen, in welchem sie dann, so zum Schneiden vorbereitet, längere Zeit liegen bleiben können. — Für Arthropoden habe ich bisher mit der LANG'schen Methode keine günstigen Kesultate zu erzielen vermocht. 10) Die von Prof. Merkel angegebene ^ und nach ihm benannte Flüssigkeit , nämlich eine Lösung von je 1 Gewichtstheil Platinchlorid und Chromsäure in 800 Theilen Wasser, hat Dr. Eisig mit vielem Erfolge dazu verwandt, um die zarten Seiteuorgane der Capitelliden schnittfähig zu machen, und empfiehlt sie zugleich auch für andere Orgausysteme der Anneliden. Wie der Erfinder dies schon hervorhob, gewährt sie großen Spielraum in Bezug auf die Dauer der Einwirkung ; für die Anneliden sind nach Eisig 4 — 6 Stunden ausreichend. Nach weiterer Behandlung mit Alkohol färben sich die Objecte vorzüglich, was namentlich wegen des Gehaltes der Mischung an Chromsäure hervor- gehoben zu werden verdient. Tinctionsmetlioden. 11) Es ist in der Zoologischen Station allmählich zur Gewohnheit geworden, die mikroskopischen Präparate, so weit es irgend angeht, in Harzen aufzuheben und nur in Ausnahmefällen Glycerin oder andere wässerige Einschlüsse anzuwenden. Dies Verfahren bedingt naturgemäß den Durchgang der zu solchen Präparaten dienenden Gewebe durch Alkohol von verschiedenen Stärkegraden und legt so den Gedanken nahe , auch die Tinction auf alkoholischem Wege auszuführen , damit die Übertragung der in Alkohol aufbewahrten Thiere in wässerige Farb- 1 Merkel, Über die Macula lutea des Menschen u. s.w. Leipzig 1S70. p. 19. 12 Paul Mayer stofflösiingeu und die verschiedenen damit verbundenen Naehtheile in Wegfall kommen. Zu letzteren sind vornehmlich zu rechnen die Zer- reißungen , welche namentlich bei dem rapiden Übergange aus der einen Flüssigkeit in die andere durch die heftigen Dififusionsströme er- folgen müssen und die bei brüchigem Gewebe zuweilen ganze Zellgruppen betreffen 1, ferner die eben so unvermeidlichen Quellungen 2, welche bei der Zurückführung in den Alkohol unmöglich immer in der gleichen Weise ausgeglichen werden, endlich die MacerationserscheinungeU; die namentlich bei längerem Verweilen in Beale'schem Carmin eintreten (vergi, hierüber Nr. 15). Gewöhnlich also vertauscht ein in Alkohol befindliches Gewebsstück denselben nur mit einer alkoholischen Farb- lösung oder einem ätherischen Öle bezw. Harze und wandert nicht wieder in Wasser zurück. Dies schließt natürlich nicht aus, dass nicht auch auf wässerigem Wege sich gute Färbungen erzielen ließen ; im Gegentheile, es giebt Fälle, wo bei niederen Seethieren nur die letztere Methode zu befriedigenden Eesultaten führt. Für die Turbellarien z. B. steht nach den eingehenden Versuchen von A. Lang fest, dass nur Pikrocarmin (vergi, unten Nr. 16) mit Erfolg zu verwenden ist, und so gewinnt es den Anschein, als sei es für die organische Materie gewisser Thiergruppen geradezu unerlässlich , wieder zu quellen und sich mit Wasser reichlich zu durchtränken , um sich in einer für das mikro- skopische Unterscheiden brauchbaren Weise der Farbstoffe bemächtigen zu können. Eine solche Wasseraufnahme mag darum auch wohl namentlich für die mit Chromverbinduugen behandelten Gewebe der höheren Thiere nicht so große Nachtheile im Gefolge haben , dass man nicht ruhig erst »auswässern«, dann mit Alkohol »entwässern« und end- lich wässerig färben dürfte 3. Auf der andern Seite ist aber sicher, dass im Allgemeinen eine alkoholische Farbstofflösung die Gewebe besser und rascher durchdringt, auch ohne Schaden für dieselben länger in ihnen verweilen mag, als es von den wässerigen Lösungen gilt. Vor Allem setzt das Chitin ihnen ein viel geringeres Hindernis entgegen und ' Nirgends ist mir dies auffälliger entgegengetreten . als bei gewissen großen Algen, wie Valonia, Acetabularia, Dasycladus, bei denen in Pikrocarmin der Pri- mordialschlauch, welcher in Alkohol der Zellwandung fest angelegen hatte, sich in großen Lappen losriss und aus den angeschnittenen Zellen herausschwamm. - Ähnlich spricht sich auch Grenacher in seinem Artikel über neue car- minhaltige Tinctionsmittel (Archiv f. mikroskop. Anatomie. 1879. Bd. XVI. p. 470, aus. 3 Bei den mit Pikrinschwefelsäure conservirten Objecten ist die Entfernung der Säure mittels Süß- oder Meerwasser durchaus schädlich und muss darum nach der Vorschrift von Kleixenberg unter allen Umständen mit Alkohol geschehen. über die in der Zool. Station z. N. gebräuchl. Methoden zur mikrosk. Unters. ] 3 ermöglicht gute Färbungen in fast allen Fällen. Aus diesen Gründen ist es in der Station allgemein Regel , sich der alkoholischen Lösungen an erster Stelle zu bedienen und nur ausnahmsweise zu den wässerigen zu greifen. 12) Von den alkoholischen Farbstofflösungen ist in der Zoologischen Station seit lauger Zeit das Kleinenberg'sche Hämatoxylin in stetem Gebrauch. Seine Anwendung sichert ganz präcise Kernfärbung und erheischt nur wenig Mühe. In erster Linie ist darauf zu sehen, dass die Objecte vor dem Färben völlig säurefrei gemacht werden; in dieser Hinsicht kann man des Guten nicht zu viel thun , den Alkohol nicht zu oft wechseln. Die nicht genügende Entsäuerung macht sich zwar im Allge- meinen nicht sofort geltend, bewirkt aber an den in Harzen aufbewahrten Präparaten nach kürzerer oder längerer Zeit eine Verblassuug der Farbe, die bis zur gänzlichen Entfärbung fortschreiten kann und , da man sich dieses Umstandes nicht überall bewusst geworden, zu der Meinung Ver- anlassung gegeben hat, das Hämatoxylin liefere unhaltbare Präparate. Ich kann nach meiner und anderer Herren Erfahrung versichern , dass dem nicht so ist, und möchte sogar eher annehmen, dass allmählich eine Nachdunkelung stattfindet. Einem anderen Vorwurf, den ich öfter gehört habe, kann ich allerdings nicht widersprechen : die Hämatoxylin- lösung selbst verdirbt leicht , w^ird missfarbig und bildet Niederschläge. Eine frisch bereitete S gute Lösung muss violett mit einem entschiedenen Stich ins Blaue aussehen und darf nicht etwa röthlich sein ; wenn sie es nach einigem Stehen doch wird, so liegt das meistentheils daran , dass sie mittlerweile schwach sauer geworden ist. Ich helfe ihr dann wieder auf, indem ich den Stöpsel von einer mit Atzammoniak gefüllten Flasche kurze Zeit auf die Öffnung des Gefäßes mit der Farbstofflösung setze, so dass eine äußerst geringe Quantität Ammoniakdampf in letzteres 1 Die ursprüngliche Vorschrift lautete dahin, dass man in einer coucentrirten Lösung von Chlorcalcium in 70 o/gigem Alkohol Alaun bis zur Sättigung auflösen und ferner eine gesättigte Lösung von Alaun in Alkohol von demselben Stärke- grade bereiten solle. Alsdann seien die beiden Flüssigkeiten im Verhältnisse von 1 : 8 zu mischen und mit Hämatoxylin , das man zuvor in Alkohol gelöst , zu ver- setzen. Neuerdings hat Kleinenberg (Sullo sviluppo del Lumbricus trapezoides. Napoli 1878. p. 6) die Anfertigung in der Weise vereinfacht, dass man nur noch die erste der genannten Lösungen mit 6—8 Volumina 'OO/gigen Alkohols zu ver- dünnen und beim Gebrauche mit beliebig vielen Tropfen einer coucentrirten Lösung von Hämatoxylin in absolutem Alkohol zu mischen hat. Nach der Färbung lässt Kleinenberg die Objecte mit 90 %igem Alkohol ausziehen. Beim Zusam- menbringen von Alaun und Chlorcalcium bildet sich übrigens ein Niederschlag von Gips ; man würde also wahrscheinlich von vorn herein statt des Alauns bequemer Chloraluminium verwenden. 1 4 Paul Mayer übertritt. Dies wird nach gutem Umsehütteln schon zur Wiederher- stellung der richtigen Farbe ausreichen, während ein Mehr sofort Nieder- schläge erzeugt und die Flüssigkeit ganz unbrauchbar macht. Die Färbung selbst nimmt man, so fern es sich um kleinere Objecte handelt, am besten mit einer nur wenig Hämatoxylin enthaltenden Lösung vor, die allerdings langsam, aber distinct färbt. Will man eine zu stark erscheinende Tinctionsflüssigkeit noch nachträglich verdünnen, so thut man es zweckmäßiger Weise nicht mit Alkohol, weil dann leicht Niederschläge eintreten , die sich auf die Gewebe setzen und sie verun- reinigen würden, sondern mittels der von Kleinenberg vorgeschriebenen Alauu-Chlorcalciumlösung 1. Operirt man hingegen mit concentrirter Lösung , so tritt leicht Überf ärbung ein , und diese muss man alsdann durch Auslaugen in saurem Alkohol entfernen. Man nimmt hierzu nach Kleinenberg's Empfehlung Oxalsäure, kann aber auch Salzsäure (etwa V2 Vo) verwenden und darf die Gewebe ruhig so lauge in ihr belassen, bis sie einen Stich ins Köthliche zeigen. Werden sie dann mit reinem Alkohol entsäuert, so geht die Farbe doch wieder in haltbares Blau- violett über. Grenacher2 erwähnt, dass A. Thierfelder anrathe, die Präparate noch mit ganz schwach ammoniakalischem Wasser auszu- spülen, und ist überhaupt der Meinung, dass man bei Hämatoxylin immer überfärben und dann mit Säure ausziehen müsse. Offenbar be- zieht sich aber diese Angabe nur auf wässerige Lösungen. Noch verdient Erwähnung, dass zum Durchfärben größerer Gewebs- stücke oder unaufgeschnittener Thiere mitunter tagelanges Verweilen derselben in stärkster Lösung erforderlich ist. Nachtheile irgend welcher Art machen sich dabei aber nicht bemerklich. Die Färbung wird intensiv genug, um selbst nach Conservirung mit Chrom- oder Osmiumverbin- dungen auch für die feinsten Schnitte noch auszureichen. 13) Ein in fast jeder Beziehung der Kleiueuberg sehen Hämatoxylin- lösung gleich wertliiges Färbemittel ist die Cochenilletinctur. Ich bin zu ihrer Verwendung bei den Versuchen gekommen, welche ich zur Gewinnung einer alkoholischen Carminlösung anstellte und halte sie darum auch hauptsächlich desswegen für nützlich , weil sie eine dem Carmin nahekommende Färbung auch da ermöglicht, wo die Undurch- lässigkeit der Wandungen oder andere Eigenthümlichkeiten der Objecte den Gebrauch wässeriger Carminlösungen verbietet. Speciell von Werth 1 Das Chlorcalcium ist nach Kleinenberg überhaupt nur erforderlich , um zwischen dem Alkohol in den Geweben und der außerhalb derselben befindlichen Lösung einen kräftigen Diffusionsstrom zu erzeugen. 2 Arch. f. mikr. Anat. J8T9. Bd. XVI. p. 467. über die iu der Zool. Station z. N. gebräuchl. Methoden zur mikrosk. Unters. 15 ist sie daher bei Arthropoden, deren Chitin bekanntlieh Farbstoffe meist nur schwer durchlässt, eignet sich aber auch in alle den Fällen, in denen man einen Gegenstand alkoholisch zu tingiren Veranlassung hat. Ihre Bereitung sowohl als auch ihre Anwendung sind höchst einfach. Ge- wöhnliche gröblich zerkleinerte Cochenille wird mit 70%igem Alkohol Übergossen und mehrere Tage damit in Berührung gelassen. Auf ein Gramm des Farbstoffes nimmt man 8—10 ccm Alkohol und erhält so nach der Filtration eine klare tief ro the Flüssigkeit, welche ohne Weiteres verwendet werden kann. Man hat nur nöthig, die zu färbenden Objecte, falls sie nicht schon in 70 f'/o igei^^ Alkohol sich befanden, auf kurze Zeit in denselben zu legen , dann in die Tinctur zu bringen und in dieser so lange zu belassen, bis sie von ihr-ganz und gar durchtränkt sind. Bei kleinen Gegenständen , wie feinen Schnitten , kleinen Würmern, Pro- tozoen, niederen Arthropoden u. s. w. ist das meist schon in einer Viertelstunde, oft bereits iu w^euigen Minuten geschehen, während größere Thiere, namentlich solche, die späterhin in Schnitte zerlegt werden sollen und darum einer recht intensiven Färbung bedürfen, einige Stunden oder sell)st Tage mit der Tinctur in Berührung bleiben müssen. In letzterem Falle ist vor Allem dafür zu sorgen , dass eine reichliche Menge derselben vorhanden sei, w^eil sonst leicht nicht so viel Farbstoff in Lösung befindlich ist, wie das Gewebe aufnehmen möchte. Feine Schnitte wie überhaupt zarte Präparate behandelt man übrigens am besten nicht mit der concentrirten , sondern mit einer stark verdünnten Tinctur und kann zu diesem Zwecke mit Nutzen auch die bereits einmal gebrauchte Flüssigkeit verwenden. Die Färbung geht alsdann laugsamer vor sich, wird aber schöner, wie das ja auch bei anderen Tinctionsmitteln der Fall ist. Unbedingt nöthig ist aber immer das Entfernen des über- schüssigen Farbstoffes aus dem Gewebe und zw^ar geschieht dies einfach durch 70 7oigen Alkohol, der so lange gew^echselt werden muss, als er noch gefärbt erscheint i. Auf diese Weise erreicht man, dass nur der- jenige Theil des Cochenillepigmeutes , der von den Geweben chemisch gebunden wird, in ihnen zurückbleibt, und vermeidet also jegliche diffuse Färbung. In erster Reihe sind die Kerne stark gefärbt, indessen hält auch das Protoplasma etwas Pigment zurück und ist so in dickeren Schichten mitunter recht dunkel tingirt. Eine Überfärbung, welche die 1 Auch diese Operation erfordert mitunter bei großen Stücken lange Zeit und viel Flüssigkeit, kann aber mit warmem Alkohol wesentlich rascher, und wie mir scheinen will, ohne Schaden für das Object ausgeführt werden. Der Waschalkohol dient mir zur Entsäuerung der mit Pikrinschwefelsäure conservirten Thiere, geht also nicht verloren. 16 Paul Mayer Präparate imbrauclibar machen würde , kommt nur äußerst selten vor, denn im Allgemeinen ist die Verwandtschaft der in Alkohol befindlichen Gewebe zu dem gleichfalls in Alkohol dargebotenen Farbstoffe nicht so groß , dass die Aufspeicherung des letzteren in den Kernen oder auch den Zellenleibern den Präparaten die gewünschte Durchsichtigkeit nehmen könnte. Was die Farbe selbst betrifft, welche die mit Cochenilletinctur be- handelten Objecte nach dem Auswaschen mit 70 %igem Alkohol schließ- lich erlangen , so hängt sie theils von der Reaction der Gewebe , theils von dem Vorhandensein oder Fehlen bestimmter Salze ab. In dieser Beziehung habe ich eine Reihe von Versuchen angestellt, die mir folgende Resultate ergeben haben. Zunächst ist zu bemerken, dass bei der großen Mannigfaltigkeit von Stoffen, die in dem Rohstoffe Cochenille als einem getrockneten Insecte vorkommen, Auszüge desselben mit Alkohol von verschiedenen Stärkegraden natürlich bedeutende Verschiedenheiten zeigen werden. Die mit absolutem oder mit OOo'oigem Alkohol ge- wonnenen Tincturen sind ganz hell und für die mikroskopische Technik werthlos , da sie diffus färben ; sie können also , obgleich sie ceteris paribus leichter durch Membranen durchdringen, als schwächerer Alkohol, keine Verwendung finden. Je mehr Wasser von vorn herein in der Tinctur vorhanden ist, desto mehr brauchbaren Farbstoff enthält sie, und so wäre die mit 60- oder 50o/oigem Alkohol dargestellte der von mir empfohlenen vorzuziehen, wenn nicht eben auf das leichte Ein- dringen in die Objecte, als auf das Haupterfordernis Gewicht gelegt werden müsste. Jede der genannten Tincturen übrigens giebt bei ihrer Vermischung mit stärkerem oder schwächerem Alkohol (und so auch mit Wasser) Trübungen und Niederschläge, enthält demnach Materien, die nur in Alkohol von dieser bestimmten Concentration löslich sind. Hieraus geht hervor, dass zur völligen Ausziehung des nicht fixirten Farbstoffes ein gleich starker Alkohol durchaus nothwendig wird. — Weiter habe ich gefunden, dass Säuren die Tinctur heller, mehr gelbroth machen. Auf die Färbung der Gewebe hat diese Reaction nur in so fern Einfluss, als man alles in den ersteren niedergeschlagene Pigment durch sauren 70% igen Alkohol (V'io Vo Salzsäure oder 1 % Essigsäure) daraus entfernen und so eine Überfärbung bequem corrigiren kann. Auf der anderen Seite verwandelt der Zusatz von Ammoniak oder einem andern kaustischen Alkali die Farbe der Tinctur in ein tiefes Purpur i. Wesent- ' Diese Eigenschaft macht die Cochenilletinctur zu einem geschätzten und viel gebrauchten Indicator in der Acidimetrie, zumal freie Kohlensäure keine An- denxng in der Farbe hervorbringt. über tlie in der Zool. Station z. N. gebräuclil. ÌMctlioden zur mikrosk. Unters. ] 7 lii'her ist uocli der Umstand , dass die in x4.1küliol lösliehen Salze der Metalle und alkalischen Erden blaiigrane, grüugraue oder blanschwarze Niederschläge geben. Behandelt man dalier z.B. ein bereits gefärbtes und ausgewaschenes Gewebestück nachträglich mit einer alkoholischen Lösung eines Eisen- oder Kalksalzes, so wird man stets eine mehr oder minder tiefblaue Färbung des Objectes erzielen. Da nun in den meisten Fällen die im lebenden Organismus vorhandenen Salze durch die Con- servirung in Säuren und Alkohol nicht völlig entfernt, zuweilen wohl noch durch neue vermehrt werden, so wird gewöhnlich das Object, obwohl es in eine rothe Farbflüssigkeit gebracht worden , von selbst mehr oder weniger blau aus ihr hervorgehen, so dass es häufig nicht von einem mit Hämatoxylin behandelten zu unterscheiden ist i. Natürlich wird bei Gegenwart von Säuren ein solcher Niederschlag in den Kernen resp. Zellen nicht entstehen können, und so werden sow^ohl saure als auch salzfreie Gewebe allemal roth gefärbt sein. Im Einzelfalle lässt sich demnach nicht vorhersagen, in welcher Farbe die Objecto nach der Tingirung erscheinen müssen , doch werden nach meinen Erfahrungen im Allgemeinen die mit dickem Chitinpanzer versehenen Crustaceen roth , die übrigen Thiere meist blau gefärbt, so dass also z. B. die auf Amphipoden lebenden Vorticellinen sich auf den ersten Blick als fremde Organismen erkennen lassen. Auch die Gewebe eines und desselben Thieres bieten oft verschiedene Färbungen dar. So hat mir beispiels- w^eise Kleinenberg mitgetheilt; dass er bei Embryonen von Lumbricus die Gefäße roth , ihren Inhalt dagegen intensiv blau tingirt erhalten habe. Wenn Drüsen ins Spiel kommen, so werden sie oder ihre Scerete ' Dass die Blaufärbung in der That nicht auf der Wirkung des organischen, sondern des anorganischen Bestandtheiles der Gewebe beruht , geht auch daraus hervor, dass pulverisirte Cochenille beim Ausziehen mit wässeriger oder alkoho- lischer Lösung von Chlorcalcium ihre Farbe umändert, während die überstehende Flüssigkeit mir ganz schwach rosenroth aussieht. Umgekehrt wird die intensive Färbung des Kernes im Vergleich mit der des Plasmas wohl ausschließlich in der Beschaffenheit der organischen Materie ihren Grund haben. — In der Färberei scheint man übrigens die erwähnte Eigenschaft gewisser Salze auch zu kennen und in Anwendung zu bringen, wenigstens finde ich in dem Dictionnaire de Chimie pure et appliquée par Ad. Wurtz auf p. 7(19 die Bemerkung von P. Schützen- BEKGER : »Les mordants de fer prennent. suivant leur force, dans un bain de Coche- nille, des teintes grises, violet-gris ou noir grisatre«. Was das gewöhnliche Car- minhetriift, so löst es sich zwar bekanntlich in Ammoniak mit prächtig rother Farbe, wird aber beim Übergießen mit Barytwasser violett und giebt auch nach längerem Kochen damit nur eine hellgelbe Lösung ; in Ammoniak gelöst wird es von Barytwasser völlig ausgefällt. Mittlieilnugen a. cl. Zoolog. Station zu Neapel. Bd. II. 2 18 Paul Mayer häufig graugrün, und fallen auf diese Weise leicht ins Auge *. Unter Umständen kann indessen der Niederselilag , welchen die Salze von Calcium, Magnesium u. s. w. geben, der Untersuchung auch Hinder- nisse bereiten, wie ich schon oben unter Nr. 3 aus einander gesetzt habe. Was die mit Cochenilletinctur zu färbenden Objecte betrifft, so möchte ich hervorheben 2. dass sie am besten vorher mit Chrom- resp. Pikrin - Verbindungen conservirt oder auch direct in Alkohol getödtet werden. Je sorgfältiger die Conservirung geschehen und namentlich die etwa angewendete Säure durch Auswaschen mit Alkohol entfernt worden ist, desto intensiver und präciser wird die Färbung ausfallen und sich vorwiegend als Kernfärbung ^ zu erkennen geben. Indessen sind leichte Spuren von Säure hier v\^eniger schädlich , als dies bei Häma- toxylin der Fall ist , da ein allmähliches Ausbleichen der Farbe nach meinen Erfahrungen nicht stattfindet 4. Die mit Osmiumsäure conser- virten Objecte tingiren sich äußerst wenig, und werden also nur dann für die Cochenille geeignet sein , wenn man auf die unter Nr. 7 be- sprochene Art das Osmium wieder aus den Geweben entfernt hat. Aus dem Vorstehenden ergiebt sich, dass das neue Färbemittel im Allgemeinen derKleinenberg'schenHämatoxylinlösung nahe kommt. Es ist leichter zu gewinnen und bequemer anzuwenden, als diese, lässt aber nie eine so intensive Färbung zu. In weitaus den meisten Fällen wird dies von keiner Bedeutung sein , indessen wenn es sich um die Tinction großer Gewebspartien oder ganzer Thiere behufs Anfertigung von Schnittserien handelt, thut man oft gut, das Hämatoxylin zu nehmen. Immerhin habe ich Rückenmark von Wirbelthieren in Stücken von über einem Centimeter Länge noch hinreichend färben können und greife ^ Das Secret der Leber, welches die meisten Aiuphi- und Isopoden beim Con- serviren in Alkohol oder Säuren von sich geben und das sich um den Mund herum in geronnener Form anhäuft, färbt sich Constant violett oder blau. - Vergi, hierüber auch meine erste Mittheilung im Zool. Anzeiger von V. Ca- RUS. 1878. I. p. 345—346. 3 Will man auch das Plasma stark tingirt haben, so braucht man nur unvoll- ständig auszuwaschen und den zurückgebliebenen diffus verbreiteten Farbstoff durch Einlegen des Präparates in stärkeren Alkohol zu fixiren. * Fertige, d. h. in Harzen aufbewahrte Präparate haben sich seit über einem Jahre nicht im Geringsten verändert. In Nelkenöl , das dem Hämatoxylin nicht günstig ist, habe ich gleichfalls Monate lang verschiedene mit Cochenille gefärbte Objecte theils unter dem Deckglase, theils frei ohne Schaden liegen lassen können. Nur starke Erwärmung in Paraffin verträgt auch der Cochenillefarbstoff nicht gut, sondern wird zum Theil zerstört. über die iu derZool. Station z. N. gebräuchl. Methoden zur niikrosk. Unters. 19 daher nur da, wo mich die Cochenilletinctur im Stiche lässt, zu einer anderen Farbflüssigkeit '. 14) In dem Bestreben, noch andere Tinctionsmittel in alkoholischer Lösung zugänglich zu machen , habe ich Versuche aiit einer Reihe von Farbwaren des Handels angestellt , indessen immer nur Resultate er- zielt, welche den mit der Cochenille erhaltenen nicht gleich kamen. Sandelholz , Fernambukholz , Curcumawurzel , Krappwurzel, Alizariu, Alkannawurzel, Walnussschalen gehören hierher. Auch Grenacher^ hat das Bedürfnis gefühlt, mit Carmin auf alkoholischem Wege zu färben , und verwendet zu diesem Behufe eine durch Kochen von Car- min mit Alkohol und Salzsäure gewonnene Flüssigkeit. Nach den Pro- ben, welche ich selbst mit ihr gemacht, scheint sie mir in vielen Fällen nicht unerheblich stärker als die Cochenilletinctur zu färben und dabei doch gleiche Präcision zu verrathen. Der einzige Ubelstand ist bei ihr nur der, dass sich bei der Anfertigung ein gewisses Tasten zur Ermitte- lung der richtigen Säuremenge nicht vermeiden lässt. Die Salzsäure selbst dient ^vohl nur zur Freimachung der im Carmin enthaltenen und in Alkohol löslichen Carminsäure. Das aus letzterer durch verdünnte Schwefelsäure zu gewinnende Carminroth hat , wie ich aus Frey 3 ent- nehme, schon RoLLLTT benuzt, aber in wässeriger Lösung, Mit wel- chem Erfolge weiß ich nicht . da mir die betreffende Arbeit nicht zu- gänglich ist. 15) Was die wässerigen Tinctionsmittel angeht, so werden sie im Allgemeinen nur dann benutzt, wenn die alkoholischen im Stiche lassen, also z. B. wenn es sich um Maceration handelt u. s. w. Man geht dabei, wie schon oben erwähnt, von der Annahme aus, dass sich Quel- lungen und ähnliche Erscheinungen nur allzu leicht einstellen , so bald die in Alkohol aufbewahrt gewesenen Objecte längere Zeit in Wasser oder sogar schwachen Säuren oder auch in verdünntem Ammoniak verweilen müssen. Namentlich letzteres Mittel spielt bei dem bekann- ten Beale'schen Carmin eine zu bedeutende und für die feineren Struc- 1 Kleinenberg hat , wie schon oben erwähnt , zu seiner Hämatoxylinlösuug nur desshalb Chlorcalcium gefügt, um zwischen ihr und dem in den Objecten be- findlichen Alkohol starke Diffusionsströme zu erzeugen , welche eine intensivere Färbung veranlassen sollen. Bei der Cochenilletinctur habe ich Ähnliches ver- sucht, indessen von dem für sie allein möglichen Salze, dem Chlorammonium, kei- nerlei Vortheil verspürt. '■^ Grenacher, H., Einige Notizen zur Tinctionstechnik, besonders zur Kern- färbung. Archiv f. mikrosk. Anatomie. 1879. Bd. XVI. p. 463— 471. 3 Frey, Das Mikroskop und die mikroskopische Technik. 6. Aufl. 1877. p. 93 und 96. 2* 20 Paul Mayer turverliältuisse zu verderbliche Rolle , als dass mau nicht gegen die mit ihm erzielten Färbungen trotz ihres prachtvollen Tones misstrauisch sein müsste. Auf Kernspindeln, Kerngerüste u. s. w. wird man als- dann zu verzichten habend Nur das Pikrocarmin scheint (ob wegen seines Gehaltes an Pikrinsäure?) nicht so ohne Weiteres in diese Kategorie gestellt werden zu dürfen , zumal sich mit ihm zuweilen viel präcisere Bilder erhalten lassen , als mit irgend einem sonstigen Farb- stoffe. Leider ist es im Handel nicht immer in gleichbleibender Güte zu bekommen und enthält auch oft zu viel Pikrinsäure. Es empfiehlt sich daher unter Umständen , eine gewöhnliche recht starke Carminlösung (etwa 2 g auf 25 ccm Wasser) , deren Ammoniak durch wochenlanges Stehen an der Luft verdunstet ist , mit concentrirter wässeriger Pikrin- säurelösung so lange zu versetzen, als noch kein Niederschlag entsteht auf 1 Raumtheil Carminlösung etwa 4 Eaumtheile der letztgenannten Flüssigkeit) und dieses Gemisch ohne Weiteres zum Färben zu be- nutzen. Allerdings wird bei Arthropoden durch das Chitin, so wie es nicht mehr ganz besonders zart und dünn ist, nur die Pikrinsäure resp. das pikrinsaure Ammoniak, nicht aber das Carmin durchgelassen. 16) Neuerdings hat A. Lanci- ein Gemisch von gleichen Theilen einer 1 %igen Pikrocarminlösung und einer 2 %igen wässerigen Eosin- lösung namentlich für die Planarien empfohlen. Die vorher in Alkohol gehärteten Objecte verbleiben in der Farbflüssigkeit '/2— 4 Tage und werden dann mit Alkohol von 70, 90 und 100 % so lange gewaschen, bis die Pikrinsäure und das überschüssige Eosin fortgeschafft sind. Der Vortheil der Methode scheint darin zu beruhen , dass das leicht ein- dringende Eosin gewissermaßen als Vehikel für das Carmin dient und so eine bessere Ablagerung des letzteren ermöglicht. Es färben sich in dieser Weise nicht nur die Kerne der Ganglienzellen , sondern auch die Fortsätze derselben und die Nervenfasern sehr distinct, aber schwach. Für xVrthropoden steht nach unseren gemeinschaftlich angestellten Ver- suchen kein besonderer Erfolg zu erwarten. 17) Von der Verwendung der Anilinfarbstoffe ist man in der 1 In seiner Arbeit über das Nervensystem der Squilla beschreibt Bellohci :Annali del Museo Civico di Storia naturale di Genova. 1878. XII. p. 523) eigen- thümliche Halbmonde in den Ganglienzellen. Ich habe mich davon überzeugt, dass es Kunstproducte sind und dem Tinctionsmittel, nämlich dem Beale'schen Carmin ihren Ursprung verdanken , dagegen bei sorgfältiger Conservirung und Färbung nicht auftreten. Auch Grenacher (Arch. f. mikrosk. Anat. IS'9. XVI. p. 464) hält von der genannten Lösung nicht viel und macht übrigens mit vollem Rechte auf die Verschiedenheit der käuflichen Carminsorten aufmerksam. - Zoologischer Anzeiger von Vier. Carus. 1879. IL p. 45 und 46. Übordio in der Zool. Station z. N. gebninchl. Metliudou zur niikrosk. Unters. 21 Zool. Station völlig' zurückgekommen. Nicht als ol) sie nicht haltbar genug wären — ich selbst besitze einen mit Fuchsin gefärbten und in Balsam aufbewahrten Schnitt durch einen entkalkten Knochen und linde, dass er in sieben Jahren noch nichts von der Intensität der Farbe verloren hat — sondern weil sie meist diffuse Bilder liefern. Dies gilt meiner Ansicht nach auch von dem so viel gerühmten Eosin. Im Allge- meinen kommt es bei den zoologischen Untersuchungen doch auf Kern- färbung an, und diese ist durch die ganze Eeihe der oben besprochenen Mittel besser und sicherer zu erzielen, als mit den vielen neuerdings in Gebrauch gezogenen Anilinderivaten. Wie wenig beständig die Ver- wandtschaft derselben zu den Kernen ist, geht daraus hervor, dass auch intensiv gefärbte Präparate bei Behandlung mit Alkohol sich völlig des so begierig aufgenommenen Farbstoffes berauben lassen. (Nur das Bismarckbraun macht in dieser Beziehung eine Ausnahme und er- möglicht so eine freilich wenig intensive, aber doch haltbare Tinction. So lange es sich also nicht um Sichtbarmachung von Differenzirungen in Membranen, von Stadien des Verknöcherungsprozesses u. s. w. han- delt, kann von der großen Gruppe dieser Mittel völlig abgesehen werden. lujectionsmetlioden. 18] Mit Injectionen des Gefäßsystems von Fischen hat sich in der letzten Zeit Prof. Caklo Emery beschäftigt und theilt mir in Bezug auf die von ihm angewendeten Methoden Folgendes mit. a Bei Injectio- nen mit Leim car min hält er sich wegen der Masse an die von Eax- viER in dessen Traité d'histologie technique gegebene Vorschrift , neu- tralisirt aber, um den umständlichen Gebrauch von titrirter Essigsäure und Ammoniaklösung zu umgehen, auf einfachere Art. Zu dem im Wasser- bade befindlichen Carmiuleime wird tropfenweise verdünnte Essigsäure zugesetzt , bis der Geruch nach Ammoniak undeutlich zu werden an- fängt. Dann wird die Reaction der Dämpfe mit Lackmuspapier ge- prüft und ; wenn dieses roth zu werden beginnt , mit dem Zusätze von Essigsäure aufgehört. Oft kehrt dann beim Umrühren der Masse die alkalische Reaction wieder und muss durch noch einen Tropfen Säure beseitigt werden. Diffusion durch die Getäß Wandungen ist bei einer ganz neutralen oder kaum sauren Masse nicht zu befürchten, b) Als kaltflüssigeMasse empfiehlt Emery eine 1 o/oig'e ^lit Ammoniak bereitete Carminlösung , welcher unter beständigem Rühren so lange Essigsäure zugesetzt wird , bis durch beginnende Fällung des Carmins die Farbe der Flüssigkeit in blutroth umschlägt. Zur Verwendung ge- 22 Paul Mayer langt nur die über dem geringen Niederschlage stehende klare Lösung. Nach der Injection werden die Objecte sofort in starken Alkohol ge- bracht, damit das Carmin rasch gefällt werde. Die Füllung der Gefäße ist für gewöhnlich völlig ausreichend, c) Handelt es sich nicht um eine Injection der Capillareu, so erlangt man oft gute Resultate, wenn man die 10%ige Carminlösung allmählich so stark mit Essigsäure mischt, dass das Carmin zum Theile ausgefällt wird. Man muss alsdann die Flüssigkeit vor dem Gebrauche umschütteln und nur einige Minuten absetzen lassen, damit die gröberen Körner nicht mit in die Spritze ge- langen. Bei Injection der Arterien bleibt gewöhnlich viel von dem fei- neren Sedimente in den Capillareu stecken und so dringt nur eine hellere Flüssigkeit in die Venen ein. Auf diese Weise lassen sich letz- tere leicht von den dunkelroth gefärbten Arterien unterscheiden. Einsclilussmetiiodeu. 19) Die wässerigen Einschlussflüssigkeiten, wie Gly- cerin, Gummiglyceriu , essigsaures Kalium u. s. w. bieten an diesem Orte zu keinerlei Bemerkung Veranlassung. Dagegen mögen in Betreff der Harze und Balsame, welche ohnehin in der Zool. Station vor- wiegend zur Verwendung kommen, noch einige Punkte zur Besprechung gelangen. Zuerst möchte ich hervorheben, dass es bei genügender Vorsicht nur selten nicht möglich ist, ein Präparat dergestalt in Harzen zu couserviren, dass man nicht mehr an ihm sähe als an einem in Glycerin oder ähnlichen Flüssigkeiten aufbewahrten , und dass also schon aus diesem einen Grunde die ersteren entschieden vor den letzteren den Vorzug verdienen. Die einzige Klippe, au der man unter Umständen leicht scheitern kann , liegt beim Übergang der Präparate aus dem Alkohol in das Nelkenöl oder die ihm gleichwerthigen anderen äthe- rischen Öle. Bis dahin findet in den Geweben weiter nichts als eine Wasserentziehung statt und diese erfolgt, wofern nur die Objecte vorher in der richtigen Weise conservirt sind, unter schwacher, gleichmäßiger oder, wenn dies nicht der Fall sein sollte , doch controllirbarer und in ihren Wirkungen bekannter Schrumpfung. Im Allgemeinen bringt man jene bekanntlich aus TüO/oigem in 90%igen und von diesem in den so- genannten absoluten Alkohol. Den letzten kann man indessen bei dünnen, leicht durchlässigen Objecten entbehren und wird dann nur das ätherische Ol, welches die Durchgaugsstufe zum Harze bildet, leicht zu erwärmen haben, um die noch vorhandene Spur Wassers mit Sicher- über die lu der Zool. Station z. N. gebräuclil. Methoden zur niilvrosk. Unters. 23 heit zu eutferneii. Unter Urnstauden darf mau ìd ähnlicher Weise schon nach dem 70 ''/oigßii Alkohol direct das ätherische 01, namentlich wenn es ein hohes specitisches Gewicht besitzt (Nelken- oder Zimmtöl , an- wenden. In alle den Fällen nun, in denen die Diffusionsströme, welche bei dem rapiden Übergange von dem leicht beweglichen Alkohol in die mehr oder weniger trägen Öle entstehen, auf ihrem Wege nicht auf Hindernisse stoßen , wird sich keinerlei luconvenienz zeigen ; so wie jedoch die Ausgleichung der Flüssigkeiten durch schwer durchlässige und dabei weiche, nachgiebige Membranen hindurch vor sich gehen muss, ist eine Schrumpfung die unausbleibliche Folge. BeiThieren also mit großer Leibeshöhle und dünnen , aber zugleich wenig permeabelen Körperwänden tritt der Alkohol eher aus als das ätherische Ol ein- dringen kann; das Resultat ist ein Zusammenklappen der Wandungen. Man hat hiergegen wohl die Anwendung des Kreosotes empfohlen ; und in der That schrumpfen in diesem Objecte der bezeichneten Art im Allgemeinen nicht so viel, holen dafür aber beim Übertragen in die Harzlösuug das Versäumte fast immer nach. Ich sehe darum in der Anwendung des Kreosotes nach dieser Richtung hin keinen Vortheil und begegne dem besprochenen Übelstaude viel wirksamer dadurch, dass ich die betreffenden Objecte noch unter Alkohol mit einer ganz feinen Schere an einer indifferenten Körperstelle eben anschneide und so eine directe Communication der Leibeshöhle mit dem Medium her- stelle. Dies Mittel hilft ohne Weiteres und lässt sich, so fern man sich nur einer recht gut gearbeiteten Schere oder einer meißelartig geschärften Nadel bedient, noch bei sehr kleinen Thieren (Auricularien und anderen Larven etc.) anwenden. Versagt aber auch dieses , so kann mau, na- mentlich wenn die Anzahl der in das Harz zu übertragenden Exemplare eine große ist, leicht dadurch zum Ziele kommen, dass man die Ver- drängung des Alkohols durch das Ol eine ganz allmähliche sein lässt. Beispielsweise habe ich bei sehr frühen Entwicklungstadien von Echino- dermen mir in der Weise geholfen, dass ich die noch in Alkohol befind- lichen Larven mittels eines feinen als Capillare wirkenden Lymph- röhrchens in eine recht enge, unten rund zugeschmolzene Röhre brachte, in der bereits ein Tropfen Nelkenöl war. Nach Verlauf eines halben Tages waren alsdann die Larven , welche zuerst noch über dem Öle schwammen, auf dem Grunde desselben angelangt und konnten mit dem nämlichen Lymphröhrchen leicht auf den Objectträger befördert werden. 20) In dem Nelkenöl lasse ich die mikroskopischen Präparate oft Monate lang und sichere mir so den großen Vortheil , die Objecte rasch und bequem umlegen oder sonst wie behandeln zu können. Dabei 24 Paul Mayer ist die Verdunstung unter dem Deckglase her eine äußerst geringe und auch die Bräunung des Öles geschiebt zu allmählich, um hinderlich zu werden. Noch laugsamer verflüchtigt sich Kitrohenzin, das mit Bezug auf das Lichtbrechungsvermögeu schon dem Zimmet()l nahe kommt; leider aber veranlasst es, wenn es beim Hinzufügen des Balsams nicht ganz sorgfältig abgesaugt wird , im Laufe der Zeit eine unange- nehme Bräunung des letzteren und kann daher, obwohl es sich auch wegen seines sehr geringen Preises besonders empfehlen dürfte, mit dem Nelkenöl nicht rivalisiren. An Stelle des letzteren habe ich übrigens mit Nutzen das bedeutend billigere Zi mmtöl angewendet, das noch dazu die angenehme Eigenschaft besitzt , viel stärker lichtbrechend zu sein, als Balsam oder Harz. Wenn man also ein Präparat, nachdem es in Alkohol gewesen, zunächst in dem sehr wenig brechenden Terpentinöl (oder Bergamottöl) . dann in Zimmtöl (oder Nelkenöl) untersucht, so wird man unter Umständen Einzelheiten entdecken, welche beim directen Einlegen in Harze für das Auge verschwunden wären. Die mit Coche- nilletinctur erzeugten Färbungen nehmen , wie schon erwähnt , selbst bei Monate langem Verweilen in den genannten Ölen an Intensität nicht ab ; es ist also auch nach dieser .Richtung hin keinerlei Bedenken zu erheben. Übrigens erweist sich das Nelkenöl auch als Flüssigkeit zum Präpariren mit Nadel und Pincette als so vortreiTlich, dass ich, wenn es eben angeht, manche in toto conservirte und gefärbte kleinere Thiere erst in ihm secire (vergi, unten Nr. 22). 21) Von Harzen wird seit geraumer Zeit auf Empfel^lung von Kleinenberg meist nicht mehr Canadabalsam, sondern C ol o p h o n i u m angewendet. Die Lösung des letzteren in absolutem Alkohol eignet sich aber nicht , da sie in den fertigen Präparaten nachträglich unter Um- ständen große Krystallbündel entstehen lässt, vielmehr muss Terpentinöl als Solvens dienen. Hieraus ergiebt sich leider der eine Nachtheil, dass die Einschlussmasse äußerst langsam hart wird. Es scheint aber, als wenn die Lösung in Chloroform, welche allerdings filtrirt werden muss, sich in jeder Beziehung gut bewähre , indessen sind die Erfahrungen hierüber noch nicht so ausgedehnt, um dieses Mittel unbedingt empfehlen zu können. Eine Lösung von Sandarak in absolutem Alkohol, welche ich nach dem Vorgänge Anderer früher benutzte, hat sich mir in so fern nicht bewährt, als die Präparate im Laufe der Zeit Luftblasen erhielten und zuletzt ganz abblätterten. L'lier die iu derZooI. Station z. N. gebräuclil. Metlioden zur mikrosk. Unters. 25 Präpariniiigsiuethodeii. 22, Die Präpariruug- einzelner Orgaue mittels Schere . Pincette und Nadeln findet gewöhnlich beim frischen Thiere in wässerigen Flüssigkeiten . wie schwachem Alkohol , Lösungen von Chromsalzen u. s. w. statt. Dieses Verfahren bringt es mit sich, dass eine gewisse Maceration aller Gewebe Platz greift, so dass es hinterher vielfach nicht mehr möglich ist, über den histologischen Charakter der betreffenden Theile ins Klare zu kommen. Bei größereu Thieren , welche iu toto nicht gut conservirt werden kömien, thut man daher gut, wie schon oben aus einander gesetzt wurde , sich der Pikrinschwefelsäure zu be- dienen und direct in ihr ohne Piücksicht darauf, dass die schneidenden Instrumente darunter leiden , die gewünschten Theile so weit zu präpa- riren. wie es eben angeht. Man ist dann , wenn man die Flüssigkeit, sobald sie trübe wird, durch reine ersetzt, und später auch den Alkohol nicht spart, sicher, ein sowohl organologisch wie auch histologisch gutes Präparat zu gewinnen, das sich vorzüglich färben und zur mikro- skopischen Untersuchung zul)ereiten lässt. Um eine mitunter angenehme stärkere Härtung der Gewebe zu erreichen, kann man der Pikrin- schwefelsäure noch Chromsäure zusetzen. Die solchergestalt erlangten Präparate von Theilen größerer Thiere oder auch die kleineren in toto couservirten und gefärbten Thiere werden später in Nelkenöl gebracht und darin mit feineu Nadeln und Scheren weiter behandelt. In Folge ihrer Durchsichtigkeit gewähren sie weit eher Aufschluss über Einzel- heiten, als wenn sie noch in Alkohol oder wässerigen Flüssigkeiten lägen und erleichtern daher die Arbeit bedeutend. Auch die Brüchig- keit, welche das Nelkenöl hervorruft, ist in der Mehrzahl der Fälle vor- theilhaft uud kann im Übrigen durch Zusatz von Kreosot beliebig ver- ringert werden. Der Neigung zur Tropfenbilduug, welche das Nelkenöl besitzt , wirkt man durch Hinzufügung von Bergamottöl entgegen uud hat es so ganz in der Gewalt , ob man auf eiuera ebenen (nicht ausge- höhlten Objectträger in einem kleineu und hohen oder einem großen, aber flachen Tropfen präpariren will. Lästig ist nur der Umstand, dass der Athem des Präparireuden sich auf dem Öle in Form feinster Tröpf- chen niederschlägt. Wenn man indessen die Vorsicht gebraucht, durch ein in den Mund genommenes Gummirohr auszuathmen , so wird man auch dieser Sorge enthoben sein. Im Ganzen kann ich die angegebene Methode nicht genug empfehlen, da sie bei aller Einfachheit so gute Resultate liefert. 26 Paul Mayer Eiulìettimgsmetliodeii. 23) Ganz allgemein verwendet wird zum Einbetten behufs der Anfertigung- von Schnitten mit dem Messer oder dem Mikrotom das Paraffin entweder unvermischt oder mit Schweinefett versetzt. Statt des letzteren dient auch eine Art Paraffin, welche im Sommer bei hohen Hitzegraden wegen ihres Gehaltes an flüssigen Kohlenwasserstoffen weich zu werden beginnt, und ist dem Fette in so fern vorzuziehen, als sie nicht wie dieses dem Ranzigwerden unterworfen ist. Auch das zu- erst von England her empfohlene Vasellin ist aus gleichem Grunde in Gebrauch gezogen worden. Die Einbettung geschieht , nachdem die Objecte je nach Umständen noch ein warmes Bad von Paraffin und Terpentinöl oder Paraffin und Kreosot passirt haben , auf die gewöhn- liche Weise. Geschnitten wird auch mit dem Mikrotom trocken; dem Aufrollen der Schnitte wird durch ein kleines Schäufelchen , das man ohne jeglichen Druck dicht über die schneidende Stelle der Klinge hält, vorgebeugt. Im Allgemeinen liefert diese Methode , welche von allen mir bekannten offenbar die bequemste ist, ausgezeichnete Resultate. Nur bei sehr brüchigen Objecten ist das Einbetten in Y/achs und Öl nach Brücke oder in ähnliche Mischungen und das Schneiden unter Alkohol vorzuziehen, da es die Objekte geschmeidiger hält. Doch kann man bei kleineren Gegenständen wenigstens mit einfachem Durchtränken mit Kreosot auskommen. Die Entfernung des Paraffin geschieht wie gewöhnlich durch Terpentinöl; unter Umständen empfiehlt es sich je- doch, die Schnitte, nachdem sie auf dem Objectträger noch trocken in Reihen gelegt sind, durch leichte Erwärmung fest zu kleben (wobei man zugleich einen Theil des anhaftenden Paraffins bei Neigung des Glases zusammenlaufen lassen und so entfernen kanni , mit einem Deck- glase zu versehen und erst dann mit Nelkenöl zu benetzen. Wird dann vorsichtig erwärmt , so lässt sich das gelöste Paraffin mit Fließpapier absaugen , ohne dass die Schnitte sich irgend wie verschieben , nur ist es nöthig , so oft Nelkenöl zutreten zu lassen , als sich noch unter dem Deckglase Strömungen der Paraffinlösung zeigen. 24) Die von Calberla und Selenka angegebenen Methoden zur Einbettung in eine Eiweiß enthaltende Mischung , welche nach dem Schneiden nicht wieder aufgelöst zu werden braucht , haben sich nach den Versuchen, welche in der Zool. Station mit ihnen angestellt wurden, nicht so gut bew^ährt wie es im Interesse der Sache zu wünschen ge- wesen wäre. Für Arthropoden und Würmer, bei denen die vielen Körper- anhänge es besonders angenehm erscheinen lassen mussten , eine der- über die in der Zool. Station z. N. gcbräuclil. Methoden zur mikrosk. Unters. 27 artige Masse zu besitzen, hat es sich ergeben, dass die in Alkohol cou- scrvirten Gewebe den Übergang- in Wasser und Eiweiß oder auch direct in letzteres , so wie das längere Verweilen in der warmen Flüssigkeit nicht gut vertrugen , vielmehr zum Theil erheblich litten , so dass die auf diese Weise gewonnenen Schnitte histologisch nicht mehr brauchbar waren , sondern höchstens noch zur Ermittelung der Lagerungsbe- ziehungen der einzelnen Organe dienen konnten. Allein für topogra- phische Untersuchungen aber giebt es einfachere Methoden. Es em- pfiehlt sich da vor Allem die Einbettung in Gummi oder in Gelatine mit nachfolgender Härtung in Alkohol von etwa 80 7o- Die Gelatine namentlich ist sehr bequemer Verwendung fähig , zumal man sie eben so gut wie in Wasser auch in 50%igem Alkohol quellen lassen und unter Erwärmung lösen, die Schimmelbildung also ausschließen kann. Reines Gummi oder reine Gelatine wird in Harzen so weit durchsichtig, wie erforderlich ist, braucht also nach dem Schneiden, das unter Alkohol von 80 % am besten aus freier Hand geschieht , nicht wieder entfernt zu werden. Als Unterlage, auf welche die Objecte mit warmer Gelatine- lösung aufgekittet werden , möchte ich an Stelle des Korkes , des Hol- luudermarkes oder der Leberstückchen reine Gelatine empfehlen , die ich in besonderer Weise ihrer lästigen Elasticität beraube. Ich lasse sie nämlich wie gebräuchlich in Wasser quellen , löse dann die nassen Tafeln durch Erwärmen, setze V4~V2 Volumen Ricinusöl zu, schüttele gut um und gieße kurz vor dem Erkalten die Emulsion in eine Schale. Wenn alsdann durch 90 "/q igen Alkohol alles Ol ausgezogen ist, bleibt die Gelatine als sehr feinporige Masse, als künstliches HoUunder- mark, zurück und ist sofort schnittfähig. Natürlich darf sie nicht zu lange an der Luft liegen, weil sie dann weich wird. Unter dem Mikro- skop wirkt sie nicht störender, als Hollundermark auch, und hat vor diesem voraus, dass sie sich in beliebig großen Stücken herstellen lässt und durchaus gleichmäßig ist. Für andere als topographische Unter- suchungen ist sie aber, wie ich nochmals betonen möchte, nicht zu verwenden . Neapel, Mitte December 1879. Untersuchungen zur vergleichenden Anatomie und Histologie des Nervensystems der Plathelminthen. IL Über das Nervensystem der Trema todeii. Von Dr. Arnold Laug, Bibliothekar d. Zoolog. Station zu Neapel. Mit Tafel I— III und 14 Ziucograpliien. A. Das Nervensystem der Tristomideu. Über das Nervensystem der Tristomideu liegen genauere Angaben vor von Blanchard i, Kölliker2, und Taschenberg 3. Blanchard beschreibt dasselbe bei seinem Tristoma coccineiim folgendermaßen : » Die Gehirnganglien liegen hier nicht auf dem Schlünde oder auf dem Pharynx, sondern sogar vor dem Munde. Sie sind ein wenig verlängert und mit einander durch eine ziemlich breite Commissur verbunden , die genau vor dem Munde liegt. Nach außen geben sie drei Hauptuerven ab , die sich in den Muskeln verzweigen. Der mittlere dieser Hauptnerven ist der stärkste. Er versorgt die vorderen Saugnäpfe. Auf der entgegengesetzten Seite ent- springt von diesen Nervenceutren je ein Nervenfaden der sich zum Schlund und Pharynx begiebt. Nach hinten gehen zwei Ganglienketten ab, welche auf der Bauchseite verlaufen. An ihrer Abgangsstelle theilen sie sich in zwei Ner- ven, von denen der eine dem Darme folgt. Die Ganglienketten zeigen fast in iln-em ganzen Verlaufe nur undeutliche Spuren von Ganglien. In der Nähe der Stelle aber , wo die Darmäste sich vereinigen , sieht man ganz deutlich mehrere solche kleine Nervenceutren, vornehmlich ein die anderen an Größe 1 Recherches sur rorgimisation des vers. Anuales des sciences naturelles. III. Serie. Zoologie Tome VIII. 1S47. - Berichte von der Königlichen Zootomischen Anstalt zu Wiirzburg. Zweiter Bericht für das Schuljahr 1S47 48 von Dr. Albert Kölliker. 3 Beiträge zur Kenntnis ektoparasitiseher. mariner Trematoden. Halle 1879. Arnold Laug, Unters, z. Aiiat. ii. Ilistol. d. Xervensyst. d. PlathilmiutlKii. 29 überragendes jcderseits der Basis des Sangnapfes. Die Ganglien versorgen hauptt^äc'hlich die Muskeln des Sauguapfes mit Nerven. Besonders bemer- kensworth ist jedoch, dass sie mit einander dnrch Cummissuren verbunden sind. Nach außen geben sie sehr zarte Nervenfäden ab , welche ebenfalls mit sehr kleinen Ganglien anastomosiren , die dem neben dem Darmast ver- laufenden Nerven eingelagert sind. Von diesen letzteren Ganglien entspringen sehr dünne Nervenfasern , die sich in den subcutanen Muskeln und im In- tegument selbst verzweigen«. KöLLiKER , der auch der vier auf dem Gehirn liegenden Pigment- flecken als Augen Erwähnung thut; giebt uns folgende Beschreibung des Nervensystems von Tristoma papillosum : » Dicht vor und über dem Munde liegt der Bauchseite näher das große Gehirn von ungefähr rechteckiger Gestalt , das offenbar aus zwei vereinigten Ganglienmassen besteht. Die Nerven, die von demselben entspringen, sind 1] zwei ungemein starke hintere Nerven, die der Mittellinie näher als die Hauptcanäle der Athmungsorgane, bis an den Rand des hinteren Saugnapfes verfolgt werden können und sich theils an die Muskulatur desselben ausbrei- ten, theils mit sehr starken, nach außen abgehenden Ästen die Seitentheile, namentlich die Bewegungsorgane des Randes versorgen , 2 ) zwei vordere schwächere Zweige , die an die vorderen Saugnäpfe und die sogenannten Fühler sich ausbreiten, 3) endlich kleine Reiser, die zum Schlundkopf gehen und vielleicht den Darm versorgen. — Höchst wahrscheinlich sind auch noch Äste an die Haut des Rückens , namentlich die Papillen und an die Ge- schlechtsorgane vorhanden , die sich , da das Nervensjstem nur von der Bauchseite aus wahrzunehmen ist, ihrer versteckten Lage halber meinen Blicken entzogen haben.« Auch VAN Bexeden macht Angaben über das Nervensystem von Epibdella. Ich gehe indessen auf dieselben nicht näher ein , da es zu viel Raum in Anspruch nehmen würde, seine Irrthümer zu berichtigen und die Verwechslungen aufzuklären. Taschenberg gebührt das Verdienst, die Identität der Nerven mit den spongiösen Strängen für die Trematoden erkannt zu haben. Ich werde im histologischen Theile auf seine Ansichten , denen ich bei- pflichte , zurückkommen. In der Anatomie des Nervensystems von Tristomum stimmt er wesentlich mit Kölliker überein. Die viel voll- ständigeren und im Ganzen zutreffenden Angaben von Blanchard scheinen beide nicht zu kennen. Ich muss indessen noch eine Bemer- kung von Taschenberg anführen : »An mehreren Stellen,« sagt er, »hat es mir scheinen wollen , als ob die beiden Hauptstämme durch quer- verlaufende Nerven in Verbindung ständen.« — Auf der Körperoberfläche des Mondfisches, Orthagoriscus mola, der im vergangenen Sommer in mehreren Exemplaren in die Station gelangte, fand ich gewöhnlich in reichlicher Anzahl jenen schönen, von Blanchard als Tristomum molae beschriebenen Trematoden. Ich traf 30 Arnold Lung stets Individuen von verschiedener Größe , die alle die schönste An- passung an die Körperfarbe des Fisches zeigten. Diese Anpassung war bedingt entweder durch die mit der Farbe des Wirthes übereinstim- mende Färbung bei den größeren Individuen, oder verursacht von der Durchsichtigkeit des Körpers der kleineren Exemplare , in Folge deren dem Auge die Farbe der unter dem Parasiten liegenden Haut des Fisches in unmerklicher Abschwächung sichtbar wurde. Besonders diese letz- teren kleinen Individuen waren eben wegen ihrer Durchsichtigkeit sehr günstige Untersuchungsobjecte. Schon lange hatte ich auf die Gelegenheit gewartet, Tristomum molae zu untersuchen. Da die parasitische Lebensweise dieses Thieres unter allen Trematoden die am wenigsten weit vorgeschrittene ist , da er so zu sagen noch mit einem Fuß in der freien Lebensweise drin steckt und auf jeden Fall seine animalischen Fähigkeiten mehr in Anspruch genommen werden , als bei seinen übrigen Verwandten , so erwartete ich, dass Muskulatur und Nervensystem auch stärker als bei diesen ent- ^^^ckelt seien. Zudem war ich gespannt, die Angaben Blanchard's zu prüfen. Die Untersuchung bestätigte in schönster Weise meine Ver- muthung und auch die Mittheilungen Blanchard's, was die folgende Darstellung des Nervensystems von Tristomum molae , wie ich hoffe, erweisen wird. Ich habe schon erwähnt, dass hauptsächlich die kleinern Exemplare wegen ihrer großem Durchsichtigkeit ein gutes Untersuchungsobject abgaben. Am lebenden Thiere war es möglich, den anatomischen Bau des Nervensystems zum größten Theil zu eruiren ; denn im Unterschied zu allen übrigen von mir untersuchten Trematoden sieht man bei Tri- stomum molae am lebenden Thiere die grobfaserigen, blassen , durch- sichtigen Nervenstränge ganz deutlich und scharf begrenzt, ähnlich wie in dieser Beziehung sich auch Planocera Graffii vor allen übrigen Den- drocoelen auszeichnet. Zur Controlle meiner am lebenden Thiere be- ständig wiederholten Beobachtungen dienten gefärbte Präparate des ganzen Thieres und Schnittserien. Um letztere anzufertigen, wurden die Thiere mit der Sublimatmethode behandelt und mit Essigearmin, für Trematoden ein treffliches Färbmittel , tingirt. In Bezug auf die Totopräparate bemerke ich, dass man sich wol hüten muss, die peri- pherischen Nervenanastomosen mit den darüber liegenden Darmveräste- lungen, die oft ein ganz ähnliches Bild geben, zu verwechseln. Da alle meine Präparate und hauptsächlich die Serien von Flächenschnitten durch das ganze 1 cm lange Thier mit meinen an lebendem Materiale wie- derholt gemachten Beobachtungen ganz genau übereinstimmen, so über- Unters, z. Anatomie u. Histologie d. Nervensystems d. Plathelniinthen. 31 gebe ich die Resultate meiner Untersuchungen mit gutem Gewissen der Öffentlichkeit. Orieutiren wir uns zunächst über die Lage einiger Organe des Tristomunileibes an der Hand unserer halbschematischen Fig. 1 Tafel I. An dem ovalen . beinahe runden , blattförmigen , hinten tief einge- schnittenen Körper bemerken wir an einem Ende (dem Vorderende) und auf einer Seite (der Bauchseite) zwei kleine, rundliche Scheiben , die Mundsaugnäpfe tns. In der Gegend dieser Mundsauguäpfe buchtet sich jederseits der Körperrand was durch die punktirteu Linien dargestellt ist) derart ein, dass in der Medianlinie ein vorstehender viereckiger Lappen zu Stande kommt. Zwischen und hinter den beiden Mundsaug- näpfen liegt der in zwei hinter einander liegende Abtheilungen zer- fallende Pharynx. Auf der Bauchseite des Hinterendes bemerken wir das auffallendste Organ unseres Tristomura, den riesigen, kräftigen Bauchsaugnapf. Dieser Saugnapf, im Leben je nach dem Contractions- zustande glocken- oder scheibenförmig, ist vermittelst eines äußerst kurzen , dünnen Stieles in der Medianlinie des Körpers mit diesem ver- bunden und zwar unmittelbar vor der tiefsten Stelle der hintern Körper- einbuchtung, Er ist durch sieben Radiärleisten in sieben gleiche Felder eingetheilt. Im normalen Zustande ist das unpaare Feld immer nach hinten gerichtet. Der Durchmesser des Saugnapfes überragt den dritten Theil der ganzen Körperlänge. Jederseits hinter dem Pharynx, in kurzer Entfernung von dem- selben, liegen zwei beträchtliche Blasen [log]^ die Endblasen des hier auf der obern Körperseite ausmündenden Wassergefäßsystems. Der Darm theilt sich sofort hinter dem Pharynx in zwei Aste , die auf der Innen- seite der contractilen Blasen nach hinten verlaufen, um sich vor dem großen Bauchsaugnapf im Bogen wieder zu vereinigen. — Wir können nun zur Darstellung des Nervensystems schreiten. Das Gehirn (Tafel I Fig. 1 g) liegt vor und über dem Pharynx und der Mundöffnung. Es hat die Form eines kurzen und ziemlich breiten Querbandes, dessen beide Enden nach hinten und unten aus- gezogen sind. Seine hintere Grenze ist, ich möchte sagen, concav, da es dem runden Pharynx vorn anliegt. In und auf dem Gehirn machen sich sofort vier kleine Pigmentflecken , die Augen , sichtbar. Sie liegen in den seitlichen Theilen des Gehirns , und , wie Taschen- berg richtig bemerkt, so, dass die vordem zwei einander mehr genähert sind, als die hintern. Sie befinden sich also in den vier Ecken eines nie- deren Trapezes, dessen Basis nach hinten gekehrt ist. Sie liegen ferner so, dass die Öffnungen der Pigmentbecher je der zwei auf einer Seite 32 Arnold Laug liegenden Augen einander zugekehrt sind. Bei Beobachtung des le- benden Thieres hat man öfter Gelegenheit zu sehen, wie die vier Augen simultan eine zuckende Bewegung ausführen. Dies thun sie meistens nach ziemlich langen Zwischenräumen und zwar in der Weise , dass je die zwei Augen einer Seite gegen einander zu zucken. Wir werden auf den Bau der Augen im histologischen Theile zurückkommen. Aus den seitlichen Theilen des Gehirns entspringen die Nerven, und zwar finden wir deren vier auf jeder Seite. Diese vier Nerven nehmen folgenden Verlauf . Die vordersten (Fig. 1 Tafel II) begeben sich in die Region zwischen den Mundsaugnäpfen. Hier verzweigen sie sich und anastomosiren. Bei Tristomum coccineum viel deutlicher als bei Tristomum molae tritt von diesem vordem Nervenpaar jederseits ein Zweig ganz nach vorn und endigt in den Ecken des Stirnlappens un- mittelbar am Rande. Ich halte es desshalb für vollständig gerechtfertigt, w^enn Kölliker von diesem Theile als von Fühlern spricht. In der halb- scheraatischen Abbildung Fig. 1 Tafel I ist dies Verhalten nicht hin- reichend dargestellt. Die Lithographie war nämlich schon angefertigt, als ich durch Beobachtungen an Tristomum coccineum auf diesen Ner- venverlauf aufmerksam gemacht, ihn auch bei Tristomum molae in ähnlicher Weise auffand. Die folgenden Nerven (Fig. 1 n- Tafel II), die aus dem Gehirn aus- treten, sind diejenigen, welche die Mundsaugnäpfe versorgen. Sie treten aus den Seiteutheilen des Gehirns direct seitlich in die Saugnäpfe ein, und werden kurz vor ihrem Eintritt in diese Organe noch verstärkt durch den dritten Nerven (Fig. 1 n^ Tafel II), der von hinten aus dem Anfangs- theile der Längsstämme kommend sich mit ihm vereinigt. Der größte Theil der Fasern dieses Nerven indessen begleitet nicht etwa den zweiten Nerv bei seiner Inuervirung der Mundsaugnäpfe , sondern er setzt sich selbständig nach vorn fort, wo er den ersten Nerven erreicht, auch diesen durchkreuzt um sich vorn vor dem Gehirn mit dem der andern Seite zu vereinigen. Von dieser in der Medianlinie liegenden Vereinigungsstelle geht ein unpaarer Nerv nach vorn in den Kopflappen. Fig. 1 Tafel II, hauptsächlich aber Fig. 1 Tafel I erläutert den Verlauf dieses Nerven, der sämmtliche aus dem Gehirn austretenden Nerven in kurzer Ent- fernung von demselben mit einander verbindet. Es kommt dadurch ein ähnliches Verhältnis zu Stande, wie wir es bei Planocera Graffii kennen gelernt haben, wo ebenfalls alle aus dem Gehirn ausgetretenen Nerven durch eine ringförmige Commissur verbunden sind. Nur fehlt bei Tristo- mum eine directe Fortsetzung dieser Ringscommissur hinten zwischen den Längsstämmen, vielleicht in Folge des in dieser Gegend entw^ickelten Unters, z. Anatomie u. Histologie tl. Nervensystems d. Plathelrainthen. 33 Pharynx. Vielleicht auch entspricht der Nerv, der von Jeder Seite her in den Pharynx hineintritt, jener ersten Commissur zwischen den Längsstämmen bei den marinen Dendrocoelen. Ich komme nun zu dem vierten Paar der aus dem Gehirn ent- springenden Nerven. Es ist dies dasjenige, welches zu hinterst austritt. Wir erkennen in ihm die zwei gemeinsamen Wurzeln sämmtlicher Längs- stämme. Bald nach dem Austritt aus dem Gehirn entspringen nämlich aus jeder der beiden Wurzeln drei Nerven, einmal ein Nerv, der sich auf die Rückseite des Thieres begiebt und hier unter der Dorsalmuskel- schicht nach hinten verläuft Tafel I Fig. 1 du] , und ein ander Mal die zwei kräftigen Längsnerven In und sn^ die jederseits auf der Bauchseite sich nach hinten begeben. Wir können auch die beiden Wurzelstlicke der Längsnerven als Theile des Gehirns selbst auffassen. Dafür spricht die Lagerung der beiden hintern Augenflecken , die in diesen Wurzelstücken liegen ; da- für spricht ferner die Anhäufung von Ganglienzellen, die man im hin- tern Ende derselben an der Abgangsstelle der verschiedeneu Längs- nerven antrifft. Halten wir an dieser Auffassung fest , so müssen wir sagen, dass seitlich hinten aus dem Gehirn jederseits drei Nervenstämme austreten, ein schwacher dorsaler und zwei starke ventrale. — Ver- folgen wir mm zunächst die beiden ventralen Längsstämme von ihrer Ursprungsstelle neben dem Pharynx nach hinten. Den Nervenstamm, der mehr peripherisch verläuft, werden wir den äußern Längsnerven, denjenigen, der mehr nach innen verläuft, den Innern Längsnerven nennen. Dieser letztere ist der stärkere, obschon auch der äußere außer- ordentlich kräftig ist. Innere und äußere Längsnerven treffen alle in einem gemeinsamen Punkte hinten zusammen , nämlich in der Ansatz- stelle des großen Bauchsaugnapfes. Diesen Punkt erreichen sie aber auf verschiedenem Wege. Mit nur schwacher Biegung nach außen ver- laufen die inneren Längsnerven direct nach hinten, indem sie den bei- den Hauptästen des Darmes unmittelbar außen, den contractilen Blasen wg und den zwei Hauptstämmen des Wassergefäßsystems aber unmittelbar innen entlang gehen. Die äußeren Längsnerven erreichen die Ansatzstelle des Bauchsaugnapfes in einem viel größeren Bogen. In der Mitte ihrer Länge sind sie von der Medianlinie ungefähr gleich weit entfernt, wie vom seitlichen Körperrand, von diesem aber doppelt so weit, als von den inneren Längsnerven. Sie gehen direct unter den contractilen Blasen des Wassergefäßsystems hindurch. (Offenbar hat dieses Verhalten die irrige Darstellung veranlasst- die van Beneden vom Wassergefäßsystem der Epibdella gegeben hat.) Mittheilungen a. d. Zoolog. Station zu Neapel. Bd. II. 3 34 Arnold Lang Naclideoi die Längsnerven an der Basis des Saiignapfes angelangt sind, treten sie durch dessen engen Stiel in ihn hinein und zwar so, dass sich die inneren und äußeren Längsnerven jederseits vereinigen. Nach- dem sie die Fläche der großen Haftscheibe gewonnen haben , trennen sie sich wieder , um die Muskeln der sieben Felder in folgender Weise zu innerviren. Jederseits geht ein Ast in die vorderen Felder und ein Ast in die hinteren Felder. Die beiden vorderen Äste gehen vorn, und die beiden hinteren hinten bogenförmig in einander über, so dass eine vordere und eine hintere beinahe kreisförmige Commissur zu Stande kommt. Die vordere Commissur giebt je einen Nerven in jedes der vorderen vier Felder ab, die hintere Commissur zunächst je einen Ner- ven in die beiden seitlichen, hinteren Felder und dann je einen Nerven in das hintere, unpaare, so dass also das unpaare Feld zwei Nerven von der hintern Commissur erhält , während alle anderen Felder von ihrer entsprechenden Kommissur nur einen Nerven erhalten. — Die Nerven der einzelnen Felder verästeln sich reichlich und gehen schließlich in ein äußerst feines und zartes Netzwerk über. Bei günstigen Objectcu bietet die Nervenverzweigung in der großen Haftscheibe ein sehr schönes Bild , das noch lehrreicher wird, wenn zu gleicher Zeit das Wassergefäßsystem mit seinen so charak- teristisch in Schlangenlinien und unregelmäßigen Krümmungen ver- laufenden Gefäßen sich deutlich zeigt. In Bezug auf die Verästelungen der Nerven verweise ich übrigens auf Fig. 1 Tafel I. Kehren wir nun zu unseren ventralen vier Längsnerven zurück, so ist hier ein höchst eigenthümliches Verhalten der von ihnen sich ab- zweigenden Nerven zu constatireu. Es ist dasselbe hauptsächlich schön an sehr jungen Thieren zu sehen, weil hier die noch wenig ent- wickelten Genitalien die Beobachtung nicht hemmen und die große Durchsichtigkeit das Studium erleichtert. Auch durch gelungene Flächenschnitte des ganzen Thieres bei Tristomum molae und Tristo- mum coccineum erhält man hübsche Bilder. Die Untersuchung lehrt uns Folgendes : Die inneren Längsstämme sind sowohl unter sich, als mit den äußeren Längsstämmen in regelmäßigen Abständen durch Quercommissureu verbunden. Ich zählte in der ganzen Länge der Längsnerven 13 — 15 solcher Commissuren (siehe Fig. l Tafel I). Die die inneren und äußeren Längsstämme verbindenden Commissuren sind kräftig und außerordentlich regelmäßig. Ihre Ansatzstellen in den Längsnerven entsprechen beinahe immer den Abgangsstelleu der die beiden inneren Längsnerven verbindenden Commissuren und eben Unters, z. Anutouiio u. Histologie d. Nervensystems d. Plathelminthen. 1^5 SO den Abgang-sstellen der von den äußeren Ijängsnerven nach außen sich abzweigenden Nerven, die in gleicher Zahl wie die Commissuren vorhanden sind. Es entspricht also jede Conimissur zwischen den in- neren Längsstännnen einer solchen zwischen diesen und den äußeren und eben so einem von den letzteren nach außen abgehenden Nervenast. Wie schon hervorgehoben, sind die Commissuren zwischen den äußeren und inneren Längsuerven am auffallendsten. Sehr viel weniger deutlich sind diejenigen zwischen den inneren Läugsstämmen. Nur bei sehr jungen Thieren sind diese letzteren zu beobachten und auch hier werden sie immer undeutlicher , je mehr sie sich der Mittellinie nähern. Bei alten Thieren mit üppig entwickeltem Geschlechtsapparat kann man meistens nur ihre Anfangsstücke an den inneren Längsnerven erkennen. Ob bei diesen die in der Mittelregion des Körpers zwischen den inneren Längsstämmen gelegenen Hoden, Eierstöcke und Endappa- rate der Genitalorgane die Beobachtung der Quercommissuren so sehr erschweren , oder ob durch diese Orgaue die Quercommissuren modifi- cirt werden , so dass sie nicht mehr als solche vorhanden sind , ver- mochte ich nicht zu entscheiden. Jedenfalls gelingt es auch noch bei alten Thieren die Quercommissuren unmittelbar hinter dem Pharynx und unmittelbar vor dem großen Bauchsaugnapf in ihrer ganzen Aus- dehnung zu beobachten. Die regelmäßigen Quercommissuren sind nicht die einzigen, welche die äußeren und inneren Längsstärame mit einander verbinden. Wir finden öfter noch schwächere, die verschiedenartig verlaufen, z. B. solche, welche in der Diagonale der von den Quercommissuren und Längsstämmen gebildeten Rechtecke verlaufen. Die vorderste Quercomniissur entspringt gerade an der Stelle , wo sich die äußeren und inneren Längsstämme von einander trennen. Was nun die von den äußeren Läugsstämmen nach außen abgehen- den, als Fortsetzung der Quercommissuren zu betrachtende Nervenäste anlangt , so ist zu bemerken , dass sie sich bald selbst wieder ver- zweigen und dass diese secundären Zweige unter sich und n)it denen der nächst vorderen und nächst hinteren Äste anastomosiren. Es entsteht dadurch , ganz ähnlich wie bei den marinen Dendrocoelen , ein die bauchständige Muskulatur der äußeren Körperregionen innervirendes Netzwerk mit polygonalen Maschen. Nachdem wir nunmehr das System der ventralen Längsnerven und die Innervation des Bauchsaugnapfes eingehend besprochen haben, müssen wir nun noch der dorsalen Längsstämme Erwähnung thun. Es haben diese zwei Nerven, wie schon erwähnt, einen gemeinsamen 3* 36 Arnold Lang Ursprung" mit den vier Nerven der Bauchseite in den seitlich hin- teren Fortsätzen des Gehirns zu beiden Seiten des Pharynx. Von hier aus steigen sie sofort in die Höhe, unter die Dorsalmuskulatur, um hier, der Medianlinie näher, als die inneren ventralen Läng-snerven, sich nach hinten zu begeben. Auch sie sind von Abstand zu Abstand durch Commissuren verbunden und geben seitliche Zweige ab. Es er- giebt sich ferner aus einigen meiner Präparate, dass sie auch hie und da zarte Nervenästchen nach dem ventralen Nervensystem entsenden. Ich habe indessen über die Anordnung solcher Verbindungsnerven nichts weiter eruiren können. Indem wir uns nun zur Darstellung der feineren Structur des Ner- vensystems von Tristomum wenden, müssen wir zunächst hervorheben, dass unter allen Plathelminthen , die wir in der Kichtung untersucht haben, dieses Object das weitaus günstigste ist. Dies hat seinen Grund einerseits in der Größe der Gang;lienzellen und der Nervenelemente und anderseits in dem Umstände, dass die Nerven mehr als irgend wo von den umgebenden Körpertheilen gesondert erscheinen. Auf feineu Querschnitten z. B. eines der bauchständigen Längs- nerven eines sorgfältig conservirten Thieres werden uns bald die Struc- turverhältnisse vollständig klar. Ein solcher Schnitt zeigt uns das Bild eines s p o n g i ö s e n Stranges pai" e x c e 1 1 e u c e . Wir haben vor uns ein Netzwerk von Fasern , die eine größere Anzahl von rundlichen Lu- mina begrenzen. Diese Lumina findet man bei Tristomum in allen Größen. Die griißten zeigen einen Durchmesser von ü,(H5mm, die kleinsten überschreiten nicht die Größe von 0,004 mm. In guten Prä- paraten entdeckt man in ihnen immer ein Gerinnsel von Protoplasma, in den größeren hie und da Zellen mit Kern und Körperchen. Verfolgen wir auf einer Serie von Querschnitten einen Theil eines spongiösen Stranges von einer Stelle aus , wo in eines der Lumina eine Zelle ein- gebettet ist (Tafel II Fig. 9) . Die Zelle liegt frei im Lumen, oder mit andern Worten, ihr Protoplasma hat sich von der Scheide, d. h. von der den spougi()sen Strang bildenden Umhüllung, etwas zurückgezogen. Auf einem der nächstfolgenden Schnitte, Fig. 1 0, sehen wir im Lumen des spongiösen Stranges einen kleinen runden , fein punktirt erscheinenden Plasmakörper. Wir haben eben hier den faserigen Fortsatz der Ganglien- zelle vor uns. Auf einem weitern Schnitte, Fig. 1 1 , werden die Umrisse dieses Kör})ers verschwommen und noch später ist er, Fig. 1 2, in ein un- regelmäßiges Gerinnsel aufgelöst. Die einzelnen Körnchen dieses Ge- rinnsels eutsj)rechen den durchschnittenen Nerven f äserchen . Untersuchen wir nun noch die folgenden Schnitte, so sehen wir Avie in dem Lumen, Unters, z. Anatomie u. Histologie d. Nervensystems d. Phithclmintlicni. ;ì7 in welchem die Ganglienzelle und ihr Fortsatz lag , sich eine Scheide- wand, Fig-. 13, bildet, die das Lumen in zwei theilt. In Folge fort- gesetzter Theilung solcher Lumina durch neue Scheidewände kommen die kleineren Höhlungen der spongiösen Stränge zu Stande. Es darf uns desshalb nicht verwundern, dass wir in den feinsten peripherischen Nervenästchcn nicht mehr das Bild des spongiösen Stranges, sondern bloß das einer unregelmäßig punktirten Fläche erhalten ; denn hier sind durch wiederliolte Theilung der sehr fein gewordenen Faserscheiden die Lumina auf eine außerordentlich geringe Größe reducirt. — Wie aus dem Gesagten hervorgeht, können wir die Nerven nunmehr viel präciser als bei Anlass der Untersuchung über das Nervensystem der Dendro- coelen betrachten als bestehend aus : erstens einer größeren oder geringeren Anzahl sich theilender und unter sich verbundener, morphologisch vielleicht dem Körperbinde- gewebe angehörender Köhren: Neurilemm und zweitens aus der Nervenfaser, die in diesen Röhren einge- schlossen, die Fortsätze der ebenfalls in ihnen liegenden Ganglienzellen darstellt. Diese Anschauung stimmt wesentlich mit der von Taschenberg uberei n. Ich glaube , dass im lebenden Thiere die Nervenfaser das Lumen der sie umhüllenden Eöhre ganz ausfüllt, dass sie aber in Folge einei' großen Zartheit und eines großen Wassergehalts auch bei guter Conser- vation schrumpft und sich von den festeren, mit einander innig verbun- denen Nervenröhren zurückzieht. So kann es kommen, dass in einem Falle , bei sehr schlechter Conservation, in den Lumina der »^spongiösen Stränge« die wirkliche Nervenfaser beinahe nicht mehr zu entdecken ist. während in anderen sehr seltenen Fällen bei sehr guter Präparation dadurch, dass die Nervenfaser intact erhalten wird, das Bild des »Bal- kenstranges« verloren geht. Gehen wir zur feineren Untersuchung des Gehirns über , die durchweg die Richtigkeit unserer Auffassung bestärkt. Auf lückenlosen Serien von Quer-, Längs- und Flächenschnitten ist es möglich, alle Einzelheiten des Faserverlaufs zu erkennen und die Fortsätze wenigstens der größern Ganglienzellen bis in die Nerven hin- ein zu verfolgen. Eine detaillirte Schilderung dieser Verhältnisse jedoch werde ich desshalb nicht geben, weil eine solche erstens sehr viel Raum in Anspruch nehmen würde und zweitens wenigstens gegenwärtig mir nicht von besonderem Werthe zu sein scheint. Ich werde eine solche 38 Arnold Lang Beschreibung vielleicht später veröffentlichen, wenn sich daran mehr wissenschaftliches Interesse knüpfen wird. Für jetzt beschränke ich mich darauf, an der Hand der diesem Aufsatz beigefügten Zincogra phien und der Fig. 1, 2, 3 u. 4 der Tafel II einige allgemeine Bemer- kungen zu machen. Vergleicht man Schnitte durch das Gehirn mit Schnitten durch ei nen der starken Längsnerven, so ist man überrascht von der Ähnlichkeit der Bilder. Auch im Gehirn treffen wir, wie Taschenberg richtig be- merkt, aufschnitten, die in der Längsrichtung der Thiere geführt sind, dasselbe spongiöse Gewebe, wie in den Nerven auf Querschnitten. Bei beiden sehen wir auf Flächenschnitten dasselbe System miteinander verbundener Röhren und in diesen Köhren liegen bei beiden gleichartige Ganglienzellen. Die Faserzüge im Gehirn sind nichts als Commissuren zwischen den austretenden Nerven. Dem entspricht die Beobachtung, dass an den Stellen, wo im Körper von Tristomum die vier Längsnerven von den Quercommissuren gekreuzt werden, ein vollständiger Faseraus- tausch nach allen vier Richtungen stattfindet und dass an den Ecken dieser Kreuzungsstellen gewöhnlich schöne, typische Ganglienzellen liegen. Das Gehirn hat eben ganz und gar, wenigstens histologisch, den Charakter einer specifisch und sehr stark entwickelten Quercommissur zwischen den Längs- stämmen, welche durch ihren reichen Besatz mit Gang- lienzellen sich ebenfalls als Theil des Centralnerveu- systems documentiren. Der Bemerkung, dass die aus dem Gehirn austretenden Nerven im Gehirn selbst, ganz wie bei den marinen Dendrocoelen , durch Com- missuren verbunden sind, und dass diese Commissuren die Faserzüge desselben darstellen , müssen wir noch hinzufügen , dass die stärksten Commissuren diejenigen sind, die querverlaufend, die einander rechts und links von der Medianlinie entsprechenden Nerven verbinden. Es entspricht ferner die Stärke und das Aussehen der Commissuren der Stärke und dem Aussehen der respectiven Nerven. Da nun die Längs - nerven weitaus die stärksten sind, so sehen wir sie auch im Gehirn durch den stärksten Faserzug verbunden, der beinahe den ganzen hintern und untern Theil dieses Organs einnimmt. Gerade dieser Faserzug ist es, der auf Querschnitten den Anblick eines spongiösen Stranges mit großen Lumina gewährt. Die mehr vorn aus dem Gehirn austretenden Nerven sind viel feinfasriger , desshall) sind auch die ihnen im Gehirn, hauptsächlich vorn und oben entsprechenden Commissuren oder Faser- Unters, z. Anjitoinie u. Histologie d. Ncrvonsystoras d. Phithclmintlien. 39 Partien viel feinfasriger und bieten weniger das Bild eines spongiösen Gewebes. ]\lan vergleiche mit dieser Scliilderung die Zincogra])liien 1 — 14, die eine beinahe vollständige Serie von Quersclmitten durch das Gehirn von vorn bis hinten darstellen. Bei der ganz symmetrischen Anordnung der Faserzüge im Gehirn ist es nicht zu verwundern , dass auch die Ganglienzellen außerordent- lich symmetrisch angeordnet sind. Jede Ganglienzelle , auch jede der kleineren , der einen Seite des Gehirns findet man auf der anderen in genau dersel))en Lagerung, Form und Größe, mit denselben Fortsätzen, wieder. Die Figuren 1, 2u.3, Taf. II, die dies Verhältnis deutlich zeigen, sind nicht etwa schematisirt , sondern sie sind nach Schnitten so ange- fertigt , dass Form und Lage der Ganglienzelle mit dem Zeichenprisma aufgenommen wurde. Findet man auf einem Schnitte die Symmetrie nicht völlig ausgesprochen , so kann man sicher sein , dass er entweder etwas schief geführt ist , oder dass das Gehirn bei der Conservation die normalen Lagerungsverhältnisse seiner Bestandtheile eingebüßt hat. In diesen Fällen findet man Constant in dem vorhergehenden oder folgen- den Schnitte die correspondirenden Ganglienzellen oder Fasern wieder. Ich verweise in Betreff der Lage und Anordnung der Ganglienzellen im Gehirn auf die Zincographien und auf die Figuren 1 — 3 Tafel II, von denen Fig. 1 einen Flächenschnitt durch die unteren Partien des Ge- liirns und der von ihm ausgehenden Nerven, Fig. 2 einen Flächenschnitt durch die oberen Partien desselben in der Ebene der vier Augen und Fig. 3 einen Querschnitt in der Gegend der vorderen zwei Augen darstellt. Man wird bemerken, dass große und kleine Ganglienzellen und zwar uni-, bi- und multipolare überall im Gehirn, mit Vorliebe jedoch peripherisch vorkommen. Feiner drängt sich die Beobachtung auf, dass die kleineren Ganglienzellen häufiger in den vorderen Partien des Gehirns, im Bezirk der feineren Fasersubstanz vorkommen , wäh- rend sich die schönen , großen Gehirnzellen hauptsächlich in den hinteren und unteren Partien, im Bereiche des Systems der großen Nervenröhren vorfinden. Insonderheit sind diese letzteren in großer Zahl augehäuft an der Ursprungsstelle der drei Längsstämme jeder Seite. Schnitte, hauptsächlich Flächenschnitte durch diese Gegend, bieten ein außerordentlich schönes Bild, das besonders wieder für die Auffassung der spongiösen Stränge lehrreich ist. In Figur 4 Tafel II ist ein solcher Schnitt dargestellt. Die hinteren Partien einer Seite des Gehirns und die Anfangstheile der davon aus- gehenden zwei ventralen Längsnerven sind in ihrer Längsrichtung durch- 40 Arnold Lang schnitten, während die Wurzel des dorsalen Nerven [dn, quer durch- schnitten das Bild eines spongiösen Stranges darbietet. In den Lumina desselben sieht man durchschnittene Nervenfasern. Man bemerkt ferner, wie zwei unipolare Ganglienzellen [gz] , ihre Fortsätze in diesen spongiösen Strang hinein senden und den Röhren der längsdurchschnittenen Ner- ven und der hinteren Verlängerungen des Gehirns erkennt man die schönsten großen Ganglienzellen eingelagert. Die Ganglienzellen von Tristomum zeichnen sich hauptsächlich durch ihren großen, scharf contourirten . hellen Kern aus, der allem Auschein nach ein Bläschen mit besonderer, sehr dünner Wandung, oder doch ein Körper mit consistenterer, peripherischer Schicht ist. Zu dieser Auffassung bin ich desshalb gelangt, weil die Peripherie des Kerns sich von den übrigen Theilen der Ganglienzelle , das Kernkörperchen aus- genommen, dadurch unterscheidet, dass sie sich durch Farbmittel außer- ordentlich intensiv färbt und äußerst scharf abgesetzt ist. Dazu kommt noch , dass in gewissen Präparaten der Kern eigenthüniliche Verhält- nisse darbietet. Auf Schnitten bei der Conservation etwas macerirter Thiere findet man ihn nämlich öfter mehr oder weniger halbmondförmig. Bei genauerer Untersuchung sieht man nun , dass zwischen dem Proto- plasma der Ganglienzelle und dem Kerne eine Lücke besteht, die die Contour des halbmondförmigen Kerns zu einem Kreis ergänzt. Diese Lücke kommt zweifellos dadurch zu Stande, dass bei einer bestimmten Conservationsmethode der gerinnende Inhalt des bläschenförmigen Kerns schrumpft, so dass die Wand des Bläschens sich an irgend einer Stelle einbuchtet. Bei genauer Durchmusterung der Ganglienzellen findet man alle Stadien dieser künstlichen Einbuchtungen (siehe Fig. 3 a, b, r, d Tafel III) . Dr. Paul Mayer hatte die Güte mich auf die von Bellonci in den Ganglienzellen der Squilla beschriebenen Halbmonde aufmerksam zu machen. Auch diese glaube ich nach dem Gesagten für Kunstproducte halten zu müssen. Der geronnene Inhalt des je nach der Größe der Zelle außerordent- lich verschieden großen, bis 0,02 mm Durchmesser erreichenden Kerns ist unregelmäßig grobkörnig und birgt ein meist exceutrisch gelagertes, ovales oder rundes, kleines, sich stark färbendes Kernkörperchen. Das Protoplasma der Ganglienzellen , welches sich gewöhnlich sehr schön färbt, zeigt eine zarte Streifuug in der Richtung der Fortsätze (in Fig. 6, 7, S Tafel II scharf hervorgehoben). Diese Fortsätze lassen sich, da sie nur allmählich in die sich sehr wenig färbenden peripheri- schen Nervenfasern übergehen, ziemlich weit verfolgen und man sieht Untere, z. Anatomie u. Histologie d. Nervensystems d. Platlielmiullion. 41 selir scliün, Mie sie frei in den Ncrvenröliien liegen, wie diese Röhren sich nachher theilen und mit ihnen die Nervenfasern, die in die secun- därcn Röiircn hinein verlaufen. Interessante Eesultate liefert die histologische Untersuchung der Augen von Tristomum, über deren Stellung und Anordnung wir schon gesprochen haben, t^ie erweisen sich nämlich als di f fere nz irte Augen von möglichst einfachem Baue indem sie bestehen aus : erstens, einer schüssel- oder becherförmigen Pigmentanhäu- fung (Fig. 2 und 3 Tafel II und Fig. 2 p Tafel III;, welche zweitens, einen kugligen oder ovalen, lichtbrechenden Körper umschließt .Tafel II Fig. 2 / und Tafel III Fig. 2 Z) , der bei den vor- deren Augen nach hinten, bei den hinteren nach vorn gerichtet ist. An diese lichtbrechenden Körper, in deren Innerem man Andeutungen von Stäbchen oder Kernen wahrnimmt, schmiegt sich an drittens, eine typische Ganglienzelle als Retina (Tafel II Fig. 2 Tafel III Fig. 2 agz] . In unmittelbarer Nähe der so gebauten Augen verläuft Constant ein Bündel von dorsoventralen Muskelfasern, die ich, weil ich sie als die Erzeuger der eigenthüralich zuckenden Bewegungen der Augen halte, als viertens Augenmuskeln anspreche (Tafel II Fig. 2 m ; Fig. 3 m . Zincographien, Fig. 8 etc. am, . Alle diese Theile sind absolut Constant und in regelmäßiger An- ordnung anzutreffen. Jede der vier Augenganglienzellen sendet einen Fortsatz in eine Nervenröhre , die sich nach unten ins Gehirn begiebt (Tafel II Fig. 3 und Zincographien Fig. 8 . In der Auffassung, dass die Augen von Tristomum solche sind, die alle wesentliclien Theile eines differenzirten Sehapparates, aber in einfachster Form, darbieten, werde ich noch bestärkt durch die That Sache , dass sie im Gehirn selbst liegen und einen wirklichen Bestand- theil desselben ausmachen. In Bezug auf das Detail verweise ich auf die Abbildung. Die Muskeln , welche in dorsovcntraler Richtung in der Nähe der Augen das Gehirn durchkreuzen, sind nicht die einzigen, die dies thun. Wir heben ein Paar von sagittalen Muskelsträngen hervor, das zwischen und vor den vorderen , und ein Paar, das zwischen den hinteren Augen das Gehirn durchzieht. Die Zincographien 1 — 14 werden darüber die nöthige Klarheit verschaffen. Unmittelbar über dem Gehirn bildet das Wassergefäßsystem bei Tristomum eine X förmige Anastomose, die bei Beobachtung des lebenden Thieres den falschen Eindruck hervorbringen kann , als ob das Gehirn 42 Arnold Lang in der Mitte durch eine tiefe Einbuchtung- in zwei seitliche Theile ge- theilt sei. Einer solchen Täuschung unterlag wahrscheinlich Karl Vogt, als er' das Centraluervensystem von Phyllonella soleae abbildete. — Falls der Leser zugesteht , dass wir in Tristomum moke ein ge- eignetes Object gefunden haben, ein wenig mehr Licht in die Histologie des Nervensystems der Trematoden zu bringen, so möge er uns auch gestatten, auf die Frage nach der Bedeutung jener großen Zellen ein- zutreten, die in den Saugnäpfen der Distomiden, von Leuckart, Wal- ter, ÖTiEDA beschrieben, sehr verschiedenartig gedeutet und in neuester Zeit von ViLLOT-^ geleugnet, d. h. als durchschnittene Wassergefäße betrachtet wurden. Meine Erfahrungen sind nun folgende : Im ganzen Körper von Tristomum finden sich zwischen den Mus- keln, hauptsächlich den dorsoventralen , vor Allem aber in den Saug- uäpfeu große, auffallende Zellen. Sie sind meist größer als die gewöhn- lichen Ganglienzellen, zeigen aber diesel))en Eigenthümlichkeiten. Der bis zu 0,03 mm große Kern ist bläschenförmig, eben so scharf contou- rirt wie der der gewöhnlichen Ganglienzellen. Sein Inhalt ist in der näm- lichen Weise unregelmäßig grobkörnig geronnen, sein Kernkörperchen ist rund oder oval und eben so stark gefärbt. In denselben Präparaten, in welchen viele der Kerne der gewöhnlichen Ganglienzellen jene halb- mondförmige Gestalt zeigen , thun dies auch die Kerne dieser Zellen, nur dass sie öfter zwei bis drei Einbuchtungen besitzen. Das Protoplasma ist um den Kern herum sehr deutlich concentrisch gestreift. Weiter nach außen verliert sich diese concentrische Streifung in der Weise, dass nun die Fasern oder Streifen in die Fortsätze der Zelle auslaufen. Von durchschnittenen Wassergefäßen kann absolut nicht die Rede sein. Solche Durchschnitte sind als rundliche Lücken im Parenchym überall anzutreffen. Zuerst hielt ich diese Zellen für Homologa der Muskelzellen, die Salensky von Ami)hilina abgebildet hat. Ich be- merkte aber bald , dass die Muskelfasern mit ihnen nie in Verbindung treten, obschon in einigen Fällen dadurch, dass sie über dieselben hin- weg laufen, ein täuschendes Bild entsteht. Eben so wenig konnte ich, wie Walter annimmt, irgeud eine Verbindung mit dem Wassergefüß- system entdecken. Ich musste nun noch die Ansicht von Leuckart prü fen, der diese Zellen für Drüsen hält. Zu diesem Zwecke färbte ich die 1 Carl Vogt, Über die FortpflanzungsoigaBe einiger ektuparasitischer ma- riner Trematoden. Zeitschrift f. wiss. Zool. Bd. XXX. Suppl. 2 Organisation et développement de quelques éspèces de Trematodes marins. Ann. des Sciences naturelles. Sixième serie. Zoologie Tome VIII. Unters, z. Aiiulomio u. Histologie d. Norvcnsystcnis d. Plathcluiintlusn. 43 Thiere mit Cochenille, eine ausgezeichnete Methode, die Paul Maykr ein- "•etiihrt hat. Cochenille hat nämlich die Eigenschaft, die Drüsen und ihre Scerete nicht nur sehr intensiv . sondern auch von den übrigen histo- logischen Elementen sehr verschieden zu färben. Ich habe Schnitte von Planarien, an denen ausschließlich die Drüsen , diese aber sehr stark, gefärbt sind. Die Drüsensecrete erscheinen beinahe schwarzgrün. Wenn man nun ein mit Cochenille gefärbtes Tristomum auf Schnitten imtersucht, so sieht man, dass die erwähnten Zellen durchaus keine Drüsenfärbung annehmen, sie färben sich außerordentlich schwach, ganz so, wie die Ganglienzellen in den spongiösen Strängen. Die Drü- senzellen aber werden ganz intensiv violett gefärbt, sie sind hauptsäch- lich in den vorderen beiden Saugnäpfen in unbeschreiblicher Zahl ent- wickelt und haben die Gestalt von kleinen, birnförraigen Zellen mit außerordentlich langen Ausführgängen . die mau mit größter Leichtig- keit bis an die Bauchfläche der Saugnäpfe, wo sie ausmünden, verfol- gen kann. Schon Stieda hat übrigens für Distomiden hervorgehoben, dass die Fortsätze unserer großen Zellen nicht gegen die Höhlung der Saugnäpfe, sondern vielmehr seitlich gerichtet sind. Ich kann dies hier für Tristomum, weiter unten für Distomiden nur bestätigen. Wir erhalten endlich Aufschluss über unsere Frage, wenn wir den kräftigen Bauchsaugnapf unserer Thiere histologisch genau unter- suchen. In diesem treten die Drüsen zurück — wir haben bloß Mus- keln, Bindegewebe, Wassergefäße und Nervensystem vor uns. Auf feinen Flächenschnitten bekommt man prachtvolle Bilder. Man sieht die Anordnung der Muskulatur in den sieben Feldern, man sieht, wie die großen, durch den Stiel in den Saugnapf eintretenden Wassergefäße in zierlichen Windungen sich schlängelnd verästeln, daneben erkennt man die starken in den Saugnapf eintretenden Nerven , die sich ebenfalls zwischen den Muskeln anastomosirend verzweigen. Auf Fig. 5 Tafel II habe ich eine Partie eines solchen Flächenschnittes dargestellt. Maü bemerkt einen der starken, schon früher beschriebenen Nerven na^ der in die eine Seite des Saugnapfes eintritt, sich bald in einen vordem und einen hintern nh theilt, die alsbald wieder nach außen anastomosirende Aste abgeben. Neben dem Nerven sieht man ein großes Wassergefäß icg eintreten, auch kleinere Verästelungen solcher Gefäße sind wahr- nehmbar. Zwischen den hier querdurchschnittenen Sagittalmuskeln m findet man die Spuren des sehr zusammengedrängten Bindegewebes mit seinen Kernen und ferner das Netzwerk der Nerven, die, je mehr sie sich zwischen den Muskeln verästeln , immer feinfaseriger werden und öfter schwer vom Bindegewebe abzugrenzen sind. 44 Arnold Lang In den Nervenanastomosen nun und in dem zwischen den Mnskel- biindeln lieg-enden Bindegewebe treffen wir unsere großen Zellen in reich- licher Anzahl : sie sind durch den Flächenschnitt (siehe Figura in der Ebene ihrer Ausläufer getroffen , wir finden sie schon den großen in den Saugnapf eintretenden Nerven angelagert. In einigen ihrer 2—5 Fortsätze lassen sich die Fasern verfolgen : diese erreichen die kleinen Nervenstännnchen und lassen sich nun von den Nervenfasern nicht mehr unterscheiden — mit einem Wort, es sind Nervenzellen. Querschnitte des Öaugnapfes bestätigen dies. Ich habe in Fig. 4 Tafel III eine Partie eines solchen Schnittes abgebildet. Wir sehen bei n einen Nerven, oder spongiösen Strang an einer Stelle durchschnitten, wo er einen Ast abgiebt. Dieser Ast ist in seiner Längsrichtung ge- troffen; wir können ihn zwischen den Sagittalmuskcln, die er durch- kreuzt, verfolgen. An einzelnen Stelleu birgt er kleinere Ganglien- zellen, bei (jz erreicht er aber große, es sind eben einige unserer großen Zellen. Ihre Fortsätze ragen in ihn hinein und wir verfolgen sie zurück bis an die Stelle, wo unser Ast sich vom querdurchschnittenen Nerv, dem spongiösen Strang, abzweigte. Diesem angelagert sehen wir wieder ähnliche Zellen, deren Fortsätze in die Lumina des spongiösen Stranges hineintauchen. Wir glauben nun mit Sicherheit nachgewiesen zu haben , dass die im ganzen Körper von Tristomum , hauptsächlich aber da wo die Mus- kulatur stark entwickelt ist, zerstreuten, großen Zellen, die wir be- schrieben haben, Nervenzellen sind. Ich halte sie für Apparate des Nervensystems, geeignet, die Thätigkeit bestimmter Gruppen von Mus- kelfasern zu leiten; für kleine, perii)herische, motorische Nervencentra. Irgend etwas über die Endigungsvveise des Nervenap[»arates in den ein- zelnen Muskelfasern zu ermitteln, ist mir nicht gelungen. B. Über das Nervensystem von Pleurocotyle Scombri. Tìifel I Fig. 2 unii Tafel II Fig. 17. Indem ich die Untersuchung des Nervensystems der Trematoden in Angriff nahm, war ich darauf bedacht aus jeder großen Abtheilung dieser Klasse einen Repräsentanten genauer zu untersuchen. Es kamen mir desshalb einige Exemplare von Pleurocotyle Scondjri , die ich im Frühjahr vorigen Jahres erhielt, sehr gelegen; um so mehr als es mich sehr interessirte , zu sehen . in welcher Weise durch die auffallende Asymmetrie dieses Thieres auch das Nervensystem beeinflusst sei. Die Untersuchung ist hier außerordentlich viel schwieriger, als bei Tristomum. Durch Beobachtung des lebenden Thieres und von Präparaten des ganzen Unters, z. Anatomie u. Histologie d. Nervensystems d. Plathelminthen. 45 Thieres koiniut man zu nichts und man niuss wieder 7A\ Schnittserien seine Zutiucht nehmen. Diese lehren in wenigen Worten Folgendes: Das augcnlose Gehirn (Fig. 2 Tafel I) liegt als bogenförmiges, zartes , feinfaseriges Band auch hier hinter dem zweigetheilteu Mund- saugnapf, vor und über dem Anfangstheil des Darmcanals. Demselben sind wenige sehr kleine und vereinzelte größere Ganglienzellen ein- und angelagert. Diese finden sich hauptsächlich in den beiden nach hinten und unten gerichteten, etwas verdickten, seitlichen Enden des Gehirns. Es gehen von diesen seitlichen Theilen verschiedene Nerven ab , die in den meisten Präparaten auf Querschnitten die Structur des spongiösen Gewebes zeigen. Von solchen Nerven kamen besonders deutlich zur Beobachtung : 1 ) ein Paar nach vorn zu den Saugnäpfen verlaufende ; 2) ein Paar Nerven, die als Dorsalnerven [dn] in die Höhe steigen, die ich indessen nur eine kurze Strecke weit verfolgen konnte; 3) ein Paar, das nach außen und rückwärts verläuft und sich bald verliert ; 4] ein Paar stärkerer Stämme, die als die beiden Längsuerven [In] auf der Bauchseite nach hinten gehen. Es kostet viel Aufmerksamkeit und sorgfältige Beobachtung, um diese Nerven auf den Querschnitten durch den ganzen Körper zu ver- folgen. Hat man sie aber auf einzelnen Schnitten aufgefunden, so ent- deckt man sie auch auf den übrigen. Je mehr man sich dem hinteren schaufeiförmigen Anhange nähert , um so deutlicher tritt der Nerv der- jenigen Seite hervor, auf der die vier hinter einander liegenden Saug- näpfe 's9f) mit ihrer Hakenbcwafifnung liegen. Es ist mir nicht ge- lungen, mit Sicherheit im Verlaufe der Längsnerven abgehende Aste zu constatiren. Im Bereiche des schaufeiförmigen Anhangs verhalten sich die beiden Längsuerven folgendermaßen. Der Nerv der Seite, die keine Saug- näpfe trägt, verläuft als zarter, schwacher Strang nach hinten. Der Nerv der anderen Seite ist entschieden bedeutend kräftiger. Ihm sind in dieser Gegend hie und da Ganglienzellen eingelagert, die mit Vor- liebe da vorkommen , wo er nach außen zu jedem Saugnapf Nerven- fasern [s/m.^ abgiebt. Beim Herantreten jedes dieser Nerven (Fig. 17 Taf. H 67/ an den betreffenden Saugnapf bildet sich eine kleine An- häufung von Ganglienzellen [pza] , die wohl das motorische Centrum für die Mu^^keln dieses Saugnapfes und seiner Haken darstellen, während das mit Ganglienzellen besetzte Stück des Längsnerven , das sich im schaufelförmigen Anhang befindet, als motorisches Cent.rum für alle 46 Arnold Lang ►Saugnäpfe zusammen zu betrachten wäre. Die Zahl und Größe der Nervenelemente , die sich in der Saugnapfseite des hinteren , schaufei- förmigen Anhanges von Pleurocotyle Scombri vorfinden , übersteigt ge- wiss diejenige im Gehirn des Thieres. Dies und der Mangel von Augen im Gehirn lassen in unserem Parasiten schon einen größeren Grad von ßückbildung erkennen, während die so sehr auffallende Asymmetrie im Nervensystem uns noch mehr als die Verhältnisse bei Tristomum lehren, wie eng der Beziehungsapparat mit dem Bewegungsmechanismus ver- knüpft ist. C. Das Nervensystem der Distomiden. Unter allen Trematoden ist das Nervensystem der Distomiden, hauptsächlich duvcli die ausgezeichneten Untersuchungen Leuckart's, am besten bekannt. Meine eigenen Forschungen augestellt an Distomuni nigroflavum Bud. und Distomum hepaticum, unter gelegentlicher Be- rücksichtigung mehrerer anderer Arten, bestätigen in den meisten, we- sentlichen Punkten die Ausführungen dieses Forschers. Distomuni nigroflavum mit seinem eigenthümlichen gestielten Bauchsaugnapf, fand ich beinahe immer in großer Anzahl im Darm von Orthagoriscus mola und zwar meistens den in diesem schmarotzenden Taenien anhaftend. Sehr häufig traf ich Exemplare dieses Schmarotzers einem seiner Brüder, dieser wieder einem anderen auf dem Cestoden sitzenden angeheftet — ein schönes Bild von Parasitismus I Mehrere Exemplare von Distomum hepaticum verdanke ich der Güte von Herrn Fritz Meyer, der sie in schwachem Alkohol aufbewahrt hatte. Das Centralnervensystem von Distomum nigroflavum hat die typische Lage im Sattel zwischen Mundsaugnapf und Pharynx. Es ist in Fig. 1 5 Tafel n im Querschnitt dargestellt. Das halbkreisförmige gebogene, sehr zartfasrige Gehirn enthält viele sehr kleine, wenige größere Gan- i',lienzelleu . Von seinen oberen Theilen geht jederseits dorsalwärts ein Merv (Tafel I Fig. 3 u. 4 ms/i) zum Mundsaugnapf [ins) und jederseits ein Nerv dorsalwärts nach hinten [dn) . Von den seitlich unteren Theilen des Gehirns , die auch bei Distomum nigroflavum mehr Ganglienzellen bergen, geht jederseits ein zarter Nerv auf die Bauchseite des Mund- saugnapfes. Es nehmen hier ferner ihren Anfang die beiden ventralen Längsnerven (In), welche bald nach ihrem Ursprung einen Seitenzweig [sin) nach außen abgeben, der allmählich mehr auf die Dorsalseite hin- aufrückt. Auch bei unserem Distomum erscheinen die Nerven au.r Querschnitten meist als spongiöse Stränge. Wegen ihrer geringen Größe und wegen des Umstandes, dass sie von dem Körperbindegewebe. Unters, z. Anatomie u. Histologie d. Nervensystems d. Plathelminthen. 47 welches hier ein ganz ähnliches Aussehen hat , sehr schwer zu unter- scheiden sind, bietet ihre Verfolgung an Schnitten sehr große Schwierig- keiten und nur das Verhalten der beiden ventralen Längsstämnie lässt sich, wegen ihrer stärkeren Entwickelung. verhältnismäßig leicht ver- folgen Nachdem diese Längsstämme in der Gegend angelangt sind, wo sich der gestielte Bauchsaugnapf befindet , geben sie ventralwärts einen Nerven in denselben ab. An der Abgangsstelle dieser Aste ent- halten die Längsstämme immer mehrere Ganglienzellen eingelagert. Jeder der beiden Nervenäste, einmal in den Stiel des Saugnapfes eingetreten, wird verstärkt durch einen zweiten Nerven, der ebenfalls von den Längsuerven , aber weiter hinten abgeschickt wird. Beide vereint (Fig. 3 u. 4 Taf. I hns^ Fig. 16 Tafel II hn] treten jeder- seits an den Bauchsaugnapf (Fig. 3 u. 4 bs und Fig. IG sni) heran, um hier zu einem förmlichen Ganglion (Fig. 3 u. 4 ga^ Fig. IG Sn) anzu- schwellen, das entschieden viel mehr und größere Ganglienzellen ent- hält als das Gehirn. Aus diesem Saugnapfganglion entspringen jeder- seits zwei kräftige Nerven, die an ihrer Wurzel ebenfalls noch mehrere Ganglienzellen bergen und von denen der eine sich verzweigend an den vorderen , der andere an den hinteren Rand des Bauchsaugnapfes sich begiebt. Nachdem die beiden ventralen Längsnerven die Gegend verlassen haben, wo in Folge der Entwickelung des Bauchsaugnapfes eine sehr starke Muskulatur vorhanden ist, werden sie immer dünner und zarter, bis man sie schließlich im größten Theile der hinteren Körperregiou, wo die Muskulatur außerordentlich reducirt ist, auf Schnitten kaum mehr aufzufinden vermag. Mit dem Verhalten des Nervensystems bei Distomum uigroflavum stimmt auch Distomum hepaticum wesentlich überein. Auch hier hat die bogenförmige Gehirncommissur dieselbe Lage, wie bei den übrigen erwähnten Trematoden. Ich glaube überhaupt, dass bei allen Trema- toden das Gehirn diese Lage hat, dass es nämlich bogenförmig über den vorderen Theil des Pharynx verläuft und ich zweifle, ob sich die ab- weichenden Angaben bei erneuter, genauer Untersuchung bestätigen würden. ilber das Nervensystem von Distonnim hepaticum geben Serien von Flächenschnitten die beste Auskunft. Zu solchen Schnitten eignet es sich wegen seiner platten Körperform sehr gut. Sie lehren uns, dass von den oberen seitlichen Partien des Gehirns , ganz wie bei Distomum nigroflavum, jederseits ein kurzer Nei'v [msi)) dorsalwärts nach vorn zu dem Mundsaugna])f (Tafel III Fig. 1 ms] geht, ferner jederseits ein 48 Arnold Lang DorsalaeiT [dti] nach hinten. Aus den seitlich unteren, zu beiden Seiten des vorderen Theiles des Pharynx liegenden, etwas verdickten Gehirn- partien [sa] entspringen : 1) je ein Nerv, der sich zu beiden Seiten des Saugnapfes nach vorn begiebt [msn) ; 2) je ein Nerv, der nach außen gegen den Körperrand zu geht, sich jedoch vorher Constant in einen vorderen und in einen hinteren Ast spaltet : 3 je ein ventraler, starker Längsnerv, der auf der Bauchseite der Grabeläste des Darnicanals, etwas nach außen von diesen verläuft [hi) ; 4) je ein kleiner Nerv, der nach hinten und innen zum Pharynx tritt [phn]. Die Längsnerven geben , indem sie in ihrem Verlauf den Bauch- saugnapf zwischen sich lassen, am Anfang desselben je einen kräftigen Nerven [bsn] an ihn ab, der sich dann am Saugnapf selbst in einen vor- deren, und in einen hinteren Ast theilt. Auf diesen Nerven folgt in kurzem Abstände ein zweiter ebenfalls nach innen gericbteter, der sich in die unmittelbar hinter dem Haftorgan gelegenen Partien zu begeben scheint. Nach außen geben die Längsnerven von Abstand zu Abstand Aste ab, die sich spärlich verzweigen. Solcher Äste zählte ich jederseits zwischen Mund- und Bauchsaugnapf zwei, weiter hinten entspringen noch einige. Ich habe indessen den hinter dem Bauchsaugnapf liegen- den, größten Theil des Körpers nicht genauer untersucht und mich bloß auf Flächenschnitten durch das hinterste Leibesende von der Anwesen- heit der zwei, hier sehr dünn gewordenen, ventralen Längsstämme über- zeugt. Zwischen Bauch und Mundsaugnapf glaube ich auf einigen Prä- paraten von den Längsstämmen nach innen abgehende Zweige zu er- kennen. Auf den von mir durch die in schwachem Alkohol aufl)ewahrten und mit Essigearmin gefärbten Thiere gemachten Schnitten sind die Nerven unendlich viel deutlicher vom Bindegewebe unterschieden als z. B. bei Distomum nigroflavum. Dieses erscheint hier nämlicß als gi'oßblasige« Gewebe mit Kernen in den Plasmaresten. Taschenberg's Ansicht über dasselbe halte ich für sehr plausibel. Im Gehirn und in den Nerven kommen große und kleine Ganglien- zellen und Kerne vor. Die großen Ganglienzellen sind meistens bl- öder multipolar, ihre Fortsätze, die sich selir schön färben, und eben so wie das Protoplasma der Ganglienzellen ein körniges Aussehen haben, lassen sich auf vielen meiner Präparate sehr weit verfolgen. Ob das körnige Aussehen normal ist , kann ich nicht entscheiden , da ich eben Unters, z. Anatomie u. Histologie d. Nervensystems d. Piatii elminthen. 49 bloß iu einer Weise conservirte Thiere zur Verfügung hatte. Der Kern der Ganglienzellen, eben so wie ihr Kernkörperchen zeigt dieselbe Structur wie bei den übrigen Trematoden. Was nun ihre Vertheilung anbetrifft, so muss ich hauptsächlich hervorheben, dass sie den ventralen Längsstänmien in der Strecke zwischen Mund- und Bauchsaugnapf, wo diese weitaus am stärksten entwickelt sind und bis zu 0,1 mm dick werden, in größerer Anzahl angelagert sind; hauptsächlich da, wo von denselben Aste abgehen , wie in der Nähe des Bauchsaugnapfes. Auf Fig. 5 Tafel III habe ich ein Stück eines Längsnerven mit seinen Ganglienzellen und Faserkernen bei starker Vergrößerung abgebildet. Starke Anhäufungen von Zellen und Kernen finden wir ferner in den seitlichen Anschwellungen des Gehirns , weniger in seinen übrigen Theilen mit Ausnahme seiner obersten Partien , wo man auf Schnitten beständig eine kleine Gruppe von schönen, großen Ganglienzellen antrifft. Ich muss zum Schluss noch auf einen Punkt zurückkommen, den ich beiTristomum eingehender besprochen habe, nämlich auf die großen, hauptsächlich in den Saugnäpfen vorkommenden Zellen. Diese finden sich auch bei Pleurocotyle , Distomum nigroflavum und hepaticum in den muskulösen Organen wieder und zeigen immer dieselben Eigen- thümlichkeiten. wie die Ganglienzellen. Ich hebe nochmals mit Stieda hervor, dass ihre Fortsätze in den wenigsten Fällen der Höhlung des Sauguapfes zugekehrt sind und verweise bei der Gelegenheit auf die Abbildung, die ich in Fig. 6 Tafel III von einer solchen Zelle aus dem Mundsaugnapf von Distomum hepaticum gegeben habe. Ich habe zwar in einzelnen Fällen den Eintritt der Nerven in die Saugnäpfe, haupt- sächlich den Eintritt derjenigen Nerven in den Mundsaugnapf des Leber- egels verfolgen können, welcher von den seitlich oberen Partien des Gehirns nach vorn abgeht, es ist mir aber nie mit Sicherheit gelungen, eine Verbindung der Fasern dieser Nerven mit den erwähnten großen Zellen zu constatiren. In Anbetracht der offenbaren Homologie aber mit den bei Tristomum erwähnten Zellen stehe ich keinen Augenblick an, auch diese als Ganglienzellen zu betrachten und an sie dieselbe Auffassung anzuknüpfen. Mitthoilungon a. d. Zoolog. Station zu Neapel. Bd. U. 50 Arnold Lang Erläuterung der Zincographieen. In den 14 Figuren ist beinahe vollständig eine Reihe von Querschnitten durch das Centralnervensystem von Tristomum molae in roher Weise dargestellt. Die Contouren des Gehirns , die Lage und Größe der Ganglienzellen, die Grenzen der gröberen und feineren Nervenröhren und Fasersubstanz wurden mit der Camera lucida aufgenommen. Die Serie geht von vorn nach hinten. Einzelne wenige Schnitte sind nicht abgebildet, da sie von den nächst vorhergehenden oder nächst folgenden nur sehr geringe Abweichungen darbieten. Zwischen dem der Fig. 13 und dem der Fig. 14 entsprechenden Schnitte sind mehrere nicht dargestellt. Die feinste Fasersubstanz ist kreuz und quer dicht schraffirt, während die großen Nervenröhren weiß gelassen sind. Die übrige Gehirnsubstanz, feineres spongiöses Gewebe, ist durch die gewölbte Schraftirung gekennzeichnet. Die kleineren, dunkleren Flecke repräsentiren kleinere, die größeren, mit einem King im Innern versehenen, große Ganglienzellen. Für das Übrige giebt die folgende Buchstabenerklärung Aufschluss. da = Darmäste, kgz = kleine Ganglienzellen , in den meisten Figuren nicht besonders bezeichnet, ggz = große Ganglienzellen , in den meisten Figuren nicht besonders bezeichnet, imn = Sagittalmuskeln, )i2 = zweiter Gehirnnerv, wg = Wassergefäße, nr = große Nervenröhren, an = Augennerv, a?H = Augenmuskel, a = Augen, agz = Augenganglienzellen, 7nh = Mund, Mundhöhle, phm = Pharynxmuskulatur, eph — Übergang der Mundhöhle in die Pharynxhöhle, ph = Pharynx, dn = Dorsalnerv, aln = äußerer Längsnerv, iln = innerer Längsnerv. Tafelerklärung. Tafel I. Fig. 1. Nervensystem von Tristomum molae. g Gehirn, In innere Längs- nerven, sin äußere Längsnerven, dn dorsale Längsnerven, ins Mundsaug- näpfe, bs Bauchsaugnapf, wg contractile Blasen und Endstämrae des Wassergefäßsystems. Fig. 2. Nervensystem von Pleurocotyle Scombri, g Gehirn, dn dorsale Längsnerven, In ventrale Längsnerven, snn Nerven, die zu den asymme- trisch gelegenen vier Saugnäpfen sn des schaufeiförmigen, hintern An- hanges gehen, ms Stelle der Mundsaugnäpfe. ililllivilumjen u. d. Zoolog. SUilioii Neuiiel. II. Bd. I. Ilß. Unters, z. Anatomie u. Histologie d. Nervensystems d. Plathelminthen. 51 Fig. 3. Nervensystem von Distomiim nigroflavum von der Seite und Fig. 4 von oben, g Gehirn, msn dorsaler Nerv des Mundsaugnapfes ms, In ven- trale Längsnerven , sin davon abgehende äußere Nerven , du dorsale Längsnerven, hsn Bauchsaugnapfnerv, ga Ganglienanschwellung des- selben am Bauchsaugnapf, ms Mundsaugnapf, hs Bauchsaugnapf. Tafel II. Fig. 1. Flächenschnitt durch die mittleren Partieen des Gehirns vonTristo- mum molae, mit den von ihm ausstrahlenden Nerven, ii^ erstes Ner- venpaar, in die Region zwischen den Mundsaugnäpfen verlaufend, n-i zweites Nerveupaar, die Mundsaugnäpfe innervirend, «3 drittes Nerven- paar, das vorhergehende verstärkend und zugleich eine ringförmige Com- missur zwischen den vorhergehenden Nervenpaaren bildend, n^ Anfangs- theil der Wurzel der ventralen Längsstämme, g Gehirn, m dasselbe durchsetzende Sagittalmuskeln, quer durchschnitten, gz Ganglienzellen, gzp Ganglienzellen in den Muskeln des umliegenden Parenchyms. Zeiss. CG. Oc. I. Fig. 2. Flächenschnitt durch die dorsalen Partieen des Gehirns von Tristomum molae. l lichtbrechender Körper der Augen, m Augenmuskeln, agz Augen- ganglienzellen. Zeiss. CG. Oc. I. Fig. 3. Senkrechter Querschnitt durch das Gehirn desselben Thieres in der Ge- gend der vorderen zwei Augen, tvg durchschnittene Anastomose der über dem Gehirn verlaufenden Wassergefäße, ph Anfang der Pharynxmusku- latur. Zeiss. CG. Oc. I. Fig. 4. Horizontaler Schnitt durch eine der zwei Wurzeln der dorsalen und ven- tralen Längsstämme von Tristomum molae. Der nach oben (in der Tafel) abgehende Ast itg) ist die Anfangsstelle des inneren Längsnerven, die je- doch nicht in ihrer ganzen Breite durchschnitten ist ; der nach rechts ab- gehende repräsentirt den Anfang des äußeren Längsnerven und der nach unten abgehende ist die seitlich untere und hintere Fortsetzung des Ge- hirns, dn ist die quer durchschnittene , als spongiöser Strang erschei- nende Wurzel des dorsalen Längsnerven , in dessen Lumina durch- schnittene Forsätze von Ganglienzellen als dunklere Stellen sich zeigen. Ich mache hauptsächlich auf die zwei Ganglienzellen gz aufmerksam, deren Fortsätze man direct in die Lumina des spongiösen Stranges ein- treten sieht. Daneben mehrere verschiedenartige Ganglienzellen, die die Ursprungsstelle der Längsstämme charakterisiren. log Contouren eines von der contractilen Blase gegen den Pharynx zu verlaufenden Wasser- gefäßstammes. Zeiss. F. Oc. I. Fig. h. Stück eines Flächenschnittes durch den Bauchsaugnapf desselben Thieres, um die Innervirung desselben zu illustriren. Man sieht zwischen den durchschnittenen Sagittalmuskeln m das Bindegewebe mit seinen Kernen und die Nervenverästelungen mit den charakteristischen Gan- glienzellen, nh vordere und hintere Äste des einen Hauptnerven na, der aus dem Stiele des Saugnapfes in diesen hineintritt, ivg Wassergefäße. Zeiss. CG. Oc. I. Fig. 6 , 7 und 8. Nervenzellen in ihren Röhren oder Scheiden seh. Bei Fig. 8 ist rh irrthümliche Bezeichnung anstatt seh. Zeiss. F. Oc. L Fig. 9, 10, 11, 12, 13. Theile eines Nerven auf auf einander folgenden Quer- schnitten. Zeiss. F. Oc I. 4* 52 Arnold Lang, Unters, z. Anat. u. Histol. d. Nervensyst. d. Plathelminthen. Fig. 14. Sollte den Querschnitt eines Nervenzweiges bei möglichst guter Erhal- tung darstellen, ist aber in der Lithographie misslungen. Fig. 15. Querschnitt durch das Gehirn von Distomum nigroflavum. ahi Abgangsstellle der ventralen Längsnerven, sn Mundsaugnapf, oph Pha- rynxöffnung. Fig. 16. Aus einem Schnitte des Bauchsaugnapfes desselben Thieres. Sn links irrthümlich sh, gangliöse Anschwellungen der an den Saugnapf heran- tretenden Nerven hn. Im Fortsetzung der Längsmuskulatur des Körpers, Sni Sagittalmuskeln des Bauchsaugnapfes. Fig. 17. Theil eines Querschnittes durch das schaufeiförmige, hintere Leibes- ende von Pleuro cot yl e Scombri, und zwar durch die Seite, auf der die Saugnäpfe entwickelt sind. Von dem Längsnerven [In] dieser Seite geht ein Nerv [sn] zum Saugnapf ab, dem am Saugnapf selbst mehrere Ganglienzellen gza angelagert sind, m Dorsoventralmuskeln , Sn Saug- napfmuskeln, h Hackenbewaffnung des Saugnapfes. Tafel in. Fig. 1. Nervensystem von Distomum hepaticum, ms Mundsaugnapf, hs Bauchsaugnapf, ph Pharynx , msn Mundsaugnapfnerv , bsn Bauchsaug- napfnerv, In Längsnerven, du Dorsalnerven, g Gehirn, sa seitliche An- schwellungen des Gehirns, sn, von ihnen abgehende Seitennerven , phn Pharynxnerven. Fig. 2. Auge von Tristomum coccineum. p Pigment, l lichtbrechender Körper, agz Augenganglienzelleu, gz Gehirnganglienzellen der nächsten Umgebung. Fig. 3. a, b, c, d Verschiedene Stadien der durch die Conservation verursachten Einbuchtungen der Kerne der Ganglienzellen von Tristomum molae. Fig. 4. Stück eines Querschnittes durch den Bauchsaugnapf von Tristomum molae. n quer durchschnittener Nerv , wg durchschnittene Wasser- gefäße, n, längs durchschnittener, von n sich abzweigender Nerv, gz große Ganglienzellen des Saugnapfes, pk Kerne des Bindegewebes. Fig. 5. Stück eines der ventralen Längsnerven zwischen Mund- und Bauchsaug- napf von Distomum hepaticum. Fig. 6. Große Ganglienzelle zwischen Bindegewebe und Muskeln des Mundsaug- napfes von Distomum hepaticum. über einige seltenere Echinodermen des Mittelmeeres, Von Dr. Hubert Ludwig, Director der naturwissenschaftlichen Sammlung in Bremen. Mit Tafel IV. Antedon phalangium Marion. Vor ungefähr zwei Jahren erhielt ich aus der Zoologischen Station zu Neapel einige Exemplare einer Antedon-Art, welche sich auf den ersten Blick durch ihren zierlicheren Bau und die langen Ranken von der gewöhnlichen und allbekannten Art, Antedon rosacea, unterscheidet. Eine nähere Untersuchung ergab, dass ich es mit der seit dem Jahre 1847 nicht mehr beobachteten J. MüLLER'schen Species Comatula (Alecto) phalangium ^ zu thun hatte. Auf diese Bestimmung hin wurde diese Art in das Preisverzeichnis der von der Zoologischen Station zu beziehenden conservirten Seethiere aufgenommen 2. Seither ist die Art auch bei Marseille durch Marion aufgefunden und näher beschrieben worden ^. J. Müller hatte sie bei Neapel und bei Nizza gefunden, hat aber Nichts über die Tiefen, in welchen sie lebt, mitgetheilt. Leider kann auch ich von den mir vorliegenden Exemplaren keine derartige Angabe machen. Durch Marion aber wissen wir, dass Antedon phalangium in einer größeren Tiefe als A. rosacea lebt. Während letztere nicht tiefer als 37 Faden gefunden worden ist, am häufigsten aber in weit geringeren * Müller, Joh., Über die Gattung Comatula und ihre Arten. Abhdl. d. k. Akad. d. Wissensch. zu Berlin. 1847. p. 253. - Mittheilungen aus d. Zoolog. Station. Bd. I. Heft 2. 3 Marion, A. F., Draguages au large de Marseille. Ann. scienc. nat. VI. Sér. Zool. T. VIII. Paris 1879. Art. Nr. 7. p. 40—45. PI. 18. 54 Hubert Ludwig Tiefen lebt, geht erstere in bedeutendere Tiefen bis zu 100 Faden. Durch Müller' s und Marion's Beschreibungen ist diese seltenere An- tedon-Art des Mittelmeeres zwar hinreichend charakterisirt. Doch dürften einige weitere Notizen über dieses elegante Geschöpf dazu beitragen demselben größere Aufmerksamkeit zuzuwenden. Die Unterschiede zwischen beiden Arten lassen sich in mannig- fachen Einzelheiten nachweisen. So z. B. sind die Kalkkörperchen in den Saumläppchen der Tentakelrinnen bei Antedon phalangium stärker ausgebildet als bei A. rosacea. Die Figuren 1 a und 2 stellen solche Kalkkörperchen von beiden Arten dar und sind in beiden Fällen aus der gleichen Körperregion entnommen, nämlich aus den der Armspitze zunächst gelegenen Pinnulä. Bei A. rosacea haben sie gewöhnlich die Form eines nur wenig und unregelmäßig gekrümmten Stabes von 0,045 — 0,12mm Länge; seltener sind dieselben an dem nach dem freien Rande des Saumläppchens gerichteten Ende gegabelt. Die Kalkkörper- chen, welche Ferrier ^ aus den Saumläppchen (»membrane festonnée«) zeichnet, sind etwas complicirter gebaut und sind wahrscheinlich aus einem näher an der Scheibe gelegenen Theile der Arme entnommen. Die geraden Stäbchen, welche Perrier bei A. rosacea aus der Wand der Tentakel angiebt, vermisse ich in den aboralen Pinnulen gänzlich. Im Gegensatz zu A. rosacea finden wir nun bei A. phalangium in jedem Saumläppchen eine zierlich durchbrochene Kalkplatte, die häufig noch stärker entwickelt ist als die gezeichnete ; die Länge dieser Platten be- trägt durchschnittlich 0,13 mm. Außerdem liegen bei A. phalangium in der Wand des basalen Abschnittes der Tentakel kleine, höchstens 0,07 mm lange und mit ganz niedrigen Dörnchen besetzte Kalkstäbchen (Fig. \h]. So weit darüber Spiritusexemplare Auskunft geben, scheint bei A. phalangium die Länge der Afterröhre verhältnismäßig beträchtlicher zu sein als bei A. rosacea. So z. B. ragt bei einem Exemplare von A. phalangium, dessen Scheibe in dorsoventraler Richtung 8 mm misst, die Afterröhre 3 mm hoch empor. In der Afterröhre fehlen kalkige Ein- lagerungen vollständig. Auch im ganzen Bereiche des ventralen Peri- soms der Scheibe kommen Kalkkörperchen nur höchst spärlich vor, und fehlen hier auch in den Tentakeln und in den Saumläppchen der Ten- takelrinnen. Während also an den Armen die Kalkkörper reichlicher 1 Perrier, Edm., Kecherches sur l'anatomie et la régénération des bras de laComatula rosacea. Archiv, de zool. expér. et gen. T. II. 1873. p. 55, 59. PI. II. fig. 3, 4. über einige seltenere Echinodermen des Mittelmeeres. 55 als bei A. rosacea ausgebildet sind, tritt an der Scheibe genau das um- gekehrte Verhältnis ein. Die Kelchporen sind , so weit sich das nach Untersuchung eines Exemplares beurtheilen lässt. eben so zahlreich wie bei A. rosacea, die Steincanäle aber scheinen verhältnismäßig weniger zahlreich zu sein. Am Munde finden sich in jedem interradialen Bezirke vier Mundtentakel, welche neben einander aus dem Wassergefäß ringe entspringen. Ich glaube diese Glelegenheit zu einer Notiz über die Ent- deckungsgeschichte des »gekammerten Organs« der Cri- no ideen benutzen zu dürfen. Greeff hat sich veranlasst gesehen in seiner neuesten, sechsten, Mittheilung über den Bau der Echinodermen ^ zu betonen, dass ihm, und nicht W. B. Carpenter, die Priorität für die Entdeckung dieses Orgaus gebühre. Es ist dieser Anspruch Greeff's in erster Linie gegen die in meinen vo^ mehr als zwei Jahren erschie- nenen »Beiträgen zur Anatomie der Crinoideen«^ gemachten Angaben gerichtet, woselbst ich Carpenter die erste Mittheilung über das ge- kammerte Organ zugeschrieben, zugleich aber auch die Selbständigkeit der fast gleichzeitigen Angaben Greeff's und Teuscher's ausdrücklich hervorgehoben habe. Greeff beruft sich für seine Forderung auf ein von P. H. Carpenter aufgestelltes Litteraturverzeichnis (Remarks on the Anatomy of the Arms of the Crinoids. Part. II. Journ. of Anat. and Physiol. Vol. XI. 1876. p. 95. — Greeff citirt falsch : Vol. X April 1 877) , aus welchem hervorgehe . dass seine (Greeff's) Mittheilung sieben Tage früher als diejenige von W. B. Carpenter veröffent- licht sei. Das eben erwähnte Litteraturverzeichnis P. H. Carpenter's ist mir schon bei Veröffentlichung meiner oben citirten »Beiträge etc.« bekannt gewesen. Aber eben so wenig wie damals kann ich mich jetzt dazu entschließen Greeff die beanspruchte Priorität zu Ungunsten von W. B, Carpenter zuzuerkennen. Die Mittheilungen, um die es sich hier handelt, sind von beiden Autoren zuerst in Gesellschaftssitzungen gemacht und dann später in den Sitzungsberichten der betr. Gesell- schaften veröffentlicht worden. In solchen Fällen kann man nun ent- weder das Datum der Sitzung oder aber das Datum der Publication der gedruckten Sitzungsberichte als maßgebend für die Abwägung der beiderseitigen Prioritätsansprüche betrachten. Bei dem einen der beiden Autoren aber das Datum der Sitzung und bei dem anderen das Datum ' Sitzungsber. d. Geseüsch. z. Bef. d. ges. Naturw. Marburg. 1879. Nr. 4. Mai. p. 52 — 54. 2 Morphol. Studien an Echinodermen. Bd. I. p. 61. 5 6 Hubert Ludwig der Veröffentlichung der Sitzungsberichte zu Grunde zu legen, ist will- kürlich und ungerecht. In unserem Falle liegt die Sache nun so, dass, wieW. B. Carpenter selbst angiebt', die Überreichung seiner Abhand- lung an die Royal Society am 15. Dee. 1875 stattgefunden hat; im Drucke erschienen ist dieselbe am 2ü. Jan. 1876 2. Greeff hingegen trug seine Mittheilung am 13. Jan. 1876 in der Gesellschaft zur Be- förderung der gesammten Naturwissenschaften zu Marburg vor ; die- selbe erschien dann in der Januar -Nummer der Sitzungsberichte der genannten Gesellschaft — leider tragen die Nummern der Marburger Sitzungsberichte kein bestimmtes Datum; da aber die Sitzung selbst am 13. Januar stattgefunden hat, so kann man, falls die betr. Nummer nicht mit einer ganz ungewöhnlichen und beneidenswerthen Schnellig- keit gedruckt und veröfi'entlicht worden ist, wohl sicher annehmen, dass dieselbe am 20. Januar noch nicht publicirt war. Welche Daten sind nun zu vergleichen? Entweder man vergleicht den 16. Dee. 1875 auf Seiten W. B. Carpenter's mit dem 13. Jan. 1876 auf Seiten Greefp's — das ergiebt für Carpenter eine Priorität von viermal sieben Tagen — , oder man vergleicht den 20. Jan. 1876 auf Seiten Carpen- ter's mit dem nicht genau bekannten, aber sicher nicht vor dem 20. Jan. gelegenen Datum der Veröffentlichung der »Januar«-Nummer der Marburger Sitzungsberichte — das ergiebt wiederum für Carpenter die Priorität. Greeff rechnet nur dadurch für sich eine siebentägige Priorität heraus, dass er das Datum : 13. Jan. auf seiner Seite mit dem Datum 20. Jan. auf Seite Carpenter's vergleicht, was mir nach dem vorhin Gesagten als unbillig und darum unzulässig erscheint. Greeff's Anspruch ist nur dann berechtigt, wenn erstens nur das Datum der Veröffentlichung der betreffenden Gesellschaftsberichte beiderseits zu Grunde gelegt wird und er zweitens beweisen kann , dass die Januar- Nummer der Marburger Sitzungsberichte vom Jahre 1876 schon vor dem 20. Jan. veröffentlicht war. Bis dahin halte ich nach wie vor W. B. Carpenter für den ersten Entdecker des gekammerten Organs der Crinoideen. Gegenüber der weiteren Bemerkung von Greeff, dass er auch zuerst auf die Ähnlichkeit im inneren Baue der Kelchbasis fos- siler Crinoideen, namentlich des Encrinus liliiformis mit Antedon rosacea aufmerksam gemacht habe, sehe ich mich gezwungen zu betonen, dass meine auf denselben Gegenstand bezüglichen Untersuchungen, die nur 1 Supplemental Note etc. Proceed. Roy. Soc. Nr. 169. 1876. p. 1 des Separat- abdruckes. 2 On the Structure, etc. of Antedon rosaceus. Proceed. Roy. Soc. Nr. 166. 20. Jan. 1876. p. 211—231. pl. 8, 9. über einige seltenere Echinodermen des Mittelmeeres. 57 kurze Zeit nach der betr. Mittheilung von Greeb^f ' veröffentlicht wurden 2, durchaus selbständig- sind und von mir, wie ich hinzufügen will, schon lange vor dem Erscheinen der GREEFF'schen kurzen Bemerkung, meinen Freunden Prof. Ehlers und Prof. K. v. Seebach mitgetheilt worden waren •'. Astropecten squamatus Müll. u. Trosch. Im Jahre 1844 beschrieben Müller und Troschel unter dem Namen Astropecten squamatus ein Exemplar eines Öeesternes, der durch KÖLLiKER in das Berliner Museum gekommen war und von der Insel Föhr stammen solH. Durch die Güte des Herrn Prof. Peters hatte ich Gelegenheit dieses Exemplar einer genauen Prüfung unterziehen zu können. Das Verhältnis des Armradius zum Scheibenradius ist genau das von Müller und Troschel angegebene, nämlich 3:1. Der Arm- radius misst 33, der Scheibenradius 11 mm. Müller und Troschel geben an, dass die granulirten, dorsalen Randplatten ohne alle Stacheln seien ; ich finde aber, dass an dem einen Arme des Originalexemplars zwei im äußeren Drittel und an derselben Seite des Armes gelegene dorsale Randplatten davon eine Ausnahme machen ; eine derselben trägt einen ganz kurzen Stachel, die andere zeigt deutlich die Stelle, wo ein Stachel, der selbst nicht mehr vorhanden ist, einst aufsaß. Von den beiden platten Stacheln, welche Müller und Troschel an dem peri- pherischen Rande der ventralen Randplatten angeben, ist der aborale immer bedeutend größer und breiter als der adorale. Die ventralen Randplatten haben ein nacktes Mittelfeld, das von einem Kranze zier- licher Schuppen umgeben ist, ausgenommen sind davon »diejenigen auf der Scheibe und diejenigen am Ende der Arme«. Bezüglich der im Be- reiche der Scheibe gelegenen ventralen Randplatten beschränkt sich diese Ausnahme an dem MüLLER-TROSCHELschen Exemplare auf die erste Platte eines jeden Strahles. Abgesehen von diesen kleinen Er- gänzungen ist die MÜLLER- TROSCHEL'sche Beschreibung durchaus correct. 1 Marburger Sitzungsber. Mai 1876. 2 Güttinger Nachrichten 28. Juni 1876. 3 Erst nachträglich finde ich Gelegenheit zu erwähnen , dass unterdessen auch P. H. Carpenter den GREEFF'schen Prioritätsanspruch in Bezug auf die erste Beschreibung des fünfkammerigen Organs als unberechtigt zurückgewiesen hat ; vergi. : P. H. Carpenter, The chambered organ of Comatula. Zoolog. Anzeiger. Nr. 41. 1879. p. 569—571. Bremen, 5. November 1879. * MÜLLER, Jon., u. Troschel, Fr, Herm., Beschreibung neuer Asteriden. Arch. f. Naturgesch. 1844. p. 182. 58 Hubert Ludwig DE Filippi stellte im Jahre 1S59 eine neue Astropecten-Art aus dem Mittelmeere auf, welche er bei Livorno fand und A. aster nannte *. Da seine Diagnose nur kurz ist und in einem weniger zugängigen Jour- nale veröffentlicht wurde, so möge sie hier wiederholt sein : »Quinque radiatus ; diametro disci ad longitudinem radiorum uti 1 : 1 ; articulis marginalibus supra utroque latere 22, granulosis, plerisque spina brevi praeditis; scutellis ventralibus squamosis, in medio laevibus.« Indem gleichfalls kurzen französischen Texte, den er dieser Diagnose hinzu- fügt, hebt er ferner hervor : «La plupart des plaques marginales dorsales portent un aiguillon court, d'autres en manquent, surtout vers la base àes bras. Plaques ventrales lisses au milieu, bordées d'écailles , qui recouvrent entièrement l'extrémité touchant au sillon ; l'extrémité opposée ou marginale porte deux aiguillons, dont l'externe est grand et plat, d'autres, plus petits, sont à la base de ceux-ci. Chaque plaque du sillon ventral porte six papilles distribuées en deux rangs de trois chacun ; la papille moyenne est la plus longue, mais dans le rang externe cette papille est aussi plus grosse et conique.« Schon de Filippi erkannte, dass seine neue Art nahe verwandt sei mit Müller u. Troschel's A. squamatus. Während Dujardin und Hupe die Müller - TROSCHEL'sche Be- schreibung von A. squamatus einfach reproduciren 2, de Filippi's Art aber ganz unerwähnt lassen, ist Lütken der erste Autor, bei welchem sich neue und selbständige Angaben finden •^. Nach vier von Neapel stam- menden Exemplaren des Kopenhagener Museums giebt derselbe, sorg- fältig wie immer, eine genaue Beschreibung von A. aster. Die etwaige Zusammengehörigkeit der FiLippi'schen Art mit A. squamatus wird von Lütken besprochen, jedoch ohne zu einem bestimmten Entscheid zu gelangen. Von neueren Angaben, welche sich auf die uns hier beschäftigende Art beziehen, sind mir, wie ich nachträglich zu den in dem Prodromus zu den Echinodermen des Mittelmeeres ^ gemachten Litteraturangaben bemerken will, noch zwei bekannt geworden. Perrier giebt in seiner 1 Filippi, Ph. de, Trois nouvelles espèces d'Astérides de la Mediterranée. Eevue et Magas. de Zool. par Guérin-Méne ville. 2.Sér. T. XI, 1859. p. 64 — 65. 2 DujARDiN et HuPÉ, Histoire natur. desZoophytesEchinodermes. 1862. p.427. 3 LÜTKEN, Chr. Fr., Kritiske Bemaerkninger etc. Vidensk. Meddelels. naturh. Forening for 1844. Kjöbenhavn 1865. p. 129—132. * Die Echinodermen des Mittelmeeres ; Prodromus. Mittheilungen aus d. Zool. Station zu Neapel. Bd. L 1879. p. 543. über einige seltenere Echinodermen des Mittelmeeres. 59 Reparti tion géograpbique des Asterides ^ an, dass sich im Pariser Mu- seum Exemplare von Astropeeten aster befinden, welche von Troschel studirt worden waren und als A. platyacanthus bezeichnet sind. Die- selbe Notiz hat Pekkier auch schon in seiner Revision der öeesterue des Pariser Museums gegeben und dabei die Notwendigkeit einer neuen Untersuchung der beiden Arten: A. aster und A. platyacanthus betont-. Im Übrigen scheint Perrier die Sache etwas flüchtig behandelt zu ha- ben, denn auf derselben Seite seiner Abhandlung sagt er, Lütken's Be- schreibung von A. aster stimme durchaus überein mit den von Müller u. Troschel als A. platyacanthus bezeichneten Exemplaren, führt aber das Citat der Lütken' scheu Beschreibung unter A. polyacanthus auf. Von Marion erfahren wir, dass A. aster im Golfe von Marseille in Gesellschaft von Ophioglypha texturata vorkommt '^. Von Neapel liegen mir sieben Exemplare vor, aus deren Unter- suchung und Vergleichung mit dem Originalexemplar von Müller- Troschel's Astropeeten squamatus zweifellos hervorgeht, dass dieselben zu der genannten Art gehören , aber auch eben so zweifellos , dass Filippi's A. aster damit identisch ist. Die oben angeführten Beschrei- bungen von Müller-Troschel und von Filippi zeigen ohnehin nur geringe Differenzen und diese geringen Differenzen werden durch die Neapel -Exemplare ausgeglichen. Der Gegensatz, dass Müller und Troschel stachellose dorsale Randplatten angeben, während nach Filippi die Mehrzahl der dorsalen Randplatten einen kurzen Stachel trägt, verliert schon dadurch an Schärfe, dass ich an zwei dorsalen Randplatten des Müller- TROSCHEL'schen Originalexemplares einen Stachel nachweisen konnte. Von den sieben Neapel-Exemplaren sind bei einem (Nr. 1) alle dorsalen Randplatten mit Ausnahme der beiden ersten (adoralen), bei vier anderen (Nr. 3, 5, 6, 7) alle mit Ausnahme der (drei oder) vier ersten stachellos, bei dem sechsten Exemplare (Nr. 4) ist an einem Arme eine einzige dorsale Randplatte, die zehnte, be- stachelt , alle übrigen sind ohne Stachel, bei dem siebenten Exemplare (Nr. 2) aber sind alle dorsalen Randplatten ausnahmslos unbestachelt. Daraus geht hervor, dass weder das Fehlen noch das Vorhandensein der Stachel ein durchgreifendes Merkmal bildet. Ein anderer Differenz- 1 Perrier, Edm., Etüde sur la répartition géograpbique des Astérides. Nou- velles Archives du Mus. d'Hist. nat. II. Serie. T. I. 1878. p. .33. 2 Perrier, Edm., Revision de la coUection des Stellérides du Mus. d'Hist. natur. Archiv, de zool. expér. et gén. T. V. 1876. p. 274, 275. 3 Marion, A. F., Draguages au large de Marseille. Ann. scienc. nat. VI. Scr. Zool. T. Vili. 1879. p. 39. 60 Hubert Ludwig punkt liegt in der Zahl der dorsalen Randplatten ; Müller undTROSCHEL geben 30 an, Filippi nur 22. Abgesehen davon, dass hier vielleicht bei Filippi eine nicht ganz genaue Zählung mitspielt, ist die Zahl der Randplatten, wie schon v. Marenzeller bei Astropecten bispinosus und A. platyacanthus gezeigt hat^, nach dem Alter des Thieres wechselnd; sie ist größer bei älteren Thieren, kleiner bei jüngeren. Diese Gesetz- mäßigkeit triff't auch bei A. squamatus zu. Im Folgenden gebe ich eine Zusammenstellung der Messungen und Zählungen der sieben neapoli- tanischen Exemplare. Größte Länge des ganzen Thieres Länge des Scheiben- radius Länge des Armradius Zahl der dorsalen Randplatten Nr. 1. 68 mm 37 mm 11,5 mm 30 Nr. 2. 59 - 33 - 10,5 - 28 Nr. 3. 58 - 31 - 10 28 Nr. 4. 51 - 29 - 9,5 - 28 Nr. 5. 49 - 27 - 9 - 25 Nr. 6. 40 - 23 - 8 - 24 Nr. 7. 40 - 22 - 7 24 Aus diesen Messungen geht hervor, dass die Zahl der Randplatten mit dem Alter des Thieres zunimmt und dass das Verhältnis zwischen Scheibenradius und Armradius bei dieser Art und den in Betracht ge- kommenen Altersstufen ziemlich Constant das gleiche bleibt 1:3. An dem MüLLER-TROscHEL'schen Originalexemplar haben die erste und die an der Armspitze gelegenen ventralen Randplatten kein nacktes Mittelfeld, sondern sind vollständig beschuppt; ein oder zwei Schuppen- reihen lagern sich zwischen die die Ränder der Platten besetzenden Schuppenreihen und bedecken so das Mittelfeld. Auch in dieser Hin- sicht zeigen die mir von Neapel vorliegenden Exemplare verschiedene Variationen. So z. B. hat bei dem Exemplar Nr. 1 auch die erste ven- trale Randplatte ein nacktes Mittelfeld, während von der 11*^°, 14^^" oder 18*^" (nach den Armen verschieden) an die Platten vollständig mit Schuppen, die in vier Reihen stehen, bedeckt sind. Das Exemplar Nr, 2 hat ganz mit Schuppen (Schuppen stehen in drei Reihen) bedeckte erste ventrale Randplatten, alle folgenden unteren Randplatten aber haben ein nacktes Mittelfeld. Bei dem Exemplar Nr. 4 sind die erste und die vom 24*®" an folgenden unteren Randplatten ganz beschuppt, die übrigen besitzen das nackte Mittelfeld. Diese drei Exemplare zeigen * Marenzeller, E. von, Revision adriatischer Seesterne. Verhandl. d. k. k. zool.-bot. Gesellsch. Wien. 1875. p. 364. über einige seltenere Echinodermen des Mittelmeeres. 61 clemnach — imd die vier übrigen schließen sich ihnen darin au — , dass die erste und eine verschiedene Anzahl der letzten unteren Randplatten ganz beschuppt sein können. In dem Prodromus zu den Echinodermen des Mittelmeeres ' habe ich die Vermuthung geäußert, dass zu Astropecten squamatus auch PiiiLippi's Asterias Jonstoni zu ziehen sei. Es veranlasst mich dazu der Umstand, dass in den PniLippi'schen Diagnosen mittelmeerischer Seesterne ^ allein von Asterias Jonstoni nackte untere Randplatten an- gegeben werden : »Asterias Jonstoni. Ratione diametri disci ad longi- tudinem radii ut 1 : 1,3; articulis in margine radiorum circa 30, supra inermibus, infra spina simplici armatis, caeterum laeviusculis. Magnit. 3".« Was die Fundorte anbelangt, so kennen wir den Astropecten squa- matus bis jetzt aus dem Mittelmeere von Marseille, Livorno, Neapel und wenn wir Philippi's A. Jonstoni hinzurechnen auch von Sicilien. Außer dem Mittelmeere wird auch noch die Insel Föhr genannt. Ich muss gestehen, dass ich den Verdacht nicht unterdrücken kann, dass die Angabe des Berliner Museums, wonach das MüLLER-TROscHEL'sche Originalexemplar von Föhr herrühren soll, auf irgend einem Irrthum beruht; denn es ist mir zu räthselhaft, dass, wenn wirklich die Nordsee den A. squamatus besitzt, noch von keinem späteren Forscher daselbst ein Exemplar dieser Art gefunden worden ist. Auch an der englischen und französischen Küste ist die Art unbekannt. Opbioconis brevispiii.i n. sp. Unter obiger Bezeichnung habe ich vor Kurzem ^ eine Ophiure auf- geführt, deren Beschreibung hier folgen soll. Dieselbe ist mir in einem wohlerhaltenen Exemplar von der Zoologischen Station zu Neapel über- schickt worden. Von der Gattung Ophioconis Lütken sind bis jetzt zwei Arten bekannt : Ophioconis Forbesi Lütken ^ und Ophioconis mi- 1 1. c. p. 544. 2 Philipp:, A., Über die mit Asterias aurantiaca verwandten und verwech- selten Asterien der sicilianischen Küste. Arch. f. Nat. 1837. p. 193. 3 Die Echinodermen des Mittelmeeres, Prodromus einer monographischen Be- arbeitung derselben. Mittheilungen aus d. Zoolog. Station zu Neapel. Bd.I. p. 546. * LÜTKEN, Chr. Fr., Additamenta ad historiam Ophiuridarum III. Vidensk. Selsk. Skrifter. Kjöbenhavn. 5 Raekke. Bd. VIII, u. 1869. p. 32, 88, 98. Ophio- conis Forbesi Lütken =Pectinura Forbesi Heller. (Heller, Cam., Untersuchungen über die Litoralfauna des adriatischen Meeres. Sitzungsber. d. math.-naturwiss. Classe d. k. Akad. d. Wissensch. Wien. Bd. 46, I. 1863. p. 422—424. Taf. II. Fig. 5—8.) 62 Hubert Ludwig liaria Lyman^. Mit beiden ist die vorliegende Form sehr nahe ver- wandt. Doch bevor ich saif die verwandtschaftlichen Verhältnisse näher eingehe, will ich das vorliegende Exemplar der neuen Art möglichst genau beschreiben (Fig. 3 a und 3ò). Besondere Kennzeichen der Art: sechs ziemlich gleich große Armstachel, von denen keiner länger als die Hälfte eines Arm- gliedes ist; eine Tentakelschuppe. Beschreibung des einzigen Exemplares: Die Scheibe hat einen Durchmesser von J 1 mm. Die Länge der Arme beträgt 42 mm., Dicke eines Armes dicht an der Scheibe (ohne die Stacheln) 2 mm. An jeder Seite einer jeden Mundspalte zehn Mundpapillen, von denen die vier oder fünf äußeren breiter und mehr viereckig, die inneren aber mehr kegelförmig gestaltet sind ; von den letzteren ist die innerste, welche mit ihrem Partner unter den Zähnen steht, die größte. Die Zähne selbst sind kegelförmig und stehen in einer Reihe über einander. Die Mundschilder sind in der für die Gattung charakteristischen Weise eben so wie die ganze ventrale und dorsale Oberfläche der Scheibe mit gleichförmigen, kleinen rundlichen Granula bedeckt. Entfernt man die Granula, so zeigen sich die Mundschilder als außen abgerundete und zwischen die Bursalspalten nicht hinausragende, innen aber stumpf zugespitzte Platten, welche im Ganzen ein wenig breiter als lang sind. Die Seitenmundschilder sind schmal. Die unteren Armplatten sind im proximalen Abschnitte der Arme kaum breiter als laug, mit schmalem, adoralen und mit breitem, con- vexen, aboralen Rande ; die seitlichen Ränder besitzen eine Ausbuch- tung für die Tentakelschuppe. Die Seitenplatten der Arme tragen je eine kurze, flache, abgerundete Tentakelschuppe und sechs kleine, stumpfe, dem Arme anliegende Stachelchen, die von ziemlich gleicher Größe sind, von denen aber keines die Mitte der nächsten Seiteuplatte überragt. Die oberen Armplatten sind an dem proximalen Armab- schnitte breiter als laug und haben einen nur wenig convexen aboralen Rand ; der adorale Rand ist an diesem Theile der Arme breiter als die Seitenränder, weiter gegen die Armspitze hin wird dieses Verhältniss bald ein umgekehrtes : der adorale Rand wird schmäler und schmäler und schwindet endlich ganz. In dem distalen Abschnitte der Arme stoßen die seitlichen Armschilder oben und unten in der Medianebene 1 Lyman, Theod., Reports on the Dredging Operations of the U. S. Coast Survey Str. »Blake». Bullet. Mus. Compar. Zool. Harvard College. Cambridge, Mass. Vol. V. Nr. 9. 1878. p. 221—222. PI. Ili, fig. 49—51. über einige seltenere Echinodermen des Mittelmeeres. 63 zusammen, jedoch oben früher als unten. Die oberen Armplatten sind niemals gekielt. Die Scheibe ist flach, pentagonal. Von den kleinen Granula, von welchen sie allseitig- bekleidet wird , kommen ungefähr zehn auf die Breite eines Millimeters. Die Haut der Scheibe ist auf der dorsalen wie auf der ventralen Seite weich und biegsam, nur am Scheibenrande findet sich unter den Granula eine dem Rande entlang ziehende Reihe größerer, fest mit einander verbundener Kalkplatten, durch welche der Rand starr und unbiegsam wird. Radialschilder sind nicht zu sehen. Die Bursal- spalten sind kurz, sie reichen bis zur Mitte des vierten Armgliedes und sind doppelt so lang wie die Entfernung ihres äußeren Endes vom Rande der Scheibe. An dem in Weingeist conservirten Exemplar ist der Scheibenrücken von einem nicht ganz regelmäßig contourirten zehnlappigen lebhaft rosafarbenen Felde eingenommen; die zehn kurzen Lappen dieses Feldes sind abwechselnd radiär und interradiär gerichtet. Nur ein 1,5 — 2 mm breiter Randsaum des Scheibenrückens bleibt unbedeckt von dem rosafarbenen Felde. Die Arme sind in ihrem proximalen Abschnitte von blassen rosafarbenen Binden umgeben , welche in Abständen von meistens drei Armgliedern auf einander folgen und selbst vrieder drei bis vier Armglieder bedecken. Auf der Ventralseite, so wie im distalen Abschnitte der Arme werden diese Binden undeutlich. Abgesehen von den so eben aufgezählten rosafarbenen Stellen sind Scheibe und Arme blassgelblich gefärbt und auch im Centrum des rosafarbenen Feldes besitzt der Scheibenrücken eine kleine gelbliche Stelle. Vergleichen wir nun unsere Form zunächst mit Lyman's Ophioconis miliaria, welche bei Havana aus einer Tiefe von 243 — 450 Faden in gleichfalls nur einem Exemplare gefischt wurde. 0. miliaria unter- scheidet sich besonders darin von 0. brevispina, dass die Armstachel erstens zahlreicher und zweitens viel länger sind ; von den sieben bis acht Armstacheln der 0. miliaria sind die drei oberen drei Mal so lang wie ein Armglied. Ferner unterscheiden sich beide Arten dadurch, dass bei 0. miliaria zwei, bei 0. brevispina aber nur eine Tentakelschuppe vorhanden sind. Auf die Differenzen in Größe und Farbe ist um so ge- ringeres Gewicht zu legen als Lyman eben so wie mir nur ein einziges Exemplar vorlag: Lyman giebt von 0. miliaria einen Scheibendurch- messer von 7,5 mm und eine Armlänge von 35 mm an, so wie blass- gelbe Färbung (in Weingeist) . Schwieriger ist die Unterscheidung der 0. brevispina von 0. Forbesi. Was zunächst die Zahl und Größe der Armstacheln anbelangt, so giebt Helleii, welcher die letztgenannte 64 Hubert Ludwig Art zuerst als Pectinura Forbesi besclirieb und benannte, sieben Stacheln an, von denen die beiden obersten die Basis der nächsten Reihe er- reichen, also so lang wie ein Armglied sind. Bei 0. brevispina aber finden sich, wie schon angegeben, immer nur sechs Stachel, von denen keiner länger als die Hälfte eines Armgliedes ist. Hinsichtlich der Tentakelschuppen behauptet Heller, die von ihm beschriebene Art habe deren zwei. Da nun aber Lyman die Zweizahl der Tentakel- schuppen bei 0. miliaria ausdrücklich in Gegensatz zu der Einzahl der- selben bei 0. Forbesi setzt, so nahm ich mir die Freiheit brieflich bei Herrn.LYMAN anzufragen, wie es sich mit der Zahl der Tentakelschuppen bei 0. Forbesi verhalte. Er hatte die Güte mir daraufhin mitzutheilen, dass ihm im Jahre 1 872 von Heller ein Originalexemplar von 0. Forbesi zugeschickt worden sei. Dieses Exemplar habe nun nicht, wie Heller angegeben, zwei, sondern nur eine Tentakelschuppe. Um Heller's Angabe nicht ohne Weiteres als falsch zu bezeichnen, fügt Lyman in seinem Briefe hinzu «possibly large specimens have two scales in the first few joints«. Demnach scheint die Zahl der Tentakelschuppen keine Trennung der 0. brevispina von 0. Forbesi zu gestatten. Doch sind außer dem schon hervorgehobenen Unterschiede in der Bestachelung der Arme auch noch andere Unterscheidungsmerkmale vorhanden. Heller giebt bei 0. Forbesi unter den Granula der Scheibe kleine, sich dachziegelförmig deckende Schüppchen an K Bei 0. brevispina habe ich dieselben vergeblich gesucht. Ferner sagt Heller von seiner Art, dass die Scheibe deutlich von den Armen abgesetzt sei, auch das ist bei 0. brevispina nicht der Fall. Bei dieser Sachlage scheint es mir am gerathensten, einstweilen, so lange wir nicht verbindende Zwischen- formen kennen, die mittelmeerischen Ophioconis- Formen als zwei ver- schiedene Arten aus einander zu halten. Thyone aurantiaca v. Marenzeller. ^ Wie schon bei einer früheren Gelegenheit von mir hervorgehoben wurde 2, ist die Beschreibung, welche Costa von der von ihm als neue Gattung und Art aufgestellten Uroxia aurantiaca gegeben hat 3, sehr oberflächlich, so dass es bis jetzt nicht möglich war über diese Dendro- 1 vergi, auch Heller, 1. c. Fig. 5 u. 6. 2 Beiträge zur Kenntnis der Holothurien. Mit 2 Taf. Würzburg 1874. (Auch in Arbeiten aus d. zool.-zoot. Institut in Würzburg. Bd. II. Heft 2, 1875. p. 39.) 3 Costa, A., Descrizione dì una nuova Oloturia. Annuario del museo zoologico della R. Università di Napoli. Anno V. Napoli lbG9. p. 57—59. Tav. Ili, Fig. 3. über einige seltenere Ecliinodornien des Mittelmeeres. 65 chirote zu einem bestimmten Urtbeile zn kommen'. Glücklicherweise hat Costa seiner dürftigen Beschreibung- eine Abbildung beigegeben, nach welcher ich nicht länger daran zweifeln kann, dass eine Thyone- Art, welche mir in fünf Exemplaren aus der Zoologischen Station zu Neapel zugegangen ist, mit Costa's Uroxia aurantiaca identisch ist. Schon vor einigen Jahren hat v. Marenzeller vermuthet, dass Costa's Art zur Gattung Thyone gehöre und fast gleichzeitig mit ihm und ohne von seiner Mittheilung Kenntnis zu haben, habe ich mich in demselben Sinne geäußert. Der gute Erhaltungszustand der fünf mir vorliegenden Exemplare gestattet eine ausführliche Beschreibung zu geben. Drei von den fünf Exemplaren sind Weibchen, zwei Männchen. Die Größen- verhältnisse sind die folgenden : Geschlecht Länge Dicke Nr. 1. d^ 82 mm 18 mm Nr. 2. 9 67 - 27 - Nr. 3. 9 50 - 14 - Nr. 4. 9 45 - 15 - Nr. 5. (f 22 - 15 - Während Nr. 1 spindelförmig ist, haben Nr. 2, 3 u. 4 eine mehr wurstförmige Gestalt, während Nr. 5 fast tonnenförmig aufgebläht jst. Die Farbe der in Weingeist conservirteu Exemplare ist blassgelb mit röthlichem Schimmer. Von den Tentakeln sind die beiden ventralen ganz bedeutend kleiner als die acht übrigen, so sind z. B. an einem Exemplare (Nr. 2) die ersteren nur 3 mm lang, während die letzteren eine Länge von 16 mm haben. Die Tentakelzweige sind hell bräunlich-gelb gefärbt ; der Mundeingaug ist lebhaft braun pigmentirt. Die zahlreichen kleineu, zarten Füßchen sind über die ganze Ober- fläche des Körpers ziemlich dicht und gleichmäßig angeordnet, doch erkennt man bei genauer Betrachtung, dass sie auf der Bauchseite ganz unbedeutend, fast unmerklich dichter gestellt sind als auf dem Bivium. Wenn die Füßchen ausgestreckt sind, sind sie gleichmäßig cylindrisch, 2 mm lang, durchscheinend und dünnwandig; der Körper des Thieres erscheint dann allseitig wie von zarten Zotten überdeckt. In ihrer Wan- dung besitzen die Füßchen keine Kalkkörper, mit Ausnahme eines End- scheibchens. welches die in Fig. 4 b gezeichnete Form und einen Durch- messer von 0,17 — 0,18 mm hat. 1 Marenzeller, E. v., Kritik adriatischer Holothurien. Verhandlungen d. k. k. zool.-bot. Gesellsch. in Wien. Jahrg. 1S74. p. 313 — 314. Mittlieilungen a. d. Zoolog. Station zu Neapel. Bd. IL 5 66 Hubert Ludwig Die Ambulacren des Triviums sind einander ein wenig näher ge- rückt als diejenigen des Biviums. Am After befinden sich fünf Ideine Zähnchen. Darans folgt, dass Th. aurantiaca nicht wie ich früher meinte zur Untergattung Stolus, sondern zur Untergattung Thyone s. str. gehört. Die Kalkkörper der Haut sind in ihrer Verbreitung auf das hintere Körperende beschränkt, sonst fehlen sie volisiändig^ Sie haben alle die sog. StUhlchenfonn. Die Scheibe des »Stüblchens« hat einen Durch- messer von 0,(H) — 0, 1 mm und die in Fig. 4 c und 4 d dargestellte Form. Der Stiel des »Stuhlchens« besteht nur aus zwei an ihrem Endtheile mit einander verbundenen 0,06mm hohenStäben, die an ihrerSpitze zwei bis vier kleine Dornen, manchmal auch ein kurzes Nebenästchen tragen (Fig. 4e). Die Insertion des Stieles auf der Scheibe entspricht der Längsachse des mittleren, breitesten und nicht weiter durchbrochenen Stabes des Kalknetzes der Scheibe; diese Längsachse fällt in den beiden Fig. 4 c und 4 d mit der Richtung der Pfeile zusammen. Der Kalkring ist mit seinen Ausläufern bei dem Exemplare Nr. 2 32mm lang und ist aus fünf Radialien und fünf Interradialien zusammen- gesetzt, welche sämmtlich, wie Fig. 4a zeigt, aus einer großen Anzahl 1 Studer bat von der Gattung Tliyone die von ihm aufgestellte neue Gattung Ti-achyth3fone abgetrennt (Über E( hinodermen aus dem antarktischen Meere und zwei neue Seeigel von den Papua-Inseln, gesammelt auf der Reise S. M. S. Gazelle um die Erde. Monatsber. d. kgl. Akademie d.Wissensch. zu Berlin. 1876. p. 453). D^^r Gegensatz zur Gattung Thyone besteht einzig und allein darin, dass die Kalk- korper der Haut dicht an einander liegen und so ein zusammenhängendes Skelet bilden. Dieser Unterschied berechtigt meines Erachtens durchau:) nicht zur Auf- stellung eines neuen Genus, da erstens unter den bis jetzt bekannten Thyone-Arten alle Übergänge von spärlichen, zerstreuten Kalkkörpern zu zahlreichen dicht an einander gedrängten vorkommen und da zweitens ein nur quantitativer Unterschied in einem so mannigfach ausgebildeten Merkmale, wie es die Kalkkörper der Holo- thurien sind, überhaupt zur Gattungsdiagiiose wenig geeignet erscheint. Auch mit der neuen Synaptideu-Gattuug, welche Studer in derselben Abhandlung p. 454 unter dem Namen Sigmodota aufstellt, bin ich nicht einverstanden. Die von Lesson als Cliirodota purpurea aufgeführte Art wird zum Typus jener neuen Gattung er- hoben, wegen der »eigentliümlichen Form der Kalkkürper, die Stäbchen darstellen, deren beide Enden hakenförmig nach verschiedener Richtung umgebogen sind« — »corpuscula calcarea rara sigmoidea«. Dieselbe Form der Kalkkörper kommt nun auch bei der von mir früher beschriebenen Chirodota contorta vor, aber nicht aus- schließlich, sondern gleichzeitig mit Kalkstäben, die an beiden Enden nach der- selben Seite umgebogen sind. Dieses Verhalten bei Chirodota contorta scheint hinreichend zu beweisen, dass die Form der Kalkstäbe keinen Grund für die Auf- stellung des Genus Sigmodota abgeben kann. (Vergi, meine oben citirten Beiträge zur Kenntnis der Holothurien. p. 4. l'af. VI. Fig. 6 h, c. über einige seltenere Ecliinodernion des Mitfolmeeres. 67 von uuregelmäliig polygonalen nnd zugleich ungleicli großen, fest mit einander verwachsenen KalkstUckchen zusammengefügt sind. Die Interradialia messen von ihrer vorderen Spitze bis zu ihrem hinteren concaven Rande IG mm. Die Kadialia sind von ihrem vorderen in zwei dünne Spitzen ausgezogenen Ende bis zu ihrem hinteren Rande 10 mm lang: die bis an den Wassergefäßring reiclienden Fortsätze der Radialia sind 22 mm lang. Eine ähnliche Zusammensetzung des Kalkringes be- sehreibt Selenka von Thyone (Stolus) sacella ' undTh. (Stolus) gibber^. Am Wassergefäßringe hängt links eine einzige 35 mm lange sack- förmige PoLi'sche Blase und im dorsalen Mesenterium ist ein 1 5 mm langer, mit kleinem rundlichem Köpfchen versehener Steincanal nach vorn verlaufend festgelegt. Die Retractoren entspringen (bei einge- zogenem Schlundkopfe) auf der Grenze des ersten und zweiten Sechstels der Körperlänge und sind eben so wie die Längsmuskeln der Körper- wand sehr kräftig entwickelt, während die Ringmuskulatur nur eine dünne Schicht bildet. Die beiden Lungenbäume sind wohl entwickelt und reichen nach vorn bis über die ürsprungsstelle der Retractoren. Die Geschlechtsorgane bilden jederseits vom dorsalen Mesenterium ein Büschel; welches sich mit breiter Basis inserirt und aus unver- ästelten cylindrischen Schläuchen von durchschnittlich 20 mm Länge besteht. Die Insertionsstelle der beiden Genitalbüschel liegt bei einge- zogenem Schlundkopfe in der Mitte der Körperlänge. Der Genitalcanal ist an dem untersuchten Exemplare (Nr. 2) sehr kräftig entwickelt, 1,5 — 2 mm dick. Costa giebt an, dass bei den männlichen Thieren die Genitalöffnung auf der Spitze einer langen Papille, die er als Penis bezeichnet, gelegen sei. Ich kann diese An- gabe bestätigen. Während bei den drei weiblichen Exemplaren (Nr. 2, 3, 4) eine Geuitalpapille vollständig fehlt, ist sie bei dem männlichen Thiere (Nr. 5) als ein dünnes, 1,5 mm langes Gebilde zwischen den beiden dorsalen Tentakeln vorhanden. Das andere männliche Exemplar (Nr. I) konnte auf dieses Verhalten nicht mehr untersucht werden, da ihm Schlundkopf und Tentakel fehlten. Welche Function diese männ- liche Genitalpapille zu erfüllen hat, wird sich mit Sicherheit erst an den lebenden Thieren feststellen lassen. Das Vorkommen einer männlichen Genitalpapille scheint unter den D endrochiroten weiter verbreitet zu ' Selenka, E., Beiträge zur Anatomie u. S5'steraatik der Holothurien. Zeit- schrift f. wissensch Zool. XVII. 1S67. p. :^55. Taf. X, Fig. 11.5. - Selenka, 1. c. p. 3"if.. 5* 68 Hubert Ludwig sein. So erwähnt Costa, dass er auch bei Holothuria pentaetes das- selbe Organ gefunden habe. Auch diese Angabe kann ich bestätigen. Bei einem männlichen von Neapel stammenden Exemplare derselben Art = Cucumaria pentaetes Forbes (= C. elongata Düben & Koren) fand ich zwischen der Basis der beiden dorsalen Tentakel eine lange Papille, die der bei Thyoue aurantiaca beobachteten durchaus ent- spricht (Fig. 5) . Eine ganz ähnliche Papille ist schon vor Costa von Koren * bei Tbyone fusus angegeben und neuerdings von v. Maren- zeller- bestätigt worden. Doch ist bei Thyoue fusus bis jetzt nicht, sicher constatirt, dass die Genital papille nur den Männchen zukommt, den Weibchen aber fehlt, v. Marenzeller ist auch der erste, welcher genauere Mittheilungen über den Bau der Papille macht: unter der äußeren Cuticula liegt eine Bindegewebsschicht und darunter eine Schicht longitudinaler Muskelfasern, w-elche unmittelbar den Hohlraum, der eine directe J\>rtsetzung des auf der Spitze der Papille ausmün- denden Genitalganges ist, umschließen. Bei einem Männchen von Cucu- maria Planci habe ich vergeblich nach einer Geuitalpapille gesucht. Wenn also auch eine männliche Genitalpapille bei manchen Dendrochi- roten vorkommt, so ist sie doch keine allgemeine Eigenthümlichkeit derselben. Holotlmria mammata Grube. »Tentakeln schildförmig, am Rande nicht verästelt und verzweigt, sondern bloß mehrfach lappig eingekerbt, auf ziemlich dicken Stielen sitzend. Der Körper ist glatt, etwas cyliudrisch, oben röthlich braun- grau, mit einer Menge unbedeutender und mit etwa 5 Längsreihen großer eigenthümlicher halbkugeliger Hervorragungen bedeckt, die wie Zitzen aussehen; in der Mitte sind sie vertieft und zeigen eine Öffnung, aus der das Füßchen hervortritt, aber an den Weingeistexemplaren haben sich diese ganz zurückgezogen, die Öffnung ist geschlossen und die sie umgebende Haut bildet einen Stern zarter Falten. Die mittleren Reihen scheinen regelmäßiger als die äußeren. — Gegen die flachere braun und weiß gefleckte Bauchseite hin verschwinden die Pusteln mehr, man findet nur Vertiefungen in der Haut selbst, in denen die 1 KORKN, J. , Beskrivelse over Thyone fusus og Cuvieria squamata. (Nyt Magaz. f. Naturvid. T. IV. 1845. p. 203. Tab. I.) Froriep's Neue Notizen. Bd. 35. 1845. p. 21. Fig. 1. 2 Marenzeller, E. v., Kritik adriatischer Holothurieu. Verhandlunppu d. k k. zoolog.-bot. Gesellsch. in Wien. Jahrg. 1874. p. 313 — 314. über einige seiteuere Ecliiuoderuien «letj Mittclineeres. 69 Fiißehen wurzeln, und die Mitte der Bauchseite selbst erscheint glatt, nur hin und wieder mit einem Fiißcheu besetzt. Die Füßchen sind etwas rauh und, wie die großen Pusteln und Tentakeln, hellgrau. — Länge 11 cm: Breite 3,5 cm.« Mit diesen Worten beschrieb Gkube im Jahre 1840' eine Holo- thiirie von Neapel, welche meines Wissens bisher nicht wieder gefunden worden ist. Von demselben Fundorte liegen mir nun aber fünf Exem- plare einer Holothurienart vor, auf welche die obige Beschreibung Gkubes so vollständig passt, dass ich dieselbe mit Sicherheit für die GRUBESche Art halten kann. Die Körperform ist cyliudrisch mit abgeflachter Bauchseite; die Länge beträgt durchschnittlich 8,5, die Breite "2 cm. 20 schildförmige Tentakel von der von Grube beschriebenen Gestalt. Rücken röthlich braun, Bauch mit kleineu dunkleren Flecken besäet und dadurch im Ganzen etwas dunkler als der Rücken. Die Rückenpapilleu haben eine 4 mm breite Basis und Bind 3 mm hoch, sie bilden fünf bis sechs un- regelmäßige Längslinien über den Rücken. Auf der abgeflachten Bauch- seite fehlen die Papillen vollständig; die Füßchen stehen nicht dicht gedrängt, sondern meist etwa 2 mm entfernt von einander, in der Mitte der Bauchfläche sind sie am seltensten. Während ich immer nur eine ventral gelegene, durchschnittlich 7 mm lange, kugelige PoLische am Wassergefäßringe finden konnte, ist die Zahl der Steincanäle eine wechselnde. So hat das eine Exemplar links vom dorsalen Mesenterium drei Steincanäle, von denen der größte 3 mm lang ist, und rechts vom dorsalen Mesenterium zwei, von denen einer kaum 2 mm, der andere aber 5 mm lang ist; alle fünf Steincanäle enden mit verhältnismäßig langem kolbigen Endköpfchen. Ein zweites Exemplar besitzt jederseits vom dorsalen Mesenterium zwei Steincanäle, auch hier ist einer der beiden rechts gelegenen der größte von allen. Bei dem dritten und dem vierten Exemplare fand ich jedes Mal nur einen einzigen rechts vom dorsalen Mesenterium liegenden Steincanal. In allen vier Exemplaren aber herrscht darin Übereinstimmung, dass der oder die Steincanäle nicht im dorsalen Mesenterium festgelegt sind, sondern frei in die Leibeshöhle herabhängen. Die Radialia des Kalkringes, der sich in seiner Form und Zu- sammensetzung von dem für die ganze Gattung chraktcristischen Ver- halten nicht entfernt, haben eine Höhe von 2,5, die Interradialia eine • Grube. Ad. Ed , Aktinien, Echinodermen u. WUrmcr des adriatischen xi. Mittelmeeres. Königsberg 1840. p. 35. 70 Hubert Ludwig- solche von 1,5 mm. Die Insertionsstelle der Geschlechtsschläuche be- findet sich 12 mm hinter dem Kalkringe. Die Genitalschläuche selbst sind bei meinen Exemplaren nur in unentwickelten, jungen Anlagen vor- handen. An dem gemeinschaftlichen Stamme der Lungenbäume sitzen circa 20, durchschnittlich I cm lange CuviER'sche Organe; dieselben in- seriren sich in einer Längslinie hinter einander und sind niemals ver- ästelt. Kalkkörper konnte ich bei meinen Exemplaren weder in der Haut noch auch in den Füßchen finden, doch bin ich geneigt zu glauben, dass dieser Mangel durch Einwirkung einer ConservirungsflUssigkeit (Chrom- säure?) verursacht ist. Eine bestimmte Angabe über die Conservirungs- methode, welcher die mir vorliegenden Exemplare unterworfen worden waren, fehlt mir. Andere Exemplare, welche nur mit Weingeist behan- delt sind, deren Kalkkörper also keiner Gefährdung ausgesetzt waren, konnte ich bis jetzt nicht erhalten. In Folge dessen wird man die vor- stehende Mittheilung durchaus nicht als eine definitive Entscheidung über die Selbständigkeit der H. mammata betrachten können, sondern nur als einen erneuerten Hinweis auf die von Grübe beobachteten For- men. So lange man nicht die Zugehörigkeit der H. mammata zu einer anderen Art wirklich beweisen kann, erscheint es zweckmäßiger, sie als besondere Species aufzuführen. Semper hat H. mammata Grube zu H. fabulosa gestellt'. Diese Ansicht vermag ich nicht ohne Weiteres zu theilen ; ich halte einstweilen die GRUBESche H. mammata für eine gut charakterisirte Art. Ob aber nicht vielleicht die eine oder andere delle CniAjE'sche Holothurie auf H. mammata Grube zu beziehen ist, möchte ich als offene Frage dahin- gestellt sein lassen. Grube selbst ist der Meinung, seine H. mammata sei von DELLE Chiaje als H. impatiens Forsk. aufgeführt worden. Bremen, 10. October 1879. ' Semper, C. , Reisen im Archipel der Philippineu. Bd. I. Holothurien. Leipzig 1S68. p. 279. über einige selieuero Ecliiiiodonucu dea .Mittelnioeros. 71 Erklärung der Abbildungen. Tafel IV. Fig. 1 . Antedou phalaugium. a Kalkkörpercheu aus eiuem Saumläppchen einer Pinnula am distalen Ende der Arme ; b Kalkkörperchen aus der Wand eines Tentakels, eben daher, -^o/, . Fig. 2. Antedou rosacea. Vier Kalkstäbchen aus den Saumläppchen einer Pin- nula am distalen Ende der Arme, —o j. Fig. o. Ophioconis brevispina. «Theil der ventralen Ansicht des Thieres. & Theil der dorsalen Ansicht, ^/i. Fig. 4. Thyone aurantiaca. (i Kalkring, '/i- ^ Endscheibchen eines Füßchens, 220/1. c und d, zwei Kalkkörperchen der Haut von der Unterseite gesehen, "o/,. e ein Kalkkörperchen der Haut von der Seite gesehen, 22o^'j. Fig. 5. Cucumaria pentactes 5 • Die beiden dorsalen Tentakel imd die männ- liche Genitalpapillc. 7', die Tentakel; Cr'^^, die Genitalpapille; Z), Stück des aufgeschnittenen und aus einander gebreiteten Anfangstheiles des Darmtractus. ^/i. Nachträgliche Bemerkung zu Thyone aurantiaca. In der Zeitschrift für die gesammteu Naturwissenschaften 1879. p. 319 findet sich eine Notiz über eine von Neapel stammende Holo- thnrie, welche Dr. 0. Taschenberg als identisch mit der räthselhafteu Haplodactyla mediterranea Grube betrachtet. Durch die Güte des ge- nannten Herrn war ich in der Lage das betreffende, einzige Exemplar untersuchen zu können. Dasselbe erwies sich als ein der Eingeweide zum größten Theile ermangelndes Exemplar von Thyone aurantiaca. Die Angaben Taschenberg's, dass die Haut keine Kalkkorper habe, dass die Tentakel einfach fingerförmig seien und dass das Thier zu den fußlosen Holothurien gehöre, muss ich zu meinem Bedauern sämmtlich als unrichtig bezeichnen. Bremen, 25. Februar 1880. Zur Kenntnis der Siphoneen und Bangiaceen. Von 0. Berthold. Die folgenden Zeilen greifen mehr in der Form einer vorläufigen Mittheilung einige Verhältnisse aus der Lebensgeschichte von Formen der angeführten Gruppen heraus. Betreffs weiterer Angal)en und der noch erforderlichen Ergänzungen sei auf in Vorbereitung begriffene umfassen- dere Bearbeitungen der beiden CTruppen hingewiesen. 1) Einiges über das Verhalten der Kerne hei marinen Siphoneen. Als in einer vor anderthalb Jahren erschienenen Notiz über grüne Algen aus dem Golfe von Athen ' F. Schmitz darauf aufmerksam machte, dass gewisse großzellige grüne Meeresalgeu, welche man bisher für kernlos gehalten hatte, im Gegentheil sehr zahlreiche Kerne in jeder Zelle besäßen , wurden seine Angaben ziemlich allseitig mit großem Misstrauen aufgenommen. Zwei weitere Publicationen von derselben Seite 2, so wie eine ungefähr gleichzeitige von Treub'^ haben jedoch dargethan , dass vielkernige Zellen im Pflanzenreich außerordentlich verbreitet sind. Tkeub wies ferner nach, dass die Theilung der Kerne dieser Zellen in normaler Weise vor sich gehe, Schmitz dagegen fand zwar bei der Theilung der Kerne von Valonia utricularis Bilder, welche in ihrem Äußeren sehr au die Theilungszustände mancher lufusorien- 1 Sitzungsberichte der naturf. Gesellschaft zu Halle, 30. Nov. 1878. '•^ Über die vielkernigen Zellen der öiphonociadiaceen. Halle 187!). Sitzungs- berichte der niederiheinischen Gesellsch. f. Natur- und Heilkunde zu Bonn, 4, Au- gust 187'J. ^ Coraptes reudus, lb79. p. 494 ff. Zur Kenntnis der Siplioneen und Banj?iaceen. 73 kerne erinnerten, konnte jedoch faserige Difterenzirungen u. dergl. in den Theilungsstadien nicht constatiren. Bei Gelegenheit von cntwickelungsgeschichtlichen Untersuchungen über die Siphoneen des Golfes wandte ich auch dem Verhalten der Kerne bei denselben meine Aufmerksamkeit zu. Wie vorauszusehen enthalten alle der bis jetzt daraufhin näher untersuchten Formen zahlreiche Kerne . namentlich Codium , Derbesia , Bryopsis ; für ersteres hat sie mittlerweile auch Schmitz beschrieben. Besonders Codium ' ist ein sehr i;ünstiges Object für das Studium der Kerne. An den Seiteu- wandungen der peripherischen Blasen ist der Plasmabeleg sehr dünn, die Anzahl der Chlorophyllkörper nur gering , die Kerne sind in Folge dessen in der lebenden Pflanze gut zu sehen und wurden auch schon von Arcangeli- beschrieben, ohne dass derselbe jedoch ihre Natur ahnte. Sie sind stark abgeplattet, von der Fläche unregel- mäßig- eiförmig, auch elliptisch , zuweilen ist das eine Ende mehr oder weniger zugespitzt. Im Innern erkennt man gewöhnlich ein, nicht selten aber auch zwei oder drei Kernkörpercheu von meist nicht gleicher Größe. Im Übrigen erscheint der Inhalt im Leben vollkommen homo- * Codium tomentosuui, welches vorwiegend untersucht wurde, hat bekanntlich einen rundlichen unregelmäßig verzweigten Thallus. Derselbe besteht in der Achse aus dünnen verliochtenen Fäden, in der Peripherie aus pallisadenförmig ge- stellten cjiindrischen Blasen , welche als Anschwellungen der Spitzen der axilen Fäden entstehen und aus ihrem Grunde in großer Zahl neue Fäden entsenden. Durch zahlreiche an bestimmten Stellen entstehende Verdickungen der Zellwand zerfällt die Pflanze in größere Abtheilungen. Von Fortpflanzungsorganen waren bisher große schwärmende Sporen mit 2 Cilien bekannt, welche in eiförmigen Sporangien am oberen Theil der Blasen gebildet werden, und nachTiiURET (Recher- ches sur les zoospores des algues) direct keimen sollen. Ich habe trotz vieler Ver- suche bisher niemals unmittelbare Keimung constatiren können, dagegen fand sich, dass an anderen Exemplaren in ganz gleichen Organen sehr kleine gelbliche Schwärmer mit 2 Cilien entstehen. Keimpflanzen erhielt ich ausnahmslos nur dann, wenn Exemplare mit beiderlei Fructification zusammen cultivirt wurden, in diesem ^ralle aber sehr reichlich. Die schwärmenden Eier sowohl wie die männlichen Schwärmer enthalten in ihrem Vorderende einen deutlichen Zellkern ; zn seiner Nachweisung habe ich mich besonders der von P. Mayer empfohlenen alkoholi- schen Cochenilletinctur, so wie des Hämatoxylin-Glycerins von Schmitz bedient. Bei der Keimung entsteht zuerst ein reich verzweigtes Rhizom, aus welchem ein Büschel gleich langer aufrechter Fäden hervorwächst. Am Grunde derselben bil- den sich später seitlich die ersten kleinen Bhisen, welche bald zu einer dichten Lage zusammenschließen und, indem sich immer neue zwischen sie einschieben, wieder zum normalen Thallus führen. 2 Su alcune alghe del gruppo delle Celoblastee, Nuovo giornale botanico. VI. p. 174. 74 G. Berthold gen. Durch verschiedene Reagentien, besonders durch Pikrinsäure i, er- hält man eine Granulirung, welche mir eine netzförmige Structur anzu- deuten schien, vollkommene Sicherheit habe ich mir darüber jedoch nicht verschaffen können. Die Größe der Kerne ist je nach dem Alter sehr verschieden, unmittelbar vor der Theilung beträgt die Länge ca. 15, die Breite ca. 6 /<, nach der Theilung sind sie ungefähr halb so groß. Eine scharf dififerenzirte Membran habe ich weder am lebenden noch an dem mit Reagentien behandelten Kerne nachweisen können, das innere Gerüst erstreckt sich gleichmäßig bis zur Peripherie ohne hier eine zusammenhängende Außenschicht zu bilden. Die ersten Vorgänge in den sich zur Theilung anschickenden Ker- nen konnten bisher nicht beobachtet werden, die frühesten Theilungs- stadien hatten kurze sSpiudelform , von hier bis zur Vollendung der Theilung wurden gewöhnlich drei bis vier Stunden gebraucht. Der sich theilende Kern blieb fortwährend scharf gegen die Umgebung ab- gegrenzt, die äußeren Formwandlungen dabei sind fast identisch mit den von Bütschli^ für Paramaecium putrinura angegebenen; man ver- gleiche besonders Taf. Vili Figg. 3, 4, 5. Die Spindelform erhält sich sehr lange , oft anderthalb Stunden , nur die Spitzen zeigen unterdessen 1 Die couc. wässrige Pikrinsäure hat mir die besten Dienste geleistet, auch 0,1 — 0,50/0 Chromsäure giebt gute Bilder, dagegen war starker Alkohol weniger empfehlenswerth, abgesehen davon , dass die unvermeidliche Coutraction beson- ders bei Codium außerordentlich unangenehm ist. Im Übrigen kann ich die Pikrinsäure zur Conservirung von Meeresalgen sehr empfehlen, sie tüdtet außerordentlich rasch ohne zu contrahiren. Meist kann man die Pflanzen schon nach wenigen Minuten zum Abspülen in Wasser oder unmittel- bar in schwachen Alkohol übertragen , den man dann allmählich verstärkt. Die Pikrinsäure ersetzt die für die Augen so unangenehme Uberosmiumsäure vollkom- men in den Fällen, wo es nicht auf die Conservirung der Farben ankommt ; in an- deren , wo die Osmiimisäure das Gewebe momentan schwärzt, z.B. bei Phaeo- sporeen, Dictyotaceen und Fucaceen ist sie allein anwendbar. So kann man mit derselben z. B. aufs Schönste und ohne Jede Contraction die netzförmige Plasma- structur in den großen Scheitelzellen von Stypocaulou, Halopteris etc. conserviren. — In den Fällen, in welchen die Zellwand beim Abtödten stark quillt, z. B. bei den BaAgiaceen , Bornetia etc. habe ich mit großem Vortheil eine conc. Lösung von Pikrinsäure in 50%igem Alkohol benutzt. Dieselbe tödtet in wenigen Secun- den ; überträgt man die Pflanzen möglichst rasch in 70%igen und gleich darauf in 9ü%igen Alkohol, so wird sowohl jede Quellung der Membran als aucli jede Schrumpfung vermieden. — Auch die alkoholische Osniiurasäure lässt sich eben so anwenden , doch muss sie , da sie sich bald zersetzt, zum Gebrauch immer neu bereitet werden, was durch Mischen gleicher Raumtheile einer 2%igen wässrigen Säure und absoluten Alkohols ohne Zeitverlust geschehen kann. 2 Studien über die Entwickelungsvorg. der Eizelle , die Zelltheilung und die Conjiigation der Infusorien. Senckenb. Abhdlgn. X. Zur Kcuiiruis (Ut Siphonccu iin({ Daiigiacei'ii. 75 kleine Veränderungen, indem sie sieh bald scharf ausziehen, bald mehr abstumpfen. Zuletzt flat'lit sich die Spindel etwas ab, die Länge nimmt zu, die Pole schwellen allmählich an, während die Mitte sich schwach einschnürt. Rasch entsteht dann die Bisquit- , hierauf die Hantelform mit langem Mittclstiick. Letzteres zuerst von gleichmäßiger Dicke be- ginnt bald in der Mitte anzuschwellen , während die seitlichen an die neuen Kerne sich ansetzenden Partien sich zu dünnen Fäden ausziehen. Schließlich reißt die Verbindung in der Nähe eines der neuen Kerne und nun wird nicht etwa wie man erwarten sollte das ganze Ver- bindungsstück von dem anderen Kerne eingezogen , sondern auch hier erfolgt eine Trennung, der Faden wird also ausgestoßen. Lange sieht man ihn noch scharf von dem übrigen Plasma abgesetzt in der Nähe der beiden Theilkerne passiv umhergeführt werden, bis er schließlich verschwindet, meist sich der Beobachtung zwischen den Chlorophyll- körpern entzieht. Im lebenden Zustande konnte ich bei den Spindel- stadieu nur einige Male eine schwache Streifung erkennen , meist er- scheint die Masse ganz homogen, nur gegen den Rand zu etwas körnig, ist nach außen aber immer scharf abgesetzt. Eine Volum Veränderung beim Übergang in die Spindelform konnte nicht constatirt werden. Nach der Abtödtung (gewöhnlich durch Pikriusäuie bewirkt) zeig- ten sich dagegen in den Spind- Istadien sehr schön die allbekannten Streifungen und zwar erinnerten die Bilder sehr an die von Strass- BURGEK für Nothoscordum ' gegebene. Wenige dicke Fäden durch- ziehen die Masse, zwisclien ihnen waren der einzelne oder die mehreren Nucleoli meist erhalten. Das Auftreten einer deutlichen Kernplatte ließ sich nicht mit Sicherheit constatiren, doch zeigten einige Färbungs- präparate mit Haematoxyliu 1 eine Ansammlung der Hauptmasse der tingirbaren Substanz im Äquator der Spindel. Sobald die Spindel sich zu strecken beginnt und an den Polen anschwillt, verdicken sich die Fäden hierselbst ohne jedoch zu einem stark lichtbrechendeu Körper zu verschmelzen. In der Mitte ziehen sie sich dagegen immer feiner aus, schließlich wandert ihre ganze Substanz, wie schwache Färbungen zei- gen, in die angeschwollenen Enden, im mittleren Theil färben sich dann bei schwacher Tinction nur einzelne Reste und die Außenschicht; der Übergang nach den Polen zu ist jedoch zuerst ein ganz allmählicher. Bei Codium tomentosum fand sich auch nicht eine spurweise An- deutung einer Zellplatte , dagegen zeigten mir einige Kerntheilungs- stadien von C. Bursa von langgestreckter Bisquitform genau in der 1 Befruchtung und Zell theiluuo;. Taf. VIT. Fig. 48. 76 Gr. Berthold Mitte des Verbindungsstranges einen schönen Ring feiner Körnchen, den ich als solche auffassen möchte. Leider fehlt mir bisher das geeig- nete Material um dieKerntheilung bei dieser Species genauer zu studiren. Die vorstehenden Angaben über die Kerntheilung bei Codium tomentosum lassen den Vorgang als in den wesentlichen Punkten mit der Theilung der in Einzahl in den organischen Zellen vorhandenen Kerne übereinstimmend erscheinen, sie dürften daher geeignet sein, auch die letzten Zweifel an der Kernnatur dieser Gebilde, so fern solche etwa noch bestehen sollten, zu beseitigen. Am nächsten schließt sich der vorliegende Fall manchen Kerntheilungen bei Infusorien an , doch würde der Umstand . dass hier der verbindende Faden schließlich von den beiden Theilkernen eingezogen vs^ird , während er bei Codium nicht mit in dieselben eingeht, einen wichtigen Unterschied begründen. Dass bei der Theilung des Kernes ein Austausch von Stoffen zwi- schen ihm und dem Plasma der Zelle stattfinde ist eine , wenn auch nicht allgemein, so doch von vielen Autoren vertretene Ansicht, da sich jedoch dieser Austausch aus mehreren Gründen meist der directen Beob- achtung entzieht und man gezwungen ist aus secundären Erscheinungen zurückzuschließeu , so erklärt es sich leicht , warum im Speciellen die Meinungen so weit aus einander gehen. Der vorliegende Fall nun , in welchem die Kernfigur fortwährend vom Plasma scharf geschieden er- scheint und in welchem weder Vergrößerung noch Verkleinerung des Kernes vor oder während der Theilung auf Aufnahme oder Abgabe von Stoffen schließen lassen, zeigt nun dennoch eine Abgabe geformter Substanztheile an das Plasma. Die Kernvermehrung ist also auch hier nicht ein bloßer Theilungsvorgang, sondern zugleich mit einer Regene- ration verbunden. Der Cyclus der Umlagerungsvorgänge im Verlaufe der Theilung des Kernes ist ein einfacher, derNucleolus wird jedenfalls in der Mehr- zahl der Fälle nicht aufgelöst, in den Spindelstadien fand ich einen oder zwei deutliche Nucleoli , eben so auch in den späteren. Zuweilen konnte ich solche jedoch nicht nachweisen , und da dieses Stadien wa- ren , in denen ich in anderen Fällen Nucleoli fand , so scheint in Bezug hierauf eine gewisse Variation vorzukommen. Zum Schluss sei noch kurz augeführt, dass die Kerne in Codium (auch in Bryopsis, Derbesia etc.) keine feste Stellung zu einander ein- nehmen, wie es von Schmitz für die Kerne der Siphonocladiaceen her- vorgehoben wird , dieselben werden gewöhnlich von dem Plasma fort- während, wenn auch langsam, passiv umhergeführt und finden sich oft zu zweien oder dreien zufällig zusammengelagert. Bei den Theilungen Zur Kenntnis der Siphoneen und Bangiaceen. 77 der Kerne verhält sich das Plasma vollkonimeii indifferent und liin- wiederuni sind die Kerne diircluius iinbetlieiligt bei der Bildung- der bekannten pt'ropfartigeu Scheidewände, Ein sehr interessantes Verhalten zeigen die Zellkerne der Gattung- Derbesia bei der Bildung- der ungeschlechtlichen öchwärmsporen. Das- selbe wurde näher studirt bei einer »Species, welche bisher mit Derbesia marina verwechselt worden ist, der sie sehr gleicht, dieselbe mag- Der- besia neglecta genannt werden. In den unregelmäßig- verzweigten, querwandlosen Fäden der vorliegenden Pflanze findet sich ein plasma- tischer Wandbeleg mit sehr kleinen scheibenförmigen Chlorophyll- körperu (bei D. marina sind dieselben viel größer und erinnern sehr an die von Bryopsis) und zahlreichen spindelförmigen Zellkernen , deren Länge ca. 3 /< beträgt. Dieselben sind in der lebenden Pflanze durch- aus unsichtbar, nur Färbungen geben über ihr Vorhandensein Aufschluss. Sie enthalten einen kleinen excentrisch gelegenen Nucleolus, eine wei- tere Structur ist bei ihrer Kleinheit nicht zu erkennen. Bei der Bildung der Fortpflanzungsorgane entstehen an den Fäden kurze , seitliche Aste , welche birnenförmig anschwellen und sich mit Plasma füllen. Dann entsteht in dem kurzen Stiel durch einen eigen- thümlichen Pfropf ein Verschluss gegen den vegetativen Theil der Pflanze , worauf der ganze Inhalt in 1 — 20 Portionen zerfällt , welche sich zu eben so vielen großen Schwärmern umbilden. Die letzteren sind rundlich mit einem größeren etwas vorspringenden hellen Fleck am Vorderende. An der Grenze desselben gegen den dunklen Theil be- tìndet sich ein Kranz von laugen Cilieu. Die Sporen keimen nach kur- zem Schwärmen unmittelbar, oft auch im Sporangium. Im jungen noch nicht ausgewachsenen Sporangium erkennt mau nach der Färbung ' zahlreiche rundliche Kerne von derselben Größe, wie in den vegetativen Theilen der Pflanze. Mit der Vermehrung des Inhalts steigt ihre Zahl durch Theilung , vielleicht auch durch Zuwan- derung, ihre Größe nimmt jedoch etwas ab. Im erwachsenen Sporan- gium mittlerer Größe mögen vielleicht 50 Kerne vorhanden sein; in noch etwas älteren Stadien fand sich sogar die doppelte Zahl vor. In diesen war jedoch eine auffallende Änderung eingetreten, indem die früher vollkommen von einander getrennten Kerne jetzt durch intensiv ' Am vortheilhaftesten mit alkohol. Coclienillelösung. Nach dem Ausziehen und Entwässern der Präparate geschieht die Untersuchung am besten in ätheri- schem Öl oder in Balsam. 78 t}. Berflioia gefärbte Fäden netzförmig verbunden waren. Im folgenden Stadium finden sich statt der netzförmig verbundenen Kerne in gleichen Abstän- den größere intensiv gefärbte Flecke von wenig scharfen Umrissen in bedeutend geringerer Anzahl. Bald lassen sich diese Flecke als scharf umschriebene große Kerne mit Nucleolus erkennen , es sind die Kerne um welche sich demnächst die Sporen bilden. Vor dem Zerfall in die einzelnen Partien zeigt das Plasma um diese Kerne schön radiäre An- ordnung. — In der scliwärmenden Spore liegt der Kern im vorderen hyalinen Abschnitt, unmittelbar nach der Keimung verschwindet er wieder und an seiner Statt treten in der jungen Pflanze mehrere kleine auf. In einem Falle , in dem alle Sporen im Sporangium gekeimt und die Pflanzen noch keinen Keimschlauch getrieben hatten, zählte ich 8 — 10 neue Kerne in ihnen. Auch bei Derbesia Lamourouxii entstehen im Sporangium schließ- lich anstatt der zahlreichen kleinen Kerne größere in derselben Anzahl als Sporen gebildet werden. Zuslände mit netzförnn'gen Verbindungs- fäden habe ich jedoch noch nicht aufgefunden. Jedenfalls dürfte der hier beschriebene Vorgang bei den niederen Pflanzen und Thieren nicht so selten sein. Schmitz ^ hat Ähnliches für die Oosphaeren von Aphanomyces laevis und Vaucheria vermuthet. Die ungeschlechtlichen Sporen bei der letzteren Gattung behalten dagegen nach ihm die zahlreichen Zellkerne. Man vergleiche ferner Bütschli-, bei dem auch einige ältere Angaben besprochen sind. Für den vorlie- genden Fall ist die Bedeutung des Vorganges unmittelbar klar, es ist eine vorübergehende Centralisation zum Zwecke der Sporenbildung und für die Dauer des beweglichen Zustandes derselben, welche wieder rückgängig gemacht wird sobald die Keimung beginnt. 2) Die gesclileclitliche Fortpflauziing der Baugiaceeii. Im Mai 1879 fielen mir bei der Untersuchung einer kleinen Ban- giacee, welche auf Corallina mediterranea schwärzliche Bäschen von einigen Millimetern Höhe bildete , kurze Vorstülpungen an der oberen Seite mancher Zellen auf. Eine genaue Durchmusterung des Materials ergab, dass sich an diese Hervorragungen kuglige, nackte Zellchen an- legten, sich mit einer Haut umgaben und ihren Inhalt nach Durchbrechung 1 Über die Zellkerne der Thallophyten , Sitzungsber. d. iiiederrh. Ges. f. Natur- und Heilkunde zu Bonn vom 4. Aug. 1879 pag. 5 und 15 d. Sep. -Abdruckes. - Studien über die ersten Entwiekehnigsvorgänge der Eizelle, die Zelltheilung und die Coujugation der Infusorien. Senckenb. Abhandlungen X. 18V6. p. 379. Zur Kenntnis (Um- Siplioneen iiml l]aii,o:iacoen. 79 der Zellvvaiid mit dem Inhalt der Bangiazelle verschmelzen ließen. Obgleich die Herkunft dieser den Spennatien der Florideen ähnlichen K(>rperchen, welche jedoch im Inneren einen kleinen grünlichen Farbstofl- körper zeigten, damals nicht mit Sicherheit ermittelt werden konnte, besonders aber auch männliche Fäden trotz der genauesten Durchsicht des Materials nicht aufgefunden wurden, so wurde doch keinen Augen- blick daran gezweifelt, dass der erwähnte Vorgang als Befruchtung aufzufassen sei, da an denselben Fäden, an welchen die Oopulatiou beobachtet wurde, an etwas älteren Stellen Sporenbildung stattfand. Sofortige Untersuchung von Baugia fusco-purpurea und Porphyra leucosticta bestätigte meine Annahme. Leider musste die Untersuchung jedoch bald unterbrochen werden, denn gegen Ende Mai verschwanden die Bangiaceeu im Golf. Bei Wiederaufnahme der Beobachtungen im Herbst des vorigen Jahres gelang es bald für einige Formen den ganzen Entwickelungsgaug im Wesentlichen festzustellen , als Beispiel soll in Folgendem Porphyra leucosticta Thur. gewählt werden. Bekanntlich ' besteht der Thallus von Porphyra aus einer ein- schichtigen Zellfläche von je nach dem Alter sehr wechselnden Um- rissen, dieselbe hängt an der Basis mit dem Substrat durch einen kurzen Stiel zusammen, der von zahlreichen Rbizoiden gebildet wird , welche durch Auswachsen der unteren Thallnszelleu entstehen. Das Wachs- thum erfolgt au allen Stellen des Thallus, die Zellen des Vorderrandes und der Seiten werden schließlich zu Fortpflanzungskörpern, von denen größere keimende Sporen und kleinere helle nicht keimende Sperma- tien bekannt sind. Bei der Bildung derselben wird der Thallus mehr- schichtig durch gesetzmäßiges Auftreten von Theilwänden nach allen drei Richtimgen des Raumes. Die Zahl der aus einer Zelle hervor- gehenden Fortpflanzungskörper ist verschieden , bei kräftigen Pflanzen entstehen in der Regel 8 Sporen und 32 — «J4 Spermatien. Der Inhalt der vegetativen Zellen besteht aus einem blaugrünen mehr oder weniger schwärzlich oder röthlich gefärbten homogenen Plasma, welches in der Mitte der Zelle oder an einer Stelle der Wand eine größere Anhäufung bildet, die den Zellkern umschließt. Von dieser ' Die Lauptsäclilichen früheren Arbeiten über die Bangiaceen sind folgende : Naegeli, Neuere Aigeusy.steme p. 140; Derbes et Solier, Mém. s. q. p. de la Physiologie des algues p. 63; Thuret, Anthérid. des algues, p. 17; Janczewski, Etudes anatomiques sur les Porphyra ; Reinke, Über die Gesehlechtspflanzen von Bangia fusco-purpurea; Goebel, Über Bangia und Porphyra; — Thuret in Le JoLis, Liste des algues marines de Cherbourg , p. 100 und Etudes phycologiques p. 60. 80 G. Berthold Anhäufimg geben radieuavtig dickere Stränge nach der Wandung, wo- selbst sie sich verbreitern und einen durchbrochenen , farbstoifhaltigen Wandbeleg bilden. Die übrige Inhaltsmasse erscheint als vollkommen farblose, klare Flüssigkeit. Der vegetative Theil der Pflanze ist in Folge dessen dunkel blau- grünlich gefärbt , mit verschiedenen Nuancirungen gegen schwarz und roth. Gegen den fructificireuden Rand zu wird die Farbe dunkler, zu- gleich treten aber auch dunkle und helle Streifungen auf, welche zuerst wenig ausgesprochen sich später scharf von einander abheben. Die am Rande ganz farblosen , männlichen Streifen sind zuerst etwas dunkler, die Zellen hierselbst etwas kleiner als an den entsprechenden Stellen der später dunkleren Streifen. Bald darauf wird jedoch die Färbung der beiderartigen Streifen wieder eine fast gleiche , um dann weiterhin in das Gegentheil umzuschlagen. Seitliche Ansichten auf Thallus- schnitteu zeigen , dass in dieser Region die ersten Theilungen parallel der Fläche auftreten , womit der erste Schritt zur Bildung der Fort- pflanzungskörper gethan wird. Auch in den weiblichen Streifen treten dieselben Theilwände auf, Jedoch nur in Folge einer Befruchtung. Auf Seitenansichten des Thallus sieht man hier in großer Zahl die bekann- ten Spermatien der Oberfläche anhaften, einzeln oder zu mehreren über der Mitte der darunter liegenden Zellen. Zuerst rund und membranlos flachen sie sich bald etwas ab und umgeben sich, der Oberfläche dicht augeschmiegt, mit einer feinen Zellhaut. Dann durchbohren sie mit einem dünnen Plasmafaden die Haut der Porphyra und der Inhalt tritt bis auf geringe Reste in die betreffende Zelle über. Diese hatte l)isher ihr vegetatives Aussehen bewahrt, nichts deutete auf eine Änderung ihrer Natur hin. Erst in Folge der Befruchtung verschwinden die großen Vacuolen, das Plasma füllt sich mit grobkörnigen Stoffen, wäh- rend der Farbstoflfkörper sich etwas von der Wandung zurückzieht, und im Innern der Zelle um den Kern eine unregelmäßig gelappte Masse bildet. Dann erfolgen fortgesetzte Zweitheilungen, wodurch schließlieh meist acht Sporen entstehen. Letztere besitzen ein grobkörniges Plasma, im Innern gelagert einen Farbstofifkörper und einen Nucleus, einige Zeit nach ihrem Austi'itt zeigen sie die bekannte ainoebenartige Bewe- gung. Auch die Spermatien sind kernhaltig aber farbstoflflos. Erfolgt die Befruchtung nicht unmittelbar nach der Reife, so trei- ben die weiblichen Zellen nach beiden Seiten kurze etwas hyaline Fortsätze , welche auf Seitenansichten des Thallus gleich auffallen , sie können als wenig entwickelte Trichogynehaare betrachtet werden, unterscheiden sich aber von denselben dadurch, dass ihr Inhalt mit in die Zur Kenntnis der Siplioncen und Ban^iacecn. 81 Bildimg der Sporen eingeht. Jede geschlechtliche Zelle bildet ein sehr einfaches einzelliges Procarp, welches unmittelbar zum Cystocarp wird und aus seinem ganzen Inhalt durch einfache Theilung die Sporen hervorgehen lässt. Bleibt die Befruchtung ganz aus , so schrumpfen die Procarpien mehr und mehr zusammen, der Farbstoffgehalt schwindet: wir erhalten so schließlich eine langgestreckte spindellörmige Zelle mit farblosem Plasma und großen Vacuoleu. Bald darauf stirbt sie ganz ab. Angesichts der angeführten Thatsachen erhob sich nun die Frage, ob bei Porphyra auch ungeschlechtliche Sporen vorhanden sind und wo wir dieselben zu suchen haben. Bei der Durchsicht größerer Mengen von Exemplaren in diesem Winter fanden sich bald unter den zahl- reichen normal hell und dunkel gestreiften auch solche ohne jede Strei- fung am fructificireuden Rande. Diese erwiesen sich als die unge- schlechtlichen. Sie sind auch am Vorderrande einschichtig, die Thei- luugen , welche zur Bildung der Sporen führen , erfolgen in derselben Weise wie die vegetativen , dabei entstehen in der Regel 2 — 4 Sporen aus einer Zelle, welche der Procarpzelle entspricht. Die ungeschlecht- lichen Sporen sind etwas größer als die geschlechtlichen, ihr Plasma ist hell und feinkörnig, der Farbstoff körper heller röthlich , größer als in den letzteren und reich gelappt. Rein ungeschlechtliche Exemplare sind nun keineswegs häufig, meist sind sie gleichzeitig männlich, so dass wieder gestreifte Ränder entstehen. In diesen Fällen geschieht es aber sehr oft , dass zwar die männlichen Streifen sich der Anlage nach als compacte Bänder von dem neutral bleibenden Gewebe abheben , dass aber weiterhin ein größerer oder geringerer Theil ihrer Zellen dennoch in neutrale Sporen nach der gewöhnlichen Weise übergeht , oder dass die eine Hälfte einer Mutterzelle in Spermatien , die andere in unge- schlechtliche Sporen zerfällt , ein Verhalten , welches schon von Jan- czEWSKi (1. c.) beobachtet wurde. Ja auch beide Hälften einer Mutter- zelle können noch nach dem Auftreten der die Spermatienbildung ein- leitenden Querwand zu ungeschlechtlichen Sporen werden , diese ent- stehen dann ganz in derselben Weise wie die geschlechtlichen in den Cystocarpien. Dass es aber in Wirklichkeit ungeschlechtliche Sporen sind, ergiebt sich nicht nur aus ihrer genauen Untersuchung, sondern auch daraus, dass hier niemals ein Anhaften von Spermatien constatirt werden konnte und auch die charakteristischen Ausstülpungen der Procarpien vollkommen fehlen. Diese Übergangsformen kommen nur an zugleich ungeschlechtlichen und männlichen Exemplaren vor. Dagegen finden sich an anderen Exemplaren in den dunklen neutralen Streifen auch Mittheiluugeu a. d. Zoolog. Station zu Neapel. Bd. II. 6 82 ^T- Bei'tliold, Zur Kenntnis der Siplioneen und Bau^iaceen. vereinzelte Procarpien, an wieder anderen ist die Zahl derselben größer, bis zuletzt wenige neutrale Zellen vereinzelt zwischen den geschlecht- lichen liegen. Verschwinden sie ganz, so erhalten wir rein geschlecht- liche Pflanzen. Letztere wurden im vorigen Frühjahr allein beobachtet, die ungeschlechtlichen Exemplare möglicherweise jedoch nur übersehen. Beim Wiedererscheinen von Porphyra im Herbst erwiesen sich zahl- reiche der jungen Pflanzen, welche sehr früh zu fructificiren beginnen, als ganz oder theilweise geschlechtlich. In diesen schwächlichen Exem- plaren erzeugte das befruchtete Procarp oft nur zwei Sporen, indem bloß die charakteristische Querwand auftrat. Mit dem Erstarken der Pflanzen wird später die Zahl größer , ob aber ein ganzes Procarp auch unmittelbar in eine einzige Spore übergehen kann, ließ sich noch nicht constatiren. Die ungeschlechtlichen Sporen keimen , nachdem auch sie einige Zeit amöboide Bewegung gezeigt haben, unmittelbar zu vegetativen Pflanzen aus. Aus den geschlechtlichen entwickeln sich die von Reinke und Thuret beschriebenen Dauerpflanzen, deren Schicksal bis jetzt noch nicht aufgeklärt wurde. Wie Porphyra leucosticta verhalten sich im Wesentlichen auch die übrigen Bangiaceen , welche also dadurch im System an die Spitze der Florideen zu stehen kommen. Nach Cohn , dem auch ich mich an- schließen möchte, vermitteln sie den Übergang von den Florideen zu den Phycochromaceen, die nähere Begründung dieser Ansicht wird sich aber erst dann geben lassen, wenn uns später über Formen der letzteren Gruppe lückenlose entwickeluugsgeschichtliche Untersuchungen zu Ge- bote stehen werden. Neapel, den 5. Februar 1880. Sui Coriceidi parassiti, e sull' anatomia del gen. Lichomolgus. Memoria (lei (loft. A. Della Valle. (Dagli Atti della R. Accademia dei Lincei.) Con le tavole V e VI. Se le condizioni delle antenne e delle parti boccali hanno un valore nella classificazione dei Copepodi , come certamente ne hanno uno , ed anzi grandissimo, i cosi detti due gruppi dei Coriceidi e degli Ergasilidi non possono costituire due famiglie separate. Difatti così nei generi compresi dagli zoologi nel primo gruppo, come in quelli del secondo, le antenne del secondo paio ed i piedi mascellari posteriori, se esistono, hanno sempre la forma e 1' ufficio di organi di presa ; laddove le mandi- bole , le mascelle ed i piedi mascellari anteriori sono organi laceranti e pungenti. Trovasi con ciò in armonia, almeno in parte, anche la ma- niera di vita , che , nondimeno , solo per molti dei generi compresi dal Gerstäcker 1 fra gli Ergasilidi è costante ed ectoparassita; giacché nei cosi detti Coriceidi si è constatata solo in qualche Saffirina, lascian- dosi argomentare negli altri casi, siccome nota IoHäckel^, dalla qualità delle materie contenute nel sacco intestinale, sempre liquido, come se si trattasse di umore introdotto per suzione. Cosi che potrebbe sospettarsi che i Coriceidi fossero parassiti di animali pelagici , che poi forse ab- bandonassero in alcune circostanze non ancora bene determinate. Certo non può fare ostacolo a questa riunione la presenza di grandi occhi laterali nelle Saffirine, nelle Copilie, nei Coricei, quando si rifletta che nessuno incontra difficoltà nell' ammettere, accanto ai Copepodi ora ' Gerstäcker, in Bronn's Klassen etc. Vol. V. Arthrop. p. 721. "' Häckel, Beitr. z. Kenntnis d. Corycaeiden. Jen. Zeitschr. Vol. I. 6* 84 A. Delhi Valle nominati, anche ii genere Pacliysoma, ed altri ancora, che di occhi late- rali non presentano traccia, ma hanno un solo occhio mediano. E pro- prio il gen. Pachysoma presenta tanta analogia con i Lichomolgus, anche per i caratteri interni , che non si può in nessun modo collocare i due generi ora citati in due gruppi separati. Il gen. Lichomolgus stabilito daT. Thorell nel 1859', da principio comprese solo quattro specie (L. forficula. marginatus, albens, furcilla- tus;, tutte viventi nel sacco branchiale delle Ascidie semplici. Delle quattro specie ora nominate le Ascidie semplici del golfo di Napoli ne albergano due, cioè, il L. forficula, creduta poi dal Buchholz 2, ma a torto, una specie non ancora descritta, e quindi indicata col nuovo nome diL. elongatus ed il L. albens, non veduta dal Buchholz , quantunque sia abbondantissimo nella Giona intestinalis , ed altre Ascidie di acque poco profonde. Intanto qualche tempo già prima del Thorell, il Ley- DiG ^ aveva pubblfcato un' incompleta descrizione di un crostaceo ,,. che egli avea trovato parassito su di una doride , e quindi avea denominato Doridicola ; ma il Claus , studiando più tardi lo stesso animale , rico- nobbe in esso le forme di un vero Lichomolgus. Ed un vero Lichomolgus il Claus vedeva pure nel crostaceo , che già altre volte era a lui servito per fondare il genere Sepicola, e che più tardi, appunto per tal ragione, denominò L. sepicola. Sparivano cosi dalle tavole sistematiche degli Ergasilidi due generi : Doridicola e Sepicola , ed i Copepodi , indicati con quei nomi, venivano ad ingrossare il numero delle specie del gen. Lichomolgus. Deve sparire forse ancora, e per la stessa ragione, a quanto sembra da certe osservazioni del Claus, anche l'altro gen. Eoli- dicola Sars , essendo che probabilmente non si tratta se non di un' altra specie del genere in esame ; né credo che andrebbe molto lungi dal vero chi affermasse che sono specie del gen. Lichomolgus anche i Copepodi su cui lo stesso M. Sars fondava i suoi tre generi Terebellicola; Sabelli- philuseChonephilus. Veramente la mancanza di disegni, e di una descri- zione esatta degli animali in questione, sopratutto perciò che riguarda gli organi boccali, come da una parte non darà mai ad alcuno il dritto d' in- dicare con uno di questi nomi un copepodo qualunque, cosi vieterà pur sempre di stabilire un' identità fra essi ed il gen. Lichomolgus Thor. 1 T. Thorell, Bidrag tili Kännedomen om Krustaceer, som lefva i Arter af slägtet Ascidia L. Kong. Vet. Akad. Handl. III. B. n. 8. 1859. - BucHHOLZ, Beitr. z. Kenntnis d. innerhalb d. Asc. leb. parasit. Criist., Zeitschr. f. wiss. Zool. Voi. XIX, 1869. ^ Levdig , Zool. Notizen. Neuer Schuiarotzerkrebs auf einem Weichthiere. Zeitschr. f. viss. Zool. Vol. IV, 1853. Sui Corìceidi parassiti, esuli' anatomia del f?en.Lichonio]^us. 85 Non è raro nel nostro golfo di Napoli lo Spirographis Spallanzani!, un elegante sal)elHde , che trovasi così nelle acque del porto , come in quelle più profonde della Secca, da cui vien portato fuori dalle reti a strascico. Neil' uno e nell' altro caso , ma molto più abbondantemente negli individui provvenienti dalle acque profonde, la superficie ventrale di questi anellidi . ricca di vasellini sanguigni , è tormentata da un |)ic- colo copepodo parassita. Il primo che siasi occupato di questo minuto crostaceo fu il Claparède nel 1870. che, riferitolo al genere Sabelli- philus Sars , e consideratolo come nuova specie , gli diede il nome di S. Sarsii '. Le descrizioni del zoologo ginevrino, quantunque esatte in certi punti, lasciarono, del resto, non poco a desiderare, anche perchè furono causa che il suo autore stabilisse sulle classificazioni dei Copc- podi certe considerazioni generali . che diedero occasione al Claus di ripetere in Napoli le osservazioni su questo crostaceo. Il Claus ^ diede una breve descrizione dell'animale in questione, e vari disegni, nei quali corresse parecchie delle inesattezze contenute nella pubblicazione del Claparède, ma alcune altre non vide, e sopratutto non si rese ben conto delle parti boccali ; onde . non ostante l'evidente somiglianza di forma delle altre parti del corpo con gli altri Lichomolgus , somiglianza da lui riconosciuta, ed in più punti di questa e di altre sue pubblicazioni affer- mata , credette giustificata V opinione del suo predecessore di fare del parassita dello Spirographis non un Lichomolgus, ma un Sabelliphilus. Dopo del Claus si è occupato di questo minuto copepodo anche il Koss- MANN -K che , a sua volta , ha voluto correggere il Claus , ed infatti ha ben corretto in alcuni punti : ma in generale le figure da lui date la- sciano molto a desiderare dal lato dell' esattezza. Sette generi adunque : Lichomolgus, Doridicola, Sopicola. Sabelli- philus, Terebellicola , Eolidicola, Chonephilus si debbono, se l)en si consideri, forse fondere tutti insieme in un solo genere: Lichomolgus, e questo per i suoi caratteri deve nei quadri sistematici essere collocato nella famiglia dei Coriceidi, immediatamente dopo il gen. Pachysoma, prima, e certo con maggior ragione, di quei generi, in cui mancano al- cune parti boccali, e quindi se non della Saphirinella, cui la comunanza di altri caratteri avvicina al gen. Saphiriua, almeno del gen. Monstrilla. Circa agli altri generi compresi nel gruppo degli Ergasilidi pure è av- ' Claparède, Noto sur les Crust. copép. paras. d. Annél.. et descr. du Sa- belliphilus Sarsii. Ann. se. nat. V. sér. XIII. 1870. 2 Claus, Über Sabelliphilus Sarsii, und das Männchen derselben. Z. f. wiss. Zool. XXVI, 1876. 3 Kossmann, Reise n. d. Rothou Meer. Entomostraca, 1877, 86 A. Della Valle venuta qualche riduzione, in fiuanto che il gen. Thersites è forse lo stesso del gen. Ergasiliis , ed il geu. Bomolochus è analogo all' Eucan- thus*. E gli Ergasilus ed i Bomolochus presentano per gli organi boc- cali, e pel resto della loro organizzazione, tanta analogia con i Coriceidi che non si può fare a meno di riunirli insieme. Il Claus propone tante distinte famiglie : Licomolgidi, Bomolochidi, Ergasilidi, veramente non so con quanta ragione, egli che ammette in un sol gruppo Copepodi di forme cosi differenti, come sono quelli dei gen. Corycaeus, Saphirina, Pachysoma, Monstrilla. Certo, una famiglia che si chiamasse Saffìri- nidi, Monstriilidi , sarebbe assai più giustificata di una famiglia dei Licomolgidi, separata da quella dei Coriceidi, in cui fosse compreso il gen. Pachysoma ed il gen. Lubbockia. Si potrebbe forse di ogni genere fare una famiglia a parte ; ma questo sarebbe semplicemente cambiare nome alla questione non risolverla. Il KossMANN 2 nega alla forma delle parti boccali un valore nelle classificazioni , allegando la presenza o mancanza di esse in animali affini, per es. nei gen. Saphirina e Saphirinella , ed il loro variare in ispecie dello stesso genere. Quest'ultimo caso si troverebbe per es. fra le specie del gen. Lichoraolgus, dove il L. forficula, presenterebbe, secondo il Thokell, un prolungamento del labbro superiore, che accen- nerebbe ad un principio di formazione di sifone , e quindi un passaggio alla condizione degli organi boccali dei veri Sifonostomi. Or quanta valga la prima ragione io non so vedere dal momento che fatti analoghi si osservano ad ogni pie' sospinto , e non solo negli animali , ma anche nelle piante. È il complesso dell' organizzazione , siccome è noto ad ognuno, e non questo o quell' organo, e tanto meno l' abitudine più o meno parassitaria , come propone il Kossmann , quello che deve determinare il posto di un essere organizzato nei quadri sistematici. D' altra parte il labbro superiore del L. forficula (specie, che, come ho detto, vive nelle Ascidie semplici del golfo di Napoli, e sopratutto nella Phallusia mam- millata e mentula) è una lamina semplice a contorno circolare, e legger- mente incavato nella parte media e posteriore , che si arresta, come in tutti gli altri Lichomolgus, a livello della metà delle mandibole. Quello che il Thorell descrive e disegna come canaliculus oris è probabil- mente non altro che il tratto nervoso che si avvia verso 1' occhio. 1 Claus, Zeitschr. f. wiss. Zool. XXV. 2 Kossmann, Über Clausidium testudo , e. neuen Cop. nebst Bemerk, ii. d. Syst. d. halbparas. Copep. Verhandl. d. phys.-med. Gesellschaft zu Würzburg. N. F. VII. Bd. Sui Coriceidi parassiti, e siili' aiiiitoinia del gen. Lichoraolgiis. 87 Alla serie dei Coriceidi parassiti già noti, io debbo aggiungere an- cora cinque nuove forme, tre delle quali si riferiscono al gen. Lichoniol- gus. e le altre due per la condizione particolare degli organi boccali, debbono essere riunite in un nuovo genere: Anthessius. Dei tre nuovi Liconiolgi, uno fu trovato sopra l'Actinia concentrica, var. viridis, il secondo sullo Pteroides spinulosus, il terzo sulla Cbroniodoris elegans. Con essi il numero delle specie di Licbomolgus finora conosciute (am- messo cbe siano Licbomolgus i Copepodi suddetti , descritti dal Sars) , ammonta a tredici, cioè due viventi sui Celenterati (L. Actiniae. L. Pte- roidis). quattro sui Molluscbi (L. Doridicola, L. Cbromodoridis, L. Eoli- dicola, L. Sepicola), tre sui Vermi (L. Sabellipbilus , L. Sarsii, L. Terebellicola) , e quattro nei Tunicati (L. albens , L. forficula, L. fur- cillatus, L. marginatua) . Intanto credo necessario dare prima di tutto un'esatta descrizione del L. Sarsii (Sabellipbilus Sarsii Clap.), così delle parti esterne, come delle interne, e ciò varrà a rettificare pareccbie ine- sattezze in cui corsero il Claparède ed il Claus , ed a rendere ancora più evidente 1' analogia fra i Licbomolgus e gli altri Coriceidi. Licbomolgus Sarsii Claparède. Tav. V. Fig. 1-26. Le dimensioni de Icorpo di questo parassita sono : lunghezza mm 1 ,2 nella femmina, e mm 0,9 nel mascbio , misurata dalla parte anteriore del rostro frontale alla estremità delle appendici della furca caudale, escluse le setole; larghezza massima, a livello del 1 ." zoouite toracico, mm 0,5 nella femmina, mm 0,27 nel maschio. La forma ricorda moltissimo il gen. Pachysoma, ossia che è abba- stanza somigliante a quella che si può avere dalla sezione longitudinale di una pera , risultando appunto di una parte anteriore ellissoidale , più larga nella femmina, più stretta nel maschio, costituita dagli zooniti del capo, e di porzione del torace, e da una parte posteriore allungata, as- sottigliata , formata dai rimanenti zooniti toracici , e da quelli dell' ad- dome. Invece la spessezza è minima, essendo il corpo molto depresso, così da non meritare punto il crostaceo in esame , anche per questa circostanza, di essere ascritto al genere Sabellipbilus, a cui il Sars as- segna il carattere : corpus subteres. Il numero degli anelli, di cui è composto il corpo, non contando le appendici della furca , nella femmina è di undici , e nel maschio di do- dici. Il capo propriamente detto, nonostante le affermazioni in contrario del KossMANN , è ben distinto dal torace ; anzi , analogamente a quello 8g A. Della Valle che si vede in alcuni Pontellidi, per es. nei generi Irenaeus e Cala- nops, esso è formato di due segmenti assai ben distinti, così nella parte dorsale , come nella ventrale , da una speciale articolazione , o linea di separazione. Di questa non si trova fatto cenno dal Kossmann , e nem- meno dal Claparède o dal Claus, i quali due ultimi invece asseriscono espressamente che il capo risulta di un sol segmento. Al segmento an- teriore appartengono le due paia di antenne, al posteriore le parti boc- cali. Il torace consta, al solito, di sei segmenti ben separati: il primo più largo di tutti , eguale per lunghezza al secondo segmento cefalico ; gli altri che vanno diminuendo di larghezza abbastanza rapidamente fino al quinto , il più sottile di tutti , somigliante quasi ad un peduncolo che unisca le due parti del corpo. Finalmente l'ultimo segmento tora- cico (1." addominale del Claus) è molto rigonfio, particolarmente nel maschio . in cui è libero interamente e distinto dai due segmenti vicini, mentre che nella femmina è saldato col primo segmento addominale, lasciando del resto tracce evidenti della prima divisione '. L'addome consta di quattro segmenti press' a poco delle stesse dimensioni. Sic- come si è già detto, nella femmina il primo segmento addominale è fuso con r ultimo toracico ; per contrario , nei maschi tutti i segmenti sono liberi. Il segmento anteriore cefalico si continua in un rostro ,fig. 17), che si ripiega nella parte inferiore, dirigendo indietro la sua punta biforcata. Le dimensioni, e, fino ad un certo punto, anche la forma di quest' organo variano nei due sessi , essendo nella femmina relativamente più allun- gato che nel maschio, nel quale (fig. 18^ le due punte, abbastanza corte, sono ancora più divergenti. L' ultimo segmento addominale (fig. 15) porta le appendici della furca, poco più lunghe del segmento medesimo, fornite ciascuna di sei setole non ciliate , variamente lunghe , e poste a diverso livello. Le antenne del primo paio (fig. 3) constano di sette articoli, di cui i primi due sono i più grossi ed i più larghi; il terzo è brevissimo, il 1 Io annovero fra i segmenti toracici anche questo sesto segmento, che invece, secondo il Claus , è il primo segmento addominale ; e ciò perchè la presenza fre- quente di rudimenti di piedi del sesto paio in tale parte del corpo rappresenta certamente un carattere anatomico, che accenna ad uu' analogia maggiore con i segmenti precedenti , forniti tutti di piedi , anziché coi segmenti privi affatto di appendici. L'essere talvolta, come nel caso in esame, questo segmento saldato nella femmina col primo dei segmenti posteriori , non costituisce un argomento di molto valore, precisamente come non ha alcuna importanza per confondere il capo col torace il vedere sovente saldati i segmenti cefalici con i primi segmenti del torace. Sili Coriceidi parassiti, e siili' anatomia dui gen. Lioliomolgus. 80 quarto ed il quinto sono cilindroidei . di mediocre lunghezza; il sesto è pure eilindroideo . ma breve; ed il settimo, o terminale, è corto. Le setole occupano quasi tutte il lato convesso dell' antenna , e sono in nu- mero costante , trovandosene tre brevi sul primo segmento , nove nel secondo , di cui la settima si rende notabile per la sua maggiore lun- ghezza ; due sul terzo. Il quarto ha tre setole, di cui due più lunghe, ed una , la media , breve. Sul quinto segmento si vedono quattro setole, cioè due sul margine anteriore , uno sul posteriore ed uno sulla faccia inferiore. Il sesto segmento porta una sola setola , il settimo ne h# cinque. Le antenne del secondo paio (fìg. 4). molto più robuste di quelle del primo, sono potenti organi di presa, composti di quattro arti- coli. Breve è 1' articolo basilare; lungo circa il doppio è il secondo, munito nella superfìcie superiore di due o tre e, molto raramente, anche di quattro larghi e forti denti triangolari , disposti in linea obliqua , e rivolti con la punta verso il margine convesso dell' antenna. Una serie di 6 — 7 denti , come 1' afferma e disegna il Kossmann, io non 1' ho mai veduta. Il terzo articolo è notevole per un piccolo uncino che porta alla sua estremità distale , nel lato concavo , e per due setole che si trovano dall' un lato e dall'altro dell' uncino. L'ultimo articolo è munito nella sua estremità libera di tre grossi uncini , di cui i due superiori sono più in- curvati dell'inferiore. Agli uncini si aggiungono pure due lunghe setole nascenti dall' angolo inferiore. Riguardo a questi uncini merita men- zione un fatto speciale della loro costituzione. Tanto il piccolo uncino del terzo segmento, quanto i tre grossi dell' ultimo, osservati a foi'te in- grandimento si mostrano percorsi nell' interno da un canale, il quale va a terminare dalla parte concava in un forellìno (fig. 4o) posto quasi alla punta. Il canale interno ed il foro di uscita farebbero conchiudere subito per un condotto escretore di qualche apparecchio glandolare, che si trovasse nell' interno dell' antenna. Nondimeno per quanta diligenza io abbia potuto adoperare in tale occasione , sia tentando di penetrare con la vista a traverso le poco trasparenti pareti dell' animale vivo, sia ese- guendo tagli dell' antenna trattati in tutti i modi possibili della moderna tecnica microscopica, nessuna traccia ho potuto notare nell' interno del- l' antenna né di glandola, né di condotto escretore. Simili fori si veggono in tutti i Licomolgi (v. fig. 51*), ed anche nelle Saffìrine, ma nemmeno in queste ultime si vede alcun condotto escretore, o glandola ben definita. Gli organi boccali (fig. 5) sono in numero completo, ossia che vi si trovano il labbro superiore, le mandibole, il labbro inferiore, le mascelle, i piedi mascellari superiori e gl' inferiori. Il labbro superiore (fig. 4) é una lamina semicircolare , rivolta col suo margine convesso e libero in- 90 A. Della Valle dietro. Questo margine nella parte media è leggermente incavato, ma, contrariamente a quello che affermano e disegnano il Claparède ed il Claus, non è punto dentato, anzi perfettamente liscio. Similmente non ho veduto punto in esso le » dichtgestellten stiftfìjrmigen Dornen « , che sono menzionate dal Kossmann. Le mandibole [md] hanno una base larga ed un' estremità falciforme , col margine interno dritto seghettato, e con r esterno, fornito verso la parte estrema di alcune setole. La punta (e), molto sottile, provveduta di piccoli denti, che verso 1' estremità dell' largano diventano vere setole, si nasconde sotto del labbro, in guisa che, a guardarla insieme alle altre parti boccali, non apparisce con intera chiarezza, e può confondersi con le parti vicine. Per mancanza di una conveniente preparazione con gli aghi, il Claparède non riconobbe la distinzione delle mandibole dal labbro ; che, anzi, ritenne questo for- mato dal saldamento delle due prime, scambiando i margini dentati delle due mandibole col vero labbro, che è invece distinto e separato, nel modo che di sopra si è detto. Nello stesso errore è caduto il Claus, il quale , pur rimproverando al Claparède la poca esattezza di osser- vazioni, afferma resistenza delle mandibole, ma figura e descrive queste come rappresentate da due »sichelförmigen feinbehaarten Stileten«, che poi infine non esistono niente affatto , ovvero debbono essere stati sem- plicemente le estremità ciliate delle vere antenne. Anche il Kossmann dà una figura inesatta e monca , disegnando un numero di seghettature assai superiore al vero, e non tenendo conto dell' estremità fioccosa. Il labbro inferiore [li] è rappresentato da una piccola sporgenza poligonale, situata fra le mandibole e le mascelle, con la concavità rivolta in avanti. Le mascelle [ms] sono piccole, cilindroidee, terminate da due brevi ma forti setole. I piedi mascellari del primo e del secondo paio sono stati male rappresentati dal Claparède , ed anche inesattamente dal Claus e dal Kossmann. Difatti quelli del primo paio (pma) presentano una base assai dilatata, costituita da una grossa lamina, a cui sono sovrap- poste ad embrice altre due più piccole , tutte col margine libero fina- mente dentato. L' estremità libera del piede è pure , come quelle della mandibola , falciforme , ma è munita di forti spine , di cui le posteriori sono più grandi delle anteriori. In generale si contano sette di queste spine grandi, e due o tre di quelle piccolissime della punta. Oltre a ciò bisogna aggiungere che alla base di quest' estremità del piede ma- scellare esiste una lunga setola ciliata, che ben si potrebbe paragonare ad un palpo. I piedi mascellari del secondo paio variano secondo che si tratta del maschio o della femmina, risultando nondimeno sempre neir un caso e nell' altro di tre articoli. Nel maschio (fig. 7) sono più Sui Coriccidi parassiti, e siili' anatomia del geu. Licliomolgus. 91 grandi che nella femmina (fig. 8), e funzionano da validi organi di pre«a. I primi due articoli sono eguali , ovoidi , il terzo è più piccolo con due uncini , uno abbastanza tenue , 1' altro molto potente , eguale per lun- ghezza al secondo ed al terzo segmento presi insieme. Sul secondo se- gmento è notabile una piccola setola , che corrisponde ad un prolunga- mento uncinato dello stesso segmento del piede mascellare della fem- mina. In questa, ciascuno dei piedi mascellari del secondo paio ha il primo articolo basilare abbastanza grosso; di mediocre grossezza gli altri due. i (piali formano nell' insieme una chela didattile, essendo che il secondo è largo e termina da un lato in un prolungamento, quasi dito, armato di uncino ricurvo, e 1' altro, sottile, piccolo, digitiforme, anche esso armato dì due uncini, può ripiegarsi contro il prolungamento dell' articolo precedente. Piedi. Secondo che si vede nella maggior parte dei Copepodi , i piedi di questo parassito sono al numero di sei paia, quattro bene svi- luppati, uno ridotto ad un piccolo moncone, ed il sesto rappresentato da brevi tubercoli. In quanto ai primi basterà notare , come risultino tutti indistintamente (non esclusi quelli del quarto paio) di una parte basilare biarticolata , e di due rami triarticolati , muniti di uncini e di setole ciliate. Ambedue gli articoli della base sono forniti di una setola cibata, ma il primo ha la setola dal lato interno, il secondo dal lato esterno. Né mancherò di aggiungere un' altra particolarità , che riguarda il secondo articolo del ramo esterno delle prime tre paia , la quale è questa , che tale articolo presenta un dente terminato da una punta bifida, costante in tutti i parassiti, maschi o femmine, osservati sopra la superficie ven- trale dello Spirographis , laddove manca invece in altri che vivono esclusivamente sulle branchie. Inesatta è la figura che il Clapakède dà del quarto piede ; molto più inesatta è ancora quella data dal Koss- MAiJN. I piedi del quinto paio sono rudimentali , ridotti ad un piccolo tubercolo , terminati da due setole d' ineguale lunghezza. Oltre a ciò bisogna ancora ricordare una setola che si vede costantemente presso all' inserzione del tubercolo in esame , rajìpresentante in un certo modo delle altre parti mancanti , o meglio corrispondente alla setola basilare esterna degli altri piedi, e quindi indicante che il tubercolo del quinto piede è il ramo esterno residuale. Più rudimentali sono i piedi del sesto paio (fig. 13 e 14), vari pure secondi i sessi, ma sempre biramosi. Nel maschio trovansi ciascuno in rapporto intimo con 1' orificio del deferente di quel lato, onde si vede situato all' angolo esterno del segmento geni- tale, rappresentato da due tubercoli, muniti ognuno di una setola. Nella 92 A. Della Valle femmina esistono pure due tubercoli , armati di una forte setola termi- nale, e nascosti quasi interamente nell' atrio genitale. Sistema nervoso. Molto difficile riesce lo studio delle parti interne di questo parassito ; difficilissimo è quello del sistema nervoso a cagione della poca trasparenza dei comuni tegumenti, e della poca virtù conser- vatrice posseduta dai vari liquidi di preparazione. Senza stare qui a fare la lunga storia dei tentativi male riusciti , dirò che i migliori risul- tati sono stati da me ottenuti con l'acido picrico-solforico, e con l'ema- tossilina. Facendo dei tagli longitudinali (fig. 16) di animali così pre- parati, si vede come il sistema nervoso centrale [ma] sia per lo più stret- tamente aderente alla parete ventrale , e come non lasci distinguere gangli separati. Invece questi sono tutti fusi in una massa sola, allun- gata , fusiforme , la quale si estende per circa due terzi del capo ed un terzo del torace , ed è notevole per la spessezza , meglio visibile nelle sezioni trasversali. Per tal modo si vede che questo cordone in certi punti, per es. a livello dell' esofago, giunge ad eguagliare circa il quarto di tutta la spessezza del segmento , ed inoltre presenta una specie di solcatura lungo la parte superiore , rappresentante senza dubbio della bipartizione del sistema nervoso di altri animali. Da questa massa centrale parte in avanti (fig. 21) un prolunga- mento , il quale si dirige verso 1' occhio , per accoglierlo su di una sua dilatazione. Dai lati di questo rigonfiamento partono quattro rami (waa, nap) destinati alle antenne del primo e del secondo paio. Nella parte posteriore si veggono i rami per i piedi natatori. Organi di senso. Come organi di olfatto e di tatto, e forse anche di altro senso , si possono considerare le setole del secondo segmento delle antenne del primo paio. Queste setole difatti presentano la condi- zione anatomica speciale non comune ad altri Licomolgi , né alle Saffi- rine, di fare continuazione diretta con particolari cellule allungate, fusiformi , nucleate (fig. 3a) , le quali con \ altro lato si continuano con i filamenti nervosi del ramo antennale (w) . Sono pure organi di tatto alcuni peli sottili e brevi, che si veggono situati sopra piccoli pori, da cui è attraversata la pelle in vari punti, specialmente nel rostro (fig 17^>), ed ai margini dei zooniti cefalici. Sotto di questi pori sono speciali gruppi di cellule nucleate [gl] , di cui nondimeno , per la man- canza di sufficiente trasparenza delle parti, non riesce possibile consta- tare gl' intimi rapporti con le setole, con i pori, e con i filamenti nervosi. Stando alle molteplici e ripetute analogie dei Lichomolgus con le Saffi- rine e con le Copilie non è improbabile il sospettare che anche qui si Sui Coriceidi parassiti, e siili' anatomia del gen. Lichoniolgiis. 93 tratti, come uel caso ora citato ', di cellule e setole nervose. E che ciò sia vero viene dimostrato ancora dall' esame microscopico della pelle di altri Licliomolgus più trasparenti , e propriamente di due delle nuove specie da me trovate L. Actiniae, e L. Pteroidis. Nella pi ima difatti si veggono glandolo e gruppi di cellule nervose , oltre che nei margini più trasparenti del corpo , anche nelle appendici della furca , le quali anzi ne sono tanto ripiene, che appariscono come una massa sola di cellule. Ogni gruppo ha forma di un follicolo sferoidale, che comunica con l'esterno per mezzo di uno dei pori cutanei, ed è costituito da una mem- brana involgente e da un certo numero (5 — 6) di cellule a contenuto granuloso. Più evidente ancora è T analogia del L. Pteroidis con le Saftìriue , giacché , come in queste ultime , anche nel primo (fig. 33, gl] la parete superficiale del dorso è attraversata da una ricca rete nervosa, i cui rami finiscono in glandole simili a quelle del L. Actiniae , e poste nel medesimo rapportp con i pori cutanei. Qualcuna di tali glandole è pure unicellulare. L' organo della vista (fig, 21) è rappresentato da un occhio ìmpari non veduto dal Clapaiìède , ma notato dal Claus. Giace immediata- mente sotto della pelle, è risulta di tre lenti cristalline sferoidali, rivestite in parte da pigmento rosso , e piantate sopra della speciale espansione nervosa, di cui sopra si è detto. Di queste tre lenti due sono superiori, e sono quelle che sono più facilmente visibili dall' esterno ; la terza , in- feriore, non si vede bene se non nelle sezioni. Apparecchio digerente. L' orificio boccale i^fig. 23 h) è una fenditura ellissoidea, a contorni irregolari, munita di una cornice chitiuosa, dalla quale vedonsi partire cinque prolungamenti , quasi legamenti , che si vanno a mano a mano allargando e disperdendo nei punti di attacco alle parti chitinose vicine. Di questi legamenti uno è anteriore [la] , e s' unisce alla base del rostro , due laterali [llj vanno alla cornice chitinosa delle antenne del secondo paio, edi due ultimi {li) , dirigendosi posteriormente, terminano alle basi dei piedi mascellari del secondo paio. Inoltre sulla cornice chitinosa voggonsì due punti più oscuri («^ , il cui significato mi rimase ignoto. Segue all' orificio boccale un esofago (fig. 16 e«), breve, e sottile, il quale , dopo di avere attraversato la massa nervosa centrale nella sua più grande spessezza , sbocca poi nel vastissimo stomaco st] . Il Clapakède dice striate le pareti dell' esofago, che invece sono affatto lisce, mentre che dal disegno che accompagna la sua descrizione sembra che si possa dedurre che egli abbia considerato come pareti dell' esofago ' HÄCKEL, 1. C. 94 A. Della Valle le setole delle estremità delle due mandibole. Lo stomaco [st] lia la forma di un semplice sacco conico , ma è molto ampio , occupando quasi due terzi di tutto il corpo del parassito, ed estendendosi molto in avanti nei segmenti cefalici , fin quasi presso all' occhio , e restringendosi gra- datamente negli zooniti toracici, e poi nell' addome. Divenuto ormai vero intestino [i] cilindrico si dirige all' ultimo segmento del corpo , dove si trova r ano nella faccia dorsale , protetto da una lamina (fig. \b la) a guisa di valvola quadrangolare. Tutto il canale digerente è in continui movimenti, che giovano alla circolazione degli umori interstiziali, e sono prodotti da numerosi filamenti muscolari che uniscono le pareti di questo canale con le pareti chitinose del corpo. Tutto il canale è poi rivestito internamente da uno strato di cellule (fig. 16 ep) assai leggermente at- taccate alla parete, ed uniformi in tutto il corso del tubo in esame. Circolazione e respirazione. Manca assolutamente ogni traccia di organi speciali destinati alla circolazione ed alla respirazione. S' intende che, siccome si è già detto, il movimento dei liquidi interstiziali viene agevolato dalle continue contrazioni del tubo digerente ; e che lo scambio dei gas per la respirazione possa facilmente aver luogo attraverso la sottilissima pelle. Apparecchio riproduttore. Anche Y apparecchio riproduttore pre- senta nel parassito in esame, come il sistema nervoso, gravi difficoltà di osservazione. Così per es. circa all' apparecchio riproduttore maschile non riesce di stabilire la parte glandolare, mentre che è facile vedere neir animale vivo i due deferenti (fig. 2 d) . Di questi ciascuno comincia con una parte molto dilatata , in forma di sacco cilindrico , e dal quarto zoonite toracico si dirige in avanti fino al secondo cefalico o primo tora- cico, poi si ripiega indietro, dove ritorna molto più sottile e si dirige al segmento genitale. In questo si dilata di nuovo, ed accoglie nella dila- tazione lo spermatoforo (fig. 2s/>»), costituito al solito delle note tre parti : sperma (fig. 24 sp) , materia glutinosa [gl] , e materia di espulsione (e) . Ma, si limitano le cose in questi termini, ovvero trovasi anche una glan- dola spermatica mediana, da cui poi portano i due deferenti'? Il WiERZEjsKi 1 nella sua descrizione anatomica del Lichomolgus Sepicola ritiene senz" altro la duplicità degli organi sessuali , che , secondo lui, sarebbero assai semplicemente costruiti. Invece stando alle analogie che questo parassito dello Spirographis ha con i Coriceidi , e specialmente con la Copilia, e tenendo conto pure dell, unicità della glandola ses- 1 WiERZEJSKi, Über Schmarotzerkrebse v. Cephalopoden. Z. f. wiss. Zool. XXTX, 1877. 8ui Coriceidi parassiti, .0 siili" anatomia del j^en Liciiomolgus. 95 suale femminile , di cui si dirà in seguito , la glandola spermatica unica dovrebbe esistere. Sventuratamente i maschi del copepodo in questione sono abbastanza scarsi , ed i metodi di preparazione tentati su di essi non hanno dato alcun risultato certo. Cosi pure non ho potuto deter- minare se sia giustificato nel caso presente 1' asserzione del Gruber circa alle anse dei deferenti ^ . In quanto allo sperma , noterò come la forma degli elementi sper- matici sia quella di due filamenti flagelli di diversa lunghezza, uniti insieme per mezzo di un corpicciuolo sferico (fig. 25) . Questi filamenti, cacciati fuori dagli spermatofori per mezzo della pressione, si muovono assai lentamente. L' apparecchio femminile (fig. 22) presenta una grande somiglianza con quello del gen. Pachysoma, constando di una glandola ovarica, due ovidutti, e di una borsa spermatica. La glandola ovarica [ov] trovasi al disopra dello stomaco, nella linea mediana, immediatamente sotto della pelle, nel primo segmento toracico, ed ha una forma di piramide trian- golare, diretta con la base in avanti e con l' apice indietro, insinuato con uno dei suoi spigoli fra i due ovidutti laterali. Questi [ov) sono molto sviluppati e sopratutto molto ramificati , estendendosi i rami in tutto il corpo, e fin nelle parti estreme del primo segmento cefalico. Le aperture genitali esterne situate nelle parti laterali, ma un poco più verso la fac- cia dorsale, hanno forma triangolare. Del resto ciascuno di questi orifici (fig. 13) è un organo complesso, una specie di atrio, in cui sboccano r ovidutto oc] , ed il ramo del lato corrispondente del serbatoio sperma- tico iots) , ed in cui sono pure impiantati i rudimenti dei piedi del sesto paio [p] . Uno speciale muscolo flabelliforme, attaccato al margine chitinoso dell' apertura di quest' atrio genitale, giova a dilatare T apertura mede- sima nel passaggio delle uova. Il serbatoio spermatico (fig. 16 e 22 ts) è molto sviluppato , e notevole per la sua forma di pera a collo molto allungato. La parte rigonfia col suo fondo cieco raggiunge quasi la metà del primo segmento toracico ; il collo , assottigliandosi per gradi , pro- cede unico fin presso al primo segmento addominale , dove si vede bi- forcato. Di qui ciascun ramo [r], dirigendosi obliquamente verso le parti esterne , si dilata ampiamente in un serbatoio sferoidale [s) , il quale sbocca a sua volta all' esterno , per mezzo di un altro sottile ca- naletto im) aperto al disotto dell' orificio dell' ovidutto. Appunto all'apertura di questo canaletto avviene talora di vedere 1 Gruber, Beitr. z. Kenntti. d. Generationsorgane d. freilebenden Copep. Z. f. wiss. Zool. XXXII, 1879. 96 A. Della Valle fissati gli spermatofori del maschio. Come nei Licliomolgus delle Ascidie cosi pure in questo dello Spirographis ed in quello dell' Actinia concentrica gli spermatofori (fig. 31 sp) sono ovoidi ed hanno un estremità assottigliata, a cui segue una specie di peduncolo filiforme, che si unisce a quelle dello spermatoforo compagno, rimanendo così attaccati insieme per un filamento unico , canaliculato , che è quello che giunge fino allo sbocco del serbatoio spermatico. Le uova sono di dimensioni abbastanza considerevoli, non tanto però quanto sembrerebbe dalle figure del Claparède : e presentano tutte le parti essenziali bene sviluppate. Partorite sono riunite in due masse cilindroidee, della lunghezza in generale maggiore di mezzo millimetro, cosi che sorpassano le più lunghe setole della furca. Del resto in serie trasversale spesso se ne veggono non solo tre, come dice il Claparède, ma anche quattro e più (v. fig. 1). Il nauplio (fig. 26j , esaminato appena schiuso, ovvero dopo due o tre giorni, termine massimo della sua vita nei bacini di un acquario, non presenta caratteri speciali degni di menzione. La forma del corpo , il numero e la forma dei piedi e delle singole loro parti, nonché delle setole, è in generale quello tipico, come si trova negli Harpactidi, nei Calanidi, ed in molti altri Copepodi. Il corpo è abbastanza allungato, leggermente ristretto verso il mezzo. Gli arti del primo paio sono semplici, biarticolati, ed hanno tre setole nell' ultimo articolo, ed una all' estremità del primo. Negli arti del secondo paio si distinguono una base e due rami; la base risultante di un solo articolo, con un' appendice rivolta indietro ed indentro, ed armata di un forte uncino ; i rami inuguali per luughezza e numero di articoli , essendo 1' interno più corto e biarticolati , fornito di quattro setole nel secondo articolo e tre nel primo, e 1" esterno composto di cinque articoli, ciascuno provveduto di una setola. Gli arti del terzo paio ripetono press' a poco la forma di quelli del secondo, poiché al pari di questi composti di una parte basilare, fornita di un' appendice, e di due rami inuguali , uno , V interno , uniarticolato , V altro, 1' esterno, quadriarticolato. In quanto a numero di setole se ne notano due sulla appendice della porzione basilare , quattro nel ramo interno , poste alla parte estrema dell' articolo , e quattro nel ramo esterno , una al lato esterno di ciascun articolo. Finalmente si notano al solito le due setole inserite nella faccia inferiore, presso alla parte estrema del corpo, cia- scuna all' apice di un piccolo tubercolo. Nessuna delle setole del nauplio di questo copepodo è ciliata. L' organizzazione interna non si allontana dalle regole ordinarie. Vi é un occhio unico mediano (o) , composto di due lenti cristalline. Sui Coriceidi parassiti, e sul!' aiiatoniia del gen. Lichomolgus. 97 rivestite in parte di pigmento ; vi sono grossi muscoli [m) , che occupano grandissima parte del corpo, e servono a muovere gli urti ; e finalmente noterò il sistema digerente , composto di un semplice tubo dritto dal- l' orificio boccale all' anale, di calibro non uniforme, con una certa dilata- zione poco dopo la bocca , ed un leggiero rigonfiamento a pareti più oscure [gr], poco prima dell' orificio anale. Una varietà particolare , che potrebbe distinguersi col nome di L. Sarsii, var. branchialis, trovasi fissa qualche volta sui filamenti del fiocco branchiale dell' ospite , e giammai sulla faccia ventrale , come la forma tipica di sopra descritta. La conformazione del corpo di questa varietà è simile a quella dell' altra , sebbene alquanto meno depressa e più allungata. Le dimensioni sono : lunghezza mm due, larghezza mas- sima mezzo millimetro. Le antenne non fanno notare altre differenze da quelle del L. Sarsii , varietà tipica , se non le dimensioni maggiori ed un numero più grande di grossi denti sul secondo articolo delle an- tenne del secondo paio. Le parti boccali non presentano differenze degne di nota , e cosi pure i piedi , se se ne eccettua la differenza già altrove notata del non aver bifida , ma semplice , la punta all' angolo interno del secondo articolo appartenente al ramo esterno delle prime tre paia. Viene ora la questione : dobbiamo fare del parassito dello Spiro- graphis un genere a parte, ovvero considerarlo semplicemente come una specie del gen. Lichomolgus? Se si paragonano gli organi cosi interni come esterni del crostaceo in esame , con quelli di tutte le altre specie di L. , tanto delle ascidicole , quanto delle altre parassite di Molluschi e di Antozoi , appare evidente che le sole differenze meritevoli di men- zione fra le due forme, si trovano : 1" nell' articolo interno dei piedi del quarto paio, biarticolato negli altri L. , ed invece triarticolato nel pa- rassito ora descritto , e , 2° in uno sviluppo maggiore del rostro. Il nu- mero degli articoli delle antenne non presenta alcuna differenza, essendo in tutti i L. da me esaminati, non escluso il L. forficula Th. ed il L. albens Th . , di sette in quelle del primo paio , e di quattro in quelle del secondo. Come è chiaro qui non si tratta che di apprezzamento, ed il mio parere è che non bisogna moltiplicare i generi senza necessità. Lichomolgus Actiniae n. sp. Tav. V e VI. Fig. 27—32. Femmina. Lunghezza mm 1 — 9, largh. mm 0,7. Capo formato di un sol pezzo e distinto dal torace, il quale risulta di sei segmenti, ed ha Mittheilnngen a. d. Zoolog. Station zu Neapel. Bd. U. 7 98 A. Della Valle il sesto segmento saldato col primo dell' addome. Il primo segmento toracico è non solo il più largo di tutti, ma anche il più lungo ; gli altri vanno diminuendo per lunghezza e larghezza fino al quinto, che è il più stretto , quantunque abbia la stessa altezza del quarto ; il segmento genitale è rigonfio mediocremente. I segmenti addominali sono di al- tezza eguale fra loro, e press' a poco anche con le appendici della furca, ciascuna delle quali ha quattro setole ciliate le inferiori) , e due sem- plici (le superiori) . Le antenne del primo paio sono notevoli per la lunghezza quasi eguale di sei dei sette segmenti di cui sono composte. Il terzo è, al solito, molto breve. Le antenne del secondo paio hanno tre segmenti di eguale lunghezza e sviluppo il primo, il secondo, ed il quarto) ; il terzo è molto breve. Il quarto segmento, alquanto arcuato, presenta due uncini, poco sviluppati , e quattro setole , di cui due molto piccole ; il terzo segmento porta tre setole; il secondo ed il primo una per ciascuno. Le mandibole (fig. 27 md) sono rappresentate da lamine falciformi abbastanza larghe , con la superficie inforiore ineguale per una promi- nenza mediana longitudinale , che corre per un certo tratto della faccia medesima. Il margine interno è sottilmente dentellato; il margine esterno presenta un angolo sporgente , munito nel suo lato anteriore di forti setole. In queste mandibole notasi pure nell' angolo posteriore un rudimento di palpo Ipnid) rappresentato da una setola ciliata nel suo margine anteriore. Le mascelle [ms] sono relativamente molto svilup- pate, quatunque presentino sempre la forma di stiletti. Portano quattro setole, di cui due sono poste all' estremità libera e due sulla faccia infe- riore. I piedi mascellari del primo paio ipma) sono notabili per la loro incurvatura , e per le numerose e fini dentellature di cui è armato il margine convesso. L' appendice triangolare [ppm), ciliata sul lato in- terno , è abbastanza grossa. Oltre a ciò si deve far menzione di una piccola setola posta sulla faccia inferiore. Nei piedi mascellari del secondo paio è notevole pel suo sviluppo il terzo articolo. Circa ai piedi ambulatori delle prime quattro paia , non vi è alcun carattere che meriti di essere specialmente ricordato. Il quarto paio (fig. 30 1. come si è detto, ha il ramo interno biarticolato. Quelli del quinto sono abbastanza sviluppati , ma molto semplici , curvi , e forniti semplicemente dì due corte setole all' estremo libero. Maschio. Il maschio (fig. 32) è poco più piccolo della femmina, avendo la lunghezza di mm 1,5, e la larghezza di mm 0,6. Il segmento genitale, distinto dal primo addominale, è mediocremente sviluppato. I piedi mascellari del secondo paio (fig. 29) , molto potenti , presentano Sui Coriceidi parassiti, e siili' aiiatonila dui gen. Lichomolgus. 99 la faccia interna del secondo articolo munita di una serie mediana di spine, accolta in un solco, sui margini del quale esistono due setole. Gli altri organi esterni sono assolutamente eguali a quelli della femmina. Attraverso le pareti del dorso trasparisce il tubo digerente, il quale presenta il carattere particolare di avere , a differenza dei Licomolghi ascidicoli e del L. Sarsii, lo stomaco fornito nelle parti laterali di due ampie dilatazioni a guisa di braccia di croce. Il ramo anteriore giunge molto avanti, e copre cosi 1' occhio, in guisa che a prima giunta, a guar- darlo dal dorso, 1' animale sembra cieco. Ma invece un occhio molto bene sviluppato, con le tre lenti coperte in parte di pigmento rosso, vedesi guardando il copepodo dalla faccia inferiore. Neil' ultimo fase, degli Annals and Magazine of Naturai History (Dee. 1879 pag. 458), si trova la descrizione di un nuovo copepodo, che r A., Henry N. Ridley, propone chiamare Doridicola antheae, per la somiglianza che ha con la Doridicola del Leydig. Lasciando stare da parte che il gen. Doridicola dopo il lavoro del Claus accennato di sopra oggi non ha più il dritto di esistere , si notano nella breve descrizione del Ridley parecchie lacune , e caratteri strani che rendono impossibile il riconoscere nel parassito dell' Anthea un vero L. doridicola. Anche questo copepodo vive su di un' Attinia, e precisamente sull' Anthea cereus. L' A. l' ha trovata nel North Devon presso Ilfracombe ; io invece, in Napoli, 1' ho ricercato inutilmente sopra parecchi individui della sud- detta specie di Anthea. Lichomolgus Pteroidis n. sp. Fig. 33—42. Questa nuova specie, notevole per la grande sua larghezza in con- fronto della lunghezza, trovasi parassita sulla superficie del corpo dello Pteroides spiuulosus. Di solito si veggono insieme femmine adulte e femmine giovani, e maschi. Per la forma generale del corpo il L. Pte- roidis ha qualche somiglianza con le specie del gen. Stellicela fondato dal KOSSMANN^. Femmina adulta. La femmina adulta (fig. 33) è lunga mm 1,5, ed è larga mm 1 ,L II capo è saldato col primo segmento toracico, e costi- tuisce un ampio scudo, che nasconde sotto di sé tutti i piedi ambulatori. Il secondo segmento toracico è alquanto più stretto, il terzo, più stretto 1 Kos.SMANN, Reise n. d. Rothen Meer, 1877. 100 A. Della Valle ancora del secondo, ma un poco più lungo, copre col suo margine poste- riore il quarto ed il quinto segmento toracico, ed in parte anche il sesto segmento genitale. I segmenti delF addome sono brevissimi, e tutti insieme rappresentano appena la quindicesima parte della lunghezza del corpo. Il primo segmento addominale è saldato al segmento geni- tale ; il segmento comune risultante ha forma di un ellissoide, con 1' asse maggiore trasversale; per la grandezza trovasi intermedio fra l'am- pissimo terzo segmento toracico e lo strettissimo secondo addominale. Le appendici della furca sono brevissime (fig. 38) , quanta è la lun- ghezza del quinto segmento addominale ; le setole sono tutte senza ciglia, eie due mediane posteriori sono assai più grosse e sviluppate delle altre. Le antenne del primo paio (fig. 36) sono quasi cilindriche , avendo tutti i sette segmenti press' a poco di eguale grossezza. Il secondo se- gmento è molto più lungo degli altri , formando esso solo più del terzo dell' intera lunghezza dell' antenna; gli ultimi cinque segmenti sono quasi tutti eguali fra loro, il più lungo è il quarto, il più breve il quinto. Le antenne del secondo paio (fig. 37) sono piuttosto deboli. Anche in esse il secondo segmento è molto più lungo degli altri ; il secondo è al solito brevissimo. L' estremità terminale del quarto segmento è armato di due piccoli uncini, e munito di piccole setole. Le mandibole [üg39md) sono assottigliate, con un' estremità flagel- liforme abbastanza lunga, col margine esterno denticulato , e con una setola ciliata palpiforme [pmd] molto sviluppata, situata nell' angolo interno e posteriore. Le mascelle [ms] sono grosse, con setole molto lunghe. I piedi mascellari del primo paio {pma) presentano denti nume- rosi e molto acuti, ed una setola palpiforme con ciglia robuste. Nulla di speciale trovasi a notare circa ai piedi mascellari posteriori ed ai piedi ambulatori delle prime quattro paia. Quelle del quinto sono corti, quasi piramidali, con l'apice rivolto verso il corpo, e fornite di una pro- minenza bozza nel lato posteriore. Femmina giovane. Le femmine giovani (fig. 34) differiscono dalle adulte per le dimensioni minori (lung. mm 0,9, larg. mm 0,6), come anche per la forma alquanto più allungata , e per mostrare il limite di divisione fra il capo ed il primo segmento toracico. Maschio. Il maschio ^fig. 35) ha dimensioni ancora minori di quelle della femmina giovane (luugh. mm 0,8 largh. mm 0,5), a cui , d' altra parte, si avvicina per la forma del corpo e per la segmentazione. L' un- cino del piede mascellare posteriore (fig. 41) misura circa due volte la lunghezza di tutto il secondo segmento antennale. Il segmento genitale è sferoidale, molto gonfio, con spermatofori grandissimi. Sui Coriceidi parassiti; e suU' anatouiia del gcn. Lichoiuolgus. KM Lichomolgus Chromodoridis n. sp. Tav. VI. Fig. 43—48. Per le forme esterne questa specie ricorda il L. Doridicola del Leydig. Femmina. Le dimensioni sono: lungh. mm 1,1, largii, mm 0,(5, forma molto analoga al L. Ptei-oidis. Il numero degli anelli è di nove, il primo, molto grande, formato dal segmento cefalico e dal primo tora- cico, i quattro segmenti liberi, eguali per altezza, ma di larghezza diffe- renti; il sesto segmento, risultante dalla fusione dell' ultimo toracico e primo addominale , di dimensioni relativamente considerevoli , e for- mante quasi tutta la coda dell' animale, la quale è intanto completata da altri tre brevissimi anelli. Le appendici della furca (fig. 46) sono molto corte ; press' a poco dell' altezza dell' ultimo anello, ed hanno tre setole semplici e tre (quelle del lato posteriore ed interno) ciliate. Le antenne del primo paio (fig. 44) hanno i sette articoli quasi tutti della stessa grossezza, ma non della stessa lunghezza. Più lungo di tutti è il secondo artìcolo, seguono il quinto ed il quarto, e poi il primo, il terzo, il settimo ed il sesto. Le antenne del secondo paio (fig. 4!")), organi di presa abbastanza validi, sono più robuste, ma alquanto meno lunghe delle antenne del primo paio. Constano di quattro articoli , di cui il terzo è il più breve di tutti, ed è fornito di un gruppo di tre setole neir estremità distale. L'estremità libera dell' ultimo articolo porta due uncini non molto potenti e due setole. Un' altra setola si nota pure nel lato interno dell' estremità distale del secondo segmento. Le mandibole (fig. Vimd) falciformi, ciliate, sono abbastanza deboli, munite della solita appendice palpiforme nel lato posteriore. Le ma- scelle {ms) sono semplici stiletti conici , muniti di tre setole , di cui la media è la più lunga. I piedi mascellari anteriori [pma] , falciformi come le mandibole, sono provveduti di una serie di denti spiniformi nel loro margine interno. Nel lato concavo si vede inserita la solita appen- dice ciliata. I piedi mascellari posteriori , triarticolati , non presentano alcun carattere speciale. Dei piedi ambulatori le prime tre paia hanno ambedue i rami tri- articolati ; il quarto paio (fig. 48) ha il ramo interno biarticolato ; il quinto paio (fig. 46) è rappresentato da un semplice stiletto, sufficiente- mente allungato , munito di due setole all' estremità libera , e di una piccola bozza nel margine posteriore. Riguardo all' organizzazione interna conviene ricordare la forma a 102 A. Delhi Valle croce dell' apparecchio digerente, come nelle due specie di L. poco fa descritte. Il maschio è ignoto. Copepodi parassiti dei Molluschi sono stati descritti per i Nudi- branchii dal Leydig , dal Claus , dall' Hancock , e per i Cefalopodi dal Claus ed ultimamente dal Wierzejski > ; ma nessuno , che io mi sappia, ha riferito di Copepodi in Molluschi della classe dei Lamelli- branchii. L' animale , di cui qui appresso segue la descrizione , vive sulla superficie esterna del Solecurtus strigillatus , dove è abbastanza comune, sicché è conosciuto generalmente dai pescatori. Per la forma generale , ed anche per molti caratteri dei singoli organi tanto esterni quanto interni, questo copepodo rassomiglia moltissimo ad un vero Licho- molgus , ma ne differisce per la forma speciale delle mandibole e delle mascelle, oltre che per alcune modificazioni di secondaria importanza. Anthessius n. gen. Corpo piriforme ; segmento genitale rigonfio , libero nel maschio, fuso col seguente nella femmina. Antenne del primo paio 7-articolate, antenne del secondo paio 4 -articolate , trasformate in organi di presa e terminate da uncini. Mandibole somiglianti moltissimo ai piedi mascel- lari del primo paio dei Lichomolgus , cioè falciformi , col margine con- vesso armato di numerosi e forti denti, e con un' appendice palpiforme, ciliata, inserita nel margine concavo. Mascelle piuttosto sviluppate, di forma irregolare, imitante grossolanamente uno stivale. Piedi mascel- lari del primo paio più sottili delle mascelle, armate di poche ma for- tissime spine. Piedi mascellari del secondo paio, come nei Lichomolgus, cioè triarticolati e vari nei due sessi , piccoli nelle femmine , molto svi- luppati nel maschio con grandissimo uncino terminale. Piedi ambulatori delle prime quattro paia con ambedue i rami triarticolati. Piedi del quinto e sesto paio rudimentali. Anthessius Sole e urti n. sp. Tav. VI. Fig. 49-55. Femmina (fig. 49) . Forma allungata. Dimensioni: lunghezza mm 3, larghezza massima mm 1. Il numero degli anelli, in cui è diviso il corpo , è di undici ; il capo composto di due , il torace di cinque , 1' ad- 1 Wierzejski, 1. c. Sui Coviceidi parassiti, e sull' anatomia del gen. Lichoniolgus. \0'^ dome dì tre , oltre al segmento genitale riimito al primo segmento ad- dominale. Il capo e il torace, come s' intende dalle dimensioni riferite di sopra, non sono molto larghi. Il segmento cefalico anteriore è trian- golare : il secondo segmento cefalico è il più largo ; seguono quelli del torace di lunghezza decrescente fino al quinto. Poi il corpo s ingrossa di nuovo al segmento genitale fuso col primo , a cui seguono altri tre segmenti caudali di uguale larghezza. Esiste il rostro, ed è abbastanza largo , ma a punta ottusa. Le appendici della furca sono alquanto più lunghe del penultimo anello addominale. Delle sei setole, di cui è cias- cuna munita , sono ciliate soltanto le due mediane posteriori , che sono anche le più lunghe. Le antenne del primo paio (fig 51) hanno tutti i sette segmenti cilindroidei. di grossezza che va diminuendo dal primo al settimo. Circa alla lunghezza, il più lungo è il secondo segmento, seguono il quarto, il primo, il quinto, il terzo, il sesto, il settimo. Le setole come nei Licho- molgus. Le antenne del secondo paio (fig. 51; sono composte di quattro articoli di formaabbastanza irregolare , soprattutto il secondo , che è quasi piramidale. L' estremità libera dell' ultimo articolo porta due setole e tre uncini, notevoli per la loro forma alquanto contorta ad elica. Una setola, ciliata da un sol lato, si trova pure nel lato superiore ed estremo del secondo articolo, ed un' altra sporge dal mezzo del secondo. Il labbro superiore (fig. 52 Is] è concavo, quasi rettangolare, coi lati posteriori alquanto prolungati in due appendici libere aguzze [a] . Le mandibole [md] hanno una lunga estremità flagelliforme , ciliata. Le mascelle [ms] presentano due grosse setole dirette posteriormente ed inserite sul margine posteriore ; oltre a queste due setole se ne vedono ancora nel margine posteriore altre due piccole; ed esiste pure una serie di ciglia che a guisa di frangia orna appunto parte del metlesimo margine posteriore. I piedi mascellari anteriori [pma] portano cinque spine. L' ultimo articolo 'dei piedi mascellari posteriori {pmp) porta due piccole spine. Nei piedi ambulatori delle prime quattro paia notasi molto svilup- pata la setola interna del primo articolo basilare , il quale oltre a ciò presenta nel margine esterno tre o quattro dentellature (fig. 54) . Simili denti armano pure il margine esterno del primo articolo del ramo esterno. I piedi del quinto paio (fig. 55), uniarticolati, sono di forma irregolare, muniti di piccoli denti in parte del suo contorno , e di quattro grosse setole verso 1' estremità libera. Maschio. Il maschio (fig. 50), alquanto più assottigliato della fem- mina, misura mm 2 in lunghezza, e mm 0,75 nella massima larghezza. 104 A. Della Valle Il corpo è diviso in dodici anelli , essendo separati il segmento genitale ed il primo addominale. I piedi mascellari del secondo paio (fig. 53) presentano una serie di piccole spine nella parte distale del margine interno del secondo segmento. Il quale è di forma irregolare , quasi triangolare , avendo il suddetto margine interno diviso in due parti che si uniscono ad angolo. Degli organi interni quello che occupa dapprima r attenzione dell' osservatore è 1' unico occhio mediano , formato di tre lenti riunite in gruppo, e rivestite in parte di pigmento rosso. L' ap- parecchio digerente è crociforme, come nei L. Actiniae, L. Pteroidis, e L. Chromodoridis. L' apparecchio genitale femmineo e maschile presen- tano gli stessi caratteri del L. Sarsii. Anthessius Pleurobrancheae n. sp. Tav. VI. Fig. .56—58. Una nuova specie di questo genere , ma certamente molto rara , fu da me trovata una volta sola su di una Pleurobranchea. La forma e le dimensioni del corpo sono simili a quelle dell' An- thessius Solecurti, con cui conviene pure per molti altri caratteri. Le differenze si trovano nei piedi mascellari ; e nei piedi del quinto paio. Il piede mascellare anteriore (fig. 56) termina con una parte al- lungata, munita nel suo margine interno di dieci forti denti triangolari, disposti in fila come i denti di un pettine. I piedi mascellari posteriori della femmina sono identici a quelli della femmina dell' A. Solecurti; ma quelli del maschio (fig. 57) differiscono dall' altra specie per la forma allungata del secondo articolo, che è pure munito di denti in tutto il margine posteriore. Invece l'uncino non è dentato. I piedi del quinto paio (fig. 58) sono più allungati dell' altro Anthessius , e muniti non di spine, ma di setole. Sui Coriceidi parassiti, e sull' anatoinia del gen. Lichomolgus. 105 Spiegazione delle Tavole. Tavola V. Tjichomolgus Sarsii Ciap. Fig. 1. Femmina con i sacchi ovigeri. Fig. 2. Maschio; \t) testicoli; {d) deferenti; (sp) spermatofori. Fig. 3. Antenne del 1.° paio, (a) cellule sensitive, in continuazione da una parte col nervo antennale («) e dall' altra con le setole tattili. Fig. 4. Antenne del 2." paio con i fasci muscolari interni (m) dei singoli articoli ; (a) denti del 2.° articolo; (e) orificio di uno degli uncini. Fig. 5. Parti boccali in sito; (^s) labbro superiore; {li) labbro inferiore; hnd) mandibola , che termina in punta sottile ; (e) munita di piccole setole ; [chs) mascella; (pina) piede mascellare anteriore, munito di una setola palpiforme Ipjmi) e di due lamine dentellate imbricate [Id). Fig. 6. Piede mascellare posteriore della femmina. Fig. 7. Piede mascellare posteriore del maschio. Fig. &. 9, 10, 11, 12. Piedi ambulatori del 1.°, 2.", 3.", 4." e 5." paio. Fig. 13. Apertura genitale femminile con i rudimenti del piede del 6." paio (p) ; [ov] ovidutto ; {ots) orificio di uno dei condotti della tasca spermatica. Fig. 14. Segmento genitale maschile, veduto di fianco, per mostrare i piedi rudi- mentali del 0." paio. Fig. 15. Ultimo segmento addominale e turca; [la) lamina anale. Fig. 16. Sezione mediana antero-posteriore di una femmina ; (ma) sistema nervoso centrale , attraversato dall' esofago (es) ; (") prolungamento nervoso che si dirige all' occhio (o; ; [st] stomaco tappezzato di epitelio [ep] simile a quello dell' intestino 'v,\ 'ov) ovario; [ts] tasca spermatica; (r; rostro. Fig. 1". Rostro della femmina con cellule glandolari ((/l), e peli glandolari Ijj). Fig. 18. Rostro del maschio. Fig. 19. Taglio trasverso della pelle per mostrare i gruppi di cellule glandolari in rapporto con i pori escretori. Fig. 20. Sistema nervoso ; ina) nervi antennali ; (o) occhio ; [h] orificio boccale. Fig. 21. Parte superiore del sistema nervoso ; {tuia) nervo antennale anteriore; {naj}] nervo antennale posteriore. Fig. 22. Organi genitali femminili {ov) glandola ovarica; (ovd) ovidutti; {ts) tasca spermatica ; (er) rami del condotto escretore ; (s) dilatazione dei rami del canale della tasca spermatica. Fig. 23. Orificio boccale (6) e suoi legamenti: anteriore {la), laterali (//), e poste- riori (li) ; [m) muscoli del dorso. Fig. 24. Segmento genitale del maschio e spermatofori; {sp) sperma; (gl) materia glutinosa; 'e) materia espulsiva; {p) piedi del 6." paio. Fig. 25. Filamenti spermatici. Fig. 26. Nauplio; (6) bocca; («) intestino; {gr) cellule glandolari ; {m) muscoli dei piedi; (o) occhio. Lichomolgus Actiniae DV. Fig. 27. Parti boccali; {md) mandibola, col suo palpo {pmd) ; hns) mascella; {jmiui piede mascellare anteriore col suo palpo ippm). 106 A. Della Valle, Sui Coriceidi parassiti, e siili' anatomia del gen. Lichomolgus. Fig. 28. Piede mascellare posteriore della femmina. Fig. 29. Piede mascellare posteriore del maschio. Fig. 30. Piede del 4." paio. Tavola VI. Id. id. Fig. .31. Femmina. Fig. 32. Maschio. Lichomolgus Pteroidis DV. Fig. 33. Femmina adulta; [gl) glandole cutanee; [n] filamenti nervosi. Fig. 34. J'emmina giovane. Fig. 3.5. Maschio. Fig. 36. Antenna del I ." paio. Fig. 37. Antenna del 2.° paio. Fig. 38. Parte posteriore del corpo. Fig. 39. Parti boccali ; [mei, mandibola col suo palpo ipmd) ; [ms) mascella ; [pina] piede mascellare anteriore col suo palpo [ppnì] . Fig. 40. Piede mascellare posteriore della femmina. Fig. 41. Piede mascellare posteriore del maschio. Fig. 42. Piede del 4.° paio., Lichomolgus Chromodoridis DV. Fig. 43. Femmina. Fig. 44. Antenna del 1." paio. Fig. 45. Antenna del 2." paio. Fig. 46. Parte posteriore del corpo. Fig. 47. Parti della bocca: [md] mandibola col suo palpo ipmdì; {ì»s) mascella; {pma] piede mascellare anteriore ; (jjm^>) piede mascellare posteriore. Fig. 48. Piede del 4." paio. Anthessius Solecurti DV. Fìg. 49. Femmina. Fig. 50. Maschio. Fig. 51. (««) antenna del 1." paio ; [aj)] antenna del 2.° paio; [r] rostro. Fig. 51*. Un uncino dell' antenna posteriore ingrandito, per mostrare il canale interno, ed i fori di escrezione (e). Fig. 52. Parti della bocca della femmina; (Is) labbro superiore; (a] appendice triangolare, e [b) porzione laterale del labbro medesimo ; [md) mandibola col suo palpo {ptnd) ; (tns) mascella ; {pina) piede mascellare anteriore ; Ipinp) piede mascellare posteriore. Fig. 53. Piede mascellare posteriore del maschio. Fig. 53*. Porzione dell' uncino ingrandito per mostrare il margine interno seghettato. Fig. 54. Piede del 4." paio. Fig. 55. Piede del 5.° paio. Anthessius Pleurobraucheae DV. Fig. 56. Piede mascellare anteriore. Fig. 57. Piede mascellare posteriore del maschio. Fig. 58. Piede del 5." paio. Notiz über einen neuen Parasiten der Tethys aus der Abtheilung der rhabdocoelen Turbellarien. Von Dr. Arnold Lang, Bibliothekar der Zoolog. Station. Mit Tafel VII. Im Fuße der Tethys finden sich häufig- in großer Anzahl Parasiten, welche die Schnecke nach einigem Aufenthalt in einem Gefäß mit See- wasser allmählich freiwillig verlassen. Sie bewegen sich dann äußerst langsam am Boden des Gefäßes. Im ausgestreckten Zustande sind sie spindelförmig und erreichen bei einer Dicke von ca. 0,7 mm eine Länge von 3 — 4 mm. Contrahiren sie sich, was immer nur sehr langsam ge- schieht, so bekommen sie eine beinahe kugelige Gestalt. Sie sind fast immer etwas bogenförmig gekrümmt oder geknickt und zwar nach der Seite, auf der die Mundöffnung und die Genitalöffnung liegt, d. h. nach der Bauchseite. Bei ihren Bewegungen liegen sie nicht auf dem Bauche, sondern auf der rechten oder linken Seite. Sie drehen sich in Folge dessen öfter in charakteristischer Weise im Kreise herum. Unsere Parasiten sind weißlich , fast vollkommen undurchsichtig ; auch bei Compression lässt sich von der Organisation nichts weiter er- mitteln als die Lage des Pharynx , der Genitalöffnung und bei kleinen Thieren etwa noch die undeutlich durchschimmernden Stränge der Dotterstöcke. Zu beiden Seiten der Geschlechtsöffnung zeigen sie meist eine mehr oder weniger deutliche rothe Färbung, von den Concrementen des Darms, der hier nur von den Keimstöcken bedeckt ist, herrührend. Quer- und Flächenschnitte und Zerzupfungspräparate ließen folgende Organisation« Verhältnisse erkennen . 108 Arnold Lang Hautdecke. Das an seiner ganzen Oberfläche mit kurzen Cilien besetzte Körperepithel besteht aus außerordentlich flachen, polygonalen Zellen (Fig. 5) . Meist hat dasselbe auf Schnitten das Aussehen einer homogenen Membran , der die Cilien unmittelbar aufsitzen. Durch Ma- ceration aber oder auf Schnitten mit Osmium gehärteter Thiere sieht man diese Membran sich in Zellen auflösen. Von der Fläche betrachtet zeigen diese polygonalen Zellen , denen stäbchenartige Glebilde absolut fehlen, hie und da porenartige Lücken , wahrscheinlich die Mündungen der Hautdrüsen. Im Innern einzelner derselben erkennt man hauptsäch- lich an Osmium- oder Fuchsinpräparaten einen dunkleren Fleck, den ich als Kern anspreche. Am vordersten Körperende wird das Epithel etwas höher, ohne jedoch den Charakter eines sehr flachen Pflaster- epithels einzubüßen. Unter der Haut liegt die rudimentäre Körpermuskulatur. Sie ist so schwach entwickelt, dass man nur auf sehr dünnen Quer- schnitten des gut conservirten Thieres Spuren von durchschnittenen Fasern entdeckt. Zarte Schnitte, die die Haut tangential treffen, lassen indessen an einzelnen Stellen ein Streifensystem erkennen , das ich auf Muskelfasern beziehe. Bei kleinen Verschiebungen der Mikro- meterschraube erkennt man zuerst Quer-, dann Längs- und dann wieder Querstreifen. Unmittelbar unter der Haut liegt eine große Anzahl einzelliger, birnförmiger, sich hauptsächlich mit Picrocarmin intensiv färbender Drüsen, Fig. 1 und 2 hd ^ mit meist nur schwer sichtbarem kleinen Kern. Diese finden sich besonders stark angehäuft auf der Bauchseite, nach vorn, zwischen der Genitalöffnung und dem Munde. Auch auf dem Rücken treffen wir sie : die seitlichen Partien des Körpers hin- gegen entbehren derselben beinahe vollständig. Vielleicht scheiden diese Drüsen ein Secret aus, das dem Thiere bei seinen Orts Veränderun- gen in der Sohle des Wirthes behilflich ist und das umgebende Gewebe desselben zur Nahrungsaufnahme tauglich macht. Dafür spricht der Umstand, dass unser Parasit keine besondere Bewaffnung hat, und dass der Pharynx unansehnlich ist. Darm. Die Mundöffnung liegt am vorderen Körperende, auf der Seite , auf welcher sich auch die Genitalöffnung befindet und die wir als die Bauch- seite betrachten müssen. Sie führt in einen sehr schwach entwickelten, kleinen, beinahe kugligen S c h 1 u n d , Fig. 1 />ä, an dem wir Radiär- Notiz über einen neuen Parasiten der Tetliys u. s. w. 109 luuskeln und innen, der Schlundhöhle zugekehrt, eine schwache Schicht von Kiugsmuskeln erkennen. Die lladiärmuskelfaseru sind von ein- ander beträchtlich entfernt. Zwischen ihnen befindet sich Protoplasma mit ziemlich großen Kernen und etliche einzellige Drüsen , die sich mit Tinctionsmitteln stark , speciell mit Pikrocarmin gelb färben. In Folge dieser Verhältnisse hat die Pharynxwand das Aussehen eines Cylinder- epithels , dessen Zellen , eben durch die Radiärmuskelu , scharf be- grenzt erscheinen. Von einer Schlundscheide konnte ich nichts wahr- nehmen ; auch habe ich den Schlund nie ausgestülpt beobachtet. Die innere Oberfläche des Schlundes ist von einer Fortsetzung des Darmepithels überzogen. An der Übergangsstelle desselben in den afterloseu Darm finden wir nämlich Constant birnförmige Darmzellen, deren sackförmiges Ende nach vorn auf die Außenfläche desselben umgeschlagen ist, während der Stiel der birnförmigen Zellen ins Innere desselben sich begiebt, seiner Wand sich anlagernd. Auf Querschnit- ten durch den Schlund zeigen sich daher eben diese Fortsätze als ein inneres Epithel ohne Kerne ; diese letzteren finden sich nämlich in dem außerhalb des Pharynx liegenden, verdickten Theile der Zellen. — Der Darm bildet den weitaus größten Bestandtheil unseres Parasiten. Sein Lumen ist nicht etwa einfach cylindrisch , sondern zeigt verschie- dentliche mehr oder weniger tiefe Ausbuchtungen. Seine Wand besteht aus sehr langen schlauchförmigen Zellen, deren Grenzen in meinen Präparaten außerordentlich deutlich sind. Diese Zellen scheinen sich unmittelbar an der Hautdecke zu iuseriren ; es ist mir wenigstens nicht gelungen, zwischen ihnen und der Haut etwas anderes als Keimstöcke, Dotterstöcke und Hautdrüsen zu beobachten. Sie stehen indessen nicht senkrecht auf der Längsseite des Thieres, sondern verlaufen schief von vorn und außen nach hinten und innen, mit Ausnahme des hintersten Darmtheiles , wo sie von hinten nach vorn und zum Theil senkrecht auf die Haut gestellt sind. Auf Querschnitten bekommt man desshalb (Fig. 2) nicht eine einfache Zelllage , sondern deren mehrere über ein- ander liegende. In den Darmzellen finden wir zahlreiche Vacuolen, Ballen von fettähnlichen Tropfen, roth und gelb gefärbte Concretionen, kleinere und größere Körner etc. Der scharf contourirte , ovale Kern der Darmzellen mit seinem deutlichen , kleinen Kernkörperchen , liegt meist an deren Basis. Auf Querschnitten des vorderen Körperendes findet man ihn gewöhnlich in den meisten der hier an der Basis durch- schnittenen Darmzellen. Ito Arnold Lang Nervensystem. Dem Schlünde aufgelagert liegt eine feinpunktirte Masse, der meh- rere kleine Kerne angelagert sind: das Gehirn. Peripherische Nerven habe ich nicht aufgefunden. Besondere Sinnesorgane sind nicht vor- handen. Genitalien. Zwischen Darm und Haut drängen sich die Genitalien ein, die, wenigstens was die weiblichen anbelangt, welche bei sämmtlichen von mir untersuchten Thieren allein vollständig ausgebildet sind , eine üppige Entwickelung darbieten. Die weiblichen Geschlechts- organe bestehen aus folgenden Theilen : 1) Die Keimstöcke. Es sind dies paarige, gewundene Stränge, die etwas vor der Mitte der Körperlänge vom Rücken nach der Bauch- seite zu verlaufen. Siebesteheu (Fig. 1. 2, 7 kst und Fig. 4) aus außer- ordentlich platten Scheiben , den Keimen , die wie die Stücke einer Geldrolle an einander gefügt sind. Jeder Keim enthält einen helleren, großen Kern , mit sehr deutlichem , sich stark färbenden Kernkörper- chen. In der Gegend des Kernes ist der scheibenförmige Keim etwas verdickt (Fig. 4) . In Folge dessen liegen die Kerne nicht alle in der Achse der die Keimstöcke bildenden Stränge , sondern meist etwas ex- centriseh, so dass die verdickte Stelle eines Keimes auf eine dünne Stelle des nächstfolgenden zu liegen kommt. 2) Die Dotterstöcke. Sie werden gebildet von mehreren, eben- falls soliden Strängen, die im ganzen Körper des Thieres unter der Haut in vielen Windungen verlaufen (Fig. 1 und 2 äst) . Auch bei starker Vergrößerung zeigen sie sich meist als grobkörnige Organe ohne weitere Structur und nur an gefärbten Macerationspräparaten gelingt es, zu sehen, dass sie aus an einander gereihten Zellen (Fig. 8) bestehen, in welchen neben den Dotterkörnern ein dunklerer Fleck vielleicht den Kern andeutet. Dotterstöcke und Keimstöcke streben alle nach einer etwas vor der Mitte der Köperlänge auf der Bauchseite gelegenen Stelle zu, die Dotterstöcke ziemlich von allen Seiten, die Keimstöcke je einer von jeder Seite an diese Stelle herantretend. Hier vereinigt sich jederseits der Medianlinie der Keimstock mit den Dotterstöcken der betreffenden Seite ; der Dotter umwickelt die sich vom Keimstock ablösenden Keime (Fig. 7) und die so entstellenden Eier (Fig. 7, ei) werden von dem ent- sprechenden Ast des Eileiters aufgenommen. Die kurzen Eileiter (Fig. 2 und Fig. 3 eil) treten von jeder Seite gegen die Mittellinie zu, vereinigen sich hier und münden vereinigt in eine vor ihnen liegende Notiz ül)er eiuon ikukmi P.-tnisiton der Tetliys u. 8. w. 1 1 | Blase (Fig. 2 und 3 uf) . Am hintern Tlieile steht diese Blase , der Uterus in enger Verbindung mit einer andern, über der liegenden (Fig 2, 3 f/el^ . die vielleicht als Kudimeut der Samen])lase anzusehen ist. Ich glaubte wenigstens, in einzelnen Fällen auf Schnitten einige Sper- niatozoen in ihr zu sehen. Der Uterus ist rings umgeben von einer Ro- sette zahlreicher, birnförmiger, einzelliger Drüsen, die sich mit Pikro- carmin gelb färben, einen kleinen, hellen Kern besitzen und deren fadenförmige Ausführungsgänge in seine Wand einmünden. In Folge der Übereinstimmung mit den betreffenden Drüsen der übrigen Turbel- larien und Plathelminthen müssen wir diese Drüse als S c li a 1 e n d r ü s e bezeichnen. Der Uterus öffnet sich vermittelst eines kleinen Porus auf der Bauchseite etwas vor der Körpermitte nach außen. Sowohl er als die über ihm liegende Blase und die Eileiter sind von einem zarten Cylinder- epithel bekleidet. Über eine Muskulatur dieser Apparate habe ich nichts mit Sicherheit ermitteln können. Die männlichen Genitalien sind bei sämmtlichen von mir untersuchten Thieren nur in Rudimenten vorhanden. Wahrscheinlich wird unser Parasit successiv geschlechtsreif. Außer dem von mir als Rudiment der Samenblase gedeuteten Gebilde fand sich auf der Rück- seite , gegenüber der weiblichen Geschlechtsöffnuug , bei den meisten Individuen ein Haufen außerordentlich kleiner Zellen , mit sich stark färbenden Kernen (Fig. 2, ä), den ich als Hodenrudiment oder Hoden- anlage auffasse. Von Wassergefäßen fand ich keine Spur. Da ich den Organismus wegen seiner Undurchsichtigkeit nur auf Schnitten untersuchen konnte, so kann ich indessen natürlich nicht behaupten , dass dieselben wirk- lich fehlen. Jeder, der sich mit Plathelminthen beschäftigt hat, weiß, wie so sehr schwer es oft ist, diese Organe , die man vielleicht am lebenden Thiere prachtvoll beobachten konnte , auf Schnitten wieder- zufinden. Ich gebe dem Thiere, das Gegenstand dieser lückenhaften Notiz ist, keinen Namen und versuche nicht, es ins System einzureihen, dies einem anderen, mit dem großen Formenkreise der Rhabdocoelen besser vertrauten Zoologen überlassend. Neai)el, Anfang Februar 1880. 112 Arnold Lang, Notiz über einen neuen Parasiten der Tethys u. s. w. Anmerkung. Während des Druckes vorstehender Bemerkungen erhielt ich die schöne und viel eingehendere Arbeit von Ihering über Graffi IIa muricicola, eine parasitische Rhabdocoele, mit der unser Thierchen offenbar nahe verwandt ist. Bei der großen Übereinstimmung im Bau der Genitalien ist die Verschiedenheit eigeuthümlich, die sich in dem Vorhandensein des groß- zelligen Bindegewebes (das ich durch eigene Nachuntersuchung vollkommen bestätigen kann) zwischen Haut und Darm bei Graffilla und dessen völligen Mangel bei dem Parasiten der Tethys zu erkennen giebt. Ersterer ihrerseits feh- len jene Hautdrüsen, die bei letzterem so reichlich vorhanden sind. Ob diese Verschiedenheiten und überdies noch das Fehlen der Augen bei unserem Thier hinreichen, beide Formen generisch zu trennen, wage ich nicht zu entscheiden. In einem Punkte möge mir Herr von Ihering Widerspruch erlauben. Er sagt (pag. IbO) : »Die ganze Masse des Ovarialschlauches wird also ausgefüllt von einer Protoplasmamasse, in welcher ohne bestimmt nachweisbare Ordnung die Kerne gelagert sind«. Ich habe Graffilla auch in der Bezieliung noch untersucht und kann des Bestimmtest -n behaupten , dass meine Beschreibung der Ovarien des Tethysparasiten auch vollkommen auf diejenigen des Parasiten von Murex passt. Die von Ihering beschriebene und als zum Nervensystem gehörend betrach- teten subcutanen Spindelzellen werde ich wol bei anderer Gelegenheit näher besprechen können. Erklärung der Abbildungen. Tafel VII. g, Gehirn; ph , Pharynx; hd , Hautdrüsen; wg, Endtheile der weibl. Geni- talien; wo, weibliche GenitalöfFnung; «<, Uterus; sb, Rudiment der Samenblase'? ei, Ei; kst, Keimstöcke; dst, Dotterstöcke; ewd, Eiweißdrüsen; h Hoden; de, Darmepithel ; eile, Eileiterepithel. Fig. 1. Senkrechter Längsschnitt durch den Parasiten. Zeiss Obj. A^i. Oc. l. Fig. 2. Querschnitt hinter der weibl. Genitalöffnung. A. Oc. Vj^. Fig. .5. Endtheile des weibl. Genitalapparates, schematisch, von der Seite. Fig. 4. Stück eines macerirten Keimstockes. E. Oc. 2. Fig. 5. Körper-Epithelium. Obj. E. Oc. 2. Von der Fläche, macerirt. Fig. 6. An der Basis querdurchschnittenes Darmepithel. Obj. E. Oc. 2. Fig. 7. Vereinigung von Keimstock und Dotterstöcken zur Bildung eines Eies. E. Oc. 1. Fig. 8. Theil eines Dotterstockes. Obj. E. Oc 1. Zur Abwehr. Von Allton Dolirn. Vor Kurzem ward mir mitgetheilt, dass ein Herr Schneider in der Vorrede zu eiuer Schrift »der tbierische Wille« meine öfifentliebe Wirk- samkeit eben so wie meinen Cbarakter angegriffen habe. Mir ward zu- gleich von zwei Seiten das freundliche Anerbieten gestellt, diese Angriffe zurückweisen zu wollen, ich lehnte aber jede Vertheidigung ab, weil, was Herr Schneider von meinem Thun und meinem Charakter denkt, sagt und schreibt, mir gleichgültig sei, und weil ich in meinem öffent- lichen Wirken hinlänglich gelernt habe, Angriffe stillschweigend über mich ergehen zu lassen, wenn sie von incompetenter Seite herrühren. Seitdem ist mir Herrn Schneider's Schrift zugänglich geworden und ich habe selbst gelesen, was in der mir gewidmeten Vorrede gesagt ist. Ich würde nun ruhig zusehen, dass Herr Schneider seinem Missver- gnügeu noch alle möglichen andren Ausflüsse gestattete, wäre ich nur allein der Angeklagte. Aber direct und indirect greift Herr Schnei- der Acte der Reichs-Regierung und des Reichstags an, und nöthigt mich dadurch , die mit dem Scheine des Unterrichtetseins ausgesprochenen Behauptungen seiner Vorrede eben so öffentlich zu widerlegen, wie er sie in die Welt schickt. Ich greife das Wesentliche heraus. Herr Schneider sagt : hätte ich Deutsche zu Rathe gezogen, welche längere Zeit in Neapel wohnten, so würde ich mich über den pecuniären Erfolg des Aquariums der Zoolog. Station nicht in so grober Weise ge- täuscht haben. Ich habe eine Reihe von mündlichen und schriftlichen Äußerungen in Neapel seit Langem ansässiger Deutschen zu meiner Verfügung ge- habt, die sich p r und contra aussprachen, wie es bei Unternehmungen der Art, die auf unbekannte Factoren gebaut sind, gewöhnlich zu gehen pflegt. Den Erfolg solcher Dinge voraussagen zu wollen, ist in Neapel eben so schwierig, wie wo anders, — wenn man vom Rathhause kommt, Mittheilungeu a. J. Zoolog. Station zu Neapel. Bd. II. 8 114 Anton Dolirn weiß man freilich genau, was man vorher nicht wusste. Eine Unter- lassungssünde fällt mir also nicht zur Last, auch trug ich, als ich das Unternehmen begann, nur das eigne Fell zu Markte, keinerlei Staats- oder Reichsgelder. Der Erlös des Aquariums betrug auch nicht 10 — 15 000^/ sondern 14—18 000, wie aus den verschiedenen, meiner- seits Jahr für Jahr den Reichsbehörden vorgelegten Rechnungen sich ergab. Herr Schneider behauptet , es seien vierundzwanzig Tische von verschiedenen Regierungen und Universitäten gemiethet, welche durch- schnittlich zwei bis drei Monate lang benützt würden und eine jährliche Einnahme von 36 000»// ergäben. Ich wünschte Herr Schneider hätte Recht. Leider hat er es nicht; es sind bis zum Januar 1880, — von welcher Zeit Herr Schneider sein Vorwort datirt hat, — nur achtzehn Tische ermiethet gewesen , welche eine Jahreseinuahme von 27 000 Ji darstellen. Von diesen Tischen sind die Hälfte wohl das ganze Jahr besetzt, andre nur 3 — 6 Monate, andre stehen auch wohl Jahr und Tag leer, weil entweder kein Bewerber vorhanden, oder keine Gelder dispo- nibel gemacht werden konnten, um unbemittelten Forschern die Reise nach Neapel zu ermöglichen. Von den vermeintlichen 36 000,^, welche als Erlös der vermie- theten Tische eingingen, sollen ferner über die Hälfte, also doch wenig- stens 20 000.^ deutsches Geld sein. Es sind aber nur 12 000^/, die von deutschen Regierungen für die von ihnen gemietheten Tische gezahlt werden. Herr Schneider fährt fort : »allein die Erhaltung des Aquariums kostete solche Summen, dass auch dieser Zuschuss nicht genügend erschien,« — und wiederholt zweimal : »Das Aquarium verschlingt den größten Theil der Unterstützungssumme.« Herr Schneider täuscht sich auch hierin, — ob freiwillig oder un- freiwillig, gilt mir gleich. Die Organisation der Zoolog. Station ist so geartet, dass bei dem gemeinschaftlichen Betriebe des Aquariums und des Laboratoriums die Kosten für das erstere durch seine Einnahmen ge- deckt werden. Ließe ich heute das Aquarium eingehn, so würde ich für den Betrieb der Laboratorien, Fischerei, Conservirung etc. nicht nur nichts gewinnen, sondern etwas verlieren. Ich freue mich, eine Ge- legenheit zu haben, dies auszusprechen, da auch Forscher, vor deren Urtheil ich Achtung habe, glauben, das Aquarium absorbire einen Theil der Geldmittel, welche mir für ausschließliche Zwecke der Wissenschaft übergeben werden. Dass Herr Schneider sich für den einzigen com- petenten Mann hält, der im Stande oder gewillt gewesen, die wissen- Zur Abvvolir. 1 15 schaftlichen Vortheile des Aquariums auszunutzen , muss seiner auch sonst erprobten Bescheidenheit zu gute gehalten werden. Wahr ist es freilich, dass die großen Dienste, welche das Aquarium der zoologischen Wissenschaft leisten könnte, nur zum geringsten Theile ausgebeutet werden ; es ist eben schwer herrschende Strömungen abzulenken, und neuen Bahnen zuzuweisen. Durch Vernichtung des Aquariums der Zoolog. Station würde das aber am allerwenigsten herbeigeführt werden. Herr Schneider bringt dann seine eigne Person ins Vordertreffen. Ich muss leider ihn wörtlich citiren : «ich möchte nun einmal die Frage aufwerfeu : erfüllt die Zoolog. Station ihren Zweck, und hat sie An- spruch auf eine solche Unterstützung von Seiten der deutschen Regie- rung, wenn Herr Dr. Dohrn Deutsche zurückweist, die bereits mehrere wissenschaftliche Arbeiten geliefert haben, denen er aber persönlich nicht wohl will, während er ganz obscuren Engländern, Russen und Italienern, die kaum irgend welche akademische Studien gemacht haben, auch Damen, gestattet, an den leer stehenden Tischen zu ar- beiten, welche die deutschen Regierungen bezahlen?« Zunächst habe ich zu erwiedern, dass ich keinen einzigen Deutschen zurückgewiesen habe, welcher berechtigt gewesen wäre, in der Zoolog. Station zu arbeiten. Wer in der Station arbeiten will, wird mir von den deutschen Regierungen, welche mit der Station Verträge abgeschlossen haben, der Berliner Akademie der Wissenschaften oder der Universität Straßburg angemeldet, und erhält, ob es mir persönlich passt oder nicht, seinen Tisch und alle zugehörigen vertragsmäßigen Leistungen seitens der Verwaltung der Station. Meine eignen amtlichen Berührungen mit den verschiedenen Herren Naturforschern sind sehr beschränkte, ich bin eigentlich nur die Recurs-Instanz, an welche gelegentliche Beschwerden gelangen, und trete persönlich aus guten Gründen so weit als irgend möglich in den Hintergrund. Wie ich also »Deutsche, die bereits mehrere wissenschaftliche Ar- beiten geliefert haben, denen ich aber nicht wohl will,« zurückgewiesen haben soll, weiß ich nicht. Es wäre mir angenehm, ihre Namen ken- nen zu lernen. Was nun die Engländer, Russen und Italiener anlangt, die in der Station arbeiten und gearbeitet haben, so sind sie sämmtlich von der italienischen und russischen Regierung resp. von der Universität Cam- bridge und der British Association zur Besetzung derjenigen Tische autorisirt gewesen, die von den betr. Regierungen oder Körperschaften ebenso gemiethet sind, wie die Tische der deutscheu Regierungen. Die Benrtheilung der wissenschaftlichen Verdienste dieser Herren steht mir 116 Anton Dohrn eben so wenig zu, wie ich mich etwa veranlasst sehen könnte, sie gegen Verunglimpfungen seitens eines Kritikers wie Herr Schneider in Schutz zu nehmen , und das um so weniger , als neben einer Reihe junger Anfänger England , Russland und Italien auch ihre hervor- ragendsten Forscher zur Station sandten. Die Damen sind Frl. Johanna Schmidt, Tochter des Prof. Oscar Schmidt in Straßburg, welche ihren Vater beim Zeichnen unterstützte, Frau Olga Mecznikow, Gemahlin des russischen Prof. Mecznikow aus Odessa und Fran Marie Hubrecht, Gemahlin des holländischen Zoologen Dr. Hubrecht aus Leiden, welche Beide ihren Männern in der Anfertigung mikroskopischer Präparate zur Hand gingen. Davon, dass diese Damen »an Tischen ge- arbeitet hätten, welche die deutschen Regierungen bezahlten,« kann füglich keine Rede sein. Unter die Rubrik Derjenigen iganz Obscuren, die kaum irgend welche akademische Studien gemacht haben,« die ich also mit Fug und Recht von der Benutzung der Zoolog. Station ausgeschlossen zu sehen wünsche, fiel seiner Zeit in der That nur Herr Schneider selber, der, so viel ich weiß, weder ein akademisches noch auch das Abiturienten-Exa- men gemacht hat. Dadurch ist denn auch sein Wunsch befriedigt, die Gründe zu erfahren, wesshalb ich die Anfrage der Straßburger Universi- tät, ob ich nichts dawider hätte, wenn Herr Schneider den ihr zuge- hörigen Tisch besetzte, soweit er nicht anderweit besetzt würde, höflich aber ablehnend beantwortete, was sich erneuerte, als Herr Schneider auch den badischen, und; so viel ich mich erinnere, auch den Tisch der Berliner Akademie verlangte. Herr Schneider erlaubt sich aber weiter zu sagen : »die Gründe seines Benehmens mir gegenüber, die ich nach Allem, was zwischen uns vorgefallen ist, annehmen muss, werfen nicht das günstigste Licht auf den Charakter des Herrn Dr. Dohrn.« »Zwischen uns vorgefallen« ist Folgendes. Als ich noch Privatdo- cent in Jena war, ward mir von befreundeter Seite Herr Schneider zur Unterstützung empfohlen. Ich that für denselben, was mir meine pecu- niären Mittel erlaubten, gestattete ihm auch den Zutritt in mein Haus und in den Kreis junger Gelehrter, die sich damals allabendlich in mei- nem Zimmer begegneten. Dass mir indess die Persönlichkeit des Herrn Schneider zugesagt hätte, kann ich leider nicht behaupten; ich war im Gegentheil froh, als er Jena verließ, um nach Greta zu gehen. Als er mir dann in Neapel wieder begegnete, als dort angestellter Lehrer, zeigte ich ihm sehr deutlich meine Abneigung, den Verkehr Zur Abwehr. 1 1 7 fortzusetzen, ja ich musste, bei dem Herrn Schneider eigenthlimlichcn Mangel an Feinfühligkeit sehr unzweideutige Mittel in Anwendung bringen, um nicht niissverstanden zu werden. Zu der Benutzung eines Tisches in der Zoolog. Station stand aber Herrn Schneider um so weni- ger ein Recht zu, als er keiner derjenigen deutschen Regierungen lan- desangehörig war, welche dieses Recht durch ihren Jahresbeitrag erworben haben, — und es doch nicht in meiner Willkür liegen darf, die Angehörigen des einen Staates gegen Erlegung einer Miethssumme, die eines andern aber gratis zuzulassen. Dass hin und wieder bei lebhaftem Andrang eine der contrahirenden Regierungen ihren Tisch den Angehörigen einer andern , deren Tisch schon besetzt ist, abtritt, geschieht jedes Mal mit meiner ausdrücklichen Einwilligung. Dass Herr Schneider sich diesen guten Willen meinerseits ver- scherzt hat, mag er und Andre unschwer durch dieselben Charakter- Eigenschaften motivirt sehen , welche ihn zu der vorliegenden Denun- ciation veranlasst haben, in der er sich sogar nicht entblödet, wissen- schaftliche oder rein persönliche Divergenzen zwischen mir und andern deutschen Zoologen zu der Beschuldigung zu verdrehen, »ich hätte diesen Herren den Besuch der Zoolog. Station moralisch unmöglich gemacht«. Als ob ich darum, weil ich meine ganze Existenz an die Er- richtung und Erhaltung der Zoolog. Station gesetzt habe, gezwungen sein müsste, all und jede persönliche Zumuthung hinzunehmen, oder auf jede von dieser oder jener Schule abweichende wissenschaftliche Ansicht zu verzichten ! Ich kann nur lebhaft bedauern, dass der Ton wissenschaftlicher Polemik nicht immer diejenigen Grenzen inne hält, welche mit persönlichem Umgange verträglich sind, glaube meinerseits aber, so weit mir darüber selbst ein Urtheil zusteht, niemals die Schranken höflicher Sitte in der Discussion durchbrochen zu haben, ja ich habe eine Reihe Angriffe unbeantwortet gelassen, da mir eben daran liegt, die Zänkereien zu vermindern, und meine Stellung nicht • zu der eines Parteimannes degeneriren zu lassen, welcher andre berechtigte Meinungen ausschließt und den sie Hegenden etwa gar die Mittel zur Beweisführung versagt. Als ich Herrn Schneider's direct an mich gerichtetes Begehren gestützt auf die formellen und individuellen Hindernisse abgeschlagen hatte, vernahm ich privatim zu meiner nicht geringen Überraschung, Herr Schneider habe geäußert, »er werde mich zu zwingen wissen, ihm einen Tisch zu geben.« Bald darauf kam die Straßburger Affaire, in der die Universitätsverwaltung nur in so fern ein kleines Versehen beging , als sie mich vor der , Herrn Schneider gegebenen Antwort 118 Anton Dobrn um meine Meinimg hätte befragen sollen. Immerhin war der recht- liche Standpunkt vollkommen gewahrt durch die Parenthese, »vorbehalt- lich der Zustimmung des Leiters der Zool. Station.« Dass die obige, privatim mir mitgetheilte Äußerung des Herrn Schneider mich nicht nachgiebiger machen konnte, leuchtet wohl Jedem ein. Doch genug von Herrn Schneider und seinen persönlichen Be- ziehungen zu der Zool. Station resp. zu mir. Ich sehe mich aber genöthigt noch weitere gegen meine Amtsfüh- rung gerichtete , und mit dem Schein der speciellen Kenntnis gerich- teten Vorwürfe zu entkräften. Zunächst habe ich zu betonen, dass auch die Professoren Hertwig in der Zool. Station gearbeitet, und ihre Vorzüge offen anerkannt haben. Herr Schneider hat also auch mit diesem Argument nicht vollkommen Recht , obschon es meinerseits sehr lächerlich wäre, behaupten zu wol- len, außerhalb der Zool. Stationen könne überhaupt nicht mehr marine Zoologie getrieben werden. Da in sieben Jahren aber nahezu 150 Zoo- logen und Botaniker in meinem Institut arbeiteten, und die Theilnahme von Jahr zu Jahr größer wird , so hieße es Eulen nach Athen tragen, wollte ich die Erbauung der Zool. Station überhaupt etwa noch recht- fertigen. Herr Schneider greift dann zu andern Waffen. Er sagt: mir gelte der äußere Pomp mehr als die Interessen der Wissenschaft, der Hum- bug spiele in. der Zool. Station eine große Rolle, ich sei der europäische Agassiz*), ein Heer von Untergebenen zu commandiren und eine Flotte von Schiffen und Kähnen dirigiren zu können , das sei so recht mein Geschmack, — und darum sei es Unrecht, mir die Verwendung der öffentlichen Gelder zu überlassen. Der Beweis für diese Behauptungen macht Herrn Schneider keine Schwierigkeiten. Er sagt: »Wie sehr Herr Dr. Dohrn den äußeren Glanz über die wissen- schaftlichen Interessen stellt, das beweist u. A. auch die Dampfer-Af- faire. Die königliche Akademie der Wissenschaften in Berlin schenkte ihm 24 000 ^// zur Ankaufung (sie!) eines Schleppdampfers (?). Da Herr Dr. Dohrn für Alles, was englischer Abkunft ist, eine ungemeine Sym- pathie hat und seine deutsche Fahne nur dann aufsteckt, wenn er die Unterstützung der Regierung braucht, so musste der Dampfer selbstver- ständlich ein englischer sein. Herr Dr. Dohrn kaufte also bei der be- kanntesten Firma in London ein allerliebstes , elegantes Dampferchen *) Das wäre mir nur ein Compliment, auf das ich indess vorderhand keinen Anspruch habe. A. D. __, Zur Abwehr. 1 1 9 von Stahlblech , welches zu Spazierfahrten auf der Themse bestimmt g-ewesen ist. Nun zeigte es sich bald, dass der Dampfer zu Spazierfahrten , zu welchen er bis jetzt hauptsächlich benutzt worden ist, allerdings äußerst passend, aber nicht geeignet war, seinen wissenschaftlichen Zweck zu erfüllen. Hierzu ist er viel zu klein; und doch hätte man für 24 000.// einen größereu nur wenig eleganteren« (soll heißen weniger elegan- ten) »bekommen können. Es wird übrigens nicht lange mehr dauern, bis das dünne Stahlblech vom Seewasser durchrostet und der Dampfer ganz unbrauchbar geworden ist.« Der Hergang der »Dampfer - Affaire« ist in der That folgender. Mein Antrag an die Akademie der Wissenschaften traf anfänglich auf eine Schwierigkeit. Mehrere Mitglieder derselben fanden es bedenklich, mir , dem technisch nicht Sachverständigen , so beträchtliche Mittel in die Hand zu geben, ohne versichert zu sein, dass auch wirklich die Ver- wendung eine zwekmäßige werde. Da erbot sich Herr Dr. Werner Siemens die technische Garantie zu übernehmen und ersuchte seinen Bruder Dr. William Siemens in London, mir die erforderliche Hilfe bei meinem Vorhaben zu leisten. Nachdem ich, geborener Seestädter, und darum hinreichend unterrichtet, in Stettin und Kiel, wo große Schiffs- werften sind , angefragt und dahin beschieden war , den Bau eines so complicirten kleinen Dampfers nur in England ausführen zu lassen, wandte ich mich direct au Dr. William Siemens und ward von ihm an die berühmteste Werft für derlei kleine Dampfer gewiesen, an Thorny- CROFT & Cp. Chiswick, WO ich nach mehrfachen Conferenzen und uuter Theilnahme des Dr. Siemens einen Contract unterschrieb , dem zufolge der jetzt in Neapel befindliche ausgezeichnete kleine Dampfer gebaut ward. Das Schiff ist nach einem Modell construirt, welches von der englischen Admiralität für einige nach Hongkong gesandte Dampfer adoptirtwar; seine ganze Bau - Art ist die eines See -Dampfers, was natürlich nur ein Seemann, nicht Herr Schneider, beurtheilen kann. Stahlplatten wurden gewählt , um ihn leicht uud flach zu halten, und um ihn mit so wenig Kohlenverbrauch als möglich von einer so kleinen Maschine als möglich bewegen zu lassen. Alles das ward berechnet auf die höchste Sparsamkeit, wie es denn auch jedem Seemann, selbst nur See-Anwohner bekannt ist, dass je tiefer ein Dampfer geht, oder je größer er ist, er um so mehr Kohlen verbraucht bei gleicher Geschwindigkeit. Also nicht sowohl die mehr oder weniger großen Dimensionen des Schiffes vielmehr die geringeren Unterhaltungs- und Betriebskosten bildeten das Haupt- Object der constructiven Kunst des 120 Anton Dohrn Schiffsbauei'S, und da der Zool. Station zur Zeit als der Dampfer gebaut ward, die Geldmittel noch sehr viel knapper zuflössen, als gegenwärtig, so musste bei sonst gleicher oder annähernd gleicher Zweckdienlichkeit die Leichtigkeit des Schiffchens und der dadurch wesentlich geringere Verbrauch von Brennmaterial und Bedienungs- mannschaft als Hauptziel vor Augen stehen. Ich habe über die vor- züglichen Eigenschaften des TnoRNYCROFTSchen Bootes Sachver- ständige sich äußern hören , und kann die interessanten Bemerkungen des Herrn Schneider über die Tauglichkeit oder Untauglichkeit des- selben auf sich beruhen lassen. Was aber das Durchrosten der Stahlplatteu angeht, so scheint Herrn Schneider nicht bekannt zu sein , dass bei allen eisernen Schiffen ge- legentlich Platten erneuert werden müssen, weil sie trotz alles Streichens durchrosten, einige rascher andre langsamer, je nach der Dicke der Platten und der Beschaffenheit des Wassers in dem sie ankern. Von einer »gänzlichen Unbrauchbarkeit« eines Schiffes zu reden, dessen unter der Wasserlinie befindlichen Wände durch Rost angefressen sind , ist einfach abgeschmackt. Es erübrigt noch, hervorzuheben, dass auf Rath desselben Dr. Wil- liam Siemens, der mich in diesem Winter in Neapel besuchte ,das Schiff, statt neue Stahl- oder Eisenplatten an Stelle der schadhaften zu erhal- ten , ganz und gar mit einem Zoll-dicken Holzkleid und Kupferboden ausgestattet worden ist , wodurch nicht nur der Ersatz der Stahlplatten überflüssig ward, sondern auch alles fernere Streichen mit Ölfarbe, was uns jährlich ca. 900 Jl und alles in allem zwei Monate Zeit kostete, vermieden, der Dampfer in seiner Resistenz und Seetüchtigkeit wesent- lich gesteigert und so dauerhaft geworden ist, wie er überhaupt werden kann. So viel von der »Dampfer-Afifaire«. Meine Neigung zum äußeren Pomp findet Herr Schneider u. A. aber auch im Bau der Zool. Station bewiesen. «Der Bau ist hoch ele- gant , hat einen Saal mit Fresken , eine prachtvolle Veranda nach der Meeresseite, Marmor-Balcone, Marmortreppen.« Es gilt Herrn Schnei- der gleich, zu verschweigen, dass mein Contract mit der Stadt Neapel behufs Überlassung des Grundstückes im Centrum eines der herrlichsten Parks der Welt, der Villa Reale, nur dadurch überhaupt zu Stande kam, dass ich mich verpflichtete, einen monumentalen Bau zu errichten. Die- sen Bau als »hoch elegant« zu charakterisiren , kann nur dieselben Bil- dungsmängel bezeichnen , die Herr Schneider nun einmal nicht los werden kann: »elegant« ist geradezu gar nichts in der Zool. Station, — wäre es irgend wo zu entdecken , so möge Herr Schneider versichert Zur Abwehr. 121 sein, mein ästhetisches Gewissen würde es sofort beseitigen. Ja, noch mehr, es betaucl sogar eine kurze Zeit hindurch eine Meinungsverschie- denheit zwischen mir und einer technischen Behörde der Stadt Neapel, welcher der Bau der Zool. Station »zu majestätisch« erschien : ich sollte durch »elegantere« Decoration diesen majestätischen Charakter mildern, — eine Forderung die indess später aufgegeben ward. Gegenwärtig ist die Anerkennung der architektonischen Schönheit des Zool. Stationsge- bäudes so allgemein, dass die neuen Garten-Anlagen in dem erweiterten Theil der Villa Reale so angelegt worden sind , um die Fagaden der Station überall hervortreten zu lassen. Die Fresken in dem Saale der Bibliothek sind ein Geschenk mei- ner beiden berühmten Künstler-Freunde Hans von Marées und Adolf HiLDEHRAND ; uud ich blu eben so stolz auf dieselben, wie ich mich frei davon weiß, irgend w^elche mir zu wissenschaftlichen Zwecken überge- benen Gelder zu ihrer Herstellung verwendet zu haben. Die Veranden in der oberen Etage der Station , die Marmortreppe und der Marmorbalcon könnten allenfalls in Norddeutschland als Luxus betrachtet werden oder besondrer Motivirung bedürfen, — in Neapel aber wäre es einfach lächerlich, das zu versuchen, da Veranden außen oder im Hofraum jedes größeren Hauses fast Regel sind, und Marmor nicht theuer zu stehen kommt. Nach dieser Probe seiner ästhetischen Kritik, giebt Herr Schneider auch eine seiner technisch -constructiven. Er behauptet: »die ganzen Mauern und Gewölbe, zwischen denen sich das Aquarium befindet, und die auf alle Fälle aus Lavasteinen bestehen müssten, sind dafür nur aus dem äußerst porösen vulcanischen Tuffsteine errichtet, durch den das Seewasser hindurchdringt, und der bald so zerfressen sein wird, dass das Aquarium uud somit der ganze Bau zusammenbricht.« Dass Tuffstein nur dann verwittert (von Zerfressen werden ist überhaupt keine Rede, wie Herr Schneider aus dem Anblick der gewal- tigen Tufffelsen Neapels hätte lernen können ; oder ist ihm zerstörende chemische Wirkung des Seewassers auf Tuff bekannt ?) , wenn er atmo- sphärischen Einflüssen (abwechselnder Sonne und Regen) ausgesetzt ist, dass er nur dann zerbröckelt, wenn er mechanischen Gewalten, wie Wellen -Anprall ausgesetzt ist, weiß Jedermann in Neapel, dessen sämratliche Gebäude aus Tuffsteinen gebaut sind. Dass aber auch der Mörtel, welcher die Tuffsteine bindet, nicht nur nicht zerfressen wird, ist eben so bekannt, da es hydraulischer Mörtel ist , in gewissem Sinne sogar durch die Beimischung der charakteristischen Pozzolana 122 Anton Dohrn, Zur Abwehr. (Vesuvercle] der schönste Mörtel der ganzen Welt . der je mehr er mit Wasser durchtränkt wird, nni so härter wird. Weiter: »Schon vor zwei Jahren zeigte sich das erste Gewölbe sehr schadhaft, und ich bin der Überzeugung, dass nach höchstens zwanzig bis dreißig Jahren das Stationsgebäude einer Reparatur be- darf, die einem Neubaue nahekommt.« Dass irgend ein Gewölbe der ZooL Station bisher schadhaft befun- den wäre, ist eine Fabel, welche Herr Schneidek zu Nutzen und From- men von, ich weiß nicht, Wem erfindet. Auch seine Prophezeiung über die constructive Dauerhaftigkeit der Station wird wohl von bedenklichen Motiven dictirt. Wenn er aber dann fortfährt : »Was macht nun Herr Dr. Dohrn unter diesen Umständen? Er möchte der deutschen Kegierung den Bau abtreten und setzt seit mehreren Jahren bereits alle Hebel in Bewe- gung, um diesen Zweck zu erreichen. « — so kann ich füglich nicht weiter ernsthaft mich auf Widerlegungen einlassen , sondern habe Herrn Schneider nur noch meinen Dank dafür abzustatten, dass er es selbst übernommen hat, vor aller Welt meine psychologische Einsicht zu rechtfertigen, die mir zeitig genug das »hunc tu Romaue caveto« zurief. Nach alledem wäre ich nun freilich doppelt begierig, die von Herrn Schneider angekündigten Bundesgenossen zu vernehmen , und würde nur zu bedauern haben, wenn etwa die vorstehenden Erklärungen »nicht das günstigste Licht auf den Charakter des Herrn Schneider werfen sollten« und mich dadurch der Gelegenheit beraubten, einer wirklich sachlichen , und in anständigem Tone gehaltenen Kritik meines öffent- lichen Wirkens Rede stehen zu können. Der Wunsch , das kostbare Gut eines mir in geradezu beispielloser Weise geschenkten Vertrauens dauernd zu erhalten , dessen Beweise sich fast Tag für Tag erneuern, und das Bedürfnis , über etwaige von mir nicht erkannte Fehler und Irrthümer meines Verhaltens und meiner Maßregeln rechtzeitig aufge- klärt zu werden , dürften diese Bitte begründet erscheinen lassen , und ich kann ja wohl darauf rechnen^ dass andre Kritiker, wenn sie auch nicht, wie Herr Schneider nach seinen eignen Betheuerungen , Psychologen »von Fach « sind , in meinem Charakter die Bürgschaft erblicken , dass ich aufrichtig gemeinten Rathschlägen , meinethalb Zurechtweisungen, mit all der Rücksicht entgegenkommen würde, welche der Stelle, von der sie etwa ausgehen könnten, gebührt. April 1880. Intorno all' Edwardsia Claparedii (Halcampa Claparedii Pane). Memoria dell (lott. Angelo Andres. (Dagli Atti della R. Accademia dei Lincei.) Con tavola Vili. Le ricerche e le considerazioni esposte nelle pagine seguenti sono basate sopra un piccolo numero di forme, che quasi identiche fra loro si raggruppano intorno alla Halcampa Claparedii del Panceri ' . Quando, nella gentile ospitalità della Stazione zoologica di Napoli, dove ebbi agio e mezzi di studiarle, io ne impresi 1' esame, era mia intenzione farne semplicemente una descrizione, che venisse a riempiere le poche lacune lasciate dalla Memoria del Panceri. Ma il lavoro mi venne poco a poco crescendo fra le mani e mi vidi arrivato a due conclusioni : r una di semplice valore tassonomico, che 1' Halcampa Claparedii del Panceri è un' Edwardsia e che tale è pure 1' Urophysalus Grubii del Costa 2; l'altra di maggior rilievo, che cioè le Edwardsie rappresentano un gruppo affatto distinto dalle restanti Attinie e dai Cerianti e proba- bilmente molto affine coi Coralli rugosi e cogli Alcionidi. Questi due fatti m' indussero quindi alla pubblicazione presente ; e cosi a rettificare dall' un canto un errore già ammesso nel patrimonio della zoologia, ed a suggerire dall' altro un' idea importante per la filogenesi dei Coralli. 1 Paolo Panceri, Due nuovi polipi. Atti dell' Accad. di scienze fisiche e na- tuiali di Napoli. IV. n. 11. 1SG9. ■^ Achille Costa, Annuario del Musco zoologico dell' Università di Napoli. Anno V. Mittheilungon a. d. Zoolog. Station zu Noapol. Bel. II. 9 124 Angelo Andres Mi corre tuttavia 1' obbligo di accennare che quest' idea, quan- tunque nuova per me, che 1' attinsi dallo studio diretto dell' animale, indipendentemente da ogni lettura, era già stata enunciata da altri. Allmann ^ la espose primo nel Quarterly Journal (e la ripetè nel Report of the British Association) : ma sgraziatamente non la corredò di una dimostrazione scientifica tale da imporla agli scienziati ; 1' accompagnò piuttosto con una descrizione d' anatomia cosi inesatta, da far sorgere il dubbio eh' egli abbia avuto innanzi a sé tutt' altro animale che un' Edwardsia, e da togliere ogni credito all' idea stessa. Kölliker^ nella sua voluminosa monografia degli Alcionari esternò pure 1' opinione stessa ; ma anch' egli si limitò all' asserto e non lo confortò di prove. Infine Moseley ^ ne fa del pari accenno, riportandosi però semplicemente all' autorità di Allman. Io, ripetendo e svolgendo questo pensiero; nutro speranza di far cosa non del tutto inutile, e d' incontrar meglio il favore e 1' indulgenza degli zoologi. Nel presente lavoro io darò prima una descrizione zoologica, e a questa Buccederanno la parte anatomica, la parte istologica, la parte embriologica e infine la discussione filogenetica. Per quanto riguarda i metodi tecnici di studio, rimando il lettore alle note dei capitoli secondo e terzo. La bibliografia non formerà neppur essa un paragTafo a sé, ma verrà svolta e citata man mano che nel testo se ne presenteranno le occasioni. I. Pìirte zoologica. Nel gruppo delle Attinie la sotto-famiglia delle Ilyanthidae (cor- rispondente alle Actinies pivotantes di Milne-Edwards) comprende attualmente i generi : Ilyauthus Forbes (Ann. nat. hist. 1'"^ V. 1840. p. 184). Peachia Gosse (Linn. Transact. XXI. 1855. — Man. Mar. Zool. I. ... — Ann. nat. hist. 3=^ I. 1858. p. 414). Siphouactinia Danielssen et Koren (Fauna littoralis norv. II). Halcampa Gosse (Linn. Transact. XXI. 1855. — Ann. nat hist. 3=^1. 1S58). Edwardsia Quatrefages (Ann. se. nat. 2^ XVIII. 1842). 1 Allman, Quarterly Journal of Mlcroscop. Science. LXII. p. 394. — Id., Report of the British Association. II. 1872. p. 132. - KöLLiKER, Anatomisch-systematische Beschreibung der Alcyonarien. 3 Moseley, Structurc and relations of certain Corals. Philosoph. Transact. of the Royal Society. CLXVI, ISTfi. p. 93. Intorno all' Edwardsia Clapavedii. 125 Xanthiopus Kefersteìn (Zeitschr. wiss. Zool. XII). Pliilomedusa F. Müller (Arch. Naturgesch. 1860). Bicidium A. Agassiz (Procecdiug Boston Soc. nat. liist. VII. 1850. — Sea-side studies, 1865). Spbeuopus Steenstrup (Kongelige danske Videnskabernes Sels- kabs Forbandlinger, 1 856) . Aracbnactis Sars (Fauna litt. norv. I) ^. Il carattere che li distingue dalle altre Attinie, e che li affratella tra loro, è la mancanza di base piatta muscolare. Essi non vivono fissi aderenti al suolo, ma affondati nel fango, nell' arena e nei pertugi di roccie e di coralline; taluni (Philomedusa, Bicidium, ecc.) sono paras- siti, piuttosto, commensali sopra meduse dei generi Thaumautias, Olindias, Chrysaora, Cyauea; uno (Aracbnactis) ama lasciarsi traspor- tare libero in balia delle onde. Considerati nei loro caratteri morfologici si ponno distinguere : a) in forme a colonna liscia o solcata, a setti e tentacoli numerosi, a disco di aspetto ordinario. — Generi: Ilyanthus, Sphenopus; b) in forme a colonna liscia o furfuracea, a setti e tentacoli poco numerosi, a disco munito di appendice boccale caratteristica (la cosi- detta conchvla) . — Generi : Peachia , Siphonactinia , Philomedusa, Bicidium ; e) finalmente in forme a colonna liscia o furfuracea, a tentacoli scarsi e setti ancor più scarsi, a disco privo di concula. — Generi: Xanthiopus, Halcampa, Edwardsia. Nel golfo di Napoli sonvi rappresentanti, specialmente del primo gruppo e dell' ultimo. Di questo ottenni vari esemplari che io credo poter ridurre a tre tipi principali, riferibili 1' uno all' Halcampa Clapa- redii del Panceri, 1' altro al cosidetto Urophysalus Grubii del Costa, mentre la terza formerebbe tipo a sé. Primo tipo. Dalla Memoria di Panceri puossì rilevare press' a poco la diagnosi seguente : Base : nulla ; estremo posteriore perforato da un poro distinto che spesso lascia protrudere una gallozzola. Colonna : bislunga, posteriormente ingrossata; nel quinto anteriore è delicata, retrattile, carnicina, nel resto è spessa, opaca, furfuracea, con otto solchi profondi longitudinali, bruna. Tentacoli: corti, in ciclo unico, tredici in numero. Bocca : prominente, papillata. 1 Questo genere Arachnactis pare debba venir abolito ; la forma che lo rappre- senta non sarebbe altro, secondo le osservazioni di A. Agassiz ( Archi ves de zool. expérim. II. 1873. p. XXXIX), che uno stadio larvale di Edwardsia. Larve di altre forme sono forse anche il Bicidium e la Philomedusa. 9* 1 26 Angelo Andres La specie cosi caratterizzata io non 1' ho incontrata mai. Quella che io trovai frequente nella località e giacitura indicate dal Panceri in brevibus Pausilypi, in saxorum cavo atque in zosterae cespitibus ed altrove, è indubitatamente la stessa, ma non corrisponde in tutto alla diagnosi data. Anzitutto V estremo posteriore non è perforato da alcun poro, nò gallozzola di sorta vien protrusa; è semplicemente vescicolare e talora si rinvagina, talora si coarta, talora si rigonfia dando V aspetto di una gallozzola estroflessa ed introflessa da un orificio ; e 1' apparenza è favorita dal carattere membranaceo -delicato di questa porzione e dalle costrizioni annulari della colonna, frequenti specialmente nella regione posteriore. Con ciò vengono anche a cadere le speculazioni filogenetico - sistematiche fatte in proposito dall' autore. In secondo luogo, oltre gli otto solchi longitudinali, devonsi descrivere otto serie di tubercoletti alterne coi medesimi e non meno evidenti e caratteristiche. Infine è da notare che i tentacoli sono sedici anziché tredici ; che quest' ultimo numero può riscontrarsi solo per eccezione in causa d' incompleto sviluppo di sofferta lacerazione. Il secondo tipo è riferibile a quella specie che sotto il nome di Urophysalus Grubii venne descritta come Gefireo dal prof. A. Costa (1. e. p. 56, tav. Ili, fig. 2). Dal testo e dalla figura rilevansi i seguenti caratteri : Base : nulla ; estremo posteriore che lascia protrudere una vescica delicata, diafana, segmentata. Colonna : distinta in due porzioni (corpo e tromba) , percorsa da sei infossature longitudinali e finamente striata di traverso ; la porzione posteriore (corpo) è rudiva, furfuracea, giallo-ocracea scura, 1' anteriore (tromba) è più delicata e chiara. Ten- tacoli : retrattili, petaliformi, in numero di sedici, biancastri con linea nera nel mezzo. Io non so come 1' autore abbia potuto cadere in un errore tale da descrivere per Gefireo un Attiniario. Prescindendo da questo, noto che anch' egli incorse nello stesso sbaglio di Panceri, di considerare la por- zione posteriore vescicolare del corpo [physa di Gosse) come una pro- trusione, quasi ernia, dell' interno dell' animale. Inoltre i solchi della colonna sono realmente otto e non sei ; e le due porzioni della mede- sima, indicate dall' autore quali tromba e corpo, rappresentano sempli- cemente la metà anteriore e la metà posteriore, che per avventura si trovano in uno stato diverso di estensione e non hanno altrimenti ragione di essere, né di venir confuse col reale capitulum e scapus. Infine i tentacoli non sono petaliformi in alcun modo, ma cilindro-conici; 1' idea strana del i)etaloìdc sarà stata suggerita forse dall' avvizzimento, in cui spesso cadono ; e da ciò pure sarà derivabile il colore bianco e Tutonio all' Eilwardsia Claparodii. 127 hl linea nera mediana in luogo del colore bianco ad anelli bruni tras- versali. Le forme alle (inali accennai nello stabilire il terzo tipo, si distin- guono da quelle dei due tipi precedenti per il grande sviluppo del rivestimento furluraceo e per la maggior distinzione delle serie di tuber- coletti. In esse il carattere d' Edwardsia è molto più spiccato cbe nelle altre. Volendo cedere alla facile tentazione di creare nuove specie, io potrei agevolmente innalzare a questa dignità i tre tipi descritti. La investigazione della struttura mi rivelò tuttavia tale somiglianza da dissuadermene, qualora n' avessi avuta intenzione, e da farmele con- siderare quali varietà di una stessa ed unica specie. Ora cbe cosa è questa specie? È dessa una Halcampa od un' Edwardsia? QuATREFAGES (1. c. p. 68), il fondatore del genere Edwardsia, vi comprendeva le Attinie a corpo libero, vermiforme, colla parte mediana opaca, crassa e ruvida e coi due estremi delicati e retrattili nella me- desima; Gosse 1 rida i caratteri stessi, precisando coi nomi di capi- tulnm, scapus e physa le tre porzioni, anteriore, media e posteriore, indicate dal primo; Verkill"^, Klunzinger^ e Studer* ammettono gli stessi limiti. Il genere Halcampa venne stabilito da Gosse ^ per comprendervi Attinie a corpo libero, vermiforme e superficie uniforme e delicata ovunque (quindi senza scapus) ; e come tale questo genere fu riconfermato da Verrill^^ La differenza tra Edwardsia ed Hal- campa si risolve adunque in ciò, che le prime lianuo colonna furfuracea con capitolo, scapo e fisa, mentre le seconde hanno colonna liscia ed uniforme ^ . Le Attinie, delle quali è discorso, presentano, massime nel terzo tipo, una marcatissima ed innegabile distinzione della colonna in queste tre })arti ; in alcuni esemplari si ha persino evidente sul limite anteriore e posteriore dello scapo la sfaldatura a brandelli della cosidetta epider- 1 Gosse, The British Sea-Anemones. 1860. p. 254. 2 Verrill, Ann. Mag. Nat. Ilist. 4, IV. 1869. p. 162. — Id., Mcm. Bost. Soc. Nat. Hist. I. . . . p. 27. ^Klunzinger, Korallth. des Rotheu Meoros. I. 1877. p. 79. * Studer, Monatsber. der k. preuß. Akad. d. Wiss. Berliu l'^78. p. 246. 5 Gosse, Ann. Mag. Nat. Hist. 3, I. 1858. p. 416. f' Verrill, Mem. Bost. Soc. Nat. Hist. I. . . . p. 30, '' Il singolare tubo di protezione dell' Halcampa pur]nirea Studer (1. e) non è in alcun modo paragonabile al rivestimento meuibrano-furfuraceo dello scapo delle Edwardsic. 128 Angelo Audrea micie, appunto come nelle descrizioni e nelle figure delle Edwardsie più caratteristiche di Quatrefages e di Gosse. Io credo non andar errato quindi se le classifico tra le Edwardsie. Siccome poi esse ponno tutte venir raggruppate intorno a quella, che Panceri designò quale Halcampa Claparedii, cosi io conservo il nome specifico dato da lui e le descrivo come segue, sotto la denominazione di Edwardsia Claparedii. Edwardsia Claparedii (gen. Quatrefages ; spec. Panceri) fig. 1 . Halcampa Claparedii Panceri. Atti r. Accad. se. fis. uat. Napoli, IV. n. 11, tav. unica, fig. 9. — Uropliysalus Grubii A. Costa. Annuario Mus. zoolog. Univ. Napoli, V. p. 56, tav. Ili, fig. 2. Base : nulla, sostituita dalla fisa. Colonna : lunga, fusiforme cla- vata, ad otto solchi. Capitolo: cilindrico o conico, liscio; di colore uni- forme carnicino (fig. 4) . Scapo : con otto solchi distinti, marcati dalla linea d' inserzione dei mesenteri, e alterni con otto serie longitudinali di tubercoletti (ogni tubercolo è formato da un punto scuro, cinto da un' areola o anello biancastro) ; coperto da un rivestimento ruvido, scre- polato, furfuraceo; di colore bruno-giallognolo. Fisa: delicata liscia, pellucida, carnicina sferoidale ; talora un po' aderente ; retrattile entro lo scapo ; senza poro (fig. 5) . Disco : piccolo, rotondo. Tentacoli : mar- ginali, sedici, alterni, otto lunghi e otto brevi (di un terzo) ; cilindro- conici; arcuati in alto ed in fuori; pallidi, trasparenti, macchiati da serie irregolari di punti bianchi e bruni ; tentacoli gonidiali due, a sfu- matura od iridescenza cremisi. Peristoma : prominente ; di colore uni- forme roseo; con due raggi gonidiali cremisi. Bocca: quasi rotonda senza lentigini. Dimensioni : lunghezza massima di circa quattro cen- timetri. Varietà: sono tre principali. a) carnea. La forma or ora descritta; corrispondente alla Hal- campa Claparedii di Panceri (fig. 4 e 5). ß] ornata. Ha il capitolo munito di macchie speciali, risolventisi di solito in una corona di otto punti bianco-giallognoli sottesi da una linea zig-zag purpurea ; i tentacoli presentano vive iridescenze gialle e cremisi, massime alla radice; la colonna è di colore ocraceo (fig. 3). y) simplex. Il capitolo ha aspetto uniforme e si distingue dallo scapo solo per la delicatezza del tessuto ; i tentacoli sono più rigidi, meno conici e machiettati semplicemente di bianco e grigio ; lo scapo è molto pronunciato ed è rilevato a brandelli sui margini (fig. 2) . L'Edwardsia Claiiaredii si riscontra a profondità, che varia da 5 sino a 70 metri. Vive affondata nella sabbia e nei pertugi delle Melobesie Intorno all' Edwardsia Claparcdii. 121) e fra i cespi delle Zostere. E reperibile nelle cosidette secche e special- mente in quelle località del golfo di Napoli, che sono conosciute coi nomi di Gaiola e di Bendapalumbo. E rara. Si adatta con una certa facilità alla vita prigioniera dell' acquario e puossi a lungo conservare, anche in un semplice bicchiere senza arena e senza frammenti di coralline ; ed allora vive aderendo, benché debol- mente, colla fisa alle pareti del vaso e mutando spesso luogo. Se è aderente, sta in posizione sdrajata ovvero parzialmente rialzata, dondo- landosi qua e là come un baco ; si estende poco a poco e si spiega per poi contrarsi e rinvaginarsi d' improvviso, senza che l'osservatore possa scoprire la causa di questo panico ; e appresso si ridistende e rispiega lentamente ancora per contrarsi e rinvaginarsi di nuovo ; e cosi via. Se è libera si trasloca da un luogo all' altro con un distinto moto di repta- zione, nel quale si allunga e si accorcia, ovvero si muove a compasso, come certe larve d' insetti, facendo successivamente punto d' appoggio coir estremo anteriore (a tentacoli riuvaginati) e coli' estremo posteriore. Quando trovi però condizioni pressoché naturali, quali appunto uno strato di sabbia od alcune pietre porose, si sceglie quasi sempre un punto confacente per infossarsi nella sabbia o internarsi in un foro, e quivi tranquillamente vive come sul fondo marino. In tale modo io ne conservai molto a lungo alcuni esemplari. Il bicchiere era stato ripieno una volta tanto di acqua e mantenuto coperto onde evitare la formazione della pellicola di bacteri alla superficie del liquido. Dal loro ritiro le Edwardsie lasciavano sporgere soltanto il disco colla corona tentacolare spiegata; e ora si tenevano perfettamente immobili, ora agitavano abbastanza vivamente i loro tentacoli, pronte sempre ad aiferrare la preda che incauta passasse sull' agguato e a farla scompa- rire nella cavità viscerale. Notevole é la sensibilità. Se il recipiente che li accoglie fu tenuto di solito tranquillo, é sufficiente una minima scossa per farli impaurire e scomparire alla vista ; la rinnovata ripetizione dell' atto basta però per abituarli a poco a poco in modo, che non si ritirano nemmeno in seguito a relativamente grossa agitazione. La delicatezza di questa sensibilità fa loro dapprincipio risentire persino il leggiero movimento causato nel liquido da onde sonore cavate dal vaso di vetro, in cui essi stanno: come notò pel primo Quatrefages (1. e. p. 79) e come io stesso sperimentai. Con un ago sottile, o meglio con una setola, toccando delicatamente 1' uno o 1' altro dei tentacoli si ha la contrazione parziale del tentacolo stimolato. Vellicando il peristoma sussegue una lenta dilatazione ed apertura dell' orificio boccale: e questa continua 1 30 Angelo Andres sempre più se si trasporta il solletico sulle pareti del sacco faringeo. Penetrando cautamente sotto la sabbia sino a toccare lo scapo, 1' ani- male resta per un po' immoto e poi si contrae repentinamente e si cela. Quando lo stimolo è violento si ba una conti-azione fortissima ; V animale, che in istato di quiete può avere una lunghezza di tre o quattro centi- metri, si accorcia in una pallottola oblunga di appena un centimetro di lunghezza; talora quest' atto è cosi rapido e violento che la parete stessa del corpo si lacera ; e qualche volta causa nna protrusione degli ovari e dei filamenti mesenterici, sia da questa rottura sia dalla bocca. Generalmente la contrazione è rapida per un primo tratto, per esempio, per la riduzione da quattro a due centimetri ; ed è lenta per il restante. Dopo una di queste contrazioni violente, 1' animale dura molto tempo prima di sineg^i'si ancora : e quando vi si è risolto ed emette i tenta- coli, trovasi che i medesimi hanno un aspetto speciale come di avvizzi- mento (e già vi ho accennato) ; sono corti, opachi e flosci, e solo poco a poco ripigliano 1' aspetto usuale. Alla temperatura di congelamento dell' acqua marina, quale io r ottenni col raffreddamento artificiale dell' usuale miscela frigorifica di ghiaccio e cloruro sodico, 1' animale si conservò sempre perfettamente disteso. L' ac(|ua del recipiente non era però congelata in massa solida, ma teneva solo dei ghiaccinoli sparsi. Un altro individuo sopportò invece il calore di 30" cent, (mediante esposizione al sole nel mese di luglio, in vaso oscuro) senza menomamente contrarsi. Quest' Edwardsia pare adunque poco sensibile alle impressioni termiche. Più sensibile invece pare che sia alla luce, perocché di solito pre- ferisce (come del resto tutte le Attinie in generale) gli angoli meno illu- minati e sta sempre spiegata di notte mentre non lo è sempre di giorno. Quando è coartata, molte volte si stende se il vaso, che la contiene, vien ricoperto da una campana oscura ; mentre quando è aperta, spesso si chiude se vi si dirige contro un raggio vivo di luce. IL Parte anatomica K Nella descrizione anatomica io considererò dapprima la parete generale del corpo, poi il sacco faringeo e i setti mesenterici. 1 Lo studio anatomico (e 1' iatiologico altresì) dell' Edwardsia, come quello delle Attinie e dell' intero gruppo, è reso estremamente difficile dalla sensibilità e contrattilità dell' animale, che al minimo stimolo si coarta in ima pallottola com- patta, nella quale riesce pressoché impossibile il distinguere organo da organo. Ad ovviare a questo inconveniente vennero ideati molti metodi d' uccisione e Intorno air Edwardsia Claparodii. 1 3 1 La parete del corpo in qualunque sua regioue è formata da un epi- telio interno, da due strati muscolari (o neuro-muscolari /) soggiacenti ai due epitelii e da uno strato mediano di natura connettiva. Questi strati sono presenti ovunque or più ed or meno grossi secondo la po- sizione e il grado di contrazione. Nel capitolo ha prevalente sviluppo r epitelio esterno ; nella fisa tutti gli strati si assottigliano formando nel complesso una membrana delicata ; nello scapo trovasi specialmente ingrossata la parte muscolare e connettiva. conservazione. I miei esperimenti in proposito si possono brevemente riassumere come segue : 1 Uccisione coli' acido cromico, coli' acido picrosolforico e simili usati in so- luzioni allungate mescolantisi lentamente coli' acqua del vaso che contiene gli ani- mali. Non sempre il metodo ha buon esito, perchè spesso malgrado ogni cautela r animale ad un certo punto si contrae e secerne abbondante muco. 2 Uccisione per congelamento ; 1' animale si conserva totalmente disteso e congela coli' acqua ambiente in una massa unica, che appresso si lascia fondere «cir alcool neir acido picrosolforico od altro onde ucciderlo. Il processo è però di troppo difficile applicazione. 3 Uccisione col cloroformio. Il cloroformio io 1' applicai sia versandone una goccia nel vaso contenente gli animali, sia lasciandolo evaporare accanto al mede- simo sotto una campana. Non ne ottenni tuttavia alcun risultato soddisfacente, perocché quasi sempre avanti che la contrattilità fosse assopita insorgeva nell' animale il processo di putrefazione. 4(J Uccisione colla nicotina. Io ricorsi a questa sostanza come quella che fra gli alcaloidi è l'unica solubile nell' acqua e la usai in soluzioni allungate niescentisi assai lentamente all' ambiente degli animali ; in modo insomma che in dodici ore un grarama di veleno si mescolasse a mezzo litro d' acqua. Ebbi risultati migliori che col cloroformio, ma non di piena soddisfazione II sig. Salvatore Lobi anco, ben noto a chiunque abbia frequentata la Stazione zoologica di Napoli, ebbe la felice idea d' impiegare il fumo di tabacco raccogliendolo entro una campana capo- volta sul recipiente degli animali. Con questo metodo semplice ed economico si ottengono spesso dei risultati eccellenti. 5 Uccisione col sublimato corrosivo. Col metodo suggerito dal dott. Lang nello ,, Zoologischer Anzeiger" mi fu dato di conservare animali piccoli in quasi completa espansione ; non così invece per esemplari grossi, anche se usato in so- luzione a caldo ed addizionato d' acido pirolignoso. Molte volte me ne servii con vantaggio mediante iniezione ; approfittando del fatto che tutte le Attinie, dietro vellicamento del labbro, aprono la bocca e permettono facilmente 1' introduzione della canula di una siringa. 60 Uccisione coli' acido osmico. Assai commendevole in sé, l' uso di questo reagente presenta gravi inconvenienti per l' esalazione dei vapori, l' annerimento dei tessuti. Tuttavia iniettato nello interno dell' animale mi riusci sempre utile. 7 Uccisione con una miscela glicero-alcoolica. Questo processo dà ì migliori visultati, tanto dal lato anatomico che dall' istiologico. Venne trovato dal succitato Salvatore Lobianco e consiste di una mescolanza di glicerina (20 parti), alcool a Tuo (40 parti), e acqua marina (40 parti), che si versa poco a poco nel vaso che contiene gli animali. 132 Angelo Andres Tutta la colonna è rivestita da una secrezione membranacea (da non confondersi colla cuticola), la quale è di struttura amorfa, solo leggermente stratificata e di natura evidentemente eguale a quella secreta dalla base dell' Adamsia palliata e della Gephyra Dohrnii, che G. VON Koch * ritiene cornea. Essa raggiunge sullo scapo dimensioni considerevoli di spessore, e ciò devesi probabilmente in parte alla maggior quantità di cellule secretive, in parte alla relativa rigidità di questo tratto, per la quale viene evitato lo sfregamento ed il distacco insorgenti nel capitolo e nella fisa, in causa delle continue evaginazioni ed invaginazioni; verso i margini anteriore e posteriore si sfalda a brandelli e dovunque è corrugata e screpolata come la corteccia di un albero. Secondo Quatrefages (1. e. p. 77) questa pellicola si può staccare dando luogo ad una vera muta dell' animale ; Klunzinger (1. e. p. 79) asserisce che in alcune specie può venir secreta dietro sti- molo. Da questi due fatti e dalla sua posizione parmi poter arguire che essa è omologa al muco secreto talora tanto abbondantemente da alcune Attinie, specialmente dei generi Cereus ed Ilyanthus. Il carattere più saliente della parete del corpo in questa Edwardsia sono le serie longitudinali di tubercoletti (fig. 2, 6, 8, 9, 10, t). Esse sono otto ed alternano coi solchi, occupando la linea mediana sul colmo di ogni segmento della colonna. Ogni serie è sviluppata specialmente in corrispondenza dello scapo ; e va morendo dall' un lato e dall' altro sul capitolo e sulla fisa : e non è costituita da un numero stabile e deter- minato di tubercoli. Questi variano piuttosto di numero da serie a serie nello stesso esemplare e da individuo ad individuo ; in generale sono una cinquantina. Ogni tubercoletto è un' eminenza quasi emisferica, la quale sporge al di fuori della pellìcola cornea ; veduto di fronte presen- tasi come un' areola biancastra segnata d' un punto oscuro nel centro e contornata dal margine irregolare e lacero di quella. Ciascuno, come verrà mostrato più tardi, è una batteria di nematocisti, la quale ha r aspetto di una tasca o cavità scavata nello spessore della parete del corpo e ricettante le cnide. Io non so se questi tubercoletti sieno comuni a tutte le Edwardsic. Quatrefages (1. e.) non ne tiene parola ; dice bensì nella descrizione dell' E. Beautempsii Q. che chez presque tous les individus la partie mediane présente sept ou huit còtes longitudi- nales .... qui donnent au corps une apparence subpolygonale ([). 69) ; il che forse vi allude a sua insaputa. Gosse neppure ne fa cenno ; ma ' G. v. KocH, Zur Pliylogenio der Antipatharia. Morph. Jahrbuch IV. Suppl. 1879. lutüiuü all' Edwarilsia Claparetlii. 133 parlando di uua specie dragata dal signor Kingsley li nomina per inci- denza (1. e. p. 262) e non come carattere importante. Klunzingeh (1. e. p. 79) descrive una E. pudica K. avente colonna tubercolata. Panceri (1. e.) del pari non li menziona, e nemmeno Costa (1. e). L'associarsi delle nematocisti in organi speciali è nelle Edw^ardsie un fenomeno concomitante colla secrezione di un rivestimento corneo di protezione. Sparse e disseminate su tutta la superficie del corpo esse non potrebbero da singole trapassare il solido strato sovrapposto ; e questo a sua volta sarebbe impossibile ; radunate a grupjìo invece ponno esistere concomitanti con quello, sporgendo libere coi cnidocigli alla superficie del medesimo. Ma la presenza di organi cnidiferi speciali prodotti da questa localizzazione di nematocisti non è fenomeno che si riscontri solo nelle Edw^ardsie, esso si riscontra ovunque nei generi Bunodes, Ecbinactis, Cladactis ecc., sebbene quivi non sussistano i motivi meccanico-fisiologici suddetti. Un primo accenno a simile loca- lizzazione è forse quello offerto dall' esoderma di alcune Zoauthinae, dove gli elementi, come io primo feci notare nella Panceria spongiosa Andr. \ si raggruppano in balle separate ed involte da prolungamenti del tessuto connettivo. Quivi non si ha una reale localizzazione d' un determinato elemento, ma una semplice assoziazioue di tutte indistinta- mente le cellule dell' epitelio esterno. In varie delle Actininae, propria- mente dette, invece interviene un deciso differenziamento. Nel genere Actinia p. es. le cellule nematocistiche cominciano a raccogliersi in batterie speciali, sotto la forma delle note borse marginali, all' esterno ed alla base dei tentacoli. Nei Bunodes queste batterie si fanno assai numerose e si presentano sotto 1' aspetto dei vari bitorzoletti che appunto contraddistinguono il genere. E cosi via, vadasi ripetendo per le Cystiactis, Echinactis, Aulactinia, Cladactis ecc. Con ciò, ben lungi dal voler stabilire un rapporto filogenetico, voglio indicare solo 1' affinità analogica di questi organi finora da nessuno descritti, e concludere che forse la loro presenza ripete origine non solo da momenti meccanici esterni, ma altresì dalla ragione storica dell' organismo : e che quindi nella morfologia delle Edwardsie i tubercoli cnidiferi rappresentano un tratto di non lieve importanza. Sacco faringeo. Quatkefages parlando dell' apparato digestivo delle Edwardsie descrive una faringe ed un intestino che in realtà non sono presenti. Dapprima io credetti che con questi due nomi egli 1 Andres, On a uew gemis oC Zoanthinac. Quart. Jouru. Microscop. Science. XVII. new series, 1877. p. 222. 1 34 Angelo Andres acccDuasse ad ima eventuale diiferenzazione del sacco faringeo, per la quale avesse creduta opportuna la distinzione in due regioni (vedi Andres, 1. c. p. 221) ; in seguito dovetti persuadermi che per faringe egli intende e descrive tutto il sacco faringeo (Stomach di Gosse, Magen- rohr dei Tedeschi) e che come intestino invece designa e disegna un or- gano che nella mia Edwardsia assolutamente non esiste. Gli spaccati longitudinali e le sezioni trasversali che io eseguii, non lasciano da mia parte alcun dubbio in proposito. V è cioè un sacco faringeo (faringe di QuATREFAGEs) 6 nou altro. Ciò che 1' illustre naturalista descrisse per parte intestinale non è probabilmente se non la membrana molto estesa, come spesso ne è il caso, di uno o di più setti mesenterici. Comunque sia, allo spaccato longitudinale dell' Edwardsia Clapa- redii trovasi che il sacco faringeo è, come in tutte le Attinie, un sacco cilindrico, il quale dal margine orale pende nell' interna cavità; aperto in basso nell' enterocele e rattenuto ai lati dai setti mesenterici. All- MAN invece (II, 1. e. p. 132) asserisce che è libero e non inserito ai setti ; ciò che, pel mio caso, è assolutamente erroneo. Esso è costituito dagli stessi strati della parete generale del corpo, eccettuato il rivesti- mento corneo ; la sua superficie è liscia e non ])resenta che un debo- lissimo acenno di canali gonidiali. I Setti mesenterici sono presenti in numero di otto, simmetrici paio a paio ed eguali in significato. Sono intieri, cioè non traforati da finestre intercamerali ; cosicché le tasche mesenteriche non sono co- municanti fra loro. In ogni setto notasi un filamento, un muscolo interno o retrattore, una ghiandola sessuale, una porzione membra- nacea, un muscolo esterno o protrattore (fig. 6, 10, /, m, r, g^ s,- p, m, m, p). II filamento (fig. 6, 10,/), attaccato al margine libero del setto, è unico, ravvolto in anse e convoluzioni più o meno intricate secondo lo stato di contrazione dell' animale ; in nessun punto è staccato e libero per dar luogo ad un missile aconzio ; e in nessun punto del pari pre- senta la porzione pieghettata, comune del resto fra le Attinie, verso il margine del sacco faringeo ; il suo colore è biancastro e la sua strut- tura, come si vedrà avanti, accenna ad organo glandolare. Si stende dall' orlo inferiore del tubo gastrico sin verso il fondo dell' enterocele e quivi gradatamente assottigliandosi cessa poco prima del punto dove finisce il setto. All' esterno del filamento, trovasi su ogni setto la matrice dei pro- dotti sessuali (fig. 6, 10. bicicli 25 tricicli 20 bicicli 8 8 8 12 k; 12 monocicli 20 30 bicicli 20 10 10 10 12 QuATREFAGES descrive colonna cilindrica; ma 1' octo.scptazione si rileva dalla Memoria (Ann. se. nat. 2 a XVIII. 1842). Nel capitolo vi sono altre otto semi- invczioni (Actinolog. Brit. 1800). Stimpson (Mar. Invert. of Grand Manau 18.53) vi annovera solo 20 ten- tacoli; Verrill (Meni. Bost. Soc. Nat. Ilist. I) ve ne conta 30 nel testo e ne disegna 32 nella figura. Verrill (1. e.) 1' esaminò una volta sola e in preparato alcoolico. Verrill (Ann. Mag. Nat. Ilist. 4^ IV. 1809) (Rap. Comm. Fish.). Sulle labbra porta dei lobi. Non è questo un carattere di Peachia? Klunzinger (Korallthiere des Rothen Meeres, I. SI) ne ebbe un sol esemplare. Il numero otto si rileva dal di- segno; nel capitolo le invezioni sono sedici come nella E. carnea Gosse (Studer, Monatsberichte k. preuß. Akad. Berlin 1878). Nel capitolo si hanno iO inve- zioni disposte in quattro gruppi regolari (Moseley, Trans. Linn. Soc. London). É r Halcampa microps di Gösse, che a me sembra Edwardsia tanto per r octoradiazionc, quanto per la presenza di capitolo, scapo e fisa. Dalla figura di Meyer e Möbius (Arch. f. Naturgeschichte XXIX. 1863) parmi che abbia V aspetto di Halcampa. La struttura secondo il numero otto è quindi un carattere distintivo delle Edwardsie. L' octoseptazione, come collega strettamente fra loro le specie dell' intero genere, così serve a definirle con linea prescia e staccarle da quelle dei generi affini Halcampa, Xanthiopus, Philome- 138 Angelo Andres dusa e Bicidium, nei quali la costruzione generale si regola sul numero dodici. E ad illustrazione di ciò valga anche qui il prospetto (che io credo pure completo) di tutte le specie in questione : Solchi Tentacoli Halcampa chrysan- telliim Gosse . . 12 12 monocicli Halcampa Fullonii Wright .... 12 12 Dei dìsscpimenti otto sono prin- cipali, quattro secondari (Wright, Ann. Mag. Nat. Hist. 3^^ Vili, p. 132. New Edinb. phil. Journ. Halcampa capensis XII. 18G0. p. 156). Verrill .... — — Halcampa purpurea Studer .... 12 12 Nel disegno i tentacoli sono tre- Halcampa albida dici (Studer, 1. e). Agassi z . . . 12 — Halcampa taeniata (Peachia Klunz.) 12 48 Un solo esemplare. Non possiede Halcampa albida concdula quindi non è Peachia. Verrill .... 20 20 È la Corynactis d' Agassiz coi tentacoli capitati e non una Hal- Halcampa producta campa. Stimpson . . . 20 20 Non ha figura di Halcampa vuoi per r aspetto generale, che per le dimensioni (fino a 27 cent) e per r aderenza della base (Stimpson, Proceed. of Bost. Soc. of Nat. Hist. Xanthiopus vittatus 1856 p. 110). Keferst. . . . 12 12 Ha capitolo, scapo e fisa (Keper- Xanthiopus bilatc- STEiN, Zeitschr. wiss. Zoolog. XII, ralis Keferst. . . 12 12 p. 31). Philomedusa Vogti Müll 12 12 Si confonde colla H. Fultonii e col B. parasiticum (Fritz Müller, Bicidium parasiti- Arch. f. Naturgeschichte 1860p. 57). cum Ag. . . . 12 12 Ora tenuto conto di entrambi questi fatti dimostrati dai due prece- denti prospetti, è lecito il concludere che le Edwardsie formano un gruppo compatto (per cosi esprimermi) e distinto. Riflettendo poi che le ragioni della differenza tra esse e le succitate forme affini si ripetono, allorché si stenda il paragone alle restanti Attinie, e che anzi vengono accresciute da altre, quali sono V aderenza della base e la ricchezza nu- merica dei tentacoli e dei setti ; riflettendo che quelle forme affini suc- citate, Halcampa, Xanthiopus, Philomedusa, Bicidium, si cellegano mediante 1' ultimo alle Peachiae e con queste agli Ilyanthus e via via ai Cereus, alle Hagartiae ecc., in una serie di affinità e parentele, che sempre più si allontanano dall' octoseptazionc, completando e svilup- pando il sistema dodecaseptalc in multipli numerosi : puossi allargare Intorno all' Edwardsia Claparedii. 1 39 la conclusione in termini più generali e dichiarare che le Edwardsie costituiscono un gruppo omogeneo di forme strettamente simili fra loro e recisamente distinte da tutte le Attinine. E di quanto si staccano dalle Actininae d' altrettanto si avvicinano agli Alcionidi, nei quali, come è noto, 1' octoseptazione è carattere fon- damentale. Senza con ciò asserire che si stacchino dagli Zoantari (il che è ancor prematuro) noto il riscontro che esse trovano nella sempli- cità della Monoxenia Darwinii H., quella forma del Mar Rosso descritta da Haeckel\ la quale coi generi Haimea ed Hartea di Percival- Wright rappresenta gli Alcionini isolati non ancora riuniti in colonia. D' altrettanto si avvicinano pure ai Coralli rugosi, che, octoradiati al pari degli Alcionari, offrono un altro punto di somiglianza nel numero dei tentacoli maggiore di quello dei setti 2, tanto che potrebbe dirsi essere le Edwardsie di fronte ai Rugosi ciò che sono le Attinie di fronte ai Perforati ed Eporosi. Ma di ciò più innanzi. Queste conclusioni basate su considerazioni risguardanti il numero dei setti, vengono convalidate dalle riflessioni fatte intorno alla loro dispo- sizione. I setti, che, come vedemmo, non sono né simmetrici né congruenti, formano un complesso simmetrico e in parte congruente. Osservando le sezioni trasversali trovasi che partendo da un determinato punto della periferia dell' animale, per esempio da x (fig. 7), e percorrendo tutto il circuito, si incontrano tre setti consecutivi col fascio muscolare da un lato, il quarto che lo ha dal lato opposto, il quinto dal lato stesso dei tre primi e infine i restanti tre che concordano col quarto ; in altre pa- role i primi tre sono il rovescio degli ultimi tre, come il quarto lo è del quinto. È evidente che attraverso a questi setti uno solo degli otto dia- metri rappresenta la linea di simmetria, che questa linea èia, x ... y (fig. 7, 8, ecc.) e che nessun' altra è possibile. Ora nelle Attinie invece la linea di simmetria può essere per lo meno duplice ; 1' una secondo X . . .y (fig. 13), r altra ortogonale alla medesima, perchè ciascuna di esse è eguale su ambedue le proprie estremità 3. In esse, presa un' 1 Hakckel, Arabische Korallen, 1879. p. 7, 39. 2 Vedi a questo proposito le interessanti notizie intorno alla Gwynia annulata Duncan, e all' Haplophyllia paradoxa Pourtalès reputate rappresentanti attuali dei Rugosi fossili. Pourtalès (Comte de), Contributions to the Fauna of the Gulf-Streara at greath depths. 18Ö8. Duncan, Philosoph. Transact. CLXII. Pourtalès (Comte de), Deap-sea Corals. Carpenter and Jeffreys Gwin, Proc. Roy. Soc. XIX. 3 Da Hollard (Ann. d. Se. nat. 3, XV. 1851) in poi molti ammisero por i setti Mittheilungen a d. Zoolog. Station zu Neapel. Bd. II. 10 140 Angelo Andres Attinia a soli dodici setti si hanno (partendo da x) i setti 1°, 2°, 4° di un lato che portano il fascio muscolare a sinistra, per esempio, e i setti 3°, 5° e 6 ° che lo portano a destra, mentre dall' altro lato si ha 1' op- posto tanto per li°, 2,°, e 4^, che per 3i°, 5i" e 6i°: ond' essi sono appaiati non solo secondo x . . . y. ma anche secondo il diametro che passa tra il 3° e il 4" paio. Negli Alcionidi la linea di simmetria è, come nelle Edwardsie, una sola ; ed è evidentissima perocché sonvi quattro setti consecutivi col fascio da un lato (fig. 12) e quattro altri col fascio dal lato opposto '. Dei Rugosi nulla posso asserire. Anche per la disposizione dei setti adunque le Edwardsie si staccano dalle Attinine e s' avvicinano più al tipo Alcionai'io ; ma però tenen- dosi da questo ben distinte. Rivoltando il 4° paio (fig. 7) si riduce la sezione di Edvvardsia ad una sezione di Alcionide ; rivoltando invece il 3** ovvero il 2° paio si ottiene uno schema di Attinia; supposta però un' Attinia ottoradiata. Simili considerazioni ponnosi ripetere rispetto alle tasche o loggie mesenteriche. L' enterocele risulta, come in tutti gli Antozoi, di uno spazio mediano libero e di vari spazi distali separati gli uni dagli altil dai setti. Nelle Edwardsie questi spazi (tasche o loggie mesenteriche) sono otto e si fauno rimarcare per i loro rapporti coi setti e coi tentacoli. Le loggie considerate in generale, presso gli Antozoi ponno distin- guersi in tre categorie, a seconda del variare dei paia di setti che le delle Attinie una decisa simmetria multiradiata ; ed Heider (Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wiss. zu Wien, LXXV. 1877) recentemente si mostra dello stesso avviso ; ciò è però inesatto, come venne primamente dimostrato da Schneider e Rötteken (Sitzungsber. d. Oberhess. Gesellsch. für Natur- und Heilkunde. 1871) e come ognuno può sempre convincersi sul naturale ; in realtà esistono cioè solo due assi (ma non meno), come venne da me esposto. Devesi però notare che questa biassia- lità vale solo per la disposizione dei fasci muscolari dei setti e che nella struttura totale si tende al monoassiale ; quantunque venga negato da Lacaze-Duthiers (Arch. de Zool. expérim. I. 1872). 1 KÖLLIKER (Ber. der phys.-med. Gesellsch. zu Wiirzburg. 1871) fu il primo a notare la simmetria dei setti negli Alcionari, relativa tanto alla disposizione dei fasci muscolari, quanto a quella dei filamenti. Schneider e Eötteken (1. e.) la constatarono pure, ma senza tenervi conto dei musculi protractores di Kölliker. Solo i signori Pouchet et Myèvre (Journal de l'Anat. et de laPhys. 1870) descri- vono la musculatura di un Alcyonium in modo che la simmetria bilaterale non è possibile. Recentemente 1' opinione di Kölliker è convalidata da Moseley (Philos. Transact. Roy. Soc. CLXIV. 187.5) nella Heliopora coerulea, e anch' esso non fa attenzione ai M. protractores; nonché da JosuA Lindahl (Kongl. Svenska Vetenskaps-Akad. Handlingar XIII. n. 3. 1874) in un' Umbellula, nella quale troyò di notevole una musculatura trasversale tutt' intorno d' ogni camera mesenterica Io la potei confermare nelle Cornularie. Intorno all' Edwardsia Claparedii. 141 delimitano ; cioè loggie fra due setti rivolgentisi il lato non muscolare (dorso), loggie fra due setti prospieientisi col lato muscolare (ventre), loggie fra due setti guardautisi V uno col dorso 1' altro col ventre ; e distinguersi quindi in amiarie, dimiarie e monomiarie. Ora negli Alcio- narì si ha una loggia amiaria ad una estremità della linea di simmetria [z . . . y, fig. 12) ; una loggia dimiaria all' estremità opposta; e tre paia di loggie monomiarie fra esse ; sicché seguendo 1' esempio di Kölliker è possibile denominare dorsale la prima, ventrale la seconda e rispettiva- mente dorso- laterali, laterali, e ventro-laterali le altre. Nelle Attinie (in un esemplare a dodici setti) si hanno quattro loggie amiarie, cioè una dor- sale, una ventrale e due laterali (fig. 13) : quattro loggie monomiarie, le latero-laterali ; infine quattro loggie dimiarie, le dorso-laterali e le ventro- laterali. Nelle Edwardsie sonvi due loggie amiarie, vale a dire una dorsale ed una ventrale ; due loggie dimiarie, ossiano le ventro-laterali ; e quattro loggie monomiarie, cioè le laterali e le dorso-laterali. Quan- tunque questa esposizione sia un corollario per non dire una ripetizione della pagina precedente, pure serve a mettere in evidenza ancora una volta la diversità di struttura delle Edwardsie rispetto alle Attinie e r accenno d' affinità cogli Alcionidi. Ma, più che questi rapporti delle tasche mesenteriche coi setti, sono interessanti quelli delle medesime coi tentacoli, i quali, come è noto, non ne sono che un prolungamento. Nelle Attinie ed affini (eccetto il Cerianto) ad ogni loggia corrisponde un tentacolo, e così pure negli Alcionidi. Nelle Edwardsie invece si ha un numero di tentacoli doppio triplo di quello delle loggie. Infatti i tentacoli dell' E. Claparedii sono sedici, distinti in otto grandi e otto minori, alterni; mentre le loggie sono soltanto otto. Il Cerianto presenta pure tentacoli due volte più numerosi delle tasche, ma in esso stanno disposti due a due sulla linea del raggio di ogni tasca, e precisamente 1' uno all' orlo labiale del disco, r altro al margine; e nelle Edwardsie invece sono tutti marginali. Io credeva dapprima che in queste fossero destribuiti due a due in ogni loggia; sebbene mi repugnasse al pensiero 1' assimetria conseguente d' ognuna di tali loggie, sacrificata senza raggiungere la simmetria del complesso. Ma più tardi, con mia sorpresa e soddisfazione, trovai che la distribuzione è affatto diversa. Che cioè nella loggia dorsale esiste un tentacolo grande solo, e cosi pure nella ventrale ; mentre in ciascuna delle ventro-laterali ne occorrono tre, due piccoli e uno grande ; e in ciascuna delle laterali nonché delle dorso-laterali ve ne stanno due, uno grande e uno piccolo (fig. 7, I, II). Come si vede la distribuzione è in tutto simmetrica tanto nel complesso, che nel dettaglio; giacché nel 142 Angelo Andres, Intorno all' Edwardsia Claparedii. complesso si lascia divìdere secondo la linea x . . . y già citata ; nel dettaglio s' accorda colla simmetria (amiaria o dimiaria) e colla assim- metria (mouomiaria) delle tasche. Quest' ordine diversifica intieramente da quanto era finora noto negli Antozoi; e se le considerazioni precedenti m' inducevano a far notare il distacco delle Edwardsie dalle Attinie e 1' accenno di affinità cogli Alcionidi, ora devo mettere in rilievo 1' esistenza di un carattere affatto particolare alle medesime e tale che da solo basta a farle consi- derare come distinte tanto dagli Zoantari che dagli Alcionari. Inter- essante sarebbe il poter decidere anche sui rapporti che forse le colle- gano coi Rugosi; ma per ciò manca sgraziatamente il materiale. (Continua.) Spiegazione delle Tavole. Fig. 1 . Edwardsia Claparedii in grandezza naturale con tentacoli spiegati ; vi si distinguono ie tre parti della colonna, capitolo, scafo e fisa e i raggi go- nidiali del disco. Fig. 2. Porzione anteriore della varietà y della stessa ; spiccati sono i segmenti od invezioni della colonna e le serie dei tubercoli. Fig. 3. Id. della varietà ß, notevole per le macchie del capitolo. Fig. 4. Id. della varietà «. Fig. 5. Fisa della varietà « per mostrarne le invezioni e la pellucidità. Fig. G. Spaccato mediano longitudinale di Edwardsia Claparedii secondo la linea t. . . . 3° della fig. 8. — Gli indici u, ß, y, &, s corrispondono alle se- zioni trasversali rappresentate dalle figure 7, 8, 9, 10, 11. — La pellicola esterna è disegnata in nero ed è rilevata verso il capitolo e verso la fisa, nonché sfaldata su tutto il restante ; da un lato vedonsi sotto la mede- sima i tubercoletti cnidiferi. — Il sacco faringeo è cilindrico e pieghet- tato di traverso. — Le altre parti sono indicate dalle lettere iniziali : mp (muscoli protrattori) ; in r (muscoli retrattori) ; ^j m (parte membranacea dei sotti) ; (js (ghiandole sessuali) ; / (filamento). Fig. 7. Sezione « della figura precedente. In essa indicano : d la loggia dorsale, d l la loggia dorso-laterale, / la loggia laterale, v l la loggia ventro- laterale e ü la loggia ventrale. Dippiù I, II, III ecc. segnano i tenta- coli grandi e piccoli. Infine 1", 2", 3" ecc. sono i paia dei setti secondo la linea di simmetria x . . . y. Fig. S. Sezione ß della fig. ti; ì; tubei-coletti. Le altre lettere sono come nella fig. precedente. Fig. 9. Sezione y ecc. Fig. 10. Sezione d ecc. Fig. 11. Sezione e ecc. Fig. 12. Schema di sezione d' Alcionide. Fig. 13. Id. di Attinidc. Catalogne provisoire des Hydroides Médusipares (Hydro- méduses vraies) observés durant l'hiver 1879|80 à la Station zoologique de Naples. Par le Docteur (j. du Plessis, Professeur à la Facaltó des Sciences à Lausanne. Noiis nommons ce catalogne provisoire parce qu'il faiulrait, pour avoir qnelque chose de définitif daiis ce geure, passer peut-étre plu- sieiirs années à étudier la faune du golfe. Nous sommes arrivés dans la saison la moins favorable la plupart des Hydroides étant sexués en été cu au printemps et leur détermiiiatioii étant presque impossible si l'on n'a pas les produits sexuels. Aussi avous nous ici, suivaut Texeuiple de Allman, séparé soigneusement les familles Médusipares de celles qui ne le sont pas. Les premières seules ont droit à la dénomination d'Hy- droméduses. Ce sont les seules Hydroméduses vraies et ce sont aussi les seules que nous voulions traiter dans le présent catalogne, qui n'a d'autre prétention que de servir de premier jalon pour un travail })lus étendu. Si imparfait qu'il soit, un semblable catalogne peut toujours aider quelques naturalistes à sorienter et dans ce cas son but est rempli. Hydroides Médusipares ou Hydroméduses vraies. A. Hydroméduses tubulées = Gymnoblastes Allm, Atheca Hincks = Gymnotoka Car. Cette section renfernie toutes les familles où le polypier reste tu- buleux jusquà l'extrémité des rameaux, ceux ci ne présentent aucune dilatation terminale en forme de cloche ou gobelet. Toutes les Méduses de ces familles appartiennent à la section des Ocellées. 144 G. du Plessis Familie I. Podocorynides. Genre 1 . Podocoryne Sars. Espèces. Podocoryne carnea Sars == Podocoryne al- bi da Sars. Cette jolie espèce est très-commune sur les coquilles habitées par desPagures. Elle vit sur des Grabes, sur des coquilles vides ou brisées, sur des débris de rocher, sur les pierres du fond et aussi dans les bassins de l'aquarium ou vivent des Pagures. Ou rap])orte fréqueinment de Mergellina. Elle forme vers le printemps une quantité de bourgeons Médusiparcs et la Meduse qui cn résulte ressemble à s'y méprendre à celle des Bougainvillia, famille pourtant très-différente. Familie II. Syncorynides. Genre 1. Syncoryne Ehrenberg. Espèces. Syncoryne eximia? Allm. pulchella? Allm. Nous indiquons ces deux noms avec point d'interrogation car n'ayant pu avoir les Méduses, ni raéme les bourgeons Médusipares notre détermination reste douteuse. Quelque nom qu'elle porte, cette jolie petite Syncoryne se trouve assez souvent au printemps sur les Cystosires qu'on apporte avec d'autres objets à la station. Elle présente une particularité physio- logique très-curieuse. Si l'on vieut à pincer, ou à chatouiller la tige du polype méme à une grande distance du corps de celui-ci, l'animai fait à l'instant un brusque mouvement et se fléchit à angle aigue en tournant sa trompe du coté irrite. Il en est de méme encore si d'un coup de ciseau on coupé une branche portant un polype. Genre 2. Zanclea Gegenbaur. Espèce. Zanclea implexa Alder = Tubularia implexa Alder Transact. Tynes. Club III. 108. fig. 3—6. De cette espéce excessivement curieuse nous n'avons vu que la Meduse trouvée par nous une seule fois au mois de Mars dans le pro- duit de la péche pélagique. Encore cette Meduse diflfère-t'elle par quelques points de celle qui a servi de type aux descriptions qui existent dans les ouvrages anglais. Ainsi cette Meduse présente 4 ten- tacules marginaux complets au lieu de deux seuls comme l'indique Allm AN. Famille III. Stauridides. Genre 1. Cladonema Duj ardin. Espèces. C ladonema radiatum Dujardin =■ C o ryn e S tau- ri dia Gosse, Devonsh. Coast. 25 t. pi. XVI. fig. 1 — 5. Ce très-élégant hydroide se rencontre communément dans les aqua- riums rampant contre les parois de verre ou revétant les pierres et les Catalogne provisoire des Hydroides Médusipares etc. 145 porte objets que lou y laisse séjourncr. 11 se développe spontanément toutes Ics foìs qu'on conserve longtemps daus des vases de Teau de mer avee diverses algues prises au hasard. La Meduse qu'il développe par bourgeonnement est très-commune en automne ou au printemps et se rencontre aussi à Najiles dans le produit de la pécbe pélagique. L'hydroTde doit se reneontrer aussi sur beaucoup d'objets sous marins, mais l'extréme petitesse du polypier fait qu'il écbappe constamment à Voììì nu. Genre 2. Stauridium Dujardin. Espèces. Stauridium productum Wrigbt = Stauridia producta T. S. Wright. Edinb. N. P. Journ. pi. VII. fig. 6— 8. = Co- ryne Cerberus. Gosse, Devonsb. Coast. 222. pi. XIV. fig. 4—6. Cette très-jolie espèce s'est rencontrée en Octobre dans les aqua- riums de la station, puis en Novembre sur des Maia squinado du grand aquarium. Dans le premier cas les colonies rampaient sur le verre et dans le second sur les pattes des gros Grabes. Puis nous en avons retrouvé sur des éponges et des coquilles de Cardi um venant de la Secca di Gajola par 30 — 35 mètres de fond. De plus sur des débris de roche du port de Nisita et enfin dans un bocal d'eau de mer conservée depuis longtemps avec des algues. Nous avons observé une seule fois en Octobre la Meduse correspondante laquelle ditfère du Cladonème par labsence de ramification des tentacules, qui d'ailleurs ne sont qu'au nombre de 4. Familie IV. Cladocorynides. Genre 1. Cladocorj^ne. Espèce. eia do cor yn e fioccosa Roth. Cette espèce est le seul polype bydraire à tentacules ramifiés, ca- ractère unique qui suffit à le faire reconnaìtre. Cet animai est exces- sivemeut rare. Nous n'en avons eu d'abord que 3 exemplaires recueillis par nous méme à Nisita, et tonjours sur la méme algue savoir une Flo- ridée du genre Gymuogongrus. Puis ou nous en a apportò plusieurs sur des Cystosires venant de la Secca di Gajola. Enfin nous en avons trouvé sur des Sertulaires du golfe de Baia. Nous avons aussi trouvé cette espèce à Villefrancbe. Nous ne connaissons pas encore les or- gaues de la reproduction ni les Méduses. Familie V. Clavatellides. Genre 1. Clavatella Hincks. Espèces. Clavatella prolifera Hincks = Eleutheria K r h n in Wieomann's Archiv 1861. 157. De ce charmant petit hydroide nous n'avons vu àNaples que le pò- 146 G. du Plessis lype, observé une seule fois sur un débris de coquille de la Secca di Gajola. Quant à la Meduse ambulatoire quii produit nous l'avons observée en Avril à Nice et en été à Villefranche. C'est l'Eleuthe- ria dichotoma. Familie VI. Atractylides. Genre 1. Perigonimus Sars. Espèces. Perigonimus linearis Alder = Atractylis li- nearis Alder Supp. North. Catal. in Trans. Tynes. F. C. 230, 231. pl. X. fig. 1—3. Nous avons trouvé cette espèce en abondance sur les piquants de laCidarispapillata venant de la Secca di Gajola par 30 — 35 mètres. Puis nous en avons trouvé par touifes sur les soies de 1' Aphrodite aculeataeten dernier lieu de 1' Herrn ione hy strix. Nousen avons cu la Meduse correspondante dans le mois de Mars. Familie VII. Bougainvillides. Genre 1 . Bougainvillia Lesson. Espèces. Bougainvillia ramosa Van Beneden = E uden- drium ramosum Van Beneden recherches sur les Tubulaires 56. pl. III. =Tubularia ramosa Dalyell Remar, animai, of Scoti. 1.64. pl. 11. = Atractylis ramosa T. S. Wright in Edinburgh New Philosoph. Journ. (N. S.) for Jan. 1869. voi. Vili. pl. II. fig. 1. 2. 3. = Margelis ramosa Agass. N. H. U. S. III. 344. Hydroide très-commun sur les objets sous marins rapportés de la Secca di Gajola. Pendant tout Fhiver il en est venu à diverses reprises et vers le printemps couverts de Bourgeons Médusipares. Bougainvillia fruticosa Allm. == Eudendrium ramo- sum Allm. Proc. R. Soc. Ed. Dee. 1858. Espèce formaut des colo- nies moins hautes et moins touffues que la précédente à laquelle du reste elle ressemble fort, mais les bourgeons Médusipares très-nombreux sont conceutrés par touffes vers le bout des rameaux et non disperses sur les cotés. La Meduse très-commune en hiver ne se distingue en rien de celle de la B. ramosa. Les colonies se trouvent abondamment dans le port avec des Plumulaires et des Tubulaires. Familie Vili. Turrides. Genre 1. Corydendrium Van Beneden. Espèces . Corydendrium par asiticum Cavolini = Sertularia parasitica Cavolini = Syncoryne parasitica Ehreuberg. Korallenthiere des rothen Meeres. Cette forme se trouvait très-abondamment en Octobre à l'ile de Nisita etau Castello dell' uovo sur des vieux pieds d' Eudendrium et Catalogue provisoire des HydroYdes Médusipares etc. 147 dePennaria. Elle doit produire des Méduscs mais durant tout le semestre nous n'en avons pu voir. C'est en été qii'elles se formeut. Familie IX. Pennarides. Genre 1. Pennaria Goldfuss. Espèces. Pennaria Cavolinii Ehrenberg = Sertularia pen- naria Cavoliui := Pennaria disticha Goldfuss. Cette belle espèce est très-commune en Octobre à Nisita et au Castello dell' uovo. La saison de sa reproduction est en été de sorte que nous n'avons pu voir la Meduse qu'elle produit et qu'a figurée Allm. Pennaria gibbosa Agassiz. Se trouve avec la précédente aux mémes lieux et n'en différe que par un au tre arrangement des polypes sur leurs tiges. Familie X. Corymorphides. Genre 1. Corymorpba Sars. Espèce. Corymorpba nutans? Sars. De cette espèce que nous ne ci ton s qu'avec doute nous avons eu seulement la Meduse et souvent très abondamment dans les produits de la péche pélagique du mois de Mars 1880. N'ayant pu comparer celle-ci avec l'espèce de Sars nous ne pouvons décider si elle lui est identique, ce que jusqu'à preuve du contraire nous admettrons pour plus de sim- plicité. B. Hydroméduses campanulées = Calyptoblastes Ali- man =Thecap bora Hincks = Stenotoka Carus. Cette section comprend toutes les familles où l'extréinité des ra- meaux du polypier est dilatée en forme de coupé ou de gobelet dans lesquels les polypes peuvent se retirer plus ou moins complètement. Il y a peu de familles Médusipares dans cette section et toutes les Mé- duses qu'elle contieut appartiennent au groupe des vésiculées de Haeckel. Familie XI. Campanularides. Genre 1 . Clytia Lamouroux . Espèces. Clytia Jobnstoni Alder = Sertularia volubilis EUis et Solander Zooph. 51. pi. IV. fig. e. f. = Camp anula ri a vo- lubilis Johnston B. Zooph. 107—108. fig. 18 = Clytia bico- phora Agassiz N. H. U. S. IV. 304. pi. XXVII. fig. 8 — 9. pi. XXIX. fig. 6—8. Cette espèce est la plus répandue et se rencontre en tonte saison sur les Cystosires, les Ulves, les Floridées etc. De mémc sur le boi 148 Gr- du Plessis flotte, les rochers et aussi sur des Crustacés (Peuella p. ex.) et des vers (Spirographis p. ex.). Eu toute Saison aussi eile développe dans des cap- sules genitales eloses une sèrie de bourgeons Médusipares qui s'échap- pent sous la forme d'une Meduse très-caractéristique égale à l'Eucope campanulata, affinis et tliaumantoides de Gegenbaur. Genre 2. Obelia Péron et Lesueur. Espèces. Obelia geniculata Linnaeus = Sertularia ge- niculata Linn. System. 1312. Pallas Elench. 117. Lamk. Anim. s. vert. II. 149. = Laomedea geniculata Lamouroux Coralligèn. flexibl. 208. Jobnstou. B. Z. 103. pi. XXV 1—2. = Campanularia geniculata Fleming, Brit. anim. 548 = Monopyxis genicu- lata Ehrenberg, Korallen des rothen Meeres, 73 = Eucope dia- phana Agassiz N. H. U. S. IV. 322. Cette espèce est la plus commune de toutes les Campanulaires de Naples. On la rencontre partout en toutes saisons sur toutes espèces d'algues et de corps sous-marins et méme sur d'autres animaux tels- que des Crustacès (Maia, Anilocra, Palinurus) ou des Vers (Spirogra- phis). Durant tout Thiver nous avons trouvè les capsules genitales pleines de bourgeons Médusipares. Cette espèce varie beaucoup pour la taille mais se reconnaìt toujours à sa tige simple, jamais ramifièe et s'élevant à angle droit sur des jets rampants. Obelia dichotoma Linnaeus = Sertularia dichotoma L. System. 1312. Ellis et Solano. Zooph. 48 = Laomedea dichotoma var. a. Johnston. B. Z. 102. pi. XXVI. fig. 1. 2. Celle-ci forme des touffes basses et ramassèes et présente une ramification dichotomique irrègulière. La Meduse qui en vient a 16 tentacules à sa naissance au lieu de 24 que compte celle de la pré- cédente. Obelia gelatinosa Pallas. = Sertularia gelatinosa Pallas. Elench. 116. = Laomedea gelatinosa Lamour. Coralli flexibles. 92 = Campanularia gelatinosa Lamk. An. s. vert. 134. Cette espèce forme des colonies hautes de plusieurs centimètres la tige en zig-zag porte des verticilles nombreux de rameaux subdivisés eux mémes dichotomiquement. Il en résulte des touffes très-grandes et très-élégantes qui se rencontrent toujours au port de Naples avec des Tubulaires. Tout l'hiver cette espèce développe des Méduses qui ont en naissant 16 tentacules comme celles de la précédente. Toutes ces Obélies sont phosphorescentes. Obelia hyalina (Gonothyrea hyalinaì Hincks? Brit. Zooph. pi. XXXV. fig. 2. Nous avons troiivé régulièrement sur des objets du Catalogue provisoiro dos Hydroides Médusipares etc. 1 19 fond venant de la Secca di Gajola et de Baia de graudes touffes dune Campanulaire très-élégante qui semble se rapporter asse/, bicn à la Gouothyrea hyalin a de Hincks que cet auteur lui mérae n'admet qu'avec un poiut d'interroga tion. Cette espèce presentali toujours des capsules axillaires pleines de Méduses semblables à Celles des précé- dentes. Nous sommes forcés de terminer ici ce court catalogue, attendu que les autres familles que nous avons pu examiner cet hiver ne présentaient pas d'espèces Médusipares, toutefois un séjour durant l'été permettrait bientòt de doubler sans doute le nombre des espèees citées ici, ce que d'autres observateurs mieux placés que nous feront sans doute.. Untersuchungen an Thysanoteuthis rhombus Trosch. Ein Beitrag zur Anatomie der Cephalopoden. Von Dr. W. J. Vigelius aus Haag. Mit drei Holzscliuitteu. Während meines Aufenthaltes in der zoologischen Station zu Neapel (October 1879 bis Januar 1880) wurde eines Tages ein weib- liches Exemplar eines für den Golf ganz neuen Ogopsiden gefischt, welchen Herr Dr. Brock als den von Troschel zuerst bei Messina entdeckten Thysanoteuthis rhombus wieder erkannte. Die Be- schreibung der äußeren Gestalt und besonders auch die Abbildungen, welche Troschel von diesem Thiere gegeben hat ', bestätigten jene Ansicht vollkommen. Nur in Bezug auf die Größe machte sich eine Differenz geltend, indem das neu gefundene Thier die riesige Länge von 0,44 Meter erreicht hatte. Weil ich damals mit Studien über Cephalopoden beschäftigt war, wurde mir das Thier zur Untersuchung anvertraut. Ich bin jetzt in der Lage, Einiges über die Anatomie, welche noch gar nicht berück- sichtigt worden ist, mittheilen und außerdem die s^'S temati seh e Stellung dieses interessanten Cephalopoden näher begründen zu können. Die Untersuchung musste sehr rasch vorgehen, weil das Thier schon seit längerer Zeit todt war und sich seiner Größe wegen schlecht conserviren ließ. Daher kann die nachstehende Beschreibung durchaus nicht auf Vollständigkeit Anspruch erheben und mag also auch nur von einigen wenigen schematischen Skizzen begleitet werden. 1 Troschel, Bemerkungen über die Cephalopoden von Messina. Archiv für Naturgesch. 1857. XXIII. 1. p. 41-76. Taf. IV u. V. Untersuchungen an Thysanoteuthis rhombus Tro3ch. 151 Im Voraus sei bemerkt, dass wir im Folgenden diejenige Körper- partic, welche die Kiemenliöhle enthält, nicht als den hinteren Theil des Rückens, sondern als die untere oder Bauchseite des Thieres be- zeichnen wollen. Auf die äußere Gestalt und besonders auf die Eigenthümlich- keiten, welche die Arme von Thysanoteuthis aufzuweisen haben, brauchen wir jetzt nicht mehr einzugehen, weil diese von Troschel in der oben citirten Abhandlung genau beschrieben worden sind. Die Schale wird, wie bei Loligo, von einem langgestreckten, vorn eingeschnittenen Horublatte gebildet, das in der medianen Rücken- linie gelagert ist und sich bis zum aboralen Körperpole ausdehnt. Ihr Kiel ist am vorderen Ende etwas verlängert, lässt sich also mit dem Petiolus eines Phanerogameublattes vergleichen, und erstreckt sieh bis zur Basis des Kopfes. Ihre hintere Spitze ist hakenförmig umgebogen und entspricht wahrscheinlich dem Phragmoconus des Belemniten- gehäuses. Sehr eigenthümlich ist die Lage des Hornblattes mit Bezug auf den Eingeweidesack. Während nämlich bei den jetzt lebenden De- capoden mit innerer Schale als Regel gilt, dass letztere ganz im Rückentheile des Mantels verborgen liege, fand ich in diesem Falle den vorderen Theil derselben aus dem Mantel getreten und zu jeder Seite ventral wärts gekrümmt. In dieser Weise ist der vordere Ab- schnitt des Eingeweidesackes, welcher u. a. die Leber enthält, lateral- wärts unmittelbar von dem Hornblatte umgeben, welches nach außen von den stark entwickelten Depressores infundibuli begrenzt wird. In Bezug auf die äußeren Skeletbildungen von Thysanoteuthis rhombus wollen wir hier kurz bemerken, dass die K n o r p e 1 s t ü c k e , welche sich jederseits an der Trichterbasis vorfinden, ein anderes Ver- halten darbieten, als von Troschel beschrieben worden ist. Letzterer sagt nämlich: »jederseits an der Basis des Trichters ist ein rundlicher Knorpel angebracht, der in eine knorplige Vertiefung im Innern des Mantels eingreift« (1. c. p. 71). Ich fand dagegen den Mantelschließ- apparat jederseits an der Trichterbasis zusammengesetzt aus zwei deut- lich hervorragenden, etwa dreieckigen Knorpelzähnen, welche hinter einander gelagert sind und mit knorpligen Vertiefungen im Innern des Mantels correspondiren. — Die Muskulatur ist im Allgemeinen stark ausgebildet. Besonders die Muskelschichten, welche sich im Bauch- tbeile des Mantels vorfinden, und die gesonderten Muskeln, welche zur Bewegung des Trichters wirken, sind sehr kräftig entwickelt. Die obere Wand des Trichters trägt eine muskulöse Klappe, welche frei in die Trichterhöhle vorspringt und basalwärts, besonders im Vergleich 152 W. J. Vigelius zur eigentlichen dorsalen Trichterwand, ein sehr verdicktes Aussehen hat. — Über das Nervensystem und die Sinnesorgane kann ich leider nur sehr wenig berichten. Die beiden Ganglia stellata liegen symmetrisch im Rückentheil des Mantels ungefähr in der Höhe, wo der letztere mit dem Nacken zusammenhängt. Sie haben eine längliche, schmale Gestalt, senden nach außen zahlreiche Nerven ab, welche den Mantel innerviren, und entbehren der sie verbindenden Quercommissur, welche bei anderen 'Ögopsiden-Gattungen nachgewiesen worden ist (z. B. von Hancock bei Ommastrephes todarus). Die zwei Haupt- nerven des Mantels, welche den visceralen Theil des Gehirns mit den oben genannten Ganglien vereinigen und sich an deren Bildung wesent- lich betheiligen, sind sehr lang und kräftig entwickelt. Schließlich sei noch bemerkt, dass das Ganglion gastricum, welches zwischen Magen und Blinddarm gelagert ist; sich durch seine bedeutende Größe charak- terisirt. Der Darm canal stimmt in mancher Beziehung mit dem von Ommastrephes überein. Jedes Glied der die Zunge bedeckenden Ra- dula besteht aus sieben Chitinstücken, welche unter sich sehr ver- schiedenartig dififerenzirt sind. ^ Die Mittelplatten, welche die so- "V/^ genannte Rhachis bilden (Fig. 1 a] , //^'/^"^ i^itid verhältnismäßig breit und tragen zwei kurze Seitenfortsätze nebst einem längeren Mittelzahn. Die Stücke der die Rhachis un- ^'^ ' mittelbar begrenzenden Längs- reihen [h] sind größer und haben zwei Seitenzähne aufzuweisen, von denen der innere den äußeren bedeutend an Länge übertrifft. Die übrigen Plättchen jeder Querreihe (c und d) sind sehr in die Länge gezogen und zu stumpfen, gebogenen Haken umgebildet. Der Ösophagus stellt ein einfaches Rohr ohne kropfartige Dififerenzirungen dar. Anfangs ist er eng, später aber, nach seinem Durchtritt durch den Kopfknorpel, erweitert er sich mehr und mehr und verläuft, von der Aorta cephalica begleitet, gerade dorsalwärts von der Leber, mit welcher er durch Bindegewebe zusammenhängt. Dann wendet er sich nach rechts, um endlich in den vorderen Theil des Magens zu münden. Der Magen von Thysanoteuthis zeichnet sich durch seine ansehnliche Größe aus. Er hat eine lauggestreckte, birn- förmige Gestalt, lässt einen vorderen und einen hinteren Theil unter- scheiden und ragt weit nach hinten. Er füllt fast den ganzen rechten Untersuchungen an Thysanoteuthis rhombus Trosch. 153 Abschnitt der Leibes- oder Viscero-pericardial-Höhle (siehe unten) aus und hängt nur vorn median wärts mit deren Wand zusammen. Ein dicker, fast sackförmiger Bindcgewebsstrang verbindet den hinteren Theil des Magens mit dem aboralen Pole der Leibeshöhle und hält ihn so in situ. Dieser Strang erhält, wie wir unten näher beschreiben werden, auch das Ovarium in seiner natürlichen Lage und ist mit einer starken Längsmuskulatur ausgestattet, die ohne Zweifel bei der Ver- dauung in Wirksamkeit tritt. Auf der Innenfläche des Magens kommt es zur Absonderung einer kräftig entwickelten Cuticularschicht, welche sich sehr leicht von der Matrix trennen lässt. Die eigentliche Magen- wand ist großentheils muskulös und zeigt innen eine deutlich aus- gesiirochene Faltenbildung, die besonders im mittleren Theile des Organes einen hohen Grad erreicht. An dieser Stelle nämlich verlaufen die Falten regelmäßig neben einander in longitudinaler Richtung, mehr nach hinten dagegen bilden sie netzförmige Anastomosen. Der Pylorus- theil hingegen, so wie der aborale Abschnitt des Magens hat fast gar keine Faltung aufzuweisen. Der Pylorus ist medianwärts von der Cardia, aber etwas mehr nach hinten gelagert und führt in den mit einem spiralig gewundenen Blindsacke versehenen Darm. Der Blindsack liegt wie der Magen in der Leibeshöhle, mit deren Wand er dorsalwärts verbunden ist, füllt aber nur einen relativ kleinen Theil von ihr aus, indem er mit Bezug auf seine Größe dem Magen bedeutend nachsteht. Er hat eine runde, oben und unten abgeplattete Gestalt und zeigt auf seiner Innenfläche überall eine stark ausgeprägte circuläre Querfaltung. Die Falten, welche sich also in Bezug auf die Form des ganzen Organes radiär stellen, sind lamellenartig angeordnet und haben nur gegen das Darmlumen zu ein mehr verdicktes Aussehen. Da, wo das Cöcura in den Darmcanal übergeht, findet sich eine mus- kulöse Klappe, welche einen Verschluss herstellen kann. Der Mitteldarm hängt anfänglich mit der medianen Magenwand zusammen und wird hier von den später zu erwähnenden Lebergängen umgeben. Dann wendet er sich nach vorn , durchbohrt den Harnsack und verläuft, mmer von Bindegewebe umhüllt, als Rectum median über die Bauch- seite des Tintenbeutels, bis er sich endlich in die Kiemenhöhle öffnet. Der weite Mitteldarm verengert sich allmählich gegen seine Mündung zu und zeigt innen überall longitudinale Falten, welche weit von ein- ander entfernt stehen. Die Aualöffnung, deren Lage die gewöhnliche ist, erweitert sich schlitzförmig und trägt zu jeder Seite eine lang- und dickgestielto dreieckige Klappe. Von den Anhangsorganen des Darmcanals sind zuerst die Spei che 1- 154 W. J. Vigelius drüsen zu erwähnen, von denen ich nur das untere, hintere Paar mit Sicherheit nachzuweisen im Stande war. Dieses ist gerade hinter der Stelle, wo der Ösophag-us durch den Kopfknorpel durchtritt, und zwar an der Bauchseite gelegen; es besteht aus verhältnismäßig kleinen Drüsen, welche mit einander und natürlich auch mit dem Pharynx zusammenhängen. Ein oberes, vorderes Paar ist wahrschein- lich auch vorhanden, ließ sich aber des macerirten Zustandes wegen nicht auffinden. Die ansehnliche Leb er mas se ist überall von Bindegewebs- schichten umhüllt und nimmt den ganzen vorderen dorsalen Theil des Leibes ein. Sie hat eine längliche, ovale Gestalt und bildet eine com- pacte Drüse, die der Lappenbildung entbehrt. Unten wird sie größten- theils von dem Tintenbeutel überdeckt. Der hintere Pol der Leber, welcher etwas nach rechts gedreht ist, entsendet die zwei neben ein- ander gelegenen Lebergänge, welche den rechten Abschnitt des Harn- sackes durchziehen, überall mit dessen oberer Wand verbunden sind und sich schließlich vereinigen, um ihren Inhalt durch eine weite Öffnung in den dorsalen Theil des Darmcöcum zu entleeren. Es sind dünnhäutige, weite Canale, welche über ihre ganze Oberfläche hin mit voluminösen, gelbbraun gefärbten Anhängen versehen sind. Letztere zeigen sehr verschiedenartige Formen, sind besonders in der Nähe der Leber stark entwickelt und flottiren, wie bei den meisten Decapoden, frei in dem Harnsacke. Als Anhangsorgan des Euddarmes haben wir schließlich des Tin- tenbeutels zu gedenken . Dieses Organ stellt einen sehr großen, bim- förmigenSack dar, welcher, unmittelbar von der Körperhaut überdeckt, den ganzen vorderen ventralen Theil des Eingeweidesackes ausfüllt. Er wird rückwärts von der Leber begrenzt und ist wie diese reichlich mit Bindegewebe umgeben. Nach vorn verschmälert er sich mehr und mehr und mündet schließlich neben der Afteröifuung in das obere Ende des Mastdarmes aus, ohne einen eigeutlicheu Ausführungsgang zu bilden. Die Leibeshöhle von Thysanoteuthis ist ein großer Raum, der vom Peritoneum begrenzt wird und nur mittelst zweier ungefähr sym- metrisch gelagerter schlitzförmiger Öffnungen mit der Außenwelt in Verbindung steht. Letztere münden in den Harnsack aus und befinden sich etwas seitUch von der Basis der Harnsackpapillen. Die rechte Mündung ist mehr erweitert als die linke. Solche paarige Öffnungen treten, wie aus meinen demnächst im »Niederländ. Archiv für Zoologie« erscheinenden Untersuchungen über die Excretionsorgane der Cephalo- poden mit Sicherheit hervorgeht, bei allen Decapoden regelmäßig auf Untersuchungen an Thysanoteuthis rhombus Trosch. 1 55 und bieten bezüii,licli ihrer Lage eine merkwürdige Übereinstimmung- dar. • Bei den Oetopoden sind die 'zwei Ofifnungen, durch welche das sogenannte Wassergefiiß system mit den Harusäcken in Verbindung tritt, ganz ähnlich gelagert. Demnach wird es sehr wahrscheinlich, dass das Wassergefäßsystem der Oetopoden und die Leibeshöhle der Decapoden im phylogenetischen Sinne als gemeinsamen Ursprunges anzusehen und von der Pericardialhölile des Nautilus abzuleiten sind. Diese und noch andere eigenthümliche Verhältnisse wird man in meiner noch zu veröffentlichenden Arbeit näher erörtert finden. Bei Thysanoteuthis verengert sich die Leibeshöhle ziemlich kegel- förmig auf jeder Seite gegen die Mündungen zu und zeigt so ein Ver- halten, welches sich ebenfalls bei den meisten Decapoden nachweisen lässt. Nach hinten dehnt sie sich bis zum aboralen Körperpole aus, nach oben wird sie unmittelbar von dem Hornblatte begrenzt. Sie ent- hält verschiedene Organe, meistens von rein vegetativer Bedeutung, nämlich den Magen, den Blindsack, die Kiemenherzen, das arterielle Herz und schließlich die Geschlechtsdrüse. Daher können wir sie passend als Visceropericardialhöhle bezeichnen. Das Gefäßsystem gehört gewiss zu den interessantesten Organ- systemen unseres Thieres, weil es in mancher Beziehung mit dem von Ommastrephes (Ogopsiden), in manchen Punkten aber auch mit dem von Loligo (Myopsiden) übereinstimmt und demnach einen nicht zu ver- kennenden Übergang zwischen Beiden darstellt. Ich behalte mir vor, diese Verhältnisse erst unten näher aus einander zu setzen, wenn wir zur Besprechung der systematischen Stellung von Thysanoteuthis übergehen. Das arterielle Herz ist median in der Visceropericardialhöhle gelegen und hängt nur ventral wärts mit deren Wand zusammen. Seiner Form nach stimmt es vollkommen mit dem von Loligo überein. Rechts sendet es nach vorn die stark entwickelte Arteria cephalica aus, welche sofort die Wand der Leibeshöhle durchbohrt und von da an den Ösophagus bis zum Kopfe begleitet. Sie verläuft also, wie dieser, dorsal von der Leber und entsendet verschiedene Zweige, welche vor Allem den Mantel und die Leber zu ernähren haben. Die Arteria abdominalis, ebenfalls ein starkes Gefäß, entspringt vom hin- teren Pole des Herzens und verläuft gerade in der Medianlinie nach hinten, um sich bald in drei Aste zu spalten, von denen die zwei seit- lichen lateralwärts, theilweise frei durch die Kiemenhöhle, zum Mantel und zu den Flossen gehen, während der dritte sogleich aus dem Ein- geweidesack hervortritt, um den Bauchtheil des Mantels zu versorgen. Mittheilungen a. d. Zoolog. Station zu Neapel. Bd. II. ] 1 156 W. J. Viffelius Das dritte arterielle Gefäß, welches das Herz entsendet, ist die im Ver- hältnis zu den beiden anderen Arterien sehr schwach entwickelte Arteria genitalis. Diese ents})ringt am vorderen Theile des Herzeus und ver- läuft zwischen Magen und Blindsack, von der Vena genitalis begleitet, zur oberen Spitze der Geschlechtsdrüse. Was das Venen system anbelangt, so haben wir erstens die mächtige Hohlvene oder Vena cava (Fig. 2 v.c) zu nennen, welche das venöse Blut vom Kopfe und groKentheils auch von den Eingeweiden sammelt. Die Vena cava verläuft etwas rechts von der Medianlinie, zwischen Tintenbeutel und ven- traler Körperhaut nach hinten. Unterwegs nimmt sie Venen von der Leber und vom Tinten1)eutel {y) auf. Dann tritt sie in den Harnsack ein, hängt überall mit dessen dorsaler Wand zusammen und verläuft ventral vom arte- riellen Herzen, wie das auch bei Ommastrephes geschieht. Wäh- rend des Verlaufs durch den Harn- sack kreuzt sie sich mit dem Mitteldarm und nimmt verschie- dene in jenen hineinragende Ge- fäße auf, von denen sowohl die Rectal- und Lebervene [v.r], als auch die beiden Gefäße, welche überall die Le])ergänge begleiten und sich über deren Anhängen ver- zweigen {v.s), zu erwähnen sind. Die Vene, welche vom linken Le- bergang stammt, giebt nach hinten einen starken Ast ab, der als Vena genitalis {p.c/) in die Leibeshöhle eintritt und links vom Magen zum Ovarium verläuft. Die breite Vena cava setzt sich dann durch den Harnsack weiter nach hinten fort und bildet endlich eine Art Sinus, welcher sich in zwei mächtige divergirende Schenkel {vc,) theilt, die lateral wärts zu den Kiemenherzen [cbr] führen. Die Offnungen, durch welche diese Gefäße mit letzteren in Verbindung treten, sind groß und haben eine längliche, ovale Gestalt. Gerade vor der Mündung nimmt jeder Schenkel der Vena cava noch eine vordere und eine hintere Vene Fig. 2. Untersuchungen an ThysanotcMithis rliombus Troscli. 1 57 auf. Erstere [v.pd mul v.ps) sammelt das Blut aus den vorderen Theilen des Mantels, verläuft dorsal von der Kieme nnd wendet sich dann medianwärts, um bis zur Mündung in den Harnsack binein- zurag-eu und sieb wäbrend dieses Verlaufes mit der vorderen Kapsel- Vi^and des Kiemenberzens zu verbinden. Letztere [v.ad und v.as) hängt, wenn wir ihren Weg von der Mündung aus verfolgen, anfänglich mit der hinteren medianen Kapsclwand des Kiemenberzens zusammen, indem sie, wie die vordere Mantelvenc, in die Harnblase hineinragt. Dann durchbohrt sie deren hintere Wand, verläuft zwischen der Körper- haut und der unteren Wand der Leibesböble nach hinten und erweitert sich, nach der Abgabe eines lateralen Astes [z und z,]^ zu einem läng- lichen sinusartigen Raum. Nachdem das Gefäß sich wieder verengert hat, durchbricht es die Wand der Visceropericardialhöhle und endet ganz eigenthümlich in einem blinden, in letztere frei hervorragenden Sack, den ich mit geronnenem, bläulichem, venösem Blute prall an- gefüllt fand. Die Möglichkeit, dass ein so stark entwickeltes Gefäß plötzlich blindsackartig aufhören kann, war mir bis jetzt völlig un- bekannt. Wahrscheinlich haben wir hier eine pathologische Erschei- nung vor uns, denn bei den übrigen Decapoden, welche derartige Venae abdominales besitzen, verlaufen letztere bis zu den hinteren Mantel- partien, um von da aus das venöse Blut zu sammeln. Die beiden Kiemen herzen (Fig. 2 e.hr) sind, wie die oben be- schriebenen lateralen Venenstämme , vollkommen symmetrisch ent- wickelt. Sie sind groß und dickwandig, haben eine sackförmige, ziemlich platte Gestalt und sind mit einem seitlichen hinteren Anhange in Form eines Knopfes versehen. Jedes Kiemenherz liegt in einer seit- lichen Tasche der Leibeshöhle, welche man also als Kiemenherzkapsel zu betrachten hat, und ist nur vorn median mit deren Wand verbunden. Nach vorn entsendet sie je eine Arteria branchialis (Fig. 2 a.hr), welche das gesammte venöse Blut zum Athmungsorgan hinführt. Das dort arteriell gevvordene Blut sammelt sich in die ventral von der Kieme verlaufende Vena branchialis, welche als ein starkes Gefäß die Wand der Leibeshöhle durchbohrt, um sofort in den lateralen Theil der Herzkammer zu münden. Die Kiemen höh le stellt einen großen, freien Athmungsraum dar, welcher sich über die ganze Bauchfläche des Thieres ausdehnt. Eine ventrale Verbindung des Mantels mit dem Eingeweidesacke findet nicht statt. Nur ganz hinten, von der Stelle ab, wo die ventrale Mantel- arterie in den Mantel eintritt, hangen Beide durch eine sehr dünne mediane Bindegewebswand mit einander zusammen. Die Kiemen 11* j58 W. J. Vigelius cliarakterisiren sich durch ihre schmale, sehr in die Länge gezogene Ge- stalt. Die Gefäß Verzweigungen bieten nichts Besonderes und Neues dar. Jede Kieme besteht aus etwa 60 Blättchen, welche sich gegen die vordere Spitze hin allmählich verkleinern, und ist an der Rückenseite überall durch ein langgestrecktes Organ, das seiner Lage und seinem Habitus nach als die sogenannte Milz anzusprechen ist, mit dem Mantel ver- bunden. Die Milz hat im Querschnitt die Form eines Dreiecks, dessen Basis mit der lateralen Mantelvene und dessen Spitze mit der Arteria branchialis zusammenhängt. Zerzupfungsbilder lehrten mich, dass das Organ hauptsächlich aus einem Complexe großer runder Zellen be- steht, welche mit deutlichen Kernen versehen sind. Als Excretionsorgane fuugiren die auch bei anderen Cepha- lopoden weit verbreiteten Venenanhänge. Sie liegen bei Thysanoteu- this in einem geräumigen unpaaren Harnsacke, welcher sich zwischen die Kiemen erstreckt und bauchwärts direct von der Körperhaut über- deckt wird. Der Harnsack hat eine unregelmäßige Gestalt, da seine Form von den verschiedeneu umliegenden Eingeweidetheilen be- stimmt wird. Nach vorn wird er von der Leber und von dem Tinten- beutel, nach oben von der Leibeshöhle begrenzt, mit welch letzterer er durch die oben erwähnten Öffnungen in Verbindung steht. Er öffnet sich in die Mantelhöhle durch zwei kurze symmetrische, nach innen von den Kiemen gelegene Ausführgänge, welche in dieselbe papillen- förmig hineinragen und auf der Innenfläche eine deutliche Längsfaltung zeigen. Die excretorischen Venenanhänge sind als scharf geson- derte Organe von verschiedener Form und Größe ausgebildet. Sie be- decken in reicher Anzahl die in den Harnsack hineinragenden Venen, zu denen vor Allen die Vena cava und deren beide Schenkel, die Venae abdominales, die vorderen Mantelvenen und die venösen Gefäße, welche die Lebergänge begleiten, zu rechnen sind. Wie schon oben dargestellt wurde, nimmt der Harnsack außer den Excretionsorganen auch die mächtig entwickelten Anhänge der Lebergänge auf. Über das Geschlechtssystem von Thysanoteuthis wäre schließlich noch Folgendes beizubringen. Wie bei den meisten weib- lichen Cephalopoden zeigt es keine hohe Complication und besteht lediglich aus einer Geschlechtsdrüse nebst zwei symmetrisch gelagerten Oviducten, in deren Verlauf je eine Eileiterdrüse eingeschaltet ist. Das Ovarium bildet eine große, längliche Drüse, welche im hinteren Tbeile der Leii)eshöhle ungefähr median gelegen ist. Es hängt nir- gends mit deren Wand zusammen und wird in seiner natürlichen Lage erhalten, indem es an einer Seite überall von dem schon oben erwähnten Uutersucluiiigen an Tliysanotcutliis rhoiubus Tiosch. 150 ,.glod. nuit^kiilöscii l)indcgewcl)sstraugc getragen wird, welcher den Magen mit dem aboraleu Pole der Leibesliöhle verbindet. Letztcrc fungirt als Genitalliapsel und nimmt die Gesclilecbtsprodiicte auf, welche dann weiter durch die zwei Oviducte nach außen entleert werden. Die Eileiter sind syumietrisch gehxgert und münden jcdcrseits mit einer feinen Öffnung in die Visceropericardialhöhle ein. Im Anfange bilden sie enge Canale (Fig. 3 ot'i, nach vorn aber, während des lateralen Verlaufs zwischen Kör- l)erhant und Kiemenherzkapsel, erweitern sie sich plötzlich,- um in die länglichen Eileiter- drüsen überzugehen [glod). Viel weniger scharf ist die Grenze dieser letzteren gegen den vorderen Abschnitt der Oviducte ausgesprochen. Jeder Eileiter verengert sich allmählich, ver- läuft dorsal von der zugehörigen Kieme und mündet endlich mit einer schräg gestellten, verhältnismäßig weiten Öffnung in die Mantel- höhle aus. Die Eileitermündungen befinden sich zu beiden Seiten der Harnsackpapillen, sind aber mehr den Kiemen genähert und liegen sogar in deren Winkel. Medianwärts von jedem Oviduct bildet die Körperhaut eine sackförmige blinde Einstülpung (s), welche sich bis zur Mitte des verengerten Theiles des Ausführ- ganges ausdehnt. Als accessorische Orgaue des weiblichen Geschlechtsai)parates haben wir noch der Nidameutaldrüsen zu gedenken. Dieses sind zwei schmale, cylindrische Drüsen, welche ungefähr symmetrisch nach innen von den Kiemenherzen liegen. Sie hangen durch Bindegewebe mit der ventralen Körperhaut zusammen, ragen im Übrigen aber frei in die Mantelhöhle hinein. Im Verhältnis zu den anderen Organen des Thieres waren sie nur sehr schwach ausgebildet, bieten jedoch wäh- rend der Brunstzeit wahrscheinlich ein anderes Verbalten dar. Nach diesen anatomischen Notizen mögen zum Schlüsse noch einige kurze Bemerkungen über die s y s t e m a t i s c h e S t e 11 u n g von Thysauoteuthis rhombus ihren Platz finden. Wenn wir den anato- mischen Bau der verschiedenen Organsysteme unseres Thieres näher in Betracht ziehen und ihn mit den bis jetzt, sei es auch sehr lücken- haft, bekannten Organisationsverhältnissen anderer Ögopsidengat- tungen vergleichen, so stellt sich meiner Meinung nach als sicher Fig. 3. 160 W. J. Vigelius « heraus, dass Thysanoteiithis unter die uüchsten Verwandten von Om- mastrephes einzureihen ist, weil die Anatomie dieser beiden Gattungen in zahlreichen Punkten eine vollkommene Übereinstimmung darbietet. Als Repräsentant des letzteren Genus wollen wir hier speciell Omma- strephes sagittatus näher ins Auge fassen, weil die Art 0. todarus sich \ielleicht besser au die Onychoteuthiden anknüpfen lässt, und in diesem Falle zu einer anderen Dilierenzirungsreihe gehört. Die nahe Verwandtschaft zwischen Ommastrephes sagittatus und Thysanoteuthis rhombus wird u. A. durch folgende, Beiden eigene ana- tomische Merkmale ausgedrückt : 1) durch Habitus, Entwicklung und Lagerungsverhältnisse des ganzen Darmapparates (nur der lilindsack von Ommastrephes macht in so fern eine Ausnahme, als er keine Spiralform aufzuweisen hat) ; 2) durch die Ausbildung der Leibeshöhle ; 3) durch die Art, in welcher letztere mit der Harnblase in Verbin- dung steht, und 4) die verschiedenen Eingeweidetheilc nebst Geschlechtsdrüse auf- nimmt; 5) durch Charakter und Gestalt des Harnsackes ; 6) durch die Ausbildung des Venensystems (vor Allem durch den Verlauf und die Lage der Vena cava) ; 7) durch den Habitus der mit den Lebergängen verbundenen Drüsen- organe ; 8) durch das Vorkommen doppelter Eileiter; 9) durch Anwesenheit und Form der Nidamentaldrüsen u. s. w. Abgesehen von diesen und anderen für beide Ögopsiden gemein- samen Charakteren mag noch auf einige interessante anatomische Merk- male von Thysanoteuthis hingedeutet werden, die, so viel mir bekannt ist, allen übrigen Ögopsiden fehlen. Gerade diesen Merkmalen müssen wir eine besondere Wichtigkeit beilegen, weil sie auch in der höher dififerenzirten Gruppe der Myopsidae nachzuweisen sind. Unter letz- teren ist es speciell das Genus Loligo, welches im anatomischen Sinne einige klar ausgesprochene Beziehungen zu Thysanoteuthis erkennen lässt. So schließt es sich z. B. durch Form und Ausbildung des ar- teriellen Herzens, durch Habitus und Verzweigungsmodus der Arteria abdominalis und durch die Gestalt der Geschlechtsdrüse unverkennbar au Thysanoteuthis an. Als eine Stütze der Verwandtschaftsbeziehungen, welche letztere Form zu den höher differenzirten Myopsiden erkennen lässt, muss ich auch anführen, dass Thysanoteuthis einer die Ganglia stellata verbindenden Quercommissur entbehrt, dass hingegen deutlich Uutorsucluiugeii au Tliysiiiiotoutliis ilioiabua Truscli. | 0| entwickelte llarusaekpapillcu auftreten, welche meines Wissens allen übrigen Ögopsiden fehlen. Als Hauptresultat für die Phylogcnie der Decapoden ergici )t sich also aus diesen Erwägungen, dass Thysauoteuthis rhonibus ein Verbin- dungsglied zwischen Ommastrephes und Loligo bildet, mithin eine bis jetzt unbekannte Übergaugsform zwischen Ögopsiden und Myopsideu darstellt. Damit ist natürlich durchaus nicht gesagt, dass Ommastre- phes und Loligo etwa durch Thysanoteuthis direct mit einander zu ver- einigen wären und die anderen Formen, welche bestimmte Merkmale der Myopsiden und Ögopsiden gemein haben (wie z. B. Sepioteuthis) , als minder wichtig betrachtet werden müssten. Im Gegentheil, die noch sehr geringe anatomische Kenntnis der jetzt lebenden Ögopsiden und deren weit aus einander gehenden Diflferenzirungeu zeigen uns viel- mehr die Unmöglichkeit, mit Hilfe unserer bisherigen Erfahrungen eine genaue phylogenetische Entwickluugsrcihe der Decapoden aufzustellen. Haag, April ISSO. Vergleichende Übersicht über das Erscheinen gröfserer pelagischer Thiere und Bemerkungen über Fortpflan- zungsverhältnisse einiger Seethiere im Aquarium. Von Richard Sclimidtleiu. A. Yergleicbende Übersicht über das Erscbeiueu gröfserer pelagischer Thiere während des Jahres 1879. Die Aufzeichnungen über die Bewegung der pelagischen Thier- welt, welche wir in beifolgender Tabelle zusammengestellt haben, ge- währen, verglichen mit den Beobachtungen der vergangenen Jahre, in so fern ein Interesse, als sie theils manche unserer Ansichten über die Kegel, denen die Bewegung folgt, bestätigen, theils manche von den bereits bekannten völlig abweichende Ergebnisse geliefert haben. Mit ziemlicher Sicherheit lässt sich au der Hand der bisherigen Erfahrungen eine zweimalige jährliche Periode als Haupterscheinuugs- zeit für die Mehrzahl der pelagischeu Thiere erkennen ; sie umfasst die fünf ersten und drei letzten Monate des Jahres, so dass vom October bis zum Mai des nächsten Jahres die meisten der beobachteten Formen auftreten. Hierher zählen besonders die Siphonophoren, Hydrome- dusen und Ctenophoren, so wie die Pteropoden und Heteropoden, Phyl- lirrhoe und Phrouima. Die Zwischenperiode von Juni bis October wird durch eine auffallende Armuth an Gattungen charakterisirt, indem die Siphonophoren fast vollständig fehlen, auch Hydroidquallen nur spär- lich auftreten, dagegen einzelne Gattungen, wie llhizostoma, Pelagia, Cassiopeia u. a. die dominirenden Erscheinungen werden. Häufig treten dann auch Schwärme von Salpen und Eucharis, kurz von Formen her- vor, die das ganze Jahr hindurch zu den gewöhnlichsten pelagischen Schwimmern gehören. Veigleiclicude Übersicht üb. d. Erscheinen grüßeier pelagischer Thiere etc. 163 Constant und in seiner Abhängij^keit von den Factoren der Witte- rung- verständlich ist das Auftreten der blaugefärbten oceaniseben Cos- mopoliteu Velella, Torpita und Physalia, mit denen zeitweilig auch manche seltenere Gäste, wie Janthina, Lepas fascicularis und pela- gische Cephalopoden erscheinen. Diese Thiere pflegen nur nach an- haltenden und heftigen Südstürmeu im Golfe sich zu zeigen ; da sie nun fast alle durch Organisationsverhältnisse an ein Leben auf der Oberfläche des Meeres angepasst sind (man denke an den Kanmi von Velella, die Blase der Physalien, das Floß der Janthinen und die An- passung der Lepaden an das Leben auf treibendem Holz u. dergl.), so wird ihr Erscheinen unter dem Einflüsse des Sturmes und der Wellen- bewegung begreiflich. Unter diesen ist Velella die häufigste und man kann sicher sein, nach schwerem Sirocco oder Libeccio die Thiere in großer Zahl zu erhalten. Porpita hingegen tritt nur vereinzelt auf und gelangt mehr durch Zufall in die Hände der Fischer. Am seltensten war bisher Physalia geblieben ; um so überraschender war es daher, als im April vorigen Jahres die Thiere in größerer Zahl im Golfe er- schienen und auch in den drei folgenden Monaten in schönen großen Exemplaren gebracht wurden. Wir erhielten im Ganzen etwa zwanzig Stück von diesem Thiere, das nach den Aussagen der Fischer seit mehr als zehn Jahren nicht mehr in solcher Zahl im Golfe gesehen worden war. Unter den ähnliehen Fällen von plötzlichem Erscheinen oder Aus- bleiben von pelagischen Thieren in verschiedenen Jahren heben wir noch hervor: Pyrosoma, das wir IS75 kaum in einem Dutzend Exem- plaren erhielten, während der Juni 1S77 eine ganze Fülle davon brachte; 1879 fehlte es bis zum September ganz. Ferner Pterotrachea coronata, im Frühling 1 879 ein gewöhnliches Thier, im folgenden Jahre fast vollständig fehlend. Charybdaea erhielten wir erst seit den letzten drei Jahren und zwar immer vereinzelt; erst im November 1879 erschien sie in größerer Zahl. Der folgende December brachte zum ersten Male eine Unzahl von Oceania pileata und im selben Jahre lernten wir eine schöne Aequorea kennen, die in den Monaten Juli und August in Schwärmen den Golf erfüllte. In der von den früheren Tabellen abweichenden Nomenclatur der Ctenophoren bin ich CriUN^ gefolgt. Es entspricht demnach die Callia- nira bialata der Eschscholtzia cordata, Hormiphora piumosa der Cydippe und Eucharis multicornis der Chiajea der älteren Tabelle. * Carl Chun, Die im Golfe von Neapel erscheinenden Rippenquallen. In den Mittheilungen aus der zoologischen Station zu Neapel. Bd. I. p. ISO. 164 Ricliard Scliniidtloiu Name a. Siphonophora. Athorybia rosacea Esch Physophoia Pliilippi KöU. . . . Physalia sp Forskalia contorta M. Edw. Agalina Sarsii Leuckart . . . . Ilalistemiua nibrmn Vogt . . . Apolemia uvaria Les Rhizopliysa filifonuis Forsk. . . Hippopodius ueapolituuus Köll. . Praya dipliyes Blaiuv Abyla pontagoua Esch Vclella Spirans Esch Porpita mediterranea Esch. . . . b. Acalephae u. llydroidae. Pelagia noctiluca Per. Les. . . . Rhizostoma pulmo L Cassiopeia borbonica D. Ch. . . Carmarina bastata E. H Charybdaea marsupialis Per. Les. Tima flavilabris Escli Aegineta flavesceus Ggbr. . . . Lizzia Kijllikeri Ggbr Oceania conica Esch Oceania pileata Per Cosmetira punctata E. H. . . . Aequorea sp c. Ctenophorae. Beroe ovata Esch. . . . Callianira bialata D. Ch. . Hormiphora piumosa Ag. Cestus Veneris Les. . . Eucliaris uudticoruis Esch. . Bolina hydatina Cliiiu . . Ilaeckelia rubra Car. . . Lampetia Panccrina Chun d. Tunicata. Salpa democratica Forsk, Salpa maxima africana Forsk Salpa piunata Forsk. . Salpa fusiformis Cuv. . . . Salpa bicaudata .... Salpa atlantica Pyrosoma elegans Les. . . e. Pteropoda. liyalaea tridentata Lam. Hyalaea complanata Ggbr. . -1 1 Bemerkungen Wenige vereinzelte Exemplare. Im Ganzen drei Exemplare. Vergleiehcndo Übursiclit üb. d. Erscheinen größerer pehigischer Tlilerc etc. 165 N ;i m e Cymbulia Peronü Cuv. Tiedeuiauuia ueupolitaiui v. I'>eii. Pucuraoderiiioii violaceimi d'Orb. Clio sp f. Ile ter op oda. Pterotrachea coronata Forsk. Pterotrachea niiitica Les. Carinaria mediterranea Lam. Atlanta Perouii Les. . . . Oxygyrus Keraudrenii Les. . g. Gastropoda. Phyllirrhoe bucephala Per. . Janthina bicolor Meuke . . h. Crustacea. Phronima sedentaria Forsk. Lepas fascicularis EUis . . Bemerkungen Ein kleinerSchwarm iiu Januar. 15. Bemerkuui^eu über Fortpfljiuziiiigsvcrhältiiisse einiger See- thiere im Aquarium, so wie über die Culturen in demselben. Die nächste bende Übersicht der Trächtigkeits- und Eiablage- perioden bildet die Fortsetzung der im ersten Hefte des ersten Bandes dieser Zeitschrift veröffentlichten Tabelle und umfasst die Aufzeich- nungen vom August 1&78 bis Juni 1880. Wir haben dabei zunächst nur das v^esentlich Neue hervorgehoben, außer welchem der größere Theil der bereits publicirten Fälle zur wiederholten Beobachtung kam. Wie zu erwarten stand, ergab sich dabei für eine Zahl von Thieren eine Erweiterung der Trächtigkcitsperioden theils der Zeit, theils der Zahl nach. Die günstigsten Objecte für solche Beobachtungen lieferten die ausdauernden Aquariumthiere, deren größere Arten, namentlich von Arthropoden und Mollusken, unter fortgesetzter Pflege sich wieder- holt paaren und ihre Eier, resp. junge Brut in Menge in den Behältern absetzen. Wir nennen als Beispiele von ersteren namentlich Maja squi- nado und verrucosa, die das Paarungsgeschäft vom Januar bis zum Juli betreiben. In den Frühliugsmonaten, der Hauptzeit, trifft man viele Thiere in Begattung, welche nach manchen vergeblichen Ver suchen, die langen unbehilflichen Beine in die richtige gegenseitige J6ß Richard Schinkltleiu Lage zu bringen, in der Weise bewerkstelligt wird, dass sich die Thiere mit zugekelirten Brustseiten und aufgeklappten, in einander gescliobeuen Postabdomeu umklammern, wobei das Männchen nach unten zu liegen kommt und mit den Scheren des vergrößerten ersten Fußpaares den Kand der Orbitalhiihlen des Weibchens packt. Nach der Paarung, Avelche oft über eine Stunde währt, sitzt das Männchen über dem nun gleichfalls in gewöhnlicher Sitzstellung ruhenden Weib- chen und vertheidigt es durch Anschlagen mit den Scheren gegen die Nebenbuhler. Die Zoeen von diesen Thicren haben wir im Aquarium nicht ausschlüpfen sehen, wohl aber haben die in demselben Bassin befindlichen Palinureu im April mehrere große Schwärme von Phyllo- soma geliefert, die dem Lichte zuwanderten und, durch die Circulations- strömuug des Wassers an bestimmte Stelleu zusammengetrieben, mit leichter Mühe gesammelt werden konnten. Bei den Hummern hat der Umstand, dass die im Ganzen seltenen Thiere meist ohne Wasser in Körben zum Verkauf angeboten werden, wodurch die Eier meist ab- gestorben an uns gelangen, andererseits aber die im Acpiarium lebenden Thiere trotz ihrer Paarungslust bisher nur selten Eier producirteu, die Beobachtung gehindert. Von den Mollusken sind Loligo und Sepia, Aplysia und die Doris- arten die eifrigsten Eierproducenten. Bei Loligo, der im Winter nur schlecht im Aquarium ausdauert, in diesem Frühling indessen zum ersten Male durch Fütterung mit Garneelen und Fischen in einem größereu Bassin längere Zeit lebend erhalten werden konnte (Maximum 1 Monat bei einem Exemplar), hält es nicht schwer, größere Mengen Eier zu erhalten. Sie legen dieselben, meist einige Tage nach ihrer Gefangennahme, gemeinschaftlich an Posidonien oder Felsen ab, wo- durch große Quasten aus den bekannten Gallertwalzeu gebildet werden. Die Sepien, für welche wir im ersten Berichte die Monate Februar und März als Eiablagezeit angegeben haben, legen noch im Juni eifrig ihre Eikapseln an die zu diesem Zwecke aufgestellten Sträucher ab. Die Hauptzeit ist auch hier der Frühling, in dem die Thiere gleichzeitig so reichlich von den Fischern gebracht werden, dass die Paarungs- spiele mit dem brillanten Farbenspiele der eifersüchtigen Männchen, die Copula und das Eierlegen unter beständiger Überwachung und An- eiferung derselben täglich zur Beobachtung gelangen. Die Aplysien übertreffen durch ihre Eierproduction alle bisher in der Pflege des Aquariums gewesenen größeren Thiere. Bei ihrer Häufigkeit und der Leichtigkeit der Futterbeschaflfung sind sie ohne Mühe einzubürgern und setzen ihre bald schwefelgelben, bald braunen Vergleichende Übersicht üb. d. Erscheinen größerer pelagischer Thiere etc. 1 G7 oder violetten harten Gallertselmiire, zu Knäueln oder Fladen verklebt oder wie lange Bindfäden ausgespannt, an die Glasscheiben, Felsen und auf dem Kiesboden ab, wobei sie gern in den Winkeln des Behäl- ters zu unförmlichen schwarzen Klumpen vereinigt beisammensitzen und ihr Geschäft nur unterbrechen, um die in reichlichen Mengen ver- abfolgten Ulven mit erstaunlicher Schnelligkeit zu verzehren. Da- zwischen legen die Dorisarten, Tethys, Pleurobranchus und Pleuro- branchaea ihre zarten, bei jeder Bewegung des Wassers wie Schleier flatternden Gallertbänder, weiß oder von gelber Farbe, an das Gestein ; doch haben wir von allen diesen Thieren bisher keine Brut zu erhalten vermocht. Die Fische haben trotz des Umstandes, dass die meisten Arten sich sehr gut an das Gefangenleben gewöhnen, nur sehr geringe Gelegen- heit geboten, ihr Fortpflanzungsgeschäft zu beobachten. Mit Ausnahme der Selachier, deren Paarung und Eiablage resp. Lebendiggebären wir bereits im ersten Bande der Mittheilungen (p. 2) beschrieben haben, sind nur wenige Arten von Fischen zur Fortpflanzung gelangt. Nach unserer Ansicht bedarf es hierzu besonderer Einrichtungen für künst- liche Fischzucht, da in den Aquarien die Verschleppung und Vernich- tung der Brut durch die Circulation und die Mitbewohner kaum ver- hindert werden kann. Von den niederen Thieren, die ohne besondere Pflege in den Aquarien sich fortpflanzen und vermehren , sind namentlich die Actinien, Hydroiden, Bryozoen und Ascidien der Aufmerksamkeit werth. Wir ergreifen die Gelegenheit, an dieser Stelle zu erwähnen, wie vorzüglich überhaupt das Wachsthum und die Entwicklung der nie- deren Thierwelt in den Becken des Aquariums von Statten geht und wie das dichte farbige Organismenkleid, das die Felswände vieler Behälter als natürlicher Schmuck belebt, Zeugnis ablegt für die treifliche Be- schaffenheit des Seewassers und die zweckmäßige Einrichtung der Bassins. Ja, so günstige Existenzbedingungen finden manche dieser Organismen, namentlich auch die pflanzlichen (Oscillarien, Derbesia, Diatomeen), dass sie die Culturen von festsitzenden Thieren über- wuchern und ersticken würden, wenn man die befallenen Objecte nicht rechtzeitig entfernte. Diese Aquariumfauna und Flora von selbständigen Ansiedlern wechselt nach den Jahren und Jahreszeiten, so wie nach der Lage, Ausstattung und Einwohnerschaft der Bassins in ganz charakteristischer Weise und auch die Zeitdauer, durch welche ein Bassin in ununter- brochener Verwendung steht, prägt sich häufig sehr deutlich in dem 1G8 Richard Schmidtlein Habitus seiner Felsfaiina aus, wie aus den nachfolgenden Beispielen hervorgehen soll. Den ersten Rang unter den freiwilligen Colonisten nahmen von jeher die zusammengesetzten Ascidien ein. Auf flachem und unbe- hauenem Gestein, auf Kalk, Tuff, Lava und den Glasscheiben in allen Bassins der Nord- und Südseite findet man die zierlichen Eosetten von Botryllus violaceus zu größeren und kleineren Flecken vereinigt ; da- zwischen Stückchen von Botrylloides rotifer und Botryllus aurolineatus. Gegenwärtig dominirt in vielen Behältern das durchsichtige Pseudo- didemnum crystallinum, eine Synascidie, welche im vergangenen Winter nach dem Umbau des Aquariums im Anthozoenbassin derart wucherte, dass zahlreiche Gorgonien, Sympodiura, Antipathes und Spongien-Exemplare (Axinella und Myxilla) von den klumpigen Gallert- massen wie von einem Schmarotzer erstickt wurden. Ein nicht minder merkwürdiges, mit dem Aquariumumbau zusam- menhängendes Verhalten zeigt Giona intestinalis unter den einfachen Ascidien. Dieselbe gehört zu den gemeinsten Repräsentanten derselben im Golfe und wird daher auch im Sommer und Herbst, wo sie große Colonien an den Pfählen der Badeanstalten bildet, in Menge zur Be- setzung des Ascidienbassins verwendet. Seit dem im November vorigen Jahres vollendeten Umbau nun hat diese Ascidie durch eine überreiche Larvenproduction und die Vertheilung derselben durch die Strömung sich in einer Weise im ganzen Aquarium vermehrt und verbreitet, wie dies in den Vorjahren nicht im entferntesten der Fall gewesen war. Die Bassins der Sepien und Octopoden, der Aplysien und andere von bestimmten Fischen freie Bassins sind dergestalt von Hunderten dieser rasch wachsenden Mantelthiere bedeckt, dass der Fels unter dem Ge- woge der milchweißen Röhren vollkommen verschwindet. Von dieser Winterbrut ist ein Theil gegenwärtig (Mitte Juni 1 880) im Absterben begriffen; dagegen sind im Ascidienbassin selbst die Wände bereits wieder mit neuer, im Laufe des Monat Mai erzeugter Nachkommen- schaft von durchschnittlich 4 Centimeter langen Thieren dicht besetzt : ein natürlicher Ascidienflor, der prächtig zu den künstlich gruppirten Cynthien und den anderen einfachen, aggregirten und zusammen- gesetzten Arten stimmt. In der letzten Zeit bemerken wir auch einzelne Exemplare von Styela gyrosa an der glatten Felswand des benach- barten Aplysienbassins angesiedelt. In Fischbecken, namentlich solchen, in denen Mugilarten, diese Hauptvertilger der kleinen Culturen, oder Exemplare von Box salpa und boops, Oblada melanura und Verwandte wohnen, können sich die Ascidien nur in einzelnen geschützten Spalten Vergleichende Übersicht üb. d. Erscheinen größerer pehigischer Thiere etc. 1 69 des Gesteins einige Zeit halten, denn die Fische schenern die Felsen vollkommen rein. Die Biyozoen, unter welchen Bngnla die Hauptrolle spielt, sind nicht so allgemein verbreitet, als die Ascidien. Am reichsten ist gegenwärtig', wie es auch in früheren Jahren der Fall gewesen, die Abtheilung derMuraenen undConger damit besetzt, deren Wände neben vereinzelten Cioneu ein dichtes Kleid aus Bugulastöckchen, Zoanthus und Hvdractinien tragen. Die beiden letzteren bedecken auch, einem weißen ►Schiinmelüberzug ähnlich, die Krüge und Thonurnen, in denen die Muraeuen hausen. Der Behälter ist mit reichlicher Circulation durch einen Stromgeber und den directen Überstrom aus dem großen Central- bassin versehen und an der Nordseite gelegen, die niemals directes Sonnenlicht empfängt. Die angrenzenden Bassins derselben Seite haben ähnliche Culturen, welche durch eine gewisse Einförmigkeit und ne- gativ durch die Seltenheit pflanzlicher Gäste charakterisirt sind. Im Gegensatz hierzu steht die besonnte Südseite, an welcher namentlich der Diatomeenwuchs oft so stark wird, dass nur die Räumung und gründliche Reinigung das Übel für längere Zeit vermindert. Der Dia- tomeenmulm, welcher nach den Bestimmungen von Prof, Schmitz vor- zugsweise aus »Melosira nummuloides, Achnanthes longipes und zahl- reichen kleinen Arten aus den Gattungen Navicula, Pinnularia, Schi- zouema, Grammatophora , Synedra u. a. in bunter Menge und w^echselnder Mischung^ besteht, überzieht nicht nur die Felsen, Über- stromraauern, die Kiesel des Bodens und andere Objecte, sondern auch lebende Thiere werden häufig in die braunen Flockeumassen ein- gehüllt; so im vergangenen Winter die Hummern, Langusten und Maja's, die, von der ungewohnten Kälte in eine Art von Schlafzustand versetzt, sich nur träge bewegten, das Putzgeschäft vernachlässigten und in Folge dessen ihre Panzer dicht mit Diatomeen überzogen hatten. Ein Hau})tanziehungspunkt für diese Pfläuzchen sind ferner die ab- gestorbenen und mit Derbesia bewachsenen Skelette von Autipathes larix, die bis zur Unkenntlichkeit ^von ihnen umhüllt werden und dann ein Centrum bilden, von dem die Infectiou der lebenden Culturen mit Diatomeen ausgeht. So werden Gorgonieu und Gorgonella; Spongien und verwandte festsitzende Thiere von der Seuche ergriffen und na- mentlich in den Ruheperioden des Wachsthums bei niederer Tem- peratur leicht erstickt. Andererseits darf jedoch nicht vergessen werden, dass die Diatomeen als Nahrungsmaterial für eine große Menge von Organismen eine sehr wichtige Rolle spielen und daher in gewissen Schranken ihrer Vermehrung gehalten, die Pflege vieler Thiere wesentlich erleichtern. 170 Richard Schmidtlein Von anderen niederen Pflanzen erwähnen wir die Oscillarien, welche im Hochsommer als blaugrüne und carminrothe Membranen auf den Felswänden, und zwar namentlich an der scharf beleuchteten Hinter- wand der Behälter in der Nähe des Wasserspiegels erscheinen und sich im Laufe ihrer Entwicklung in langen, nach abwärts kriechenden Streifen ausbreiten, die bei der rothen Art wie herabfließendes Blut aussehen. Von den höheren Algen giebt es leider nur sehr wenige, die das Leben im Aquarium ertragen. Nach unseren Versuchen halten die derberen Arten von Cystosira und Sargassum, so wie einige Codium- si)ecies (C. bursa und elongatum) am besten aus; sie müssen stets mit den Steinen, auf denen sie wurzeln, verpflanzt werden. Zarte Florideen dauern höchst selten einige Zeit aus. Doch tlieilt mir Dr. Berthold mit, dass im Astroidesbassin auf den mit dieser Coralle besetzten Steinen von Nisita neuerdings in lebhaftem Wachs- thum begriffene und theilweise auch fructificirende Exemplare von Chylocladia sp., Antithamnion cruciatum und Pterothamnion Plumula beobachtet seien. — Dessgleichen finden sich zum ersten Male Ansied- lungen von Ulva lactuca an den Hinterwänden der Südbassins am Wasserspiegel. Ihr Auftreten ist in so fern begreiflich, als diese Alge jetzt reichlicher als sonst zur Fütterung von Fischen und Mollusken verwendet wird. — Endlich sei des Annelidenbassins Erwähnung ge- than, das unter allen das reichste an selbständig entwickelten Orga- nismen ist und, vorausgesetzt, dass kein Zwischenfall die ruhige Aus- bildung stört, zu einem wahren Mikrokosmus wird. Es ist seiner Lage nach eine der im Centrum gelegenen kleineren Abtheilungeu des Lichthofes undmitSpirographis, Protiüa, Myxicola, Vermetus, Serpula, Comatula, Cerianthus und vielen anderen kleinen Thieren besetzt. Hier nun in dem bunten Vielerlei der neben, über und durch einander wohnenden Geschöpfe, die ein nur selten gestörtes Stilllebeu führen, siedeln sich mit der Zeit die Keime der mannigfaltigsten Wesen an den ihnen zusagenden Standorten an und die anfänglich isolirt neben ein- ander hingestellten Objecte verbinden sich auf das engste zu natür- lichen Gruppen. Die Felswände bekleiden sich mit Cionen, Botryllen, Pseudodidemnum, Bryozoen und Hydroiden, an den Röhren der Sa- bellen sitzen Comatulalarven und junge Pentacta und die Anneliden selbst zeigen an den Röhren, deren im Aquarium neugebildete Stücke durch ihre Farbe sofort in die Augen fallen, so wie durch zahlreiche kleine Exemplare, in wie günstigen Lebensbedingungen sie sich be- finden. Kleine Actinien, Zoanthus, junge Knospen von Tethj'a, Scy- phistomen und Strobila von Hydromedusen, junge Terebellen, Holothu- Vergleichende Übersicht üb. d. Erscheinen größerer pelagischer Thiere etc. 171 rienlarven und jimge Thiere von Spirorbis sind gleichfalls in diesem Bassin zur Beobachtung gekommen. Letztere stammen aus dem Pali- nurenbehälter, von dem zu wiederholten Malen eine Verschleppung von Larven und jungen Thieren der Spirorbis ausging, in Folge welcher sie in vielen Bassins gleichzeitig auftraten. Bekanntlich ist dieses Thier eine die Langustenpanzer zu Tausenden als Commensale bewohnende Annelide, welche kleine posthoruförmige Kalkröhrchen baut; sie kittet dieselben so fest an die Glasfenster der Aquarien, dass die Reinhaltung derselben dadurch nicht wenig erschwert wurde. — Der Tabelle über die Laichzeit der Fische haben wir eine Anzahl Notizen über diesen Gegenstand beigefügt, welche in dem Werke: »La pesca nel golfo di Napoli von Achille Costa, Napoli 1871« enthalten sind. Da das Werk in zoologischen Kreisen nicht allzu verbreitet sein dürfte, und die betreffenden Angaben, in denen nur die Vulgärnamen der Fische genannt werden, leicht zu übersehen sind, so halten wir die Aufnahme derselben in unsere Tabelle aus praktischen Gründen für gerechtfertigt. Neapel, den 17. Juni 1880. Name Zeit Ort und Umstände Gewährsmann A. Coelenterata.' Ascandra sp Bimodes gemmacea Phellia sp Sympodium coralloides Haiistemma rubrum Llegineta flavescens |A.tractylis arenosa . ìlytia Johnstonii . ■armarina hastata . . lüdendrium racemo- sum (weibliche und männliche Colonien) -aomedea flexuosa . . )belia geniculata Geschlechtsreif. Reife Eier. Sperma. Scliwärmlarven im Versuchsaquarium . Geschlechtsreif. Auf Posidonien d. Mergelliua. Gono- thek. ra. Planula. Nisita. Gonotheken mit beginnender Medusenbildung. Geschlechtsreif. Nisita. Eier u. Zoo- spermien. Planu- lae im Aquarium. Auf Posidonien des Hafens v. Neapel. Gonotheken mit Eiern gefüllt. Auf verschied. Ob- jecten (Mytilus, Phallusia u. a.) im Hafen von Neapel. Gonotheken mit Medusen. Mittheilnngen a. d. Zoolog. Station zu Neapel. Bd. II. April Februar Juni Juni (Anfang) Dee, Januar März November October März October November Prof. Metschnikoff Dr. Andres Dr. Lang Prof. Metschnikoff Prof. Du Plessis Prof. Metschnikoff Prof. DU Plessis 12 172 Richard Schmidtlein Name Zeit Ort und Umstände Gewährsmann Bemerkungen SertuìariaEllisii . . November An den Pfeilern der Prof. DU Plessis (Weibliche Colonien) Trajansbrücke b. Bajae. Gonothe- ken mit Eiern. Liriope pygmaea . . Febr.— Mai Geschlechtsreif. Prof. Metschnikoff Nausithoe Mitte Januar Geschlechtsr. Exem- plare im Auftrieb. Schmidtlein Beroe ovatus .... März, April Dessgleichen. Prof. Metschnikoff B. Echinodermata. Asterias tenuispina 22. April »Ein sechsarmiges Individuum theilt sich in ein vier- armiges und ein zweiarmiges ;im großen Studieu- bassin). Dr. Ludwig 13. April Ein achtarmig, theilt sich in zwei vierar- mige Individuen.« Asterina gibbosa . . 21. und 23. April Legt zahlr. gelbe Eier au Steine im Versuchsaquar. Stichopus regalis . . Ende April Auswerf. v. Sperma beobachtet. Schmidtlein C. Vermes. Leptoplaua alba . . . Mitte Mai Eier, in Häufchen verkittet (nicht in Platten). »Sehr wenige ge- Dr. Lang Phorouis hipocrepia . Mai Prof. Metschnikoff schlechtsr. Thiere fand ich im Winter und im Frühjahre; im Mai aber be- ginnt die Ge- schlechtsreife bei d. meisten Exem- plaren.« Proceros aiirantiacus . Proceros melobesiarum Proceros tuberculatus . Ende Mai, Eierablage im Aqua- Dr. Lang Prosthiostomum elon- Juni rium. gatum Thysanozoon Diesingii D. Arthropoda. Aega sp April Junge Thiere. Dr. P. Mayer Amathia Rissoana . . Mai Wenig entwickelte Eier. - - Palinurus vulgaris . . April Phyllosomen- schwärme im Aquarium. Schmidtlein Palaemonetes varians . April. Mai Im süßen Wasser. Eier und Junge. Dr. P. Mayer Scyllarus latus . . . Juni Frühe Stadien. - Squilla mantis . . . - Ziemlich weit ent- wickelte Eier. _ _ Vergleichende Übersicht üb. d. Erscheinen größerer pelagischer Thiere etc. 173 Name Zeit E. Mollusca. Pecten sp. . . . Cerithium vulgatuni Doris tuberculata . . Gastropteron Meckelii Tritonium nodiferum . Loligo vulgaris . . . Ommastrephes sagit- tatus Rossia macrosoma . . Sepia officinalis . . . Sepiola Rondelettii . . F. Pisees. Amphioxus lanceolatus Melone acus . . Carcharias glaucus Conger myrus (5 3reuilabrus griseus . Crenilabrus ocellatus Crenilabrus pavo . . Ctenolabrus mediterra- neus Crobius sp. . . . . April Anf. Juni 15. Novbr. August 13. Juni Febr.— Ende Mai December 2. Hälfte No- vember Febr.— Mai 2. Hälfte No- vember 18. Mai 10. 11. Juni Mai Mitte Nov. April, Mai Ort und Umstände Gewährsmann April, I.Hälfte Mai Zahllose j. Thiere auf d. Melobesien der Secca Benta palummo. Eiablage im Aqua- rium. Der Laich bildet weißedünne und unregelmäßig gewund. Schnüre, welche an das Glas u. die Felsen geklebt werden. Eierablage im Aqua- rium. Viele junge Exem- plare m. d. Dredge erhalten. Copula im Aquarium Eierablage. Geschlechtsreif. Eierablage. Geschlechtsreif. Eiablage in den Aquarien. Die Larven ent- wickeln sich re- gelmäßig bis zum 6. Tag. Geschlechtsreif. Ein Weibchen mit 27 geburtsreifen le- benden Jungen im Uterus. Reifes Männchen. Fischmarkt. Reife Eier. Künstliche Befruch- tung. Die Eier entwickelten sich regelmäßig bis z. Ausschlüpfen. Dessgleichen. Reife Eier. Auf Steinen d. Mer- gellina. Regel- mäßige Entwick- limg der Eier in den Aquarien. Schmidtlein Dr. Brock Schmidtlein Dr. ViGELius Schmidtlein Dr. ViGELius Prof. Hoffmann Schmidtlein Dr. Brock Prof. Hoffmann Bemerkungen 12* 174 Eichard Schmìdtlein Name Zeit Ort und Umstände Gewährsmann Bemerkungen Gobius niger .... April, I.Hälfte Mai Auf Steinen d. Mer- gellina. Regel- mäßige Entwick- lung der Eier in den Aquarien. Prof. Hoffmann Gobius minutus . . . _ Ibidem. - Heliastes chromis . . Juni Künstliche Befruch- tung. Eier im Auftrieb. - Julis Giofredi . . . April, Mai, _ Juni Künstl. Befrucht. Regelmäßige Ent- wicklung bis zum Ausschlüpfen. Julis vulgaris . . . April, Mai Ibidem. - Lophius piscatorius Ende April Ein V.Eiern strotzen- des 5 . Schmidtlein Mustelus vulgaris . . Mitte Juni Junge Thiere im Aquarium. Eier im Auftrieb ; Eiablage im Aqua- Prof. Hoffmann Scorpaena porcus . . Scorpaena scropha . . > Mai, Juni rium. Künstl. Be- fruchtung. Regel- mäßige Entwick- lung bis zum Aus- schlüpfen. Scyllium catulus . . Mai, Juni Copula u. Eiablage im Aquarium. Schmidtlein Squatina angelus . . Anf. März Ausgereifte Junge. - Syngnathus acus . . April, Mai Eier. Prof. Hoffmann Syngnathus phlegon . - Eier. - Ende Mai Im Canal von Pro- cida. Ind. Morgen- stunden schwim- men Hunderte von Thieren an der Oberfläche ; dar- unter viele (5 mit reifen Embryonen in der Bruttasche Schmidtlein Die Brnttaschen der Thiere sind tlieils ganz ge- füllt, theils halb oder ganz geleert, häufig angefressen (v. Julis?). Acipenser sturio . . April u. Mai In Schlammtiefen. A. Costa Nähert sich im Frühling den Küsten (Golf V. Gaeta. Gari- Atherina hepsetus . . Atherina Boyeri . . . 1 Mai In mittleren Tiefen. - gliano). Belone vulgaris . . . In der Tiefe. Die Brut nähert sich im Juni d. Küste, um Posi- donienwiesen Box boops .... März Auf Posidonien- grund. - aufzusuchen. Box salpa Mai " - Clupea sardina . . . Ende April u. Anf. Mai Im tiefern Wasser. - Corvina nigra . . . Febr. — März An Felsküsten. _ Dentex gibbosus . . Ende Mai 9 _ Dentex vulgaris . . . Febr. u. Mai Auf Pflanzengrund. - Vergleichende Übersicht üb. d. Erscheiuen größerer pelagischer Thiere etc. 175 Name Gewährsmauü Bemerkungen Engraulis encrasicholus Gobiusarten Labrax lupua Lepidopus ensiformis Maena vulgaris . . Merlucius esculentus Monochirus lingula . Miigilarten . . . Miillus barbatus . . Mullas surmuletus . Muraena helena . . Oblada melanura . Scomber (nicht scom brus) Sargusarten . . . Scorpaena scrofa und porcus .... Serranus gigas . . Smaris vulg. u. gagà rella Solea oculata Sphyraena spet. Umbrina cirrhosa Febr., Ende Mai März Ende Januar bis Anf. März u. Sommer- monate März, April Juni, Juli April Mai Februar bis August Mai Frühling Mai Febr., März März Mai Febr., März Zwei Laichperioden auf hohem Meere. Letztere liefert zahlreichere Brut. Entfernt sich, um zu laichen, von den Küsten. Eiablage in Sand u. Schlamm. Brut von 15 — 20 mm Länge. Geht tiefer, um zu laichen. An den Felsküsten. Auf Posidonien an Felsküsten. Ebenda. Laichen an ihren Versteckplätzen. Auf hohem Meere. An ihren Wohnorten (Posidonia) . Im Sande. Anfang Juni Brut von 2U— 30 mm. A. Costa überwintert in ScMammtiefen. Observations sur la Cladocoryne flocconeuse (Cladocoryne fioccosa. Rotch). Parie Docteiir G. du Plessis, Professeur à la Faculté des Sciences de l'Académie de Lausanne (Suisse). (Plauche IX.l I n t r d u c t ì n. Ayant eu l'honneiu* d'occuper durant le semestre d'hiver 1879 — 80 la table suisse, dans le bel établissement du docteur Dohrn à Naples nous nous y sommes exclusivement occupé à collecter, déterminer et observer les Hy d r o i d e s du golfe. Farmi ceux-ci nous avions remarqué dès le début de nos recherches une forme très intéressante et très rare laquelle n'avait jamais été signalée dans la Mediterranée. Découverte à Guernesey, l'on ne possédait jusqu'ici sur cette espèce qu'une courte notice et un croquis de Mr. Allman, laissant de coté tonte l'organisation intime et ne s'occupant que des caractères génériques extérieurs et de la Position systématique. Mais comme alors la reproduction de cet animai restait inconnue, cela rendait impossible tout classement définitif. Néanmoins notre espèce fut érigée en nouveau genre sous le nom de Cladocoryne et ce genre fut méme considéré comme le type d'une famille entièrement distincte savoir celle des Cladocorynides. Dès lors on comprendra tout l'intérét qu'il y avait pour nous à poursuivre Vétude d'un étre si originai, absolument uuique dans son genre et dans sa famille. Malheureusement nous n'eùmes au début que deux ou trois exemplaires de cette forme rare, delicate et toujours fort difficile à collecter et à conserver vivante, ne fut-ce que quelques jours mal gre les soins les plus minutieux. Nous avions découvert ces exem- plaires sur des algues rouges à l'ile de Nisita et dès ce moment nous Observations sur la Cladocoryne flocconeuse (Cladocoryne fioccosa. Rotch). 177 y retournions souvent et toujours sans succès, lorsqiVune maladie subite nous mit pour trois mois hors d'état de continuer. A la reprise des tra- vaux (dans le mois de Mars) nous fumes assez heureux pour retrouver quelques exemplaires à Nisita, toujours sur les mémes algues rouges. Plus tard notre liabile préparateur Mr. Salvatore lo Bianco nous fit avoir encore jusqu'à une vingtaine d'exemplaires provenant de différents draguages à la Secca di Gajola. Muni de ces matériaux nous piimes analyser d'une manière assez complète toute l'organisation de notre hydroide et ce, aidé des conseils et de Texemple de notre eher confrère et voisin de table le docteur A. Lang. La chose marehait donc et gràces aux tinctions diverses et aux se ctions multiples la Clado- coryne n'avait plus guères à nous dévoiler qu'un seul mystère mais le plus délicat de tous savoir celui de sa reproduction. Cet animai ob- stiné mit tant de délicatesse à nous dérober ses cbastes amours que nous fùmes force de quitter Naples en Avril sans l'avoir rencontré en e spéra ne e. Nous dumes donc lever Tancre et ce fut en enrageant, car il n'y avait pas moyen de publier notre modeste travail avec une semblable lacune. Mais notre consolation reposait sur notre collègue A. Lang qui me promit de pourcbasser la béguenle Cladocoryne jusqu'à la découverte d'exemplaires fertiles. Ils tint fidèlement parole et le doux printemps ayant pénétré de ses feux secrets les fraìches ondes du golfe Fon m'anuonga dès le mois de Juin la découverte du mystère tant cherché et Fexpédìtion d'exemplaires embaumés avec la pudique rougeur qui convenait à leur état. Daus ces conditions il ne restait plus qu'à se mettre à l'ceuvre et nous recommandons à l'indulgence de tous cette modeste communication. Que nos collègues veuillent bien accepter ici tous nos remerciements pour l'assistance dont ils ont favorisé ce nou- veau né qui sans eux n'aurait probablemeut pu voir le jour de la publi- cité. Nous sommes particulièrement redevables au docteur Lang (bibliothécaire de la station) pour un charmant dessin, reproduction •fidèle d'un des exemplaires les mieux préparés de notre Cladocoryne. § 1. Description generale de la Cladocoryne. Localités oìi elle se rencontré et stations qu'elle aifectionne. Nous donnerons d'abord dans ce chapitre une traduction littérale du passage d'ALLMAN (dans Monograph of Gymnoblastic Hydroid Zoo- phyts) concernant la Cladocoryne aprés quoi, pour ne pas faire trop de répétitions, nous nous contenterons d'ajouter à sa description ce que nous avons vu de plus pour la compléter où la raodifier. Voici donc d'abord le texte méme de Mr. Allman. 178 Gr. du Plessis Familie des Cladocorynides. ))Pol}^Des munis d'im cercle unique de tentacules simples autour de la bouche, et de plusieurs cercles de tentacules ramifiés autour du Corps. Tige développée s'élevant sur des racines rampantes et fili- formes, le tout revetu par un épiderme chitineux, qui forme le polypier. Genre Cladocoryne. II se distingue de tous les autres Hydroides connus par la présence de tentacules ramifiés sur le corps. Cela n'est comparable qu'avec la ramification aualogue des tentacules marginaux ehez le Cladonème rayonné. Espèce Cladocoryne fioccosa. Rotch. Tiges atteignant la liauteur diin demi pouce. Tronc simple ou très-peu ramifié. Épiderme cliitineux lisse ou peu et irrégulière- ment annelé. Polype claviforme, long, linéaire, svelte. Tentacules très longs. Les tentacules simples formant immédiatement autour de la bouche un cercle unique compose de 4 à 8 tentacules. Les ten- tacules ramifiés formant de 3 à 4 cercles autour du corps chaque cercle étant forme par 3 ou 4 tentacules et chaque tentacule portant plusieurs courts rameaux, boutonnés. Couleurs. Polype rouge-brun avec l'extrémité orale bianche et opaque et l'extrémité caudale passant peu à peu à la teinte jau- nàtre de l'épiderme qui couvre les tiges et les racines de la colonie. Reproduction inconnue. Station. Habite la zòne littorale sur des pierres à la marèe basse. Localité Herrn près Guernesey; Mr. W. D. Rotch. Note. Nous sommes redevables de la connaissance de ce magni- fique Hydroide à Mr. Rotch qui Ta trouvé dans les ìles de la Manche. Dans tout le groupe des Hydroides il n'y en a pas un seul de plus re- marquable. Il est parfaitement unique à cause de la ramification de ses tentacules. Malheureusement on n'a pu trouver des produits sexuels dans aucun des échantillons récoltés jusqu'ici et nous attendons avec beaucoup d'impatience la découverte de ces éléments importants. Dans le Journal of the Linnean Society Zoology ; voi. XII. London 1876 Mr. Allman décrit et figure une seconde espèce du genre Clado- docoryne sous le nom de Cladocoryne pelagica Piate X. fig.6— 7, page 255. Cette espèce diffère de la notre d'abord par sa station. Elle est pélagique et se rencontre sur le Sargassum bacciferum, dans le con- Observations sur la Cladocoryne floccoueuse (Claclocoryne fioccosa. Rotch). 179 rant du golfe. De plus elle est plus petite qne la iiotre et son pédicule est distiuctement anuelé à la base. Ses organes reproducteurs con- sistent en gouopliores partaut du eorps de Fliydranthe au dessous et entre les tentacules de la base. Ces gouopliores sont peu nombreux. Toutefois comme il s'agit ici d'une autre espèce que la notre tout ce qui s'y rapporte est borué an texte et au croquis contenu dans »Mouograpli of the gymuoblastic Hydroid Zoophyts« et dont nous avons ci-dessus donne la traduction exacte. Nous avons à joindre à ceci les remarques sui vantes . 1) Quant aux caractères de la famille il n'y a rien à modifier. 2) Quant aux caractères du genre Mr, Allman fait observer que les tentacules ramifiés du corps ne sont comparables qu'à ceux de la Meduse Clado ne ma radi atum. Il faudrait selon nous citer en- core à cet égard les tentacules bifurqués del'Eleutheria dichotoma qui ressemblent beaucoup à la terminaison de ceux de la Cladocoryne. 3) Farmi les caractères spécifiques Mr. Allman indique que les tiges qui portent chaque polype ont leur trouc simple ou tr ès-peu ramifié. Ici nous devons remarquer que dans tous les exemplaires de la Medi- terranée que nous avons examinés (environ une quarantaine) le tronc était simple et jamais ramifié. Nous avons saus exception trouvé chaque polype terminal et inséré sur une tige simple ni ramifiée ni méme bifurquée. Quant aux dimensions, elles étaient en moyenne de 8 — lU millimètres de longueur sur 1/2 millimétre d'épaisseur. Ces tiges s'élevaient toujours verticaleraent et à angle droit sur les racines qui formaient dans la plu- part des cas de longs jets, rampant sur les algues. Peut-étre est ce de ces fils que Mr. Allman a voulu parler en disant »que le tronc est simple ou très-peu ramifié«. En effet nous avons vu quelquefois ce que Mr. Allman a représenté dans son croquis, savoir une ramification irrégulière du fìl rampant conduisant par de fréquentes anastomoses à former un réseau à mailles allongées. Mais plus souvent encore les stolons rampants restaient linéaires. Toutefois les colonies, qu'elles fussent linéaires ou réticulées, ne portaient jamais qu'un petit nombre de tiges et les polypes étaient par conséquent toujours disséminés et plus ou moins éloignés les uns des autres. Mr. Allman décrit le polype lui méme comme étant long, linéaire, svelte, mais selon nous il n'est tout cela que dans un état de complète extension. En se contractant il peut passer de là par tous les états intermédiaires jusqu'à former une boule presque spbérique. ce qui nous a empécbé de le mesurer et de lui attribuer une longueur ou une largeur déterminée. Il en est abso- 180 ' G. (luPlessis lument de méme poiir les tentacules que Mr. Allman décrit comme très- longs et qui le sont en eifet quand ils sont bien éteudus, mais qui sou- vent peuvent, au coutraire se raccourcir tellement. quils semblent disparus et rentrés dans le corps du polype. Quant au nombre et à la disposition de ces organes voiei ce que nous nous permettrons d'aj outer, savoir: que le uombre 4 semble faire regle. Aiusi le plus souvent les tentacule sdu corps forment 4 cercles ou verticilles superposés. Chacun d'eux est de nouveau compose de 4 tentacules placés exactement en croix. Ceux qui entourent la bouche sont également en croix et le plus souvent encore au nombre de 4. Quant à la superposition de ces cercles, eile présente chez nos Hydroides, qui sont de vrais ani maux plante s, le méme arrange- ment que celui des feuilles sur la tige dans la famille des Labiées. C'est à dire que, en allant de bas en haut, le second verticille ou la se- conde croix n'a pas ses branches placées parallelement à Celles du pre- mier qui est au dessous de lui. Elles sont au contraire iutercalées entre les 4 branches de la croix inférieure. C'est le troisiéme verticille qui devient parallèle au premier, le quatrième au second, le cinquième au troisiéme et ainsi de suite. De plus il faut remarquer que le nombre de ces verticilles augmente avec la croissance. Ainsi de jeunes sujets n'ont souvent qu'un seul cercle de tentacules en dessous des quatre qui entourent la bouche et qui paraissent les premiers. Il serait bien pos- sible que de vieux individus puissent montrer plus de cinq verticilles, mais ce cas ne s'est pas encore présente jusqu'ici. A l'égard du nombre des tentacules il peut exceptionnellement s'en trouver cinq, six, ou huit sur certains cercles, mais cela est purement fortiiit et ne fait que confirmer la règie. Quant à la couleur fondamentale du polype elle est un résultat du Mimétisme, attendu que l'animai est rouge ou rose sur lesFloridées de méme couleur. Il est ou contraire brun ou orange sur les Cystosires de méme nuance. Du reste cette teinte réside dans l'entoderme et provient donc de la nourriture. Non seulement la bouche est bianche, mais aussi les tentacules, seulement ceux-ci étant plus transparents, paraissent gri- sàtres et n'ont pas la couleur de craie que présente la trompe. C'est aussi à cette transparence des tentacules qu'est du laspect spécifique de l'animai étalé qui ressemble alors à un petit flocon de neige. Les capsules genitales n'étant que des organes transitoires, seront décrites dans les chapitres suivants. 4) Pour quant aux localités et stations nous avons découvert l'animai en premier lieu à Villefranche sur des Ptilota et autres Fio- Observations sur la Cladocoryue floccoueuse Cladocoryue fioccosa. Rotch). 181 ridées, seulement alors nous ne l'avioiis pu détemiiuer. Ensuite à Naples uoiis le trouvames à l'ile de Nisita à peii de profoudeur sur des Floridées rouges du geure Gy muogongrus. Puis à Baia pal- io mètres de foud sur des Sertulaires. Enfiu en plus grand nombre à la Secca di Gajola sur des Cystosires. Les exemplaires sexués venaient aussi de cette dernière localité par 30 mètres de fond. L'espèce est dono à la fois littorale et profonde. Nous ne la vini es janiais sur des pierres. § 2. Orgauographie. Notre Cladocoryue "est un animai extrémement simple et qui en fait dorganes fondamentaux ne possedè que la peau et ses deux feuillets. Texterne et l'interne. Tous les appareils servant à des fonctions speciales, se développeut donc ici coiiime ailleurs aux dépens de ces deux feuillets. L'externe coustitue d'abord la peau proprement dite. Il limite la forme extérieure du corps des tiges et des racines. Il sécrète le polypier qui environne ces derniòres. Il dessine la bouclie et les tentacules. Il forme les amas d'organes ou capsules urticantes. Enfin il produit en dedans la membrane basilaire ou limitante. Le feuillet interne d'autre part circonscrit les cavités digestives et leur donne la forme et les fonctions ; par la nature tonte speciale des cellules qui le composent, il établit à la fois la digestion, la circulation, l'absorption et la respiration. C'est encore aux dépens des deux feuillets que se for- ment en leur saison les organes reproducteurs. Un troisième feuillet ou mésoderme n'arrivant pas à se former cbez cet Hydroide nous n'avons donc à traiter ici que des deux couches primordiales susdites. L'habitus macroscopique du polype et des colonies ayant été décrit dans le chapitre précédent nous passons directement à Fétade des or- ganes du feuillet externe. Les cellules de cette couclie transsudent par leur face extérieure une matière chitineuse et cornee résistant à la putréfaction et à la plupart des réactifs liistologiques et restant seule après l'enlèvement des parties molles. C'est donc là un vrai polypier. Il enveloppe les racines et les tiges jusqu'au col de cbaque polype c'est-à-dire jusqu'à la place où la tige de cyliudrique devient évasée polir former le corps de l'animai. Celui-ci ne peut nullement se retirer ou s'abriter dans ces tubes, qui ne sont ni assez longs, ni assez évasés polir le recevoir. Il est donc prive du polypier ainsi que toutes ses dé- pendances. La bouclie est l'organe le plus remarquable. C'est une ouverture quadrangulaire placée au sommet d'un petit còne qui peut s'abaisser, s'allonger, se raccourcir, se rétrécir ou s'elargir, méme se 182 Gr. du Plessis retourner et se renverser sur les objets qui servent d'alimeuts et cela au gre de l'ammal qui s'eu saisit. La base de cette trompe cònique est entourée d'ordinaire de 4 tentacules simples courts et boutonnés à leur extrémité. Exceptionellement il y eu à 6 ou 8. Toute cette partie de ranimal est d'un blaue laiteux très- éclatant. Il succède à cette bouche cònique un corps elliptique roug-e ou rose sur lequel s'élèvent plusieurs cercles de tentacules transparents et blanchàtres. Ceux-ci sont très- longs, ramiflés et boutonnés. Ils sont au nombre de 4 par cercle et sont arrangés en croix comme ceux de la bouche, cbaque teutacule par- tant exactement vis à vis l'un de l'autre d'une large base évasée. Ils vont de là en s'atténuant graduellement jusquau sommet, lequel est d'ordinaire bifurqué en deux courts rameaux boutonnés. Sur le trajet de chaque tentacule on distingue encore un nombre très-variable de ramuscules aussi boutonnés, qui sont tantòt opposés, tantot alternants. Le plus souvent il y en a deux ; un de chaque coté comme dans les feuilles penne es. Quelquefois il y eu a trois, formant une feuille de trèfle. Jamals uous n"en avons vu quatre sur les tentacules. Ceux ci sont très-contractiles et peuvent s'allonger et se raccourcir dans des limites fort étendues, mais toujours très-lentement et graduel- lement. Quant aux organes urticants, ils sont formés par des amas de cap- sules ovales ou rondes. dont chacune renferme un fil tubuleux roulé en spirale et élastique comme un ressort. Cette spirale se détendant brus- quement au moindre contact et à volonte foudroie brusquement les petits animaux dont l'Hydroide fait sa prole. Ces amas de capsules forment des ìles blanches et opaques, qui se détachent sur le fond gris ou rose de l'animai et se voient surtout bien à la lumière incidente. Les capsules ovales sont sur le corps et les rondes plus petites autour des boutons arrondis, qui terminent chaque tentacule. On distingue facilement deux places où se concentrent ces espèces de batteries sur le corps du polype, Savoir : autour de la bouche et autour de la base du corps. L'on volt en effet entre les quatre tentacules simples, qui entourent la trompe, quatre coussinets renfiés et blancs, placés préci- sément dans les angles laissés libres par les tentacules mis en croix. De méme à la base ou au collet du polype entre les quatre tentacules ramifiés qui forment le premier cercle. Il y a donc en tout huit de ces batteries à grandes capsules. Dans les bras et sur le corps entre les tentacules, de méme sur les tiges et les racines, il existe bien aussi quelques capsules disséminées, mais elles ne s'y concentrent plus pour former des organes spéciaux. Observations sur la Cladocoryne flocconeuse (Cladocoryne fioccosa. Rotch). 183 Nous avons déjà dit qiie les petites capsules forment de petites batte- ries spliériques au bout des tentacules. Ces boutous sont blancs. De méme que le feuillet externe sécrète au deh or s un polypier chitiueux, de méme il se revét en dedans d'une très-mince membrane homogene, qui lui forme un moule interne et le séparé du feuillet intestinal. Cet organe est la membrane basilaire ou limitante. Quant aux organes formés par Fentoderme ou feuillet interne il se bome à circonscrire la cavité interne ou digestive, laquelle se moulant sur le feuillet ectodermique en suit fidèlement tous les contours. Ainsi cette ca\até digestive est cònique ou ovoide daus le polype, elle va en s'atténuant dans le col de chaque individu ; de là elle pénètre dans les tiges pédiculées où elle devient cylindrique et tubuleuse. Enfin elle se perd dans les racines où elle garde le méme calibre en se continuant dans le réseau ou fil rampaut qui forme la base des colonies. Gràce aux éléments ciliés qui composent l'exoderme les liquides, remplissant la cavité digestive, peuvent circuler dans toutes les dépendances de celle- ci et la colonie peut ainsi profìter de la digestion d'un seul polype et vice-versa selon l'axiome républicain de »Un pour tous et tous pour un« qui pour le dire en passant n'est applique que dans les bas fonds du régne animai. Toutefois la cavité digestive ne pénétre point dans les tentacules. qui sont pleins et non pas creux comme ceux des e r a 1 1 i a i r e s. C'est par la bouche que le feuillet externe se réfléchit en dedans pour de là changer de nature et doubler toutes les cavités internes par un épithelium tout special, dont nous verrons au chapitre suivant les caractéres histologiques. Quant aux organes reproducteurs, comme ils n'existent pas en tout temps, mais seulement en été et comme ils peuvent dépendre de l'un ou Tautre feuillet, nous en réser- verons la description pour un paragraphe special. § 3. Histologie. La composition histologique des feuillets du corps est chez la Cla- docoryne comme chez tous les Hydroìdes d'une grande simplicité. Il n'y a en réalité dans tout le corps que deux sortes de cellules, savoir Celles du feuillet externe ou ectode rme et celles de l'interne ou en- toderme. Les cellules ectode r mi ques (pour commencer par le l''' feuillet) sont les plus interessantes parcequ'elles transsudent en dehors le polypier en dedans la membrane basilaire ; puis produisent dans leur protoplasma les diverses formes de capsules urti caute s. Chacune de ces cellules ectode rmiqu es constitue un prisme à base penta- ou hexagonale. Leur ensemble forme donc un épithelium polyé- 184 Gr- chi Plessis drìqiie mais cet épithelium n'est prismatique qu'à la base, laquelle est tournée en dehors, de sorte que sur des iudividus bien préparés par des réactifs et des substances colorantes les limites des hexagones se voient sur toute la surface de la peau et y forment un dessin semblable à celui d'un rayon de miei. Toutefois cette apparence n'est due qu'à la com- pressiou réciproque des éléments et à la matière intercellulaire colorée par les réactifs, car ces cellules n ont point d'enveloppe distincte ni aucune membrane limitante appréeiable. Aussi quand on les séparé les unes des autres sur l'animai vivant, prennent elles de suite la forme arrondie, comme des gouttes de liquide, isolées sur le porte objet. Cette disposition et cette manière de s'arrondir eu boule se retrouve sur les cellules fraìcbes de tous les Hydroì'des. Mr. Allman et Kleinenberg out figure de tels éléments giobuleux et c'est une preuve de plus que la forme polyédrique des cellules -sans membrane d'enveloppe tient uniquement à leur compression réciproque et cesse avec celle-ci du mo- ment qu'on les isole suffisamment et à l'état vivant. Sur des individus conservés et durcis le protoplasma s'étant coa- gulé au moment de la réaction dans la position de compression mutuelle, l'ou volt à la section transversale et longitudinale que l'épithélium forme des prismes pyramidaux à base externe. En effet la partie interne de la cellule va en s'atténuant et alors au lieu de se comprimer réciproquement jusqu'au sommet, les cellules du feuillet externe se terminent du coté interne eu còne ou en pointe et cbaque pointe se trouve fendue ou divisée en plusieurs lanières fines et minces, qui s'atténuant et s'allongeant forment des filaments con- tractiles et tiennent lieu de muscles, lesquels manquent abso- lument cbez nos Cladoeorynes. Il n'y a aucun élément musculaire special. Cbaque cellule ectodermique se bifurque à sa pointe en deux, trois, ou méme quatre filaments ou fibres contractiles. Ces fibres s'orientant tantòt dans le sens longitu- dinal, tantòt dans le sens transversai et s'anastomosant fréquemment avec les prolongements correspondants des cellules circonvoisines, dessiuent sous la peau une trame très-fine à mailles croisées et serrées. Comme il y a en outre des fibres obliques ou diagonales, il résulte de tout cela un réseau fibrillaire excessivement fin et qui paraìt et dispa- raìt sous les hexagones de la peau suivant qu'ou rapproche ou qu'on éloigue Tobjectif avec la vis micrométrique. Toutefois ce réticulum ne peut se voir que de face avec de forts grossissements et sur des in- dividus bien durcis et colorés, car ces prolongements protoplasmiques des cellules sont d"un calibre si fin quon neu voit pas la moindre trace Observations sur la Cladocoryne flocconeuse (Cladocoryne fioccosa. Rotch). 185 à la sectiou transversale ou tout au moins pas de fagon à pouvoir dé- cider uettemeut ce qui eu est. Pour bien voir ces prolongements de profil il faut isoler par la ma- cération les cellules de la peau, de fagon à les séparer totalement les uues des autres. C'est ce qui se fait en tuaut ranimal par la solution osmique à \% ou 1% qui durcit les cellules et les fixe dans leur Position réciproque. Le sujet reste alors plongé pendant 24 heures dans une solution au "0% ou au 1% d'acide acétique, et Ton peut après cela avec des aiguilles très-fines dissocier et faire tomber en pièces tous les éléments de la peau. L'on trouvera au milieu de ces débris une foule de cellules totale- ment isolées et sur celles-ci Fon verrà les prolongements, que Kleinen- berg le premier a décrits sous le nom de neuro-musculaires. Ces pro- longements, sont eux mémes souvent encore bifurqués et rapellent absolument ceux de l'Hydre d'eau douce, mais ils sont beaucoup plus fins et difficiles à voir. Du reste ils ne se trouvent que dans les cellules du corps et des tentacules. Cliaque cellule ectoder- mique montre sans exception un beau noyau vésiculeux parfaitement rond avec un petit nucléole centrai ponctiforme. Le noyau est excen- trique et plus rapproché de la base des cellules. Ce noyau est entouré d'un protoplasma se colorant moins que lui par les réactifs. Ce dit protoplasma ne présente dans son intérieur ni concrétions ni prolonge- ments étoilés, en revanclie il contient s urto ut à certaines places du corps des capsules urticantes ou uématocystes. Nous avons vu dans le chapitre précédent, quels sont les points où se concen- trent ces cellules à uématocystes. Nous n'y reviendrons pas ici et nous allons seulement parler des capsules mémes. Celles-ci prennent donc naissance toujours dans le protoplasma en dehors du noyau, qu'elles laissent toujours intact et qu'elles refoulent simplement sur le coté en augmentant de volume. On distingue chez notre animai deuxsortes de capsules. Celles du corps, des tiges et racines sont ovales allongées. Elles renferment un filament robuste, roulé en spirale lache. Ce fil, qui n'est pas très-long, quand il est déroulé, s'étend en droite ligne comme une épingle. Il montre un double contour comme un tube très-fin et c'est en effet un tube, prolongement direct de la cavité de la capsule et qui peut inoculer comme un aiguillon le liquide special et probablement caustique que contient la capsule elle-méme. Ce tube est du reste parfaitement lisse et ne porte ni épines ni crochets. Il en est autrement dans les pelotes sphériques qui forment 186 G. du Plessis l'extrémité des tentacules. lei les eellules contiennent ehtaeune une petite capsule urticante presque ronde. Ces nématocystes ronds con- tiennent un filament beaucoup plus long et beaucoup plus fin, roulé en spirale serre e. Quand il se détend, comme il est très-long, ilparait curvilig-ne et non pas rectiligne. Ce filament porte à sa base soit au col de la capsule trois crochets chitineux à pointes tournée» en arrière. Ces nématocystes à trois pointes rapellent entièrement ceux de l'Hydre d'eau douee et ceux de la Meduse du Cladonéme rayonné. Ils sont encore semblables à ceux des Syncorynes, mais beaucoup moins robustes. Disséminées entre ces capsules rondes à fil roulé il s'en trouve de beaucoup plus petites, d'où sort un simple aiguillon roide et court à pointe faisant saillie au dehors. Ce sont là des capsules que nous con- sidérons comme de jeunes nématocystes à fil court et rectiligne. D'autres zoologistes les ont décrites sous le nom de Palpocils. Quant aupolypieretàla membrane basilaire, qui sont encore des produits du protoplasma ectodermique au méme titre que les cap- sules urticantes, nous en avons traité suffisamment dans le chapitre précédent. Nous remarquerons seulement pour le premier qu'il aug- mente d'épaisseur avec l'àge et qu à la section transversale et longitu- dinale il se montre nettement stratifié et forme de couches concen- triques, quand on emploie pour l'examiner un bon Systeme à immer- sion. La coucbe interne, celle qui touclie directement la peau est la plus jeune, la conche extérieure, recouverte le plus souvent par des Diatomées et des algues parasites, est au contraire la plus ancienne. Cette écorce d'un brun d'autant plus foncé qu'elle est plus vieille s'ar- réte comme nous l'avons dit au col. Elle ne forme que des plis irrégu- liers et par sa partie interne ne touche Fectoderme dans les tiges sur- tout que par places. A ces places-là l'ectoderme est allongé en espèce de cònes, qui forment comme des ligaments suspenseurs. Sur les racines et autour du col le polypier est plus exactement applique à la peau. La membrane basilaire est si fine, qu'elle ne se volt bien en section que sur des individus colorés au picrocarmin. Celui-ci se con- centrant sur cette membrane la fait paraìtre comme un mince filet pourpré, qui séparé les deux feuillets de la peau. On peut aussi l'isoler par macération sur les tentacules. Quand on a fait tomber toutes les cellules qui les recouvrent, il reste en eifet comme un doigt de gant trans- parent et plissé. Ce reste est la membrane basilaire isolée. Elle est entièrement homogene. Quant aux éléments du feuillet interne, ils ne se composent non plus que d'une seule sorte de cellules. Ce sont là les cellules ento- Observations sur la Cladocoryne flocconeuse (Cladocoryne fioccosa. Rotch). 187 dermiques ou flagellées ainsi nommées pareeque chacime d'elles se prolong'e eu im long cil vibratile en forme de fouet. Le mouvement de tous ces cils occasionile dans lintérieur de l'animai (lequel est rempli d'eau et de bouillie alimeutaire) un courant dont la direction constante va de dehors en dedans e. a. d. de la bouclie à l'estomac, de celui- ci à la tige et de celle-la aux racines. Ce mouvement est intermitteut et se volt surtout bien au moment oìi une prole, qui vient d'étre avalée, va se liquéfier. Le courant peut cesser par places et recommencer ailleurs pour reprendre plus tard au méme poiut. D'autres fois il est general sur tonte la colonie et se trahit par le mouvement des molécules quii fait rouler dans toutes les cavités digestives. C'est là une véritable circulation gastro-vasculaire et qui amène sans doute aussi 1' Oxydation directe des tissus par la circulation perpétuelle d'eau de mer fraìclie- ment avalée. Ainsi notre feuillet interne se trouve par là assumer dans une seule sorte de cellules les fonctions les plus importantes de la nutrition, savoir: la digestion, absorption, circulation et respiration. Le feuillet externe au contraire prend sur lui la sensibilité et la motilité. Le premier est donc tout vegetai. Le second tout animai. Les cils vi- bratiles des cellules sont d'une teile finesse, qu'on ne les apergoit jamais, méme avec les meilleurs systèmes, tant qu'ils sont en plein mouvement. Mais si leur Vibration se ralentit, soit sous Tinfluence de certains réactifs, soit si lanimal va perir, on peut les voir, toutefois seulement si l'on coupé transversalement et nettement le corps ou la tige. Alors examinant le bord de cette section fon volt le profil des cellules entodermiques Vivantes se dessinant comme un bord festonné et ondulé irrégulièrement. Cette apparence est causée par les extré- mités en massue des cellules et sur ces massues on volt de distance en distance un long filament, qui s'agite en serpentant dans le liquide. C'est de cette fa9on seulement que nous avons pu voir ce pbénomène, car sur des individus durcis et bien colorés, méme dans les sections les plus minces, nous n" avons jamais pu retrouver la moindre trace de ces élé- ments délicats. Passant maintenant à la cellule elle-méme, nous observerons que ces éléments sont toujours beaucoup plus grands que ceux du feuillet externe. Ils sont au moins deux ou trois fois plus longs et plus larges que les plus grandes cellules ectodermiques, aussi sont-ils beaucoup moins nombreux et serrés. A cela près ils out la méme forme et la méme orientation e. a. d. que se comprimant mutuellement à la base (qui est externe et repose sur la membrane basilaire) il en résulte un épithélium prismatique dont toutes les mailles sont régulièrement hexa- Mittlieilungen a. d. Zoolog, station zu Neapel. Bd. IL ]3 188 G. du Plessis gonales. Aussi. quaud on examine de face la peau du corps et du col daus un individu bien colore et reudu bleu transparent, peut-on voir apparaitre successivement deux réseaux paralleles composés de mailles hexag'ones. Celui qui paraìt le premier est à petites mailles et à cellules ob- scures et provient des prismes ectodermiques. Si Ton descend l'objectif il disparaìt et Ton voit se présenter le réseau des fibres pseudo-muscu- laires ; celui-là disparati à son tour et l'on voit briller la seconde sur- face à grands hexagones transparent« et clairs. Ce sont les bases des prismes entodermiques. Tous ces éléments comme ceux du feuillet ex- terne ne sont donc comprimés qu'à leur coté externe. Lem* extrémité qui porte les cils et qui est tournée en dedans est constamment libre. Dans tonte la cavité stomacale, e. a. d. de la boucbe au pédicule, ces extrémités des cellules sont renflées en massue ou claviformes, ce qui se voit très-bien à la section transversale optique ou reelle. Ces cellules digestives en massue rapelleut absolument ce que Ton voit à la section cbez les Turbellariés Rhabdocèles et Dendrocèles. Tonte la partie renflée est en particulier remplie de concrétions noires à la lumière transmise et d'un blanc crayeux à la lumière incidente. Comme ces concrétions sont plus serrées dans la trompe, cela donne à cet organe sa couleur laiteuse. En outre le reste des cellules présente des gouttelettes jaunes ou orangées, qui donnent au corps du polype sa teinte rosee. Elles proviennent sans doute de l'absorption par les cellules des huiles colorées des petits copépodes, dont se nourrit l'animai. Nos cellules détachées de leurs bases sur l'animai vivant et pris en digestion, s'arrondissent d'abord comme le font en semblable occurrence celles de l'ectoderme, mais elles ne restent pas longtemps ainsi. Bientot leurs contours se modifient et elles poussent des prolon- gements amoeboides. Ceci se fait du reste méme sur l'animai intact et l'extrémité claviforme des cellules peut pousser de tels prolon- gements que, rencontrant ceux des voisins, ils finissent par oblitérer tonte la cavité digestive, qui est alors simplemeut remplie d'un réseau proto- plasmique retenant et digérant les aliments. Il va sans dire que dans ce cas-là les fouets vibratiles se sont retirés. Sur des iudividus sectionnés et durcis à ce moment-là on peut voir ce réticule conserve à la coupé. Il paraìt que ces mouvements amoeboides de l'entoderme sont un fait très-géuéral car nous les avons vus chez des Rhabdocèles et Dendrocèles et Mr. Metschnikoff nous a moutré que c'est un fait general aussi chez tous les Acalèphes. En eflfet Ton peut faire incor- Observatious sur la Cladocoryne flocconeuse (Cladocoryne fioccosa. Rotch). 189 porer du earmiu à tous ces éléments ; les cils vibratiles amènent la poussiere carminée jusqu'aux cellules et celles-ci la saisisseut dans leurs pseudopodes et labsorbent. Toutefois les pliénomèues susdits uè eoucerneut que les cellules de restomac ; ils cessent dans les tiges et raciues. lei les prismes cellu- laires sont plus larges et plus bas ; de plus leur front ou bord interne est coupé carrément, toutes les cellules arrivant à la méme hauteur et n'ayant plus qu'un bord rectiligne sans massue ni concrétions, ni goutte- lettes colorées, ni mouvements amoeboides. Les éléments n'ont plus à ces eudroits que la fonctiou circulatoire et s'en acquìttent avec plus de vivacité et de régularité, puisqu'ils n ont que cela à faire. Les cellules sont aussi beaucoup moins nombreuses. Dans les sections transversales du pédicule, pratiquées au dessous du col, le calibre entodermique est forme en moyenue au plus d'un cercle de 8 ou 10 cellules prismatiques et ce nombre diminue encore dans les tiges et raciues. Du reste toutes ces cellules tant celles de Testomac que celles des tiges possèdent cbacune un beau noyau vésiculeux, rond et à nucléole ponctiforme. Tous ces noyaux sont exceutriques et placés près du front des cellules ou vers le sommet des massues. Ils forment des deux cótés de l'ento- derme deux lignes de points que l'on voit bien sur les sujets colorés. Enfin pour termiuer ce qui concerne le feuillet interne, il nous reste à dire que les cellules, qui le composent, se prolongent dans les bras ou tentacules, qui ne sont pas creux comme chez les Coraux, mais qui sont remplis d'ordinaire par une pile de cellules aplaties transversale- ment comme des écus superposés. Ordinairement cette pile est com- posée dans chaque tentacule et dans cbaque rameau d'une seule rangée d' éléments, mais à la base des bras, là où ils sont le plus largo elle peut présenter deux ou méme trois rangées paralleles. Ces cellules des bras diffèrent beaucoup de celles du reste du feuillet. D'abord elles ne sont plus prismatiques, mais cylindriques et elles forment des cylin- dres plats et beaucoup plus larges que longs, comme des pièces de monnaie. Ensuite plus elles avancent vers le bout des bras et des ra- meaux plus elles diminuent, de sorte que la colonne ou pile dessine non pas un cylindre mais un còne très-long et qui se termine dans les boules des tentacules et des rameaux pour former une pointe mousse. Toutes cés cellules nummulaires n'ont naturellement ni cils ni concrétions, ni sue colore. Elles coutiennent toutes un noyau centrai et cette sèrie de noyaux empilés forment donc une cbaìne de points rouges au milieu de chaque tentacule. En outre le noyau est toujours entouré d'un pro- toplasma remarquable par la longueur de ses prolongements qui sont 13* 190 G. du Plessis ramifiés et étoilés. Ce sont des pseudopodes tout-à-fait semblables à ceux des Foraminileres et cette étoile pseudopodique cliange en effet de formes et rend ces eellules très-contractiles. Dans le bras étiré elles peu- vent s'allong-er au point de devenir carrées et dans le bras raccourei elles deviennent presque tout-à-fait plates. Elles jouent dans les mou- vements des bras un role certainement actif. Comparant une dernière fois les deux feuillets Tun à l'autre, observons que les eellules ectoder- miques plus petites, plus serrées, plus nombreuses et plus basses pré- sentent sur tout le corps une disposition à peu près egale ; tandis que les eellules entodermiques plus grandes, plushautes, moius nombreuses, affectent dififérentes formes et fonctions, suivant qu'on les prend dans le Corps, dans les bras ou dans la tige. § 4. Reproduction de la Cladocoryne. La reproduction de notre espèce était jusqu'à présent restée un mystère. L'on n'en savait absolument rien et bien que sur la seconde espèce (la C. pelagica) on eut trouvè et décrit quelques capsules geni- tales, comme c'était sur des individus collectés et conservés depuis longtemps, on n'avait pu s'occuper que de la forme extérieure de ces organes. Nous méme, ayant examiné des Cladocorynes dès les premiers jours d'Octobre jusquaux premiers jours d'Avril navions pasputrouver méme un commencement de développement sexuel. En partant bien à regret, nous avions donne commission à notre cber collègue de chercher d'autres exemplaires, lui prédisant qu'à coup sur on trouverait en été les fructifications désirées. Nous nous fondions pour affirmer cela sur le fait que la plupart des Hydroìdes littoraux portent leurs capsules mùres en été. Il nous fallait d'ailleurs absolument eet élément pour classer la Cladocoryne. Il fallait en effet savoir avaut tout si c'était une Hydro-méduse ou s'il fallait la piacer parmi les Hydroìdes sim- plement larvipares. Au mois de Juin, qui suivit notre départ, la prédiction fut réalisée. Un draguage à la Secca di Gajola amena une colonie présentant de très-beaux et grands individus neutres, outre ceux-ci se trouvaient une demi douzaine de sujets petits et atrophiés dont les bras avaient disparu mais pour faire place a de nombreus'es capsules sexuelles. Ces sujets parfaitement durcis et colorés furent ex- pédiés en Suisse où ils arrivèrent en parfait état. Que mon eher com- patriote et confrère veuille bien à cet eudroit recevoir mes actions de gràce. J'ai pu analyser ces organes comme sur le vivant. Observations sur la Cladocoiyne flocconeiise (Cladocorjnie fioccosa. Rotch). 191 Lim des exemplaires susdits ne portait pas moins de liuitcap- sules parfaitemeutmüres. dautres eu avaient deux. trois, quatre ou six. Il y eu avait daus toiites les pliases du développement. Quaut à la forme la plupart des sujets portaieut des capsules ovalesoblongues. attacbées par un court pédicule et semblables à des pruues à co urte queue. Sur deux individus les capsules étaient par contre rondes, comme de petites cerises à co urte ti gè. Les capsules ovales étaient colorées parie carmin eu rose ci air et les rondes en rouge très-vif. Quant aux places. d'où partaient ces organes, ils étaient toiijours insérés entre deux vertici li es de tentacules et placés exactement au centre du losange forme par 4 tentacules échelonnés sur le corps. Les points suivants donnent le diagramme de cette position » • o • « (le point centrai clair serait la capsule). La nature de ces sporo sacs ne put rester un instant douteuse. Toutes les capsules roses et ovales étaient des testicules à tous les degrés de maturité. Toutes les capsules rondes et rouges étaient par contre des ovai res. Il est probable et méme certain d'après l'analogie, que les premières appartenaient à une colonie distiucte de celle d'où provenaient les deux individus femelles. En d'autres termes Ton a probablement ici comme cbez d'autres Hydraires des colonies à sexes séparés et la colonie n'est pas bermapbrodite. L'on volt en méme temps que les Cladocorynes ne sont pas M é d u s i - pares comme on aurait pu s'y attendre pourtant, vu leur trés-grande ressemblance avec les Syncorynes, les Stauridies et les Cladonèmes. Ce ne sont donc pas des Hydro-méduses et il faut donc nécessairement leur cbercher une place parmi les Hydroides larvipares ou p 1 anuli - pares. A l'égard de la structure bistologique des capsules voici ce que l'on remarquait d'une fagon absolument sure. D'abord le testicule mur représentait toujours un sac ovale légérement recourbé en demi lune et place exactement entre les deux feuillets de la peau par con- séquent dans l'è space mésodermique (et non dans le Mésoderme puis qu il n'ya pas encore ici de Mésoderme) . En outre (et ceci est im- portant) ce testicule était toujours nettement enveloppé par un dé- doublement de la membrane basilaire ou limitante. Le testicule mùr. rempli d'une masse serrée de zoospermes, était place au sommet de la capsule testiculaire, il en occupait un tiers et le reste de la cavité, nette- ment limitée par des cellules entodermiques, communiquait large- ment par le pédoncule avec la cavité stomacale. D'autre part la pre- mière trace de testicule paraissait sous la forme d'un simple tubercule 192 G. duPlessis forme par ime éversion des deux feuillets de la peau ; le tubereule sur d'aiitres points était déjà devenu im doigt degant semblable à im tentacule ordinaire coniqiie, mais sans ramification et creiix de la base à la pointe. Cette base était évasée et communiquait largement avee la cavité generale. Tant dans la forme de tubercule qiie dans celle de doigt de gant on voyait déjà le feuillet externe épaissi et les celliiles plus nombreuses et serrées. Cet épaississement augmentant l'extrémité du doigt de gant se renflait en massue. Ce renflement s'accompagnait d'une masse de cellules exodermiques poussant devant elles le feuillet interne et diminuant la cavité du sac, lequel se pédiculisait toujours davantage. L'on observait sur ces points que la masse ectodermique se composait de très-petits éléments toujours plus serrés. L'on voyait cette masse pendre au feuillet externe par un large pédiciile. Enfin celui-ci finissait par disparaitre et la masse dérivée du feuillet externe se troiivait enfin isolée dans l'espace mésodermique et comme suspendue entre les deux feuillets. On distinguait des noyaux très- nombreux. Enfin un pas de plus et cette masse s'entourait d'une mem- brane homogene identique à la membrane basilaire et son contenu devenu absolument pulvérulent, blanc et opaque, faisait tout-à-fait l'im- pression de la semence mure. Nous u'avons naturellement pu observer sur nos exemplaires conservés des zoospermes libres, mais nous ne doutons nullement que la rupture des sacs blancs et crémeux, ne nous eut fait voir sur l'animai vivant des milliers de zoospermes très-vifs. La conclusion inévitable de tout ceci est que les éléments màles se forment ici, comme chez les auti-es Hydroides, aux dépens de l'ecto- derme. Nous ne pouvons en donner de meilleure preuve que celle-ci, savoir que le testicule mùr se trouve revétu de la membrane basilaire qui est une transsudationdeTectoderme, eten second lieu que nous avons suivi tous les passages depuis l'épaississe- ment du feuillet externe formant une simple bosse sur le corps jusqu'à sa ti'ansformation envéritablemassuepédiculée dont le sommet présente un renflement ectodermique, un bourrelet cellulaire, qui va poussant devant lui le feuillet interne, remplissant peu-à-peu le sommet du sporosac et s'y métamorphosant graduellement en semence, dont la masse finit par se séparer du feuillet d'origine et par tomber dans le mésoderme et s'y r e v e t i r d ' u n e e a p s u 1 e b o m o g è n e. Voici pour les Cladocorynes màles. Quant aux deux seuls indi- vidus fé meli es que nous avons eu entre les mains. leur manque de Observations sur la Cladocoryne flocconeuse (Cladocoryne fioccosa. Rotch) . \ 93 transparence ne nous permet pas ici d'étre aussi affirmatif. Nous n avous vu en tout que deux ou trois ovaires parfaitemeut ronds. Cliaque ovaire était porte par im court pédicule, place aussi entre la losanga de 4 tentacules, conime pour les testicules. Cliaque ovisac ou ovaire pédicule ne présentait plus comme les testicules une cavité interne communiquant par le pédicule avec la cavité generale. Ici cette cavité interne avait disparu et le sac entier etait rempli par une masse cellulaire d'un rouge foncé, fractionnée autant que nous avons pu le voir à travers l'ectoderme, en un petit uombre de grosses cellules polyédriques que nous considérons comme de jeunes oeufs. L'ectoderme qui revétait ces ovaires était intact, nul- lement épaissi et ses cellules nétaient ni plus nombreuses ni plus serrées qu'à l'ordinaire. La membrane basilaire mésodermique ne semblait nullement dédoublée et nous avons d'après cela l'impression que ces cellules polyédriques, remplissaut tonte la cavité, du sac s'étaient formées aux dépens de Tentoderme qui en revétait les paroìs. Nous serions donc arrivé en ceci aux mémes résultats que Mr. van Be- NEDEN fils dans son memoire sur la distinction originelle du testicule et de l'ovaire chez les Hy dractinies. Toutefois nous le répétons, nos observations sur ces quelques ovaires durcis et conservés ne sont pas encore süffisantes pour affirmer complètement la chose. Elle est très-probable mais non pas très-prouvée, au moins quant à l'origine des éléments. Que ce fussent là des ovaires, ceci en revanche ne fait pas pour nous l'ombre d'un doute. Remarquons encore, pour terminer ce cliapitre important, que tous les individus sexués étaient plus petits que les exemplaires neutres. Ils paraissaient chétifs et étiolés par le développement surabondant des capsules sexuelles. Peut-étre durant ce développement ne pouvaient-ils plus se nourrir, car les bras ramifiés, qui leur servent à foudroyer et saisir leur prole, s'étaient atrophiés, perdant d'abord tous leurs rameaux, puis se raccourcissant et finissant sur plusieurs individus par disparaitre totale- ment. Ce phénomène de l'atrophie des tentacules chez les polypes sexualisés est du reste fort general chez tous les Hydroides et s'observe très-bien par exemple chez les Eudendriums. § 5. Développement et métamorplioses. Sur ce paragraphe nous ne savons presque rien et tout se borne à des conjectures vu qu'il faudrait observer le développement des oeufs dans les aquariums et que lesCladocorynes, méme avec une circulation 194